touchdown99

BREXIT: Bedeutung für die Luftfahrt

170 posts in this topic

In der Konsequenz müsste jedes Teil, dass Airbus aus den UK Werken nach Hamburg oder Toulouse importiert vom Zoll auf Einhaltung der Binnenmarkt-Vorschriften geprüft werden, da die automatisierte gegenseitige Anerkennung von Standards nicht gegeben ist.

 

 

Diesen Aspekt hatten wir bereits im mittlerweile geschlossenen thread zum Thema geklärt.

http://forum.airliners.de/topic/55120-brexit-bedeutung-für-die-luftfahrt-und-allgemeine-diskussion/?p=747695

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Diesen Aspekt hatten wir bereits im mittlerweile geschlossenen thread zum Thema geklärt.

http://forum.airliners.de/topic/55120-brexit-bedeutung-für-die-luftfahrt-und-allgemeine-diskussion/?p=747695

 

Nein, du hast etwas behauptet, was so nicht stimmt.

 

Zölle und andere Handelsbeschränkungen (Standards) gelten auch für den Handel zwischen Tochterfirmen eines Unternehmens und den Güteraustausch von Unternehmen mit Niederlassungen in mehreren Ländern.

 

Als Mitglieder eines regionalen Handelsvertrags (EU) garantieren Deutschland, Frankreich, Vereinigte Königreich, Spanien vertraglich, das die Standards übereinstimmen und Güter zwischen den Ländern ohne Kontrolle gehandelt werden können. Steigt UK aus dem regionalen Handelsvertrag (EU) aus ohne einen neuen Handelsvertrag mit der EU zu schließen ist der Handel zwischen UK und den drei Airbus-Ländern nach WTO-Standards zu bewerten. Mit der Folge das Güter bei Einfuhr auf Binnen-Markt Konformität geprüft werden müssen, da UK nicht besser gestellt werden darf als andere Länder, die keinen Handelsvertrag mit der EU geschlossen haben.

 

Es gab einen Grund warum jeder Handels-Experte den EU-Austritt für falsch oder ein überflüssiges Risiko hält, dieses ist einer davon. 

 

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Wie groß ist denn der Binnenmarkt für A320-Tragflächen und welche Rechtsvorschriften sind beim Handel anzuwenden? Brauchen die ein CE-Prüfzeichen?

Bei Konsumer-Produkten oder fertigen Produkten (sagen wir mal "Maschinen und Produktionsanlagen") müssen natürlich die gültigen Vorschriften eingehalten werden. Frequenzbänder bei Funkprodukten, Zweihandschalter usw. Aber ich habe noch nie ne A320-Tragfläche bei Ebay gefunden. Sowas wie ein freier Markt dürfte dafür wohl auch kaum existieren.

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Wie groß ist denn der Binnenmarkt für A320-Tragflächen und welche Rechtsvorschriften sind beim Handel anzuwenden? Brauchen die ein CE-Prüfzeichen?

Bei Konsumer-Produkten oder fertigen Produkten (sagen wir mal "Maschinen und Produktionsanlagen") müssen natürlich die gültigen Vorschriften eingehalten werden. Frequenzbänder bei Funkprodukten, Zweihandschalter usw. Aber ich habe noch nie ne A320-Tragfläche bei Ebay gefunden. Sowas wie ein freier Markt dürfte dafür wohl auch kaum existieren.

 

Ein freier Markt heißt nicht, man kann etwas bei Ebay kaufen, oder von der Stange. Ein freier Markt bedeutet im Bereich des Welthandels das ein diskriminierungsfreier Marktzugang besteht. Egal ob es eine Sonderanfertigung oder ein Massengut ist. 

 

Dieser diskriminierungsfreie Zugang wird durch gegenseitige, vertragliche Anerkennung der Produktionsstandards erreicht. 

Kündigt UK die Mitgliedschaft in der EU kündigt sie diese vertragliche Anerkennung. Dann muss die EU Produkte aus UK genauso behandeln wie Produkte aus einem Land mit dem sie keinen Vertrag geschlossen hat.

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Brauchen die ein CE-Prüfzeichen?

 

CE ist kein Prüfzeichen. Mit Anbringung des CE-Zeichens erklärt der Hersteller, dass sein Produkt den EU-Vorschriften entspricht.

