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Manxxx

Kurzbericht vom Flug BRE-FMO

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Aviatischer Irrsinn (mal wieder)

oder: Heute fliege ich nach Münster/Osnabrück!

 

Seit einiger Zeit gibt es bei der niederländischen AIS Airlines die schöne Möglichkeit, u.a. von Bremen (BRE) nach Münster/Osnabrück (FMO) zu fliegen und nach einem erklecklichen Aufenthalt von etwa 4 Stunden auch wieder Bremer Landgebiet nach dem Rückflug zu betreten.

Diese Möglichkeit habe ich heute einmal ausprobiert, nachdem ich bereits im März d. J. die beiden aller et retour-Flüge für 160 EUR buchen durfte.

 

Als Seevetaler lagen heute morgen (sonst natürlich auch) bummelige 100 Kilometer zwischen mir und dem Fliegehafen Bremen, die ich aber dank angenehm freiem Highway binnen Stundenfrist zurücklegen konnte.

Kritikpunkt: Das Parkhaus erscheint mir furchtbar! Zwar deuten grüne Leuchtpfeile auf die korrekte Fahrtrichtung hin, aber jene weisen nicht nur auf den nächst erreichbaren Parkplatz hin, sondern auch auf die Ausfahrt. Und so blieb mir, verdattert und orientierugnslos, wie ich schnell mal bin, kaum mehr übrig, als einen verwaisten Frauenparkplatz aufzusuchen, wollte ich nicht sofort wieder das Parkhaus (womöglich kostenpflichtig) verlassen.

Dieses Schwierigkeitchen außer 8 lassend, betrat ich handgepäckisch den öffentlichen Abflugbereich.

Seufz…..AIS war noch nicht soweit, obwohl der Flug nach Zürich (ZRH) bereits ausgeschildert worden war:

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Doch nach wenigen Momenten erbarmte sich eine Dame, den Schalterbereich zu öffnen.

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Der wunderprächtige Sessel 3C (Fenster) sollte kurz mir gehören.

Als Prioritypass-Inhaber konnte ich kurz auf der anderen Seite der Halle Bescheid sagen und mir den Türschlosscode zur Lounge geben lassen. Diese wird auch noch von Airfrance/KLM genutzt und verfügt wohl nur über Aufräumkräfte, aber keinen Dauerservice, der Schmankerl und Getränkeoffenbarungen der besonderen Art anbietet.

Aber sei es drum, ich habe mich eben selbst verköstigt!

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Etwa 15 Minuten verspätet sollten wir doch noch nach Münster fliegen dürfen. Der nette Herr vom Check in tappste im Einsteigebereich auf mich zu und teilte mir mit gedämpfter Stimme mit, dass es eine Verspätung innerhalb des genähten Rahmens von 20 Minuten geben würde, und bei nur zwei Passagieren, die gen Münster aufbrechen wollten, sei diese Angelegenheit, mündlich mitgeteilt, nicht nur keine Lautsprecheransage wert, sondern auch um einiges persönlicher.

Bald schon war das Fliegezeug am hinteren Firmament zumindest erahnbar:

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Und ein Privatbus, gerade mal mit mir und einem anderen Fremden ausgestattet, fuhr vor und brachte uns zur Maschine

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Schon vor der kurzen Einweisung in die Eigentümlichkeiten des Jetstreams 32 mit 1-2-Besesselung durch den 1. Offizier nahm ich auf 3C Platz und harrte der Dinge.

Die junge, blondschopfige Mylady, die uns als eine „Laura“ vorgestellt wurde, hatte auf dem nun kommenden Flug nur ähnlich repräsentative Verpflichtungen zu erfüllen wie der derzeitige Bundespräsident  -  jedenfalls gab es keinerlei Serviceattacken von ihr zu verspüren auf dem 26-Minuten-Flug.

Immerhin war es bemerkenswert, dass es nur einen halbseidenen Vorhang zwischen uns Passagieren und der Flugzeugführerriege gab.

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Die Fußballmannschaft Werder hat sich auch entsprechend aufblühen lassen:

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Nach den erwähnten 26 Minuten stieg ich als einziges Persönchen aus und begab mich in die allgemein zugängliche Wartehalle.

Die Möglichkeit, direkt nach Bremen zurückzukehren, gab es erst um 16:10 Uhr, und außer an einigen Lufthansaschaltern ließ sich niemand blicken – ohne Einsteigezettel kein Lungenzugang… Ich machte mich nach einigem Nachdenken auf, in der hiesigen Schankwirtschaft etwas Spießbraten mit pommes de terres fritées zu verzehren; mundete ganz apart und nach kurzer Speisezeit war ich wieder in der allgemein zugänglichen Wartehalle.

Etwa eine Stunde vor dem geplantem Rückflug wurde der entsprechende Schalter wiederbelebt und eine weitere Dame ließ nach Stuttgart einchecken.

Obwohl ich ein Bremenkandidat war, übernahm sie meine Daten und händigte mir meine Bordkarte aus.

