klotzi

[24MAR15] Germanwings A320 (D-AIPX) über Südfrankreich abgestürzt

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Würdest Du das auch so schreiben, wenn Du selber Betroffener wärst? Der Mann hat seine Tochter und seinen 18 Monate alten Enkelsohn verloren. Für ihn ist eine ganze Welt zusammengebrochen, so zumindest mein Eindruck aus einem TV-Bericht.

Nein, ich maße mir nicht mal ansatzweise an, das Verhalten dieses Vaters und Großvaters nach sachlichen Kriterien zu beurteilen.

 

Ich habe den Bericht gesehen, wobei ich ebenfalls deinen gewonnenen Eindruck bestätigen kann. Wenn ich es noch in der Erinnerung habe, ging es ihm nicht um finanzielle Dinge, vielmehr um Aufklärung des Sachverhalts und Verurteilung der entsprechenden Institutionen/Personen.

Da ich nicht Betroffener bin, kann ich nur eine persönliche, und für mich, eine sachliche Beurteilung vornehmen. Und die ist so, wie ich es in meinem vorherigen post dargestellt habe.

In diesem Zusammenhang stellt sich doch die Frage, warum verklagt man die Eltern und nicht seine Lebensgefährtin/Freundin, die doch, so sollte man es annehmen, vermutlich eine engere (fast tägliche) Beziehung in letzter Zeit zu ihm hatte, als die zu seinen Eltern? Ist mir hier möglicherweise etwas entgangen?

@aaspere: Ich bin auch Grossvater dreier Enkelkinder und verstehe deinen Einwand. Entschuldige, aber hier geht es doch nicht um das Befinden des Grossvaters, was ausdrücklich nachvollziehbar ist, mir geht es um den Sachbezug.

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Ich bin mir nicht sicher was ich davon halten soll.

Auf der einen Seite ist es richtig, dass man als Angehöriger eines schwer kranken  eine gewisse Verantwortung gegenüber der Person hat. Ob man diese Verantwortung auf die Gesellschaft als ganzes erweitern muss erschließt sich mir nicht. Dazu ist auch das Krankheitsbild Depression zu komplex.

 

Ich bin mir jedoch relativ[*] sicher, dass es nicht die Aufgabe des Strafrechts sein kann, in solchen Fällen für eine abschließende Klärung zu sorgen, dazu ist das Strafrecht nicht geeignet. Nicht umsonst sind Instrumente wie Sippenhaft abgeschafft worden. Ich halte hier das Zivilrecht für das geeignete Instrument. Allerdings nur gegen Ärzte, Betreuer, Personalverantwortliche, Ausbilder. Jeder hat hier Fehler gemacht. Familie und Lebensgefährten sehe ich nicht als mögliche beklagte.

 

[*]Mit der Ausnahme dass offenkundige Beweise vorliegen, dass Angehörige Pläne kannten.

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Würdest Du das auch so schreiben, wenn Du selber Betroffener wärst? Der Mann hat seine Tochter und seinen 18 Monate alten Enkelsohn verloren. Für ihn ist eine ganze Welt zusammengebrochen, so zumindest mein Eindruck aus einem TV-Bericht.

Nein, ich maße mir nicht mal ansatzweise an, das Verhalten dieses Vaters und Großvaters nach sachlichen Kriterien zu beurteilen.

Ich denke die Vorwürfe gehen vor allem in Richtung Anwälte, die sowas ja überhaupt erst ins Spiel bringen.

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Ich denke die Vorwürfe gehen vor allem in Richtung Anwälte, die sowas ja überhaupt erst ins Spiel bringen.

 

Danke, ich wollte genau diesen Punkt in meinem letzten post ebenfalls einbringen, aber irgendwie ist mir das durchgeflutscht. Ja, ich weiss, das Alter...

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Es ist ja eine lange Zeit ins Land gegangen, bis der Angehörige die Strafanzeige gegen die Eltern stellte. Das könnte mit dem Ermittlungsstand der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft zu tun haben, den wir aber nicht kennen.