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Auf jeden Fall beginnt sich jetzt schon abzuzeichnen, dass der Brexit den Airline-Vorständen weitere mannigfaltige Alibis frei Haus liefert, von eigenem unternehmerischen Versagen abzulenken.

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Yep, IAG ist Toast. Aber durch das schwächere Pfund wird BAs Hub London gegen LH wettbewerbsfähiger.

 

Und Ryanair und Easyjet können jetzt beweisen, wie flexibel sie denn wirklich sind. Ryans Stansted-Crews könnten ihre Dienste ja Easy anbieten... Das wäre doch mal echt selbständig...

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Ob IAG Toast ist wird man sehen, das ist "nur" eine Holding, die kann aufgelöst werden und die drei Airlines gehören drei "nationalen" Stiftungen. Die entscheidende Frage ist, wie sieht die "Rückfall-Position" aus. In der Luftfahrt ist es nicht so drastisch wie in anderen bereichen des Handels, da hier noch viele bilaterale Verträge gelten.

 

Das andere, wann (wenn überhaupt) kommt der Antrag überhaupt. Diese Unsicherheit hat das Vereinigte Königreich (und mit abstrichen die EU Länder) jetzt in jedem Bereich des öffentlichen Leben. Bei einer Parlamentsanhörung hat der zuständige Minister mehr oder weniger zugegeben, dass man keine Ahnung hat, wie man den Brexit umsetzten will. Vor dem Referendum hieß es mal, dass alleine die legislative nationale Umsetzung des Brexits in UK zwischen fünf und zehn Jahre dauern wird.

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Larry hat nur bedingt was mit der Fliegerei zu tun, und ich bitte deshalb schon jetzt um Nachsicht, daß ich aber diese wichtige Nachricht nicht unterschlage.

Es gibt keinen Catxit. Larry, weiß-braun-getigerter "Chief Mouser to the Cabinet Office" behält auch nach dem Auszug des Ehepaars Cameron seinen Wohnsitz in Downing Street 10, weil er sich schlauerweise einem dortigen Mitarbeiter zugehörig fühlt.

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Larry hat nur bedingt was mit der Fliegerei zu tun, und ich bitte deshalb schon jetzt um Nachsicht, daß ich aber diese wichtige Nachricht nicht unterschlage.

 

Geschätzter aaspere,

 

meine Nachsicht hält sich in Grenzen. Larry hat nicht "nur bedingt was mit Fliegerei zu tun", Larry hat überhaupt nichts mit Fliegerei zu tun! Die Hälfte der hier Mitlesenden wird weder vor deinem Beitrag, noch danach wissen, dass Larry eine in 10 Downing Street beheimatete Katze ist. Und zwar, weil sie sich für Fliegerei interessieren, nicht für Katzen!

 

Nicht ohne Grund wurde der zweite Anlauf für diesen Thread nur noch "Bedeutung für die Luftfahrt" genannt. Wer sich zu den extravaganten Schuhen der neuen britischen Premierministerin oder zu sonstigen völlig belanglosen Nebenaspekten des Brexit austauschen möchte, ist in den Kommentarbereichen deutscher oder britischer Boulevardblätter besser aufgehoben, als in einem Fliegerei(!)-Forum.

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Stiff upper lip und britischen Humor

Und da gerade die Queen den Rücktritt der Regierung Cameron akzeptiert hat, aber noch nicht die Nachfolgerin ernannt hat, 

ist die Katze jetzt Regierungschef. Vielleicht ist auch die Königin Regierungschefin. Verfassungs- und Veterinärexperten sind sich da nicht einig. Die Frage ist, kann die Katze einen freien Willen haben. Andererseits droht Gefahr. Der Kommunist liebt Katzen wegen ihrer Unabhängigkeit.

 

Wenn die Debatten um den Brexit eins gezeigt haben, mehr Allgemeinbildung ist dringend notwendig, sonst ist es unmöglich über solche Themen zu diskutieren. Das es Katzen in No 10 gibt gehört dazu, weil sowohl Premier als auch der Nebenan residierende Schatzkanzler immer wieder Katzen haben. Manchmal lassen sie ihre Budget-Streitigkeiten auch durch ihre Katzen ausfechten.

