ERDZ

Fluggerätmechaniker Ausbildung: Instandhaltungstechnik oder Triebwerkstechnik?

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Hallo liebes airliners-Forum  :)

 

Ich interessiere mich sehr für den Beruf des FGM und hätte dazu ein paar Fragen. Vielleicht kann mir der ein oder andere aus diesem Forum Rat geben. 

 

Falls etwas bereits beantwortet wurde einfach den Link einfügen. Ich habe bei meinen Suchen nichts dazu gefunden  ^_^

 

Als erstes zu mir: Ich bin 17 Jahre alt und beende nächstes Jahr meine Fachhochschulreife Fachrichtung Technik. Daher wollte ich mich jetzt bei der Bundeswehr als Fluggerätmechaniker bewerben um im September 2016 meine Ausbildung zu beginnen. 

 

Nun weiß ich aber nicht in welchem Teilbereich ich mich bewerben soll. Die Triebwerkstechnik deckt sich mehr mit meinen persönlichen Interessen. Jedoch deckt die Instandhaltungstechnik ein größeres Gebiet ab. 

Irgendwann ist ja die Zeit als SaZ vorbei und daher frage ich mich, was ist auf dem freien Arbeitsmarkt gesuchter: Instandhaltungstechnik oder Triebwerkstechnik?

 

Kann man die Module auch bei der Bundeswehr machen oder geht das erst später? Der Karriereberater konnte mir dazu keine konkrete Aussage machen.....

 

Es steht auch des Öfteren geschrieben, dass ein Wechsel der Bereiche auch noch später möglich ist. Wie einfach geht das Ganze bzw. was ist dazu erforderlich?

 

Falls ihr sonst noch hilfreiche Tipps/Erfahrungen habt wäre ich euch sehr dankbar  ^_^

 

 

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Hallo ERDZ,

 

der Fluggerätmechaniker FR Triebwerktechnik lernt deutlich intensiver die Vorgänge im Triebwerk (Thermodynamik) als der Fluggerätmechaniker FR Instandhaltungstechnik. Dafür aber weniger über den Rest des Flugzeuges.

 

Welche Fachrichtung Du machen möchtest, solltest Du nach den Vorlieben und dem Angebot machen. Manchmal wird man bei der Luftwaffe anders eingesetzt, als man möchte.

 

Auf dem Arbeitsmarkt werden beide Arten von Fluggerätmechaniker gesucht. Du kannst allerdings auch als Fluggerätmechaniker FR Triebwerktechnik Deinen CAT A und später CAT B1 machen. Dann arbeitest Du in der Instandhaltung. Die Module beinhalten dann das Wissen über den Instandhaltungsbereich und die Praxis mußt Du sowieso nachweisen.

 

Die Module werden bei Part 147 Schulen angeboten und können einzeln gemacht werden. Der BFD sollte das bezahlen.

 

Hast Du schon mal über ein Praktikum vorher nachgedacht, um zu schauen, welcher Bereich Dir mehr liegt?

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Ich würde die Instandhaltungstechnik wählen. Die bietet dir mehr Möglichkeiten in der Zukunft. Du bist dann auch nicht nur an wenige Firmen gebunden, die oft auch noch schlecht bezahlen. Triebwerkstechnik ist schön, jedoch eine Sackgasse. Du kannst noch für die Ausbildung eine CAT-A-Lizenz bekommen, jedoch für die B1-Lizenz, die ab 3000 Euro monatlich bezahlt wird, hast du Probleme, die Arbeitserfahrung vom Rest des Flugzeugs in deinem Logbuch zu dokumentieren! Ähnliche Probleme haben die Leute, die in der Kabine arbeiten...

Ich hoffe geholfen zu haben..

Gruß

easaman

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Die Triebwerkstechnik als Sackgasse zu bezeichnen, finde ich schon sehr gewagt. Und als B1 hat man auch nur eine Lizenz, die nur für die Line Maintenance gültig ist. Quasi auch eine Sackgasse.

 

Wenn man 17 ist kann man nach der Lehre weiter machen. Kann ja auch Techniker oder Studium sein, wer weiß? Und wer bei einem Hersteller unterkommt, kann sich auch dort hoch arbeiten. Auch ohne weitere Studiengänge.