Nun durfte ich nach Passieren der Securitate auch wieder in die geliebte Lunge (Lungen sind mir sehr wichtig beim Fliegen).

Heidewitzka – ich war wieder der einzige Insasse und Mme de la Lounge bot mir nicht nur ein angepappstes Salamibrötchen an, sondern erbarmte sich auch meiner und kündigte an, mich beim allerersten Anzeichen eines Vorfahrbusses zu informieren.

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Lauschig war es hier  - habe ich schon erwähnt, dass ich wieder der einzige Gast war?

Der Sekt ging aber ganz gut mit der Salamibemme!

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Zur Nervosität neige ich ja, und daher hielt  mich irgendwann nichts mehr und die Hummeln im Hintern taten ihr übriges, und so verabschiedete ich mich freundlich von der Lungen-Maitresse (ach, ich habe vergessen zu erwähnen, dass auf jedem Tischchen ein Bahlsen(chrr)kekstray war, welches von einem genau passenden Porzellantellerchen aufgenommen wurde – herrliche Idee) und zog meines Weges.

Im Wartebereich fühlte ich mich wieder wie der einzig Überlebende nach einer weltweiten Knallfroschexplosion (oder wie im Film „Langoliers“, kann mich nicht entscheiden)

Aber mein Flug wurde schon angezeigt:

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Als es dann aber doch irgendwann ans Einsteigen ging,raunte mir die Lady vom Einchecken vertrauensvoll zu, dass manchmal sogar ganze 7 (in Worten: 7) Passagiere eingestiegen seien auf der Strecke…hört hört…

Ach was gab es für ein nicht vorhandenes Hallodriho, als ich allein dem Zubringerbus entstieg und Laura und der 1. Offizier mich wieder erkannten, ohne sich diesbezüglich zu offenbaren. Immerhin gab es keine Sicherheitserläuterugen (Mann Mann – ob das so okay ist nach den Sicherheitsregeln?) und um genau 16:22 Uhr hob wieder die Jetstream 32 mit der Kennung LN-FAN nach Bremen ab. Dass es keinen herzzerreißenden Abschied um 16:43 nach der Landung in Bremen gab, muss ich nicht erwähnen, oder? Jedenfalls wurden meine wehmütigen Erinnerungen an die zurückliegende halbe Stunde spätestens um 17.00 Uhr nach Zahlung von 13.50 EUR Parkhausgebühr unterbrochen und ich befand mich auf meinem Frauenparkplatz wieder – was für ein schöner Ausflugstag!

Die dahingeschossenen schlechten Photos bitte ich zu entschuldigen :-)

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Ein durchaus bemerkenswerter Langstreckenflug! :D

 

Ich hoffe nur, dass die Airline nicht den selben Weg geht, den seinerzeit DauAir gegangen ist.

Mit denen bin ich FMO-DTM-THF-SZG (und zurück) geflogen.

Da ist allerdings keiner dabei gewesen, der nur FMO-DTM geflogen wäre. ;)

 

Die Fotos vom Catering in den Lounges sind übrigen gestochen scharf! :lol:

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Schöner Bericht, aber wieso diese Überschrift "aviatischer Irrsinn" (mal wieder)? Es ist ja nicht so als wenn BRE-FMO jetzt "die Strecke" wäre, sondern es handelt sich wohl eher um ein "Abfallprodukt" da der Flieger ohnehin diesen Weg fliegt. Gibt viele Airlines die auch Zwischenstopps vermarkten. Also, warum so eine negative Einleitung und warum warst du überhaupt dabei wenn es doch Irrsinn ist nach deiner Meinung?

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Na ja, also wenn man Preis und Entfernung zwischen den beiden Airports sich anschaut, muss man schon ziemlich - positiv zu sehen - bekloppt sein, um hierfür den Flieger zu wählen.

Daher ist aviatischer Irrsinn schon zutreffend.

 

Mein aiviatischer Irrsinn war mal ein Flug von München nach Salzburg (!) - Charter für ein Unternehmen!

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Sehr Nett.

 

mein persönlicher aviatischer Irrsinn wird im Herbst zwei mal auf mich zukommen: SCN-LUX, welches für mich der kürzeste internationale Flug sein wird.

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@B717: mal wieder aviatischer Irrsinn, weil es meiner Meinung nach schon etwas verrückt ist, diese Strecke für 80 EUR oneway zu fliegen was Zeitgewinn verglichen mit Bus/Bahn/Auto angeht und hinsichtlich der Kosten ja sowieso. Und "mal wieder" weil ich hier in den letzten Jahren schon den einen oder anderen Tripreport lesen konnte, der ähnlich aufgestellt war.

 

@shortfinal: ich war auf FMO-BRE nicht der einzige Pax. Es war noch ein anderer aus ZRH drin.

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@shortfinal: ich war auf FMO-BRE nicht der einzige Pax. Es war noch ein anderer aus ZRH drin.

 

Doch so viele?!?  :o

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Ja, man staunt. Obwohl ich diesem Carrier alle Daumen drücke, sich dauerhaft zu etablieren. Kann nur gut sein für den Markt. 

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