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spoony

Wie fliegen Angie und co

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vor 12 Stunden schrieb wartungsfee:

trotzdem sollte es aber möglich sein, gerade als Flugbereitschaft, Ersatzteile und Personal schneller als in den letzten Tagen zu beschaffen.

 

Und genau das ist ein großes Problem der Bundeswehr. Ich habe den Laden zwar nur 12 Monate von innen erlebt, es wird dort aber systematisch versucht, eigene Entscheidungen abzugewöhnen. Alles muss den Weg der Hierarchie gehen und diese besteht aus viel Papierkram und vielen notwendigen Unterschriften - und zwar streng die militärische Hierarche aufwärts und exakt nach vorher fest vorgelegten Abläufen. Wenn man sich hieran hält, kommt man problemlos durch, nur dauert alles etwa doppelt so lang wie im zivilien Bereich. Wenn man sich hieran nicht hält, bekommt man persönlich Probleme - egal ob das Ergebnis besser als das "exakt nach Vorschrift" war. Klar, sowas gibt es in stärkerer oder schwächerer Ausprägung in jeder Firma aber die Bundeswehr ist hier extrem - und die anzuwendenen Vorschriften sind oft weit von der Praxis entfernt und stammen zu einem Großteil aus der Gründungszeit der Bundeswehr...

 

Auch innerhalb der Bundeswehr ist das mal stärker und mal schwächer ausgeprägt und die Flugbereitschaft wird hier vermutlich noch ein Stück flexibler sein aber es sind trotzdem Bundeswehrleute in der Bundeswehrstruktur.

 

Solange alles wie lange vorher geplant läuft, funktioniert das "System Bundeswehr" auch einigermaßen aber sobald es irgendwo hakt, sieht man, was für ein träger Haufen das ist.

 

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vor 17 Stunden schrieb wartungsfee:

Es kommt in unglücklichen Fällen schon mal vor, das ein reparierter AOG Flieger schon ein paar Tage später wieder AOG ist. Das ist unglücklich, für alle Beteiligten und schwer zu erklären, aber da steckt man nun nicht drin.

 

Was Business Jets angeht, sicher rocken die selten über 12 Stunden am Tag, und dafür sind die auch nicht ausgelegt. Stehzeiten sind jetzt aber kein Grund für Ausfälle, sofern man mal alle paar Tage abhebt. Das wird für die Flugbereitschaft zutreffen.

 

Ein großes Problem beim AOG gegenüber Airlinern ist, die Verteilung von Personal und Material. Wo ein halbwegs genutzter Flughafen ist, findet man oft auch ein Betrieb in der Nähe der sich dann mit Airbus und Co auskennt und Zugriff auf Ersatzteile hat. Wenn man Business operiert wird ja oft dezentral angeflogen, da gibt es Airports die im Umkreis von Stunden keinerlei Maintenance Support für dein Muster haben, besonders für Exoten wie die G5000.

 

trotzdem sollte es aber möglich sein, gerade als Flugbereitschaft, Ersatzteile und Personal schneller als in den letzten Tagen zu beschaffen. 

Aber sicher gilt für die Luftwaffe auch das Gebot, möglichst den Finanziellen Aufwand gering zu halten.

In der Wirtschaft ist das ja mitunter etwas anders, wenn die Primisse heißt : Schnell wieder in die Luft.

 

 

Man kann auch pragamtische Lösungen finden, schliesslich gibt es ja auch sowas wie Netjets und co.

 

Wenn die Mitglieder der Königsfamilie Grossbritaniens kein Problem haben aus Staatsvisite gemietete Jets zu nutzen, dann gibt es keinen Grund warum drittrangige Minister oder Landefürsten eine Bundeswehrmachine brauchen - vor allem wenn die Bundeswehr nicht fähig ist einen mindestens vergleichbaren Service wie die Privatwirtschaft anzubieten.

