Gyps_ruepelli

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  1. Hallo in die Runde, Zugegeben: Mein Lieblingsflugzeug ist die A340 und ich bedaure es etwas, dass sie langsam aber sicher verschwindet, obwohl ich das natürlich aus ökonomischen Gründen verstehen kann. Als sie entwickelt wurde, war ich noch zu jung, um den Prozess zu verfolgen, aber ich habe gelesen, dass vor ziemlich genau 30 Jahren bekannt gegeben worden ist, dass IAE die Entwicklung des "Superfan"-Triebwerks, das für die A340 maßgeschneidert werden sollte, aufgegeben hat. Dabei sollte es sich nach allem, was ich herausfinden konnte, um ein Getriebefan mit verstellbaren Fanblättern handeln. Frage an die Experten: Ich das Superfan in irgendeiner Weise mit den Getriebefans der A320neo vergleichbar, die noch immer in Anwendung Probleme bereiten? Und was für mich von nostalgischem Interesse wäre: Hätte die A340 mit einem Superfan im Wettbewerb mit Konkurrenten besser dagestanden?
  2. Zum Hintergrund: Ich hatte vorher gelesen, dass es zwei Unfälle gegeben hat, bei denen an Boeing 747 ein abbrechendes inneres Triebwerk das äußere Triebwerk aus der Verankerung geschlagen hatte (einer davon war der El Al-Absturz in Amsterdam 1992). Deswegen dachte ich, dass man solche Fälle vielleicht dabei in Erwägung gezogen hat. Ich hatte eine aerodynamische Rechtfertigung dafür aber immer auch für möglich gehalten. Danke auf jeden Fall für die ausführliche Erklärung.
  3. Hallo, Immer wenn ich im Flugzeug sitze - meist in Boeing 737 - wundere ich mich ein bisschen über das "Schäufelchen", das an der Innenseite des Triebwerks angebracht ist. Was genau hat das für einen Zweck? Dient es am Ende dazu, zu verhindern, dass ein abbrechendes Triebwerk gegen den Rumpf knallt? Auf diesem Photo ist das Schäufelchen, was ich meine, gut zu sehe:
  4. Das erinnert mich an die US-Maßnahme, wegen des Unwillens der Franzosen, sich am Irakkrieg zu beteiligen, die "French Fries" in "Freedom Fries" umzubenennen.
  5. Ich wollte nur sicher gehen ;-)
  6. Aber wie wahrscheinlich ist das bei den Modifikationen, die jetzt geplant sind?
  7. Laienfrage dazu: Wie ist es denn um die Wirtschaftlichkeit der A380 bestellt? Ist mangelnde Wirtschaftlichkeit der Maschine wirklich ein Grund, der Fluglinien vom Kauf abhält? Oder ist es eher der Grund, dass es nur relativ wenige Fluglinien gibt, die einen solchen Flieger angesichts des starken Wettbewerbs sinnvoll einsetzen können? Ich halte nämlich eher letzteres für gegeben.
  8. Ich glaube, das Urteil als Solches wird hier auch von niemandem in Frage gestellt (obwohl auch ein höchstrichterliches Urteil in einer Demokratie selbtverständlich nicht sacrosankt ist und kritisiert werden darf). Die grundlegenden Argumente, die hier vorgebracht wurden, richteten sich nicht gegen das Urteil, sondern gegen einige, die das Urteil zum Anlass genommen haben, weitergehende Forderungen in dieser Richtung zu präsentieren, die über das Urteil hinaus gingen.
  9. Grundsätzlich hast Du Recht, aber ich muss Dich in einem Punkt korrigieren: Das Christentum hat - gemessen an anderen Religionen - einen hohen "Standardisierungsgrad". Gerade der Katholizismus ist extrem standardisiert. Das geht soweit, dass Du einer Messe folgen kannst, selbst wenn sie in einer Dir völlig fremden Sprache gehalten wird. Ich kann es nicht einschätzen, wie es im Islam ist, aber ich würde davon ausgehen, dass der Standardisierungsgrad dort eher dem des Protestantismus entspricht oder darunter liegt. Und der Protestantismus ist ja schon extrem divers. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, den man immer im Kopf behalten sollte, wenn man sich als Christ mit dem Islam befasst.