 

Daher hier mein folgender Beitrag zur Allgemeinbildung: Nothing simple about UK regaining WTO status post-Brexit. Hatte es schon mal erwähnt, hier nun eine in verständlichem Englisch gehaltene Quelle dazu.

 

The UK is already a WTO member, but its membership terms are bundled with the EU’s. Re-establishing the UK’s WTO status in its own right means both the UK and the EU would negotiate simultaneously with the rest of the WTO’s members to extract their separate membership terms. Agreement on the UK’s terms is unlikely before those of the EU.


For its part, the UK would have to negotiate with the EU itself, the US, China, Russia, India, Brazil, and any trading nation or group of nations that matters, large or small, rich or poor. It would only take one objection to hold up the talks because the WTO operates by consensus, not voting, one reason why WTO negotiations take so long.

 

Was das für den Handel und damit die Luftfahrt bedeutet kann man sich dann denken. Kurzfassung es ist nichts gutes. Da solange keine Einigung innerhalb der WTO erziehlt wurde massive Handelshürden existieren können. Es wird bald Wahlen geben.

Dann kann man sich wieder über Katzen unterhalten

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<Breaking News:> Die Hauskatze des Foreign & Commonwealth Office hat versucht No 10 zu übernehmen. BoJo wird Premier, irgendwie.</Breaking News>

 

Und sonst: Nichts neues. Die Regierung hat einen Slogan, sonst nichts. Die zuständigen Minister ( sind bis jetzt jedes mal, wenn sie sich öffentlich geäußert haben durch Unwissen und falsches wissen aufgefallen. Nicht nur das, sie wurden öffentlich korrigiert, unter anderem von der kanadischen Handelsministerin und dem US-Handelsbeauftragten. Der Rest der Regierung fällt mit Ideen auf, für die es schon eine Lösung gibt, nämlich die EU.

 

Was eine Farce. Vorhersehbar und traurig

 

Im Oktober wird darüber verhandelt ob die Regierung ohne zustimmung des Parlaments überhaupt den Austritt erklären darf - irgendjemand hat von 12 bis Mittag gedacht und die Schriftsätze zunächst mit einer Gag-Order versehen.

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Dame Carolyn von easyJet kann möglicherweise etwas aufatmen (andere britische Unternehmen natürlich auch). Der High Court hat entschieden, dass das Parlament zustimmungspflichtig ist und die Regierung den Artikel 50 des Lissabon Vertrages nicht alleine in Anspruch nehmen darf. 

http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/eu/id_79444694/grossbritannien-parlament-muss-ueber-brexit-mitentscheiden.html

Die Regierung hat angekündigt, in die Berufung zum Obersten Gerichtshof gehen zu wollen. Bestätigt er das Urteil, dann dürfte es das wohl mit dem BREXIT gewesen sein. Im Parlament wird es wohl mittlerweile keine Mehrheit für einen BREXIT geben.

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Der Brexit an sich steht ja angeblich nicht zur Debatte und May will noch immer 2017 das zweijährige Austrittsverfahren einleiten. Für die Airlines ist die Frage, wie Visa- und Aufenthaltsrecht danach aussehen. Die Briten ohne ihre EU-Gastarbeiter? Das wird nichts. Aber sie scheinen es ja so zu wollen.

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Nee, Nosig. Da hast Du etwas mißverstanden. Lies doch nochmal die t-online Meldung genau durch. Wenn der Oberste Gerichtshof das Urteil des High Court bestätigt, muß die Frage dem Parlament zur Entscheidung vorgelegt werden. Und mittlerweile hat sich in ganz UK herumgesprochen, dass der vollzogene BREXIT dem Königreich gewaltige Nachteile bringt. Aiuch weiß man inzwischen, dass die Leave-Leute die Bevölkerung belogen haben.

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Richtig, der High Court hat festgestellt, dass die Regierung nicht das Recht hat, die Austrittsverhandlungen nach Art. 50 AEUV zu starten. May kann es vielleicht wollen, das Gericht hat es ihr mit dem Urteil verboten.

