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Auf dem Jumpseat in der Embraer 195 nach Bergamo (MUC – BGY – MUC)

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Auf dem Jumpseat in der Embraer 195 nach Bergamo (MUC – BGY – MUC)

 

Hallo zusammen!

 

Nun hat's mich doch tatsächlich endlich auch einmal erwischt!

 

Immer wieder habe ich mich beim Lesen von Reiseberichten ertappt, wie ich sehnsüchtig die Bilder von Leuten angestarrt habe, die die Ehre hatten einen Flug im Cockpit zu begleiten.

Klar saß ich auch schon einmal in einer Cessna 172 während eines Rundfluges vorne rechts – mein Ziel war aber ganz klar der Jumpseat in einem Commercial Airliner. Nie gedacht, dass ich mein „erstes Mal“ ausgerechnet in einer Embraer 195 erleben werde. Aber ich fange mal ganz am Anfang an. Hier ist die Story zum Nachlesen:

 

Von der Business Class auf den Jumpseat bei Air Dolomiti – Erstflug von München nach Bergamo

 

Dieser Tripreport dürfte so ziemlich alle meine Gewohnheiten an Bord eines Fluges auf dem Kopf stellen. Klar: Ein Erstlingsflug auf einer Strecke ist per se immer etwas besonderes. Wer jetzt aber erwartet, dass sich mein Highlight auf dem Hüpfer von München nach Bergamo auf das reine Anfliegen einer neuen Destination beschränkt der irrt gewaltig. Und das beste an der Sache: Nicht einmal ich hätte einen Tag vorher bzw. vor dem Durchqueren der Sicherheitskontrolle geglaubt, was mir an Bord passieren würde.

 

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Der erste positive Schock kam beim Einchecken: Die LH-Buchungsklasse "I" hatte ich beim ersten Überfliegen meines E-Tix nicht richtig zuordnen können: Y, C, F sind gängige Begriffe, W und P sagen mir auch etwas. Aber beim Begriff "Business", der mir beim Online Check-In entgegen grinste, kam wohl mehr als nur Freude auf.

 

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Ich bitte an dieser Stelle vor allem die Vielflieger unter euch um Verzeihung. Ich schwöre hiermit hochheilig mich nur noch über die nächsten 5 Business-Tickets so sehr zu freuen und erst danach geschäftliche Routine zu heucheln.

 

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Was macht man als allererstes, nachdem man sein erstes Biz-Ticket in den Händen halt? Nach dem ersten Teilen in sozialen Netzwerken plante ich den Besuch der LH-Business-Lounge ein. Der war auch bitter notwendig, da ein Frühstück vor dem Losfahren aus Augsburg aufgrund der frühen Uhrzeit wie ein Fremdkörper von meinem Körper abgestoßen worden wäre. Also nix wie rein in die heiligen Hallen (ihr musst mir die Freude einfach gönnen - ein gedankliches mit-den-Augen-Rollen sei an dieser Stelle dennoch jedem Leser gestattet).

 

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Über das Frühstück in der Lounge kann ich wirklich nicht meckern! Ich bewundere zwar besonders die Transitpassgiere, die sich bereits in aller Herrgottsfrühe die ersten zwei Weißbiere gönnen. Allerdings würde ich dieses Verhalten in München auch durchaus als Respekt vor fremden Kulturen zählen lassen.

 

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Danach ging's ab in den unteren Bereich von Terminal 2, in dem bereits schon das Boarding kurz bevor stand. Gedanklich machte ich es mir schon einmal auf meinem 2er Sitz bequem - der Nebensitz der 2+2 bestuhlten Embraer 195 bleibt in der C selbstverständlich frei.

 

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Aber natürlich kam alles anders als man denkt. Bereits vorher hatte ich angefragt, ob ein Besuch des Cockpits möglich ist. Was früher noch gängige Praxis und für so manche Cockpit-Crew willkommene Abwechslung war, ist seit 2001 zum Ding der annähernden Unmöglichkeit geworden. Dementsprechend hätten mich selbst fünf Minuten bei den Herrschaften von Sitz 0A und 0D inklusive dauerklickendem Auslöser sehr gefreut.

