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  1. Einen Tag später und ihr hättet Anspruch auf Ausgleichszahlungen... Aber zur Sache: Rein fluggastrechtlich hast du Anspruch auf ersatzweise Beförderung zum frühestmöglichen Zeitpunkt ab dem Zeitpunkt der ursprünglichen Flugplanung. Du kannst also darauf bestehen, auf eine alternative Verbindung ab 19:30 Uhr umgebucht zu werden, die für dich den geringstmöglichen Zeitverlust am Endziel bedeutet. Ggf. seid ihr bis dahin zu verpflegen und kostenlos unterzubringen. Wenn XG da nicht mitspielt, hieße das in der Konsequenz, dass ihr euch selbst Ersatzflüge und ggf. Unterkünfte besorgen und die Kosten erstattet verlangen könntet. Nur müsst ihr euch klar sein, dass dies mit ziemlicher Sicherheit auf einen Rechtsstreit hinaus liefe. Ob es das wert ist, müsst ihr selbst entscheiden...
  2. Das würde jetzt alles etwas weit führen, daher nur ganz kurz: Die Rechtslage für Fluggäste ist (derzeit noch) insgesamt hervorragend. Insofern bist du als Fluggast in den meisten Fällen per se in einer guten Position. Du hast im Fluggastrecht Erfolgsquoten, davon träumt man ansonsten im Zivilrecht. Wenn also dein Flug beispielsweise kurzfristig gestrichen wird, weil die Maschine noch in der Wartung ist, wirst du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gewinnen. Egal ob dein Gegner nun Lufthansa, United oder Ryanair heißt. Die Hamburger FR-Anwaltskanzlei macht das, was man in einer solchen Situation für seine Mandantschaft tun kann: Schwächen in der Klageschrift werden hervorgehoben, Ausreißer-Entscheidungen einzelner Gerichte werden zu "Präzidenzfällen" erklärt etc. Aus meiner Sicht kommt den Anwälten hier zugute, dass Ryanair oft nicht an den üblichen Gerichten verklagt wird, also die in Frankfurt, Erding, Düsseldorf, Hamburg, Köln oder Berlin, sondern an Exoten wie Geldern, Lübeck oder Königs Wusterhausen. Das sehe ich durchaus als Vorteil für FR, ohne das beweisen zu können. Eine "Herausforderung" sehe ich daran nicht. Eher freue ich mich, weil es auch Fluggesellschaften gibt, die dermaßen schlecht vertreten sind, dass man sich die Haare rauft, oder vergleichbar gut vertretene, mit denen eine vernünftige anwaltliche Kommunikation aber nicht möglich ist. Kurz: Wie gut die Chancen stehen, ein Prozess zu gewinnen, hängt primär nicht von der verklagten Airline ab, sondern von dem Fall, über den gestritten wird. Und was einen möglichen Vergleich anbelangt, sollte dein Anwalt keine Einigung mit der Airline erzielen, mit der du nicht einverstanden bis. Die Kosten des Vergleichs, auch das würde jetzt zu weit führen, tragen nicht zwingend die Parteien selbst. Vergleiche im Fluggastrecht, bei denen die Fluggesellschaft alles Kosten trägt, sind gar nicht so selten. Und was die von dir angesprochene Kulanz anbelangt, ist das ein generelles Phänomen, dass Ausgleichszahlungen und Co. nicht freiwillig gezahlt werden. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ryanair verhält sich hier für meinen Geschmack nicht signifikant schlechter als Fluggesellschaften, die nicht dem Billig-Bereich zugeordnet werden.
  3. Ich mache das beruflich. Gegen FR zu klagen ist nicht anders als gegen jede andere Fluggesellschaft auch. Vielleicht mit der Einschränkdung, dass die Iren, wie ich finde, anwaltlich sehr gut vertreten und sie durchaus mal bereit sind, einen Rechtsstreit wirklich bis Ultimo zu führen. Auf der anderen Seite ist FR auch immer gewillt, einen fairen Vergleich abzuschließen. Und schließlich: WENN FR sich zur Zahlung verpflichtet oder richterlich dazu verpflichtet wird, kommt das Geld ratz fatz. @sunseth: Wirklich sehr krass. Ihr solltet euch zwei Ausgleichszahlungen und das Geld zurückholen. Sachverhalt scheint doch sehr eindeutig zu sein.
  4. Aktuelles zu Ryanair

    Die Möglichkeit, den Kauf abzulehnen, ist für den Betrugstatbestand irrelevant. Voraussetzungen sind (vereinfacht): 1. Täuschungshandlung ("Isch abe gar kein Wechselgeld") 2. Irrtum ("Ups, die hat ja gar kein Wechselgeld") 3. Ich verzichte (vorerst) auf mein Wechselgeld bzw. kaufe mir etwas anderes 4. Vermögensschaden (Wechselgeld fehlt / bzw. Ersatzgegenstand ist weniger wert als es das Wechselgeld wäre) Klar weiß der Pax, dass er auch vom Kauf zurücktreten könnte, aber das ändert nichts daran, dass er nur deswegen (zunächst) auf sein Wechselgeld verzichtet, weil er unzutreffend denkt, dass keines da wäre. Der Fall, dass tatsächlich kein Wechselgeld da ist, ist ein anderer. Aber in den Artikeln, die ich gelesen habe, stand, dass so GETAN werden sollte, als sei kein Wechselgeld vorhanden. OB das so in der Anweisung stand, weiß ich natürlich auch nicht.
  5. Aktuelles zu Ryanair

    Lautet der Vorwurf nicht, in dem Schulungsmaterial habe gestanden, es solle so getan werden, als HÄTTE man kein Wechselgeld? Wie kann man darin keine Anstiftung zum Betrug sehen...?
  6. Aktuelles zum Flughafen BER

