VS007

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  1. Das Kern des Problems (und das kann weniger extrem durchaus auch bei IKEA auftreten), ist doch, dass Anweisungen von Leuten umgesetzt werden müssen, die für eine Lösung mit Augenmaß keine Kompetenz haben. Weder ein Gate-Mitarbeiter (in den USA immerhin meist tatsächlich ein Airline-Mitarbeiter) noch der Kapitän (der in diesem Fall nicht für United arbeitet) kann einfach so eine Crew per Mietwagen losschicken, weder in finanzieller noch in arbeitsrechtlicher Hinsicht. Im schlimmsten Fall haben sie noch nicht einmal einen direkten Ansprechpartner dafür sondern müssen sich ähnlich durch (interne) Hotlines hangeln wie ein Normalsterblicher. Ich bin mir sicher, dass die Polizisten intern einen ziemlichen Einlauf bekommen, weil sie nicht spätestens als das halbe Flugzeug die Handys gezückt hat in Deeskalations-Modus geschaltet haben und die Crew wird sicher auch "Warum hast du nicht X gemacht"-Fragen beantworten müssen aber im Nachhinein sagt sich das immer sehr leicht. Ich jedenfalls hätte mit keinem tauschen wollen der in dieser Angelegenheit unter Druck hat Entscheidungen fällen müssen.
  2. Ich bin kein Experte für die Beförderungsbedingungen von United, so wie ich das sehe ist das aber in dem Fall völlig egal, ich denke auch nicht dass der Passagier solche Feinheiten wusste. Einer Anordnung der Crew (und erst Recht der Polizei (da die Türen wohl noch nicht zu waren vor allem der) ist erstmal Folge zu leisten, auch wenn man sie für falsch hält. Falls es dafür keine Rechtsgrundlage gibt kann man beide, gerade in den USA, rauf und runter verklagen, aber halt eben erst hinterher. Ich habe wenig Mitleid mit United und den Shitstorm haben sie alleine schon für ihre miserable Öffentlichkeitsarbeit verdient, aber der Passagier hat sich eindeutig ebenfalls nicht korrekt verhalten.
  3. Das war die Polizei. Steht großen hinten auf der Jacke.
  4. Wenn man das rational betrachtet: Was United gemacht hat, durften sie. Ob es jetzt für eine gute Planung spricht, kurzfristig fast 10% der Plätze auf einem ohnehin überbuchten Flug nachträglich frei kriegen zu müssen, ist eine andere Frage. Was die Polizei gemacht hat, darf sie auch. Wer sich den Anforderungen der Polizei mehrfach wiedersetzt, braucht sich nicht wundern, wenn die unter Zwang durchgesetzt werden. Also: Ist der Passagier im Recht? Leider nein. Sollten solche Situationen vorkommen? Nein. Können sie jederzeit vorkommen? Ja. Verdient United die mal wieder schlechte Publicity? Ja. Hätten sie in dem Moment anders handeln können? Kaum.
  5. Naja, enorm hoch ist relativ. Bis vor ein paar Jahren war so eine Wahlbeteiligung bei einer Unterhauswahl völlig normal. Das spricht doch sehr dafür, dass kaum alle Briten zu Single-Issue-Votern würden und ihre Wahlentscheidung ausschließlich am Brexit festmachen würden. Die meisten gehen dann halt noch, nicht zu Unrecht, davon aus, dass selbst bei einem Hard-Brexit und Totalblockade der EU (Was realistisch ist. Nicht, weil man auf einmal besonders gut hard ball spielt, sondern per default weil man sich einfach auf keinen anderen Weg einigen kann) wesentliche Säulen des Freihandels auf anderem, bilateralem Weg wiederhergestellt würden. Das der Handel EU-UK dauerhaft (!) schlechter gestellt wird als z.B. der mit Kanada ist wohl kaum realistisch. Wer mit der halben Welt Freihandelsabkommen hat, akzeptiert so einen Fleck vor seiner Haustür nicht. Und eine Zollgrenze durch Irland würde Jahrzehnte des Friedensprozesses pulverisieren, das will erst recht keiner. Also erst etwas Show und Geklapper, dann aber ganz schnell und leise pragmatisch weitermachen. Und, und hier schließt sich der Kreis zu diesem Forum, die Luftfahrt ist traditionell ein Bereich wo bilaterale Abkommen sehr früh geschlossen werden.
  6. Man sollte nicht vergessen, dass man im Königreich keine Listenwahl kennt sondern in jedem Wahlkreis genau ein Abgeordneter gewählt wird. Jeder MP kann also anhand des Brexit-Abstimmungs-Ergebnis sehr genau vorhersagen, ob ihm eine Ablehnung im Parlament schadet oder nützt.