Mit diesem Ergebnis der Anfrage hatte aber selbst ich nicht gerechnet:

"Jo Phil, das mit dem Cockpit geht klar. Aber pass während des Fluges auf den Funk auf - du bist auf Hot-Mic. Das heißt, der Tower kann dich hören!"

 

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Jumpseat, Jackpot!

Ich gebe offiziell zu, dass ich an dieser Stelle gar wusste, wie ich meine Emotionen ausdrücken sollte. Vorsichtig klappte ich den Jumpseat im Flightdeck herunter, der sich wirklich genau hinter dem Pedestral und der Cockpit-Tür befindet. Danach positiontiere ich die Kamera mit dem Weitwinkelobjektiv so, dass ich sowohl das Glareshield als auch die Welt da draußen gut auf dem Sucher hatte - und dann konnte es mit dem Flug meines Lebens los gehen.

Genau in der Mitte des Bildes seht ihr übrigens das Gebäude des neuen Satellitenterminals auf dem Münchner Flughafen. Da fehlt wirklich nicht mehr viel bis zur Fertigstellung.

 

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Raus ging es in München über die 26L, woraufhin die Kerosin-Gesprächen im Cockpit beginnen konnten. Es stellte sich heraus, dass der Pilot ebenfalls begeisterter Blogger für Unterwasser-Fotografie war. Als er herausfand, dass ich schon ein paar Stunden im Airbus A320 Simulator geflogen war, stimmte die Chemie sofort. So fand die Visitenkarte meines Blogs sogar ihren Platz am Steuerhorn der Air Dolomiti-Maschine.

 

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Leider waren auch dieses Mal die Alpen gut eingehüllt. Dafür ergab sich eine völlig neue Perspektive: Am Pilot vorbei aus der Seitenscheibe. Gut zu erkennen ist auch die Fensterbetätigung an der vorderen unteren Ecke. Im Gegensatz zu allen anderen Scheiben an Bord eines Flugzeuges sind diese Scheiben von innen zu öffnen. Dies dient aber weniger dazu, um sich am Schalter eines Drive-Ins ein Fast-Food Menü zu bestellen, sondern hauptsächlich als Fluchtweg.

 

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Auf solche Bilder hatte ich natürlich gewartet: Kurven bieten einfach die besten Aussichten aus den vorderen Fenstern. Hier zu sehen ist eine der letzte Kurven zum Eindrehen auf das BGY-Funkfeuer direkt am Flughafen von Bergamo. Kommend von der Luftfahrtstraßen-Kreuzung LUSIL gab der Tower den direkten Anflug frei.

 

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Bei Start und Landung ließ ich selbstverständlich die Videokamera laufen, so dass ich die Fotoausbeute etwas spärlich ist. Auch wenn ein Stativ im engen Cockpit die spätere Bearbeitung deutlich vereinfacht hätte, war dies in einer Embraer wegen der Platzverhältnisse ein Ding der Unmöglichkeit. Ich werde definitiv ein Video von den entscheidenden Phasen des Fluges nachlegen. Ich kann es selber kaum noch erwarten. Aber gebt mir ein bisschen Zeit.

 

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Nachdem ich durch exessives Filmen und Fotografieren meine Speicherkarte schon in den ersten 50 Minuten einer zweitägigen Reise bereits zu 50% gefüllt hatte, verließ ich nach einem kräftigen Händeschütteln mit einem Dauergrinsen das Cockpit.

Auch wenn ich hiermit offiziell bei meinem ersten Business-Flug nur wenige Sekunden auf meinem Sitzplatz saß, war es wahrscheinlich der beste Flug meines Lebens.

 

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Reisebericht Bergamo Tag 1 - Rundgang durch die Città Alta, Basilika Santa Maria Maggiore & der Dom zu Bergamo

 

Es gibt kaum einen Städtenamen, der mir so häufig im Rahmen von Reisenberichten über den Weg gelaufen ist wie Bergamo. Natürlich liegt dies hauptsächlich am Flughafen Aeroporto internazionale di Orio al Serio und der Nähe zum benachbarten Mailand, weswegen ich es kaum erwarten konnte, selbst einmal die Stadt mit ihren zwei Höhenlagen zu entdecken.