  10. Und was hat ein durchgeknallter Staatspräsident in Kleinasien mit Muslimen in Mitteleuropa zu tun? Und: Wenn wir Muslimen in Mitteleuropa das Kopftuch verbieten - befeuern wir damit nicht nur noch den Streit?
  11. Es kommt noch ein Aspekt hinzu: Ich bin absolut dafür, die Einhaltung unserer Werte einzufordern, wenn durch die Ausübung einer fremden Tradition jemand anders in seiner Freiheit eingeschränkt wird (eben das Beispiel "Zwangsheirat"). Wenn man aber niemanden einschränkt (ich erkenne durch das Tragen eines Kopftuches durch eine Stewardess/Verkäuferin etc. keine Einschränkung meiner eigenen Freiheit), ist es okay. Man führt nun gern ins Feld, dass manche der Kopftuch tragenden Frauen (nicht alle!) von ihren Männern oder Familien dazu gezwungen würden, Kopftuch zu tragen. Aber was wäre die Konsequenz eines "Kopftuchverbotes"? Die Konsequenz wäre nicht, dass eine erzkonservative Familie sagen würde "okay, wenn's verboten ist, darfst Du das Kopftuch ablegen". Es würde eher bedeuten, dass man den Frauen verbieten würde, das Haus zu verlassen und das kann auch nicht im Sinne der Frauen sein. Es ist auch nicht immer, dass das, was man selbst als das Beste für einen Menschen empfindet, von diesem Menschen selbst für das Beste gehalten wird. Mein Vater erzählte neulich, er habe bei einem Krankenhausaufenthalt, das Pflegepersonal wie üblich mit "Herr" bzw. "Frau" sowieso angesprochen. Die Frauen bestanden aber auf der Anrede "Schwester" Vorname. Eine Krankenschwester aus meinem Bekanntenkreis erzählte einmal, dass die Bezeichnung "Schwester" von Krankenpflegerinnen als respektvoll empfunden wird und nicht etwa - wie ich es empfinde- als herablassend. Der langen Rede kurzer Sinn: Nicht jede Frau, die man als durch das Kopftuch unterdrückt bedauert, empfindet sich auch als unterdrückt. Dass Niqab und Burqa nochmal auf einem ganz anderen Blatt stehen, versteht sich von selbst.
  12. Ich glaube nicht, dass ich etwas durcheinander bringe. Für das Grundrecht auf freie Religionsausübung spielt keine Rolle, ob die Religion, die ausgeübt wird, groß, klein, missionarisch oder mosaisch ist. Auch historische Hintergründe spielen dafür keine Rolle. Das Christentum hat seinen Missionsanspruch im Übrigen in der Vergangenheit auch sehr blutig durchgesetzt. Was mich bei der Rezeption des Kopftuchs als "religiöses Symbol" umtreibt ist die Frage, ob das Kopftuch ein solches Symbol per se ist oder ob es qua Rezeption dazu gemacht wird. Das Kreuz und auch das Ichtys-Symbol sind ganz klare Symbole des Christentums. Der Davidstern und die Menora stehen sehr klar für das Judentum. Aber ist das beim Kopftuch auch so? Für mich sind das klassische Symbol des Islams Halbmond und Stern. Und das gilt mit Sicherheit auch für die IS-Flagge, die ja das islamische Glaubsbekenntnis enthält. Eine Anekdote am Rande dazu - auch wie man das Kopftuch missverstehen kann: Ich kenne eine Erzählung aus einem kleinen Dorf, in dem eine syrische Flüchtlingsfamilie untergebracht und sehr gut integriert ist. Irgendwann zeigte eine alte Frau aus dem Dorf den Syrern ein Familienphoto und eine Frau war völlig aus dem Häuschen und sagte "Moslem!" und deutete auf die Schwester der besagten alten Frau. Die ist Ordensschwester und trägt Habit... Ich störe mich an der "Symbolik des Kopftuchs beim Dschihad". Allein der Umstand, dass meinetwegen alle Dschihadistinnen Kopftuchträgerinnen sind (wir sind uns einig, dass die Umkehrung in keinem Fall richtig ist!), kann doch kein Grund sein, Kopftücher zu verbieten. Für mich ist das Kopftuch viel zu abstrakt, um ein "eindeutiges Symbol" zu sein. Dass eine Kopftuchträgerin, der man auf der Straße begegnet, mit großer Sicherheit Muslima ist, ist in der Tat richtig, aber ich bezweifle trotzdem die Eindeutigkeit des Symbols. Und was die Flugbegleiterin angeht: Warum nicht? Ich meine, wenn ich von ihr den Tee bekomme, den ich haben möchte und sie freundlich zu mir ist - was habe ich da noch zu wollen?