    Ich glaube, die haben einfach den letzten Teil von einem vorausgegangenen Beitrag übernommen (muss ja alles schnell gehen) und dabei den allerletzten Absatz schlicht übersehen. Macht ja auch keinen Sinn, den "Job" zu behalten. Den wird dann sicher dieser Woidke übernehmen, der sich im Übrigen wunderbar in die Riege farbloser MPs der neuesten Generation einreiht.
  7. Aktuelles zur Boeing 787

    Wieso steht denn die Maschine acht Stunden in LHR rum...? Planmäßig oder gab´s da ein Problem?
  8. Aktuelles zu Ryanair

    Du zitierst mich mit einem Beitrag aus 2009...? :unsure: Kann es sein, dass du etwas überempfindlich reagierst, wenn es (deiner Meinung nach) um FR geht...? Der Grund, dass ich seinerzeit das Forum gewechselt habe, war, dass du mir mehrfach ans Bein gepinkelt hast, wenn ich mich zu Fluggastrechten geäußert hatte. Hatte den Eindruck, dass du mich und meine Arbeit als Bedrohung für billiges Fliegen siehst. Aber das ist Schnee von gestern! Da du nach meiner heutigen Einstellung zu FR fragst? Die ist heute eher neutral. Ich weiß zu schätzen, was MOL seinerzeit für das Fliegen in Europa geleistet hat, aber heute nutzte ich FR selbst nicht mehr. Insofern haben LH und Co. bei mir wieder die Nase vorn. So interessant sind die FR-Strecken von Berlin allerdings auch nicht. Der Hauptgrund ist jedoch, dass es mich nervt, so einen Sicherheitscode schon vor der Suche nach Flügen einzugeben. Spätestens wenn das auf Anhieb nicht funktioniert, bin ich bei der Konkurrenz.
  9. Aktuelles zu Ryanair

    Nicht nur EUCH. SA261 ist der Grund, warum ich hier nur noch sporadisch und fast ausschließlich passiv aktiv bin.
  10. Glückwunsch! Alles richtig gemacht. In der Tat ist es im Falle einer Verspätung so, dass man zur vorgegebenen Zeit einchecken muss, wird keine Zeit vorgegeben, 45 Minuten vorher. Wenn aber die Airline dir mitteilt, du brauchst erst 8 Stunden später einzuchecken, weil der Flug sich um eine solche Zeit verschiebt, kann sich diese natürlich auch nicht darauf berufen, zunächst eine andere Vorgabe gemacht zu haben. Im Übrigen spricht in einem solchen Fall viel dafür, dass der Flug rechtlich als annulliert zu werten ist, auch wenn die Airline selbst ihn als verspätet führt. Jedenfalls unbedingt auf die Ausgleichszahlung bestehen! Das ist ein Rechtsanspruch. Es spricht nichts, aber auch wirklich gar nichts dagegen, ihn auch durchzusetzen. Eigentlich ist es die Fluggesellschaft, die darauf bestehen müsste, die Ausgleichszahlung zu leisten. Ansprechpartner sind SOWOHL die Airline als auch der Reiseveranstalter. Ausgleichszahlung schuldet ausschließlich die Airline. Reiseveranstalter schuldet Reisepreisminderung, bei acht Stunden wären dies 20 Prozent vom Tagesreisepreis. Reisepreis ist gesetzlich gemindert, ohne dass es auf den Grund ankäme. Bei Ausgleichszahlung könnte sich Airline theoretisch auf außergewöhnliche Umstände berufen. Gelingt aber fast nie.
  11. Könnte man so sehen... :) Denke aber, dass der einzige Grund für diese "Gebühr" ist, Stimmung gegen die Fluggastrechte zu machen. Meine These ist, dass der Ticketpreis auch ohne diese "Gebühr" keinen Zent niedriger wäre.
  12. Dem, was touchdown99 geschrieben hat, ist nichts hinzuzufügen. Letztlich hat der EuGH nichts anderes gemacht, als eine planwidrige Regelungslücke zu schließen. Das ist etwas, was deutsche Gerichte täglich machen. Einfach mal anerkennen!
  13. Nein, das hast du falsch verstanden. Unterstellt, das Ziehen der Notrutsche durch einen Pax ist ein außergewöhnlicher Umstand, gibt es weder für den Pax etwas, dessen Reise in FRA endet, noch für den, der von FRA aus weiterfliegt. Wie schon oben erklärt, ist das Urteil weit weniger spektakulär oder bedeutend, als dies von diversen Medien dargestellt wurde.
  14. Ist natürlich ein drolliges Beispiel. Bei einer von einem Pax ausgelösten Notrutsche kann man sehr leicht argumentieren, dass außergewöhnliche Umstände vorliegen. Und schon ist die Airline aus der "Haftung". Mindestens acht von zehn Richtern würden in einer solchen Konstellation gegen die Ausgleichszahlung entscheiden. An der allgemeinen Rechtsprechung zu Ausgleichszahlungen bei verspäteten Flügen hat sich durch die neue Entscheidung ja nichts geändert. Klargestellt wurde nur, dass es keiner wesentlichen Abflugverspätung bedarf, um in den Anwendungsbereich der VO zu gelangen. Vom BGH abgesehen war das aber auch vorher so ziemlich jedem klar, der damit zu tun hat. Man muss auch klar sagen: Die Airlines haben es in der Hand, ob sie realistische Verbindungen anbieten, die Kleinstverspätungen tolerieren, oder eben nicht. Selbstverständlich führen verlängerte Umsteigezeiten zu längeren Reisezeiten, aber mir ist es hundertmal lieber, etwas länger unterwegs zu sein, als meinen Termin wegen einer geringen Verspätung des Zubringerfluges zu verpassen.