 

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Interessanterweise ist Bergamo sogar eine wichtige Stadt für alle Blogger geworden. Niemand geringeres als die wahrscheinlich berühmteste Modebloggerin der Welt Chiara Ferragni ist hier aufgewachsen. Im Prinzip wäre dies zwar eher ein Argument für Connys Modeblog. Aber wir wollen mal nicht päpstlicher als der Papst sein.

 

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Wie in so ziemlich jeder Stadt bietet sich der zentrale Platz der Stadt als Ausgangspunkt für jede Sightseeing-Tour an. Dieser wäre in Bergamo die Piazza Vecchia mit ihrer wunderschönen weißen Biblioteca Civica "Angelo Mai".

 

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Trotz der Freude auf einen schönen Stadtrundgang musste ich mir kurz vor Beginn ein paar Sekunden Ruhe gönnen. Nach dem Mitflug auf dem Jumpseat wollte ich zuerst meine Fotos in Sicherheit bringen, weswegen ich auf mein Hotelzimmer stürmte und gleich zwei Sicherheitskopien des Film- und Fotomaterials aus dem Cockpit erstellte. Nennt mich ruhig paranoid. Zwar hatte ich bisher weder den Inhalt einer Speicherkarte oder gleiche die Karte selbst beerdigen müssen, dennoch wollte ich überhaupt kein Risiko eingehen. Bei diesem kleinen Umweg konnte ich auch einen ersten Blick auf mein Hotelzimmer im GombitHotel werfen. Nicht schlecht! Besonders wenn man bedenkt, dass sich alle Hotelzimmer in einem alten Campagnile-Wehrturm befinden.

 

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Raus aus dem Zimmer, hinein nach Bergamo. Und wie kann man eine Stadt am besten erkunden? Genau: Von oben.

Dankenswerterweise waren hohe Türme in früheren Zeiten keine Mangelware. Grundsätzlich hatte man immer Bedarf an solchen Bauwerken z.B. zu Observations- oder Verteidigungszwecken. Der Gemeindeturm Campanone (rechts auf dem zentralen Platz Piazza Vecchia) diente den Einwohnern vor allem als Uhr. Jeden Abend schlug die Glocke auf seiner Spitze 180 mal. Dies war genau die Zeit, die den Einwohner blieb um die Stadttore von Bergamo zu erreichen, bevor diese für die Nacht unwiderruflich geschlossen wurden.

 

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Hier noch einmal ein Foto des Turmes von der anderen Seite.

 

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Zuerst einmal muss ein wenig Orientierung sein. Denn tatsächlich ist die Stadt höhenmäßig zweigeteilt. Die Altstadt Città Alta liegt dabei auf einem letzten hügeligen Ausläufer der Alpen, während sich die Neustadt Città Bassa im Flachland erstreckt. Am besten schauen wir uns das mal auf einem Foto an. Der linke Turm mit der dunklen Spitze war übrigens mein Hotel.

 

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Gut zu erkennen ist die hohe Altstadt von Bergamo mit ihrer dichten Bebauung, die abrupt an der Stadtmauer endet. Danach schließt sich die deutlich tiefer liegende Unterstadt an. Auch wenn unser Guide felsenfest behauptete, dass man von hier sogar theoretisch bis zum Mittelmeer sehen könnte, halte ich diese Aussage für etwas gewagt. Die flache und fruchtbare Ebene von Norditalien ist dennoch gut zu erkennen.

 

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Auch wenn Bergamo mit 120.000 Einwohnern zahlenmäßig weit von einer Weltstadt entfernt ist, schwebt doch der Ruf von „Klein-Vatikanstadt“ in der Luft. Noch nie habe ich so große Kirchen auf so engem Raum gesehen. Die im Bild gezeigt Basilika Santa Maria Maggiore war ursprünglich noch größer geplant, blieb letztendlich aber unvollendet. Im Inneren zeigt sie sich jedoch sehr imposant.