 

Grund dafür ist, dass das Parlament mit dem European Communities Act 1972 Rechte geschaffen hat. Die britische Verfassungskonvention sieht vor, dass Rechte, die vom Parlament geschaffen wurden, nur vom Parlament wieder zurückgenommen werden können. Da nach gängigem Verständnis Art. 50 unumkehrbar ist, würden diese Rechte ersatzlos wegfallen. Entsprechend muss Art. 50 vom Parlament initiiert werden.

 

Da sich das einstimmige Urteil überwiegend auf Präzedenz-Fälle stützt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Revision erfolglos bleibt, eventuell müsste der Britische Supreme Court den EuGH per Vorabentscheidung zur Unumkehrbarkeit von Art. 50 AEUV einschalten. Dann ist es definitiv nicht mehr möglich, den Austrittsprozess bis Ende März zu starten.

 

Das Argument, dass die Bürger entschieden haben und damit das Parlament binden greift ebenfalls nicht, nach britischer Verfassungskonvention ist das Parlament souverän, es hätte die Entscheidung den Bürgern überlassen können hat es aber nicht, es war ein beratender Entscheid, sozusagen eine Meinungsumfrage mit n = 35 Millionen.

 

 

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Das wurde heute früh im Deutschlandradio von entsprechenden Korrespondenten anders eingeschätzt, als bei T-Online. Nach dem Motto, es schiebt nur auf oder verwässert, ändert die Grundentscheidung Brexit aber nicht.

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heute ist entschieden worden, daß UK eine parlamentarische Demokratie ist und das Parlament die Entscheidung trifft über den Austritt aus der EU und nicht ein Haufen von heuchlerischen Fremdenhassern. Leider haben beide großen Parteien nicht die Eier, dies auch einmal deutlich zu sagen  und entsprechend treten sie für weiter für diesen Irrsinn Breixt ein.

Kein Mensch würde in UK über den Verbleib in der Nato oder der UN abstimmen lassen genauso gut könnte man auch gleich über gutes Wetter im nächsten Jahr ein Referendum durchführen.

Tatsächlich sind die Möglichkeiten z.b. mehr Kontrolle über Einwanderung aus EU Ländern zu erhalten viel größer, wenn UK in der EU bleiben würde. Im übrigen kann jede britische Regierung die Grenzen so offen halten wie sie will und dazu reicht natürlich eine Parlamentsentscheidung.

UK kann sich den Austritt aus der EU weder ökonomisch, sozial und geschweige den kulturell leisten und die Meisten, die für den Austritt gestimmt haben sind die, die gar nicht mit Migranten zu tun haben bzw. in Rente sind oder Tory Tosser voters!

Edited by flieg wech
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Wobei ich die Unumkehrbarkeit von Art. 50 sowieso für eine der spannensten Fragen halte.

 

Denn während eine Beitrittsverhandlung jederzeit von einer der Verhandlungsseiten unterbrochen oder auch komplett abgebrochen werden kann, soll das beim Austrit nicht möglich sein?

 

Das halte ich eigentlich für nicht haltbar!

 

Denn wenn man es mal auf die Spitze treibt, könnte ein beliebiges der 27 verbleibendne EU-Länder eine Forderung stellen, ohne deren Erfüllung man nicht bereit ist einem Austrittsvertrag mit GB zuzustimmen.

Und dann?

Dann müsste GB dieser Forderung nachgeben, da sie ansonsten nach 2 Jahren ohne jeden Vertrag da stehen und raus sind und schlechter als Nord-Korea dastehen würden.

Dann wäre Art. 50 keine Grundlage für Austrittsverhandlungen, sondern eine Basis für staaltich sanktionierte Erpressung.

 

Ich denke ehr, dass der EuGH hierentscheiden wird, dass GB selbstverständlich am Ende der Verhandlungen sagen (abstimmen) muss, ob es zu den ausgehandelten Konditionen nun gehen will oder dann nicht doch lieber bleibt.

Und spätestens da ist dann wieder das Britische Parlament am Zuge.

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Wobei ich die Unumkehrbarkeit von Art. 50 sowieso für eine der spannensten Fragen halte.

 

Ich hab mir den Art. 50 eben durchgelesen. Ich lese da nichts von Unumkehrbarkeit. Im Gegenteil, nach Art 49 kann der ausgetretene Mitgliedsstaat sogar wieder die Aufnahme in die EU beantragen.

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