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Aktuelles zum Flughafen Dresden

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Aber selbst bei einem einfachen Flug nach PMI gestalten sich die Preise wie folgt im Vergleich:

2 Personen von LEJ nach PMI vom 19.07.-02.08. 931€

2 Personen von NUE nach PMI vom 19.07.-02.08. 464€

Beides buchbar auf der AB-HP. Mehr muß ich dazu nicht sagen...

 

Das ist ein ziemlich mieser Agitationsversuch. Aber du glaubst nicht ernsthaft, dass die a.de Leserschaft so blöd wäre, das nicht zu bemerken.

Letzter Schultag vor den Sommerschulferien in Sachsen: 18.7.2014

Letzter Schultag vor den Sommerschulferien in Bayern: 29.7.2014

Quelle: http://www.schulferien.org/Kalender_mit_Ferien/

 

Und mehr muss ich nicht dazu sagen.

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Guest

Oki,man könnte aber auch argumentieren,Flüge von DRS nach LEJ zu verlagern,um damit höhere Endpreise zu erzielen,scheitert am Flugverhalten.Denn während NUE im Süden die Nachfrage abfängt,kann das SXF+TXL im Norden auch,und daß,obwohl da schon Ferien sind (im oben gemnannten Beispiel)! In den Jahren davor gab es derartige Extreme nicht! Nur,wer sich jetzt überfahren fühlt,kann gerne auch Pauschalreisen so ab Anfang Mai vergleichen.Selbst da war NUE preiswerter als LEJ (zumindest bei den Kanaren),da ja DRS ausgefallen ist.

Fazit: Der Ausfall von DRS hat in LEJ die Preise hochgedreht,und sorgt damit für Abwanderung der Gäste im Süden nach NUE und im Norden nach Berlin!

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^ Mal ganz davon abgesehen, dass die Schlussfolgerung, eine Konzentration erhöhe die Preise, recht gewagt ist: Deine Beobachtungen in allen Ehren, aber Koinzidenzen sind nicht gleich Kausalitäten. Ich bin am 2.2. (erstes Ferienwochenende Winterferien Berlin, noch keine Winterferien in Sachsen) ab LEJ nach LPA geflogen, weil der Flug um mehr als die Hälfte günstiger als ab BER war. Gefühlt hat der halbe Flieger berlinert - soll ich daraus ähnlich analytisch hochqualitativ schließen: "Fazit: Der Ausfall von DRS hat in LEJ die Preise runtergedreht und sorgt damit für Zuwanderung der Gäste aus Berlin"? 

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Ich bin ja kein Anhänger von Verschwörungstheorien. Und gerade in Anbetracht dessen, dass LEJ und DRS gemeinsam die Mitteldeutsche Flughafen AG bilden, sollte es eigentlich völlig wurscht sein, ob der Laden jetzt ein paar Euronen mehr in LEJ oder in DRS einnimmt, da eh' alles in einen Topf kommt.

Wenn man jedoch mal die Transitpassagiere in LEJ (das sind dort im wesentlichen die US-Streitkräfte) und DRS unbeachtet lässt, sieht man, dass das Lokalaufkommen im Jahre 2011 in DRS noch bei 1,903 Mio. lag, bis 2013 jedoch auf 1,744 Mio. zurückging. Dagegen nahm in Leipzig das Lokalaufkommen von 1,835 Mio. in 2011 (damals hatte DRS also tatsächlich ein höheres Lokalaufkommen als LEJ) auf 2,130 Mio. in 2013 zu.

Vor diesem Hintergrund erscheint eine Vermutung, diese Entwicklung hänge in irgendeiner Art und Weise mit dem (Nicht-) Agieren der Geschäftsführung der Mitteldeutschen Flughafen AG zusammen, nicht mehr so abstrus, wie man dies auf den ersten Blick vermuten könnte.

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Das ganze Jahr über arbeiten und im Urlaub auf die Kanaren fliegen, um das sauer-verdiente Geld leichten Herzens auszugeben. Volkswirtschaftlich sind das genau die Flüge, die eine Flughafenregion ärmer machen. Den Urlaub will man genießen und nicht jeden Euro zweimal umdrehen. Außerdem kennt man sich mit dem Preisgefüge im Ausland nicht aus, also zahlt man automatisch Touristenpreise. Sankt Petersburg - Dresden, das ist eine Strecke die Geld ins Land bringt. Aber Nürnberg - Kanaren fliegt das Geld genauso außer Landes wie Leipzig - Kanaren. Alle Flüge zu Warmwasserzielen sind nicht geeignet, den Betrieb von defizitären Flughäfen indirekt zu rechtfertigen. Kein Staat sollte es seinen Bürgern mittels Subventionen erleichtern, ihr Geld woanders auszugeben.