 

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Gleichzeitig ist sie auch die Grabstätte der beiden wichtigsten Komponisten der Region. Sowohl Johann Simon Mayr als auch Gaetano Donizetti sind hier begraben.

Als kleine Randnotiz muss an dieser Stelle noch das Grabmal des Bartolomeo Colleoni genannt werden. Er selber sah sich zu Lebzeiten als einer der größten, besten und potentesten Edelmänner seiner Epoche. Um auch jeden möglichst deutlich von dieser Ansicht zu überzeugen, ließ er sich selber ein Mausoleum mit seinem Wappen errichten, das gleich drei männliche Geschlechtsorgane zeigt. Wie ihr euch sicher denken könnt soll auch das Reiben am Wappen für den nötigen Kick im Bett sorgen.

 

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Dennoch muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass der gute Herr trotz seines großen Ego gerade einmal acht Kinder hatte. Mit dieser für damalige Zeiten deutlich unterdurchschnittlichen Ausbeute konnte er seinen Plan, eine neue Dynastie zu gründen, komplett begraben. Deswegen gilt er heute eher nur als Paradebeispiel für Mann, der Macht & Größenwahn mit Sexappeal vertauscht.

Rein zur Vollständigkeit zeige ich euch hier noch Fotos vom Dom zu Bergamo, der übrigens keine 20 Meter neben der Basilika steht.

 

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Glücklicherweise kamen wir dank unseres Guides in den Genuss einer fast privaten Führung. Positiver Nebeneffekt: Noch nie ist es mir gelungen, in einem komplett leeren Dom zu fotografieren.

 

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Zum Schluss gibt's noch mein persönliches verkehrstechnisches Highlight dieser Tour: Die Funicolare Bergamo Alta. Bereits im 19. Jahrhundert bemerkte man das Problem der zunehmenden Isolierung der Città Alta, weswegen eine Standseilbahn die beiden Stadtteile verbinden sollte.

 

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Am 20. September 1887 erfolgte die Jungfernfahrt der Bahn, die in wenigen Minuten einen Höhendifferenz von etwa 85 Metern überwindet. Die Funicolare ist dabei ganz normal in das Tarifsystem der Busse von Bergamo integriert: Ein Ticket kostet etwa 1,70€ und ist innerhalb der Stadt 75 Minuten gültig. Auch hier ein Hinweis zur Vollständigkeit: Für die Fahrt zum Flughafen benötigt man ab Bergamo ein 3-Zonen-Ticket für 2,10€.

 

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Wer die Altstadt über die Standseilbahn erreicht, landet dabei automatisch auf der Piazza Mercato delle Scarpe. Von dort aus läuft man etwa 10 Minuten bis zu den zentralen Plätzen und den Kirchen.

 

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Ich hoffe, dass euch mein kleiner Stadtrundgang durch Bergamo genauso von der Stadt überzeugt hat wie mich. Gerade für Reisende, die Mailand schon zwei oder dreimal beehrt haben, bietet sich ein Ausflug in die umliegenden Städte der Region praktisch an. Gerade auch wenn man weg von den Touristenströmen und hinein ins "italienische" Italien möchte. Bergamo punktet hier vor allem in Sachen altehrwürdiger Kultur und Architektur. Auch die hohe Lage der Altstadt belohnt immer wieder mit fantastische Ausblicken auf die umliegende Ebene.

Von mir gibt's auf jeden Fall gleich zwei Daumen nach oben: Bergamo lohnt sich definitiv als Ausflugsziel.

 

Reisebericht Bergamo Tag 2 – Rückflug mit Air Dolomiti von Bergamo (BGY) nach München (MUC)

 

Gerade in meiner Sturm-und-Drang-Zeit der Fliegerei bin ich vor einigen Jahren an dem Namen Bergamo nicht vorbeigekommen. Und dies hatte zu meinem großen Bedauern nichts mit der Stadt zu tun. Viel mehr lag es an dem Flughafen Il Caravaggio International Airport – Bergamo Orio al Serio, den viele Airlines als dritten Flughafen von Mailand benutzten. Gerade günstige Airlines bauten sich hier schnell ein Nest. Somit landete der Flughafen häufig im allgemeinen Wortgebrauch in einem Topf mit anderen Airports wie Memmingen bei München, Nyköpping bei Stockholm oder Charleroi bei Brüssel.