  13. Falsch. Wenn ich mit dem Maschinengewehr durch die Stadt laufe, gefährde ich mich und andere. Ein Maschinengewehr ist nun mal per se ein gefährlicher Gegenstand. Das kann man von einem Stück Stoff auf dem Kopf nicht behaupten. Die Freiheit, Waffen zu tragen, ist deswegen mit gutem Recht eingeschränkt. Es ist im Übrigens hierzulande auch nicht verboten, "Nazi zu sein". Der bloße Umstand, sich zu einer fremdenfeindlichen, menschenverachtenden Ideologie zu bekennen, ist keine Straftat. Ein Gedanke kann nicht verboten werden - das ist ein sehr wichtiger Grundsatz des Rechtsstaates. Dass man Organisationen, die derartige Ideologien umsetzen wollen, samt ihrer Symbole verbietet, ist eine andere Sache, denn in so einem Fall verlässt man die Ebene des Denkens und begibt sich in die Sphäre des Handelns.
  14. Bei uns garantiert die Verfassung die freie Ausübung der Religionen! Das ist in der Tat nicht überall so, insbesondere nicht in Saudi-Arabien. Übrigens: Ich sehe hier nirgends jemenitische, libanesische oder saudi-arabische Verhältnisse. In der deutschen Mehrheitsgesellschaft wird eine nicht im Schleier auftretende Frau nicht als per se aufreizend wahrgenommen.
  15. Falsch. Total falsch. Hierzulande geht nicht, was andere in ihrer freien Entfaltung einschränkt. Punkt. Die wohlfeile Wahlkampfformulierung "Toleranz ist keine Einbahnstraße" ist innerhalb eines Staates zu verstehen. Wenn z.B. ein in Deutschland lebender Türke erwartet, dass er in seiner Wahlheimat akzeptiert wird, dann muss er akzeptieren, dass sein Sohn u.U. einen Mann statt einer Frau mit nach Hause bringt und dass er seine Tochter nicht "zwangsverheiraten" kann. Wir haben uns Regime wie das in Saudi-Arabien in keinem Punkt als gesellschaftspolitische Vorbilder zu nehmen. Ich könnte mich schütteln, wenn ich die Diskrminierung von Christen in der Türkei als Argument gegen einen Moscheebau in Deutschland höre. Noch zum Kopftuch als Solches: Ich finde die Frage interessant, ob das ein religiöses Symbol ist. Meine Oma trug im Kuhstall auch ein Kopftuch, war aber Christin. Der dem Kopftuch verwandte Turban ist z.B. nicht eindeutig einer Religion zuzuordnen. Ich stelle mir die Frage, ob man das nicht als "Bekleidungsvorschrift" auslegen muss, die schlussendlich mit der Verpflichtung orthodoxer Juden gleichzusetzen ist, wann immer möglich einen Hut zu tragen. Niemand käme auf die Idee, der Hut eines orthodoxen Juden sei ein religiöses Symbol.