 

Vor 20 Jahren gab es in der Bundewehr eine grossen Aufschrei weil die McKinseys und co vorrechneten das für die "normalen" Aufgaben wirtschaftlicher ist PKw's und Kleinbusse zu leasen anstatt irgendwelche Uralte Fahrzeuge ständig zu reparieren.

 

Hier wird aber auch die unterschiedliche Logik deutlich - in der Wirtschaft sucht man nach der effizientesten Lösung, bi einer Behörde geht es darum erst irgendetwas "zu haben" und anschliessend irgendwelche Jobs drumherum zu bewahren.

 

Und bezgl. der G5000 - kann es sein das man sich da verplant hat? Es ist gut und schön wenn man einen Corporate Jet als LR Lösung hat, aber wenn der Bedarf über die normale Nutzungsdauer liegt, dann kann man doch  gleiche eine Corporateversion eines Linienjets kaufen. Wenn man es schafft so kompliziert darüber nachzudenken...

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Um ganz ehrlich zu sein: Dass Regierungsmitglieder mit Militärjets spazieren geflogen werden und nicht mit angemieteten Zivilmaschinen hat für mich seine Berechtigung. Für Minister und Regierungschefs gilt nun mal in der Regel eine recht hohe Sicherheitsstufe und es ist sicher bedeutend einfacher, einen Militärjet mit Sicherheitsvorrichtungen egal welcher Art zu versehen, die Außenstehende nicht kennen, als das bei einer Zivilmaschine der Fall ist. Zumindest ist es sicher einfacher, solche Einrichtungen geheim zu halten. Und wenn man so ein Dingen mal auf dem Hof stehen hat, dann ist es auch recht und billig, dass es jedes Regierungsmitglied nutzen kann. Alles andere wäre aus meiner Sicht unökonomisch.

 

Ein anderer Punkt ist, dass die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung ihren Namen im Moment ein wenig ad absurdum zu führen scheint. Wäre ich beim SPIEGEL, würde ich die Schlagzeile "Bedingt abflugbereit" in Erwägung ziehen - auch auf die Gefahr hin, eine Durchsuchung meiner Redaktion zu riskieren.

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Da hast du schon recht, dass das Sinn macht. Allerdings passt es einfach gut in das öffentliche Bild der Bundeswehr: Kaum ein Panzer fährt, Probleme mit Gewehren, kaum Schiffe einsatzbereit, man schaue sich mal Helis und Kampfjets an... Warum sollte da ausgerechnet die Flugbereitschaft funktionieren?

 

Ich glaube das Hauptproblem ist, dass es politisch kein Ziel für die BW gibt- was soll sie können und wofür ist sie da? Hat man sie nur weil man halt ein Militär hat und versorgt sie so 0815 mäßig, um ein paar Jobs zu schaffen und "international mitzuspielen" oder will man echt was gutes haben, lässt sich das mehr als 1,2 (?)% des BIPs kosten und man es richtig? Oder man macht es kleiner als mit 180k Personal, dafür dann aber pro Person besser ausgerüstet... Das sind für mich so auf die schnelle 3 Optionen.

 

Option 3 wäre mMn am sinnvollsten- klein aber funktionierend - effizient halt. 2 ist eine Sache die man politisch wollen müsste- kann man so oder so sehen - und es wäre teurer, müsste man halt entscheiden. Aber die Debatte will niemand und man gibt das Geld lieber in den Sozialstaat. Kann man ja auch machen,man muss dann aber mit den Konsequenzen leben wenn es nicht läuft.

 

MMn liegt aber Punkt 1 vor. Irgendwie "Geld rein ballern", 180k Jobs erhalten und das Geld (notfalls) versenken. So wirklich brauchen tut man es ja nicht scheint die Devise zu sein und dann spart man halt an Material und Mühen. Also so wie die BW zuletzt läuft  (siehe das öffentliche Bild oben) kann man es überspitzt gesagt auch lassen. Das beinhaltet in diesem Kontext natürlich die Flugbereitschaft... Wieso auch eine Ersatzteil Logistik aufbauen, meist reicht es ja? Das einzig "tröstende" an der peinlichen Nummer ist halt, dass die Politik, die die Bundeswehr so fährt wie sie fährt auch selbst drunter leidet.