 

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Noch immer könnte ich mich über einen Zeitungsartikel aus dem Jahr 2009 schlapp lachen, der einmal mehr den Flughafen von Bergamo mit Vergleichen zu Frankfurt-Hahn ins schlechte Licht rücken wollte, und am Ende über eine Landung mit Lufthansa im „nahegelegenen" Malpensa (dem vermeintlich „echten“ Flughafen von Mailand) überglücklich war. Der Blick auf die Karte beweist die enorm schlechte Recherche des damaligen Hau-drauf-Journalisten: Bergamo liegt 45 km östlich von Mailand, Malpensa hingegen 46 km nordwestlich von Mailand. Einzig die Zuganbindung des Malpensa-Express ist mit nur 36 Minuten Fahrzeit einen Tick schneller, dafür aber auch sehr kostspielig. Die normalen und günstigeren Zugverbindungen von Malpensa sind meistens nur etwas zehn Minuten schneller als die 30 täglichen Busverbindungen von Bergamo nach Mailand.

Wer übrigens nur in die Innenstadt von Bergamo möchte, der nimmt für 5 Kilometer einen normalen Linienbus und ist in wenigen Minuten in der Stadt. Und das immerhin mit kostenloser WLAN-Versorgung während der Wartezeit.

 

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Rein zur Vollständigkeit muss an dieser Stelle noch der Flughafen Linate als dritter Airport von Mailand angesprochen werden. Dieser liegt tatsächlich nur 20 Minuten von Mailand entfernt, wird jedoch eher spärlich angeflogen. Während Frankfurt und Berlin noch in den Genuss von einigen wenigen Verbindungen kommen, schaut man ex München komplett in die Röhre.

Rein optisch ist der Flughafen von Bergamo kein Meisterwerk im Sinne des Terminal 2 in München. Gerade landside zeigt sich das Gebäude eher als zweckmäßige Abfertigungshalle.

 

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Airside sieht die Sache dann schon viel besser aus. Während Shoppingfreunde in den diversen Geschäften sicher voll auf ihre Kosten kommen, gefiel mir eher die offene Gestaltung der Architektur. Besonders auch die dezente Integration des IATA-Flughafencodes BGY weiß hier wirkich zu überzeugen. Wer genau hinschaut, sieht den Schriftzug riesengroß auf der linken Seite hinter der runden Deckenverkleidung. Ein kleines, aber feines Detail für alle Freunde der Luftfahrt.

 

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Platzhirsch in Bergamo ist ganz klar Ryanair. Schon relativ früh erkannten die Iren das ernorme Potential dieses Flughafens durch seine Nähe zu Mailand und die verkehrsgünstige Lage bis hin zur italienisch sprechenden Schweiz. So beträgt die Entfernung nach Lugano beispielweise nur knappe 120 Kilometer. Dementsprechend ist es fast unmöglich, ein Foto aus den großflächigen Fenstern des Terminals zu knipsen ohne ein weiß-blaues Flugzeug zu erwischen:

 

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Ein wenig hektischer Betrieb herrschte in diesen Momenten noch sowohl auf dem Rollfeld, als auch in Terminal. Der Grund: Erst vor wenigen Tagen hatte man die Sanierung der Landebahn abgeschlossen. Zuvor waren sämtliche Flugbewegungen zu den umliegenden Flughäfen ausgewichen, weswegen sich die Takte erst wieder einspielen mussten.

 

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Nach dem Abenteuer Jumpseat wollte ich den Rückflug defintiv ruhiger angehen lassen. Schließlich hatte ich noch immer keinen einzigen Flug komplett auf einem Sitz der Business Class verbracht. Höchste Zeit, dieses Erlebnis endlich nachzuholen und gemütlich einzuchecken.

Somit durfte mein zweiter Flug in der Business Class nun dann doch mein erster C-Flug werden.

 

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Auch in den Genuss eines Business Class Menüs kam ich zum ersten Mal. Absolut klar: Beim Hinflug hätte ich aufgrund der Platzverhältnisse kaum einen solchen Teller im Cockpit verputzen können.