 

Beliebteste Reisestädte in Deutschland nach Übernachtungen von ausländischen Gästen

 

Dresden "Elbflorenz" 4 Mio Übernachtungen ( 19% ausländische ) versus Leipzig "Messestadt" 2.7 Mio Übernachtungen ( 16% ausländische ). Welche dieser beiden Incoming-Destinationen sollte man stärken? Und darf man dafür die andere schwächen? Ideal wäre vielleicht ein Flughafen auf halbem Wege zwischen beiden Städten. Aber indem man den Flugverkehr in der Stadt konzentriert, die 1/3 weniger Tourismus hat, schadet man sich unterm Strich selbst. Zudem betreibt die Leipziger Messe in diesem Zusammenhang ein etwas merkwürdiges Messeprogramm. Mit einer Automobil- und einer Buchmesse setzt man sich in direkte Konkurrenz zu den beiden internationalen Leitmessen in Frankfurt am größten Drehkreuz des Landes.

 

Messe im Minus: AMI Leipzig

 

Unter diesen Umständen ist es nahezu unmöglich, dass der Flughafen an Messetagen internationales Publikum anzieht. Dennoch herrscht in Leipzig stets grenzenloser Optimismus. Zweifel und Kritik wird eher von Außen herangetragen. Der einzige Journalist der da war, berichtet darüber, dass seine Kollegen lieber ein langes Wochenende gemacht haben, anstatt über eine internationale Automobilmesse ohne Importeure zu berichten. Es war absehbar, dass die AMI Leipzig nicht gegen die IAA Frankfurt gewinnen würde und dass LEJ nicht anstelle des BER zum Drehkreuz des Ostens wird und dass die Vergabe der Olympischen Spiele mit Bewerbern von London, Madrid, Moskau, New York bis Paris nicht mit Leipzig enden würde. Das war alles absehbar und wurde dennoch versucht.

 

Diese Fähigkeit aussichtslosen Zielen nachzujagen, hat Leipzig eine Reihe von Trostpreisen verschafft. Redbull hat das leerstehende Fußball-WM-Stadion übernommen, die LB-BW hat die Konkursmasse der SachsenLB aufgekauft und DHL hat sich den halben Flughafen gekrallt ohne dafür nennenswert Miete zu zahlen. Zwar wird dabei jedes Mal das Vermögen des Steuerzahlers geschädigt, aber dafür entsteht ein Investitionsglück, das man uns hinterher noch als überlegene sächsische Wirtschaftspolitik verkauft. Und die Suggestion funktioniert, die Öffentlichkeit ist bereits fest davon überzeugt, dass eine Transrapid-Strecke nach LEJ billiger wäre als den BER fertig zu bauen.

 

PS: Wenn der halbe Flieger berlinert, dann sitzen zur Mehrzahl Brandenburger drin. Nur wer weder berlinert noch sächselt, könnte ein Berliner sein. ^_^

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@gudi

Also man sollte doch etwas vorsichtig mit ausschweifenden Beiträgen zu Themen wie VWL sein, wenn man davon offensichtlich nur über äußerst begrenzte Kenntnisse verfügt...

Behauptungen wie z.B. dass Urlauberflüge eine Region volkswirtschaftlich ärmer machen, sind nicht nur sachlich völlig falsch, sondern klingen für mich eher nach den platten Parolen, mit denen gewisse Parteien aus dem rechten Spektrum versuchen, auf Wählerfang zu gehen (ich gehe aber mal sehr davon aus, dies absolut nicht beabsichtigt ist).

 

Und dann noch verschiedene Punkte irgendwie miteinander zu verknüpfen, die aber schlicht und einfach praktisch nichts miteinander zu tun haben, ist auch nicht gerade sinnvoll...

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Guest

Ich kann mich dem nur anschließen,und verwehre mich dagegen, das meine Urlaubsflüge (egal wo hin) volkswirtschaftlich schädlich sind. Und selbst wenn ich diese Flüge nicht antreten würde,weil ich mit dem Auto fahre,fließt mein Geld dann woanders hin,ob nun an die Ostsee,Nordsee,nach Tirol oder sonstwo...Oder,@Gudi,erwartest du,das die Leute ihr wohlverdientes Geld zu Hause ausgeben,beispielsweise für Elektronik aus Asien,und dafür auf Urlaub verzichten?

Vor Jahren gab es mal Flüge mit AB von Leipzig nach London. Warum wohl hat man die eingestellt?!