 

Deswegen würde ich wirklich ein Praktikum empfehlen, z.B. Rolls Royce oder MTU für die Triebwerkstechnik und für die Base/Line Maintenance Air Berlin, LHT oder Condor.

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Zur "Sackgasse", selten so ein Blödsinn gelesen.

 

Ob du FR Triebwerk oder Instandhaltung oder Fertigung nimmst ist primär egal. Am Ende erhälst du einen IHK Brief als Fluggerätmechaniker. Mach die Richtung die für dich am interessantesten erscheind. Ein wechsel ist später immer Möglich. 

 

Ich selbst habe Triebwerkstechnik gelernt, bin jetzt B1 mit diversen Mustereinträgen und zu 100% in der Instandhaltung tätig. Ich wüsste zu keinem Zeitpunkt, das man mir keine Karriere in der Instandhaltung angeboten hätte, weil ich FR Triebwerkstechnik gelernt habe. Ich war bei allen "Großen" und habe in allen Gewerken gearbeitet. Zugegeben war mein Ansatz nie " Ich bin Triebwerker, mit Nieten will ich nichts zu tun haben". Der Blick fürs große Ganze ist hilfreich.

 

Da sich die Gesetztgebung gefühlt alle 6 Monate ändert, ist es heute verfrüht zu sagen wie deine Karriere nach dem Bund aussieht. Aktuell ist das größte Hindernis von den Bundis, das die praktische Zeit am Fluggerät nahezu kaum anerkannt wird und man in der zivilen Luftfahrt erst die nötige Erfahrung sammeln muss (ich meine für den B1 an Turbine sind bis zu 5 Jahre notwendig). Wenn du vom LBA aber nur 6 Monate aus deiner Bundeswehrzeit bekommst, ist das mehr als frustrierend. Alles kein Beinbruch, aber durchaus ein Knick. Aber die berufliche Perspektive würde ich aktuell als sehr gut einschätzen. Im meinem Umfeld höre ich nahezu alle Firmen klagen, das diese keinen Nachwuchs finden können, der auch was drauf hat! Und das sind keine Billiglöhner, die zahlen gutes Geld für gute Leute.

 

Edit: Ich glaube "easaman"s Einwand zu verstehen.

Wenn du als Triebtäter bei MTU arbeitest und nur Triebwerke im Overhaulshop hast, dann wird es schwer mit der B1, das stimmt wohl. Dafür gibt es bei den großen Triebwerksläden interne Lizenzen ,die auch nur bei dem entsprechenden Firmen gelten. Eine B1 Lizenz z.B. gilt für alle 145er Betriebe, da ist die Auswahl größer.

Kenne aber 2 ehemalige Ausbildungskollegen, die in dem Bereich RR und MTU ganz gut Karriere gemacht haben und wesentlich mehr verdienen, als ich mit nem B1.

bearbeitet von wartungsfee

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Vielen dank für die Antworten :)

 

Für ein Praktikum lebe ich einfach zu weit entfernt von Herstellern bzw Betrieben von FG. Ich habe mir verschiedene Videos zu den versch. Fachrichtungen angesehen (u.a. der Lufthansa). Dabei stieß die Triebwerkstechnik bei mir auf mehr Interesse. 

 

"Aktuell ist das größte Hindernis von den Bundis, das die praktische Zeit am Fluggerät nahezu kaum anerkannt wird und man in der zivilen Luftfahrt erst die nötige Erfahrung sammeln muss" 

 

Ist es daher sinnvoller wenn ich eine Ausbilungsstelle bei einem zivilen Arbeitsgeber annehme?

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Ich habe auch als Zivilist mit 17 in einer Lehrwerkstatt der Bundeswehr gelernt. Die Ausbildung war sehr gut und intensiv. Man muß auch nicht hinterher Soldat werden, wenn man nicht möchte, ist dort aber natürlich sehr willkommen.

 

Der Unterschied zwischen einer Lehrwerkstatt und einer "normalen" Firma liegt mehr in der Art, wie praktisches Wissen vermittelt wird:

 

Eine Firma setzt ihre Auszubildenen direkt dort ein, wo Geld verdient wird. Dadurch lernt man sehr praxisnah.