An die Freundin von Lubitz habe ich auch gedacht, wollte meinen Beitrag aber nicht überfrachten.

Ob da ein Anwalt treibende Kraft ist, ist auch nur eine Möglichkeit. Der Angehörige machte auf mich aber nicht den Eindruck von Hilflosigkeit. Im Gegenteil, er wußte ganz genau, was er wollte.

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Die EASA hat ihre Vorschläge vorgelegt.

http://www.airliners.de/easa-vorschlaege-pilotenkontrollen/39336

Bemerkenswert die Einstellung der VC:

"Dass die Piloten nichts von den Kontrollen halten, ist schon länger bekannt. "Irgendeiner wird den Kollegen schon mitteilen, dass eine Kontrolle stattfindet", sagte der Sprecher der Vereinigung Cockpit, Markus Wahl, anlässlich des Bundestags-Beschlusses."

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Da arbeitet VC wohl nach dem Prinzip "Ist der Ruf [durch Streiks] erst ruiniert, ...". 

 

Bei Zeiten mal die Vorschläge durchlesen, aber grundsätzlich halte ich die Verbesserung der Regeln für angemessen. Diese Reaktion auf ein tatsächliches Problem dagegen unangemessen. 

 

Kommt es zu dem Prozess in den USA, oder aufgrund von MH370 zu weiterer Öffentlichkeit zum Thema Piloten-Suizid ist die wahrscheinlichkeit, dass die Regeln eher noch strenger werden. Ist ja nicht so, dass es sich um zwei "Einzelfälle" handelt. VC sollte hier proaktiv mitarbeiten.

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Neues von der Klage gegen ATCA. 

Die FBI-Befragung der Flugschule hat wohl ergeben, dass Lubitz bei einem der fünf Testflüge und einem der 67 Übungsflüge durchgefallen sein soll. Das berichtet Zeit-Online unter Bezug auf AP, die die Dokumente von den Klägern erhalten haben.

 

 

 

[...] Einer von Lubitz' Ausbildern sagte dem FBI den Dokumenten zufolge, Lubitz sei "kein Spitzenpilot" gewesen. Er sei bei einer Prüfung durchgefallen, weil ihm das "Lage- und Situationsbewusstsein" gefehlt habe. In der Luftfahrt bezeichnet die Formulierung eine Situation, in der sich der Pilot in einer Aufgabe verliert und keinen Überblick mehr hat.

Ein anderer Ausbilder sagte den Ermittlern, Lubitz habe Probleme damit gehabt, seine Aufmerksamkeit gleichzeitig auf die Instrumente und auf die Außenwelt zu konzentrieren. Allerdings habe er aber in anderen Tests gute Ergebnisse erzielt, weshalb er seine Ausbildung habe fortsetzen können. [...]

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Neues von der Klage gegen ATCA. 

Die FBI-Befragung der Flugschule hat wohl ergeben, dass Lubitz bei einem der fünf Testflüge und einem der 67 Übungsflüge durchgefallen sein soll. Das berichtet Zeit-Online unter Bezug auf AP, die die Dokumente von den Klägern erhalten haben.

 

 

Bei allem Respekt für die Hinterbliebenen - langsam wird die von den Anwälten eingeschlagene Strategie lächerlich: wenn jemand das Flugzeug nicht fliegen will, ist es völlig irrelevant, ob er es kann oder nicht. Mangelhafte Flugfähigkeiten sind nicht Grund dieser Tragödie. 

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Ich verstehe, was Dich umtreibt. In den USA läuft das aber bei Gerichtsverfahren anders, als in Deutschland. Das wissen wir doch alle aus den vielen Gerichtsfilmen. Da entscheiden 12 Geschworene (alles Laien in Rechtsfragen und wahrscheinlich auch in Luftfahrtfragen), und die werden von den Anwälten beider Parteien mit ihren Argumenten beeinflußt. Und da zählen mitunter auch Argumente, die uns hier im Forum nicht stichhaltig erscheinen können.