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@gudi

Also man sollte doch etwas vorsichtig mit ausschweifenden Beiträgen zu Themen wie VWL sein, wenn man davon offensichtlich nur über äußerst begrenzte Kenntnisse verfügt...

Behauptungen wie z.B. dass Urlauberflüge eine Region volkswirtschaftlich ärmer machen, sind nicht nur sachlich völlig falsch, sondern klingen für mich eher nach den platten Parolen, mit denen gewisse Parteien aus dem rechten Spektrum versuchen, auf Wählerfang zu gehen (ich gehe aber mal sehr davon aus, dies absolut nicht beabsichtigt ist).

 

Und dann noch verschiedene Punkte irgendwie miteinander zu verknüpfen, die aber schlicht und einfach praktisch nichts miteinander zu tun haben, ist auch nicht gerade sinnvoll...

 

Immerhin hat gudi seine Behauptungen mit Argumenten unterlegt - das kann man von deinem Post nicht gerade behaupten...

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Ich kann mich dem nur anschließen,und verwehre mich dagegen, das meine Urlaubsflüge (egal wo hin) volkswirtschaftlich schädlich sind.

Da kannst du dich dagegen verwehren soviel wie du willst: Wenn man deine Flüge isoliert betrachtet und du in der Zielregion mehr Geld ausgibst als in der Quellregion, dann ist das für deine Startregion volkswirtschaftlich nicht positiv.

 

In der Gesamtbetrachtung speziell von DRS mag natürlich hinzukommen, daß die Incoming-Paxe möglicherweise zahlungsbereiter/zahlungswilliger sind.

 

Und selbst wenn ich diese Flüge nicht antreten würde,weil ich mit dm Auto fahre,fließt mein Geld dann woanders hin,ob nun an die Ostsee,Nordsee,nach Tirol oder sonstwo.

Merkst du eigentlich noch was?

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Immerhin hat gudi seine Behauptungen mit Argumenten unterlegt - das kann man von deinem Post nicht gerade behaupten...

 

Also Argumente konnte ich im letzten Posting nun nicht wirklich erkennen.

 

Denn wenn ich eine Volkswirtschaftliche Betrachtung starten will, und dann mit der Zahl von Übernachtungen argumentiere, habe ich mich schon mit diesem Ansatz als komplett ahnungslos gezeigt.

 

4 Mio Übernachtungen sind für die Hotelbetriebe in Dresden vielleicht betriebswirtschaftlich besser, als die 2,7 Mio in Leipzig. Nur volkswirtschaftlich sind diese Zahlen leider völlig ohne eine Relevanz.

Denn volkswirtschaftlich muss man die Besucher zunächst qualifizieren.

Ist es "nur" ein Tourist, so ist der volkswirtschaftliche Nutzen recht überschaubar.

Ist es aber eine Messebesucher, der einer Firma in Bayern einen Auftrag gibt, waren zu produzieren, die dann mit der Bahn zum Hamburger Hafen geschafft werden, um von dort irgendwo hin auf die Welt gebracht zu werden, ist das Volkswirtschaftlich ein riesiger Beitrag. Obwohl das Land Sachsen dabei nur die Hotelübernachtung und die in der Messe angefallenen Kosten für sich verbuchen kann.

 

Es gibt nun einmal keine Dresdner Volkswirtschaft, auch keine Sächsische. Und selbst die Abgrenzung der Deutschen Volkswirtschaft wird durch den EU-Binnenmarkt immer schwieriger.

Da kannst du dich dagegen verwehren soviel wie du willst: Wenn man deine Flüge isoliert betrachtet und du in der Zielregion mehr Geld ausgibst als in der Quellregion, dann ist das für deine Startregion volkswirtschaftlich nicht positiv.

 

Auch das ist eine betriebswirtschaftliche Betrachtung und hat nichts mit Volkswirtschaft zu tun.

 

Wenn ich eine Fernreise per Flugzeug antrete, und dort im Urlaub ggf. ein paar Tausend Euro ausgebe, dann kann das für unsere Volkswirtschaft unter bestimmten Umständen sogar ein riesiger Gewinn sein.

Denn gesetzt den Fall, ich treffe auf dieser Reise nur auf eine Person, die durch meine Reise im eigenen Heimatland in Lohn und Brot bleibt, und dadurch nicht als Flüchtling nach Deutschland kommt, ist der volkswirtschaftliche Nutzen größer, als wenn ich die gleiche Summe in Deutschland ausgegeben hätte.

 

Und nebenbei, Isolierte Betrachtung und Volkswirtschaft, ist wie Fussballweltmeisterschaft für Delfine.