Ein herrlicher Mehrwert gegenüber einem Flug in der Eco.

 

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Leider legte sich auch dieses Mal eine dicke Wolkenschicht über die Alpen. Im Moment scheint es wohl für mich etwas komplizierter zu sein, gute Bilder der Gipfel aus einem Flieger zu knipsen. Ein Glück hatte ich vor kurzem bei unserem Ausflug nach Hall in Tirol etwas mehr Glück.

 

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Kurz nach dem Überflug der Alpen ging es dann noch eine Runde am Ammersee vorbei. Man erkennt gut die Stadt Herrsching in der Ausbuchtung des Sees auf der unteren Seite, sowie wie den Pilsensee und den Wörthsee am unteren rechten Rand.

 

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Zurück in München erwartete mich dann zum Glück herrlicher Sonnenschein und die Aussicht auf ein richtiges heißes Wochenende. Knapp 30°C und noch viel mehr Sonne waren gemeldet. Herrliche Vorraussetzung um auch daheim ein wenig Italien zu fühlen.

 

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Es bleibt für mich ein ewiges Rätsel, weswegen gerade die bayrische Bevölkerung ihrer Hassliebe zur Brenner-Autobahn nicht abschwören kann. Allein beim Gedanken an den Gardasee, Mailand oder generell die Lombardei sitzt jeder schon gedanklich im eigenen Auto, dreht den Schlüssel herum, freut sich auf Maut sowie die österreichische Vignette und verflucht den Stau zwischen Brenner und Sterzing wie ein Rohrspatz. Selbst ich als personifizierter Bleifuß schaffe die Strecke nur selten unter vier Stunden.

 

Im Vergleich zu einem Flug von 55 Minuten scheinen eigentlich alle Vorteile beim Flieger zu liegen. Selbst wenn man eine frühere Anreise (beim Flashmob erreichte ich den Flughafen erst 10 Minuten vor der Boarding-Zeit - soviel zum zeitlichen Vorlauf einer Flugreise) und eine eventuelle Busfahrt einkalkuliert, sollte allein der Stress einer Autofahrt jeden vom Fliegen überzeugen.

 

Ich freue mich jedenfalls schon auf diesen Sommer, wenn ich im Rahmen meiner Kreuzfahrt wieder die Möglichkeit habe nach Italien zu reisen.

Und dann wird Conny auch definitiv mit dabei sein!

 

Zu diesen Flügen wurde ich von Air Dolomiti eingeladen. Dafür vielen Dank. Alle Fotos und Erfahrungen sind jedoch von mir. Auch meine persönliche Meinung blieb natürlich von der Einladung unberührt.

bearbeitet von shamu

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Cooler Bericht. Ein paar Mal war ich auch schon dort und habe viele Orte wieder erkannt.

Ein kleiner Tipp: Am anderen Ende der Altstadt (etwa dort, wo der Bus seinen Endpunkt hat), fährt noch eine zweite Seilbahn zum Hügel San Vigilio. Ist ebenfalls mit der Tageskarte nutzbar und mit 90 m zusätzlicher Höhe hat man einen Wahnsinnsblick über Bergamo inkl. Altstadt und darüber hinaus.

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@noATR: Ich wurde von Air Dolomiti zu diesem Flug eingeladen. Wie genau das Ticket gebucht würde, weiß ich daher nicht ;)

 

@linie32: Ja, an der Bahn bin ich kurz vorbei gelaufen. Da scheine ich ja einen super Aussichtspunkt verpasst zu haben.

 

LG

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Klasse Bericht und Erlebnis. Ich kann genau dein Grinsen und dein Gefühl verstehe. Man kann es gar nicht wirklich begreifen! Ich hatte auch schon zweimal dieses Erlebnis: 1x Avro85 und 1x 727

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Toller, informativer Bericht mit sehr guten Fotos. Danke schön!

Kleine Ergänzung zu Mailand-Malpensa:

Ich nehme immer den Malpensa-Express zum Mailänder Bahnhof "Cadorna". Dann dauert es nur 29min!

bearbeitet von Gate67

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