 

Ich stimme auch meinen Vorrednern zu, dass die Militär Kultur nicht unbedingt hilft schnell Lösungen zu finden und ich hatte mit der Bürokratie da auch mal meinen Spaß, aber bei diesen ganzen Umständen verstehe ich, dass irgendwann die Motivation nur noch für "Dienst nach Vorschrift" reicht...

 

Ach PS, was mir gerade noch einfällt was bei der BW fehlt: Erfahrung. Wenn man sieht wie viele Flugzeuge bspw die LH hat, dann war jeder Defekt an jedem Ort schon einmal irgendwie da und irgendwann weiß man, was man dann machen muss und was nicht gut lief und dann läuft das irgendwie.  Bei der BW hat man halt Personal (Unteroffiziere, Feldwebel) mit einer gewissen maximalen Dienstzeit - ich glaube 8 bzw 12 Jahre. Zieht man davon die miltärische Ausbildung, Manöver und Lehrgänge ab, die Fluggerätmechaniker Ausbildung, die drei Jahre dauert, und dann die entsprechenden CAT B Lehrgänge o.ä., dann bleibt nicht mehr so viel Zeit Erfahrung aufzubauen und dann ist man halt „weg“ und ein neuer Unerfahrener kommt. Auch sowas führt mMn zu Problemen bzw Verzögerungen...

 

 

bearbeitet von d@ni!3l

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Es ist nun nicht so, das Minister nie mit der Wirtschaft fliegen. In einem Fall weiß ich, das Steinmeier 2016 mit einem Charter Bizzer geflogen ist, allerdings innerdeutsch. Adhoc.

 

Und von den Kosten her macht ein bundeseigener Jet schon Sinn.   Auf den aktuellen Fall der G5000 bezogen, wäre so ein Trip ziemlich teuer, wenn der eingekauft werden  würde. 

Zudem brauch man das passende Gerät. Was bringt mir ein 320 ACJ, wenn ich A: auf regionalen Plätzen landen ( die trotzdem mitunter über 5000 nm weg sind) will und ich eher eine kleine Mannschaft dabei habe. Da ist eine G5000 schon gut. 

Ob es nun Bombardier sein muss, oder EMB vllt auch reicht ist ein anderes Thema.

 

Edit:

Danke für die Richtigstellung. Wurde korrigiert.

bearbeitet von wartungsfee
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2 hours ago, wartungsfee said:

Ob es nun Gulf sein muss, oder EMB vllt auch reicht ist ein anderes Thema.

Nur zum Verständnis: G5000 ist Bombardier Global, G500 wäre Gulfstream. Gulfstream-Produkte sind bei der Luftwaffe nicht im Einsatz.

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Wenn Mandatsträger rumfliegen dann sind sie "Deutschland":

- ein (mit) Hersteller Ziviler und Militärflugzeuge mit Interesse daran diese weltweit zu verkaufen

- ein bedeutender Hersteller von Militärgüter mit Interesse daran diese weltweit zu exportieren

- ein Land mit dem Anspruch technologieaffin und hochindustrialisiert zu sein

- ein Land mit Kernindustrien die auf hochpräziser just-in Sequence Fertigung (zB Automobilbau) oder Herstellung der entsprechenden Werkzeuge (Machinenbau) setzen

 

Und dann liefert man sichtbar für Andere solche Pannen.

 

Die Garde der Queen ist nicht dazu da die tollsten Kämpfer zu präsentieren sondern um die die Monarchie als Staatsform zu representieren. Und die Erwartung ist das die Bärenfellmütze akkurat sitzt und nicht das die Garde die neuesten Tarnazüge trägt, mögen ie auch funktionaler und billiger sein.

 

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