Edited by aaspere
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Sorry, aber das halte ich nun für reine Geldschneiderei.

Und zwar von den Anwälten!

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Ermittlungen in Strafsachen durch die zuständige Staatsanwaltschaft kosten Nebenkläger nichts und bringt auch Anwälten kein Honorar.

Nicht gleich aufregen, jubo. Ob weitere Ermittlungen (hier gegen Ärzte) zielführend sind, ist ein andere Frage.

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Da ich weiterhin davon ausgehe, dass es sich hier um ein absolut vermeidbares Unglück gehandelt hat kann ich mit beiden Motivationen leben, die Angehörige und Anwälte hier haben, die Unternehmen vor sich her zu treiben. Das trifft sowohl auf die tatsächliche Aufklärung des Sachverhalts zu - also wer hätte was wann wissen müssen/können. Genauso auf die finanzielle Entschädigung - hier nur das ICAO-Minimum zu zahlen und im weiteren die Opfer nach Nationalität/Wohnsitz unterschiedlich zu behandeln halte ich für falsch.

 

Umsonst werden die Anwälte hier nicht arbeiten, aber passive Werbung (so die Anwälte überhaupt bekannt sind) und weiterentwicklung des Rechts dürften auch eine Rolle spielen. Ich halte das nicht für ein lukratives Mandat - aber das ist nur Spekulation. 

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Das Thema wird uns noch längere Zeit begleiten. Hier das Urteil (Strafbefehl) des AG Köln gegen die "Falsche Germanwings-Angehörige". 1 Jahr auf Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/justiz/id_79372704/falsche-germanwings-angehoerige-erhaelt-bewaehrungsstrafe.html

Jetzt würde mich interessieren, ob LH die 16.000 Euro von der Frau einfordert.

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Das Thema wird uns noch längere Zeit begleiten. Hier das Urteil (Strafbefehl) des AG Köln gegen die "Falsche Germanwings-Angehörige". 1 Jahr auf Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/justiz/id_79372704/falsche-germanwings-angehoerige-erhaelt-bewaehrungsstrafe.html

Jetzt würde mich interessieren, ob LH die 16.000 Euro von der Frau einfordert.

 dreist, mehr fällt mir dazu nicht ein...

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Mir fällt nur noch ein, dass sie anwaltlich offensichtlich nicht vertreten war. Beim AG muß sie das auch nicht, wär aber zu empfehlen gewesen.

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Günter Lubitz, der Vater des Co-Piloten, wird am Freitag eine PK geben, in deren Mittelpunkt wohl ein Gutachten von Tim von Beveren stehen soll. Müßig zu erwähnen, dass es Andreas Lubitz entlasten soll. 

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vor 11 Minuten schrieb HapagHB:

Müßig zu erwähnen, dass es Andreas Lubitz entlasten soll. 

Entlasten könnte es ihn nur, wenn es seine vollkommene Unzurechnungsfähigkeit glaubhaft machen würde. Damit würden dann allerdings alle anderen - die Eltern eingeschlossen - möglicherweise belastet, keinesfalls aber entlastet.

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Zweite und eher wahrscheinliche Möglichkeit:
Tim van Beveren berichtet als "Experte" (nicht als Gutachter) und belastet einseitig LH/4U. Vielleicht hat er auch ein neues Buch darüber geschrieben; damit verdient er schließlich seinen Lebensunterhalt, und stellt das Buch bei der Gelegenheit der Öffentlichkeit vor.

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Der "Runter kommen Sie immer"-Tim van Beveren ? Jemand hätte die Eltern warnen sollen..

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Das ist jetzt aber nicht sehr nett. Nein, der Titel könnte heißen: "Der Crash - die Wahrheit über Germanwings 9525"
 

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