  7. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Überlegungen das US-Geschäft auszubauen der Auslöser für die Überlegungen von AA waren. Vielleicht auch nur eine Drohgebärde um die kleine AB auf ihren Platz zu verweisen, wer weiß das schon. Wenn das aber so käme könnte AB auch gleich aus Oneworld austreten. Was bliebe dann denn noch über? Ein BA-Code auf DUS-LHR? (Anschlussgedanke: Damit gäbe es in Europa wieder die Situation: Ein Land, eine Allianz, oder?)
  8. Muss ein Pilot, der sich wegen sowas krank schreiben lässt eigentlich Konsequenzen für sein Medical befürchten?
  9. Ich glaube, wir erleben gerade einen Kommunalwahlfäschlung-in-der-DDR-Moment mit: Diese "Streiks" könnten der Auslöser dafür sein, dass sich der seit langem (im Prinzip beginnend mit der Insolvenz von Aero Lloyd) abzeichnende Tod der klassischen deutschen Luftfahrt massiv beschleunigen wird. Die neuen Player warten nur noch, bis aufgeräumt worden ist und werden dann alle noch auf der Kurz- und Mittelstrecke noch verbliebenen (also Condor) auch noch zum Aufgeben zwingen.
  10. Exakt. Man kann sich jetzt in aller Ruhe im Markt breit machen und mit der ja immer noch sehr solventen Mama im Hintergrund sich etablieren und parallel Strukturen aufbauen, die nach Ablauf des Vertrags greifen. Oder anders gesagt: Wenn ein großer Teil der Ops durch Dritte erfolgt ist die Position der Gewerkschaften massiv geschwächt und man kann "richtig" umbauen.
  11. AB schrumpft in PMI seit Jahren, während die üblichen anderen dauerhaft zweistellig wachsen. Mal eine generelle Anmerkung: Fürs erste ist die Touri-AB nichts anderes als eine interne Reorganisation. Dass dahinter die Idee steckt, den Bereich zu verkaufen oder in ein Joint Venture einzubringen ist klar, aber aus Pax-Sicht ändert sich ziemlich lange erstmal gar nichts. Die Sorge, von schon gebuchten Malle-Flügen geschmissen zu werden, ist absurd.
  12. Da fehlen aber noch ein paar wesentliche Informationen um die neue AB wirklich beurteilen zu können.Insbesondere die Frage, wie viele Stellen in der Verwaltung wegfallen werden könnte wichtig werden. AB hat ja heute schon nicht gerade eine schlanke Verwaltung, wenn jetzt die Flotte deutlich schrumpft werden die anteiligen Kosten dafür nochmal größer. Aus EY-Perspektive macht man es eigentlich genau falsch rum: Man müsste den Teil abtrennen, den man behalten will und dann die verbliebende "Bad Airline" für minus ein paar Hundert Mio verkaufen.
  13. Dass die Personalkosten verglichen mit den Gesamtkosten relativ gering sind, ist denke ich klar. Dass sie in einem margenarmen Business trotzdem relevant sein können, aber auch. 2006 lagen zwischen den Geschäftsmodellen der Low Coster und der Legacies Lichtjahre, heute sind es auf der Kurz- und Mittelstrecke nur noch Nuancen. Und bei diesen Nuancen sind die Personalkosten eine der wenigen Stellschrauben, wo sich die Wettbewerber unterscheiden - Gebühren, Bestuhlung, Treibstoff, Leasing sollten zumindest ähnlich sein.
  14. Quasi die Wiederauflage des Klassikers mit vertauschten Rollen: HLX merkt, dass sie mit ihren "Business-Strecken" nicht profitabel sind und geben die Slots an Air Berlin ab, die sich damit massiv Marktanteil kaufen können. Im Gegenzug least Air Berlin zu fixen Mondpreisen die X3-Maschinen für die nächsten 100 Jahre, so dass sie im Prinzip auf ihren bisherigen Strecken weiterfliegen, nur für den Betreiber auf einmal gutes Geld verdienen. Also nachvollziehbar, warum Air Berlin daran Interesse hat. Aber warum sollte die Lufthansa mitmachen? Haben die so große Angst davor, dass auch nur einzelne Business-Slots an FR und Co fallen könnten? Würde mich sehr wundern, wenn das mehr wäre als Zeitspiel und Nebelkerzerei. Interessantes Detail, dass die LH lt. Habla direkt mit Etihad verhandelt und nicht mit Air Berlin. Ich glaube, bald ist es wirklich vorbei mit AB.
  15. Die Regel ist halt Aviate - Navigate - Communicate. Niemand hätte der Besatzung in dieser Zeit von außen helfen können und wertvolle bewusste Sekunden sollen sinnvollerweise darauf verwendet werden, das Flugzeug noch zu retten anstatt die spätere Aufklärung zu erleichtern.