In einer Lehrwerkstatt lernt man an ausgemusterten Gerät, man hat Zeit und geht sehr tief rein. Es muß halt kein Geld verdient werden.

 

Beispiel: wir haben damals im 2. Lehrjahr mit einem Kolbenmotor angefangen (Lycoming) und komplett zerlegt, befundet, zusammengebaut und Standläufe gemacht. Dann das gleiche mit 3 verschiedenen Strahltriebwerken.

Dazwischen gab es theoretische Unterrichte, die die Arbeitsschritte begleitet haben. Alles ohne Zeitdruck.

 

Später habe ich in einer zivilen Firma FGM FR Instandhaltung gelernt (nicht weil der Flugtriebwerkmechaniker schlecht war oder eine "Sackgasse") und dort wurden Auszubildene sehr viel auch für einfache Arbeiten eingesetzt (panels sealen, Öl füllen, Fahrwerke schmieren, Grundlagen halt) aber in die Tiefe ist man nicht so oft gegangen. Man kann ja nicht einfach etwas zerlegen, die Firma muß Geld verdienen und das Flugzeug muß fliegen.

 

Beide Ausbildungen haben Vor- und Nachteile.

 

Übrigens gab es bei mir ein Schulpraktikum in der Lehrwerkstatt der Bundeswehr, so bin ich auch in den Beruf gekommen.

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Vielen dank für die Antworten :)

 

Für ein Praktikum lebe ich einfach zu weit entfernt von Herstellern bzw Betrieben von FG. Ich habe mir verschiedene Videos zu den versch. Fachrichtungen angesehen (u.a. der Lufthansa). Dabei stieß die Triebwerkstechnik bei mir auf mehr Interesse. 

 

"Aktuell ist das größte Hindernis von den Bundis, das die praktische Zeit am Fluggerät nahezu kaum anerkannt wird und man in der zivilen Luftfahrt erst die nötige Erfahrung sammeln muss" 

 

Ist es daher sinnvoller wenn ich eine Ausbilungsstelle bei einem zivilen Arbeitsgeber annehme?

 

Nicht unbedingt. Direkt nach der Ausbildung ist der Unterschied nicht gravierend. Zu meiner Zeit (übrigens gleicher Werdegang wie AOG) gabs die Ausbildung beim Bund 6 Monate anerkannt. Für den CAT A sind 12 Monate von nöten. Die fehlenden 6 Monate sind schnell gemacht. Die LH Azubis (Instandhaltung) können ihren CAT A direkt nach der Ausbildung beantragen. 

 

Wenn du aber z.B. 12 Jahre SaZ machst und z.B. an C160 schraubst, bekommst du eben nicht deine 6 - 8 Jahre (je nachdem wieviel Zeit man mit Weiterbildung verplempert) sondern je nach "Connections" 6 - 9 Monate anerkannt. Für den CAT B brauch man 5 Jahre. Also fehlen dir 4,5 Jahre um den praktischen Teil zu erfüllen. Ein FGM der die 12 Jahre nicht fürs Land gedient hat und gleich zivil gearbeitet hat, hat aber (je nach beruflichem Werdegang) eben 12 Jahre praktische Erfahrung nachzuweisen und das LBA erkennt diese auch an.

 

Es gibt rein eine formale Trennung. Selbst wenn ihr nebeneinander arbeiten würdet und das gleiche macht, beim SaZ streubt sich das LBA mit praktischen Erfahrungszeiten. Anders sieht es bei erwähnten neuen Waffensystemen aus.

 

Ich selbst habe die Ausbildung beim Bund genossen, wie AOG erwähnt liegen die Schwerpunkte aber ganz klar woanders. Das fängt bei den Manuals an (für die BW auf deutsch übersetzt) und hört bei der Eindringtiefe auf. Beim Bund musst du kein Geld verdienen, so kann man es sich leisten manche Dinge genauer zu betrachten. Ob das immer von nöten und von Vorteil ist, sei dahingestellt.

 

Wenn du in der Industrie lernst, hast du den Vorteil bei deiner Firma schon Prozesse kennen zulernen, du kannst dir gewissermaßen auch schon wichtige Kontakte aufbauen. Auch nicht schlecht.

 

Am Ende gibts bei beiden den Facharbeiterbrief und dann kommt es drauf an, was du darauß machst.

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