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@scramjet

Stimmt meine VWL Kenntnisse sind nur begrenzt, deswegen höre ich mir gerne an, was du darüber weißt. Einfach nur "stimmt nicht" ist mir aber zu wenig. Und nein, ich bin nicht auf Wählerfang. Aber wenn dann dürfte es gerne auch eine linksradikale Partei sein.

 

Dazu dass die verschiedenen Punkte nichts miteinander zu tun haben, da bin ich schlicht anderer Ansicht. Messen und Flughäfen können nicht getrennt voneinander gedacht werden. Es gibt praktisch keine erfolgreiche Messestadt, die nicht auch einen großen Flughafen hat. Hinzu kommt, dass Leipzig die einzige Messestadt der DDR war und dadurch auch zu Mauerzeiten viele internationale Besucher aus dem Westen hatte und die damit verbundenen Begleiterscheinungen (bis hin zur Prositution), die ansonsten in der DDR unbekannt waren. Außerdem fand nur im Leipziger Zentralstadion regelmäßig das Turn- und Sportfest der DDR statt. Aus dieser Geschichte heraus erklärt sich, wieso die Leipziger nach der Wende früh auf den Bau eines Internationalen Flughafen und eine Bewerbung um Olympische Spiele gesetzt haben. Die Verantwortlichen der Stadt haben weiterhin stur auf ihre früheren Alleinstellungsmerkmale aus DDR Zeiten gesetzt, ohne die Konkurrenzsituation dutzender westdeutscher Messe- und Flughafenstandorte zu beachten. Eine internationale Messestadt zu sein gehört zum Leipziger Selbstverständnis, deswegen werden unvernünftige hohe Summen in diesen Bereich und in den Flughafen investiert, mit Auswirkungen bis nach Dresden.

 

@LunaT

Ich will dir deine Urlaubsflüge weder madig machen noch verbieten. Ich kann dir nicht vorschreiben, wie du dein Geld ausgeben sollst. Ich bin ja kein Grüner. Mich interessiert nur, wie der Staat unser Geld am sinnvollsten einsetzen sollte. Es ist doch so, dass viele defizitäre Flughäfen ihren Subventionsbedarf damit begründen, dass die angebotene Verkehrsinfrastruktur einen indirekten Nutzen für die Gesamtwirtschaft darstellt. Und das gilt meiner Ansicht nach nur, wenn man Touristen und Geschäftsreisende heran fliegt. Die IAA ist die größte Messe Deutschlands mit über 1,2 Millionen Besucher. Das wäre ohne den Frankfurter Flughafen so nicht möglich. Die größte Messe und der größte Flughafen stärken einander gegenseitig.

 

Und genau so müsste es auch in Leipzig funktionieren, wenn die verschiedenen Investitionen zusammen genommen einen Sinn ergeben sollen. Eine Messe ohne internationales Profil bedeutet, das Geld für den Flughafen war rausgeschmissen. Und ein Flughafen, der hauptsächlich Urlaubsziele anfliegt, bedeutet das Geld für die Messe war rausgeschmissen. Der Flughafen LEJ braucht die LCC-Verbindungen in andere europäische Großstädte, weil die Messe Besucher braucht, selbst wenn man sie aus DRS abwerben muss. Wichtig ist nicht, wo die Passagiere abgerechnet werden, sondern wo sie ins Hotel einchecken und was sie tun, wägend sie in der Stadt.

 

Flugverkehr ist nur ein Mittel, um den Aufenthaltsort einer Person zu verändern. Der wirtschaftlich interessante Teil passiert erst danach. Wie schon verlinkt steht Frankfurt bei ausländischen Gästen auf Platz 3. 1/4 mehr Übernachtungen als im zweieinhalb mal so großen Hamburg, dem "Tor zur Welt". Das ist der eigentliche Wert eines Flughafens. Deswegen möchte man in seiner Region einen besonders großen und teuren Flughafenausbau subventionieren dürfen. Nicht damit die Kanarenvögel, die im Fliegern neben mir sitzen, einen bestimmten Dialekt sprechen. Das kann mir doch egal sein.

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Es ist doch so, dass viele defizitäre Flughäfen ihren Subventionsbedarf damit begründen, dass die angebotene Verkehrsinfrastruktur einen indirekten Nutzen für die Gesamtwirtschaft darstellt. Und das gilt meiner Ansicht nach nur, wenn man Touristen und Geschäftsreisende heran fliegt.

 

Nein, das gilt nur, wenn die gezahlten Subventionen in Summe mit dem Ergebnis des Flughafens einen positiven volkswirtschaftlichen Nutzen ergeben.

Hier müssen alle Kosten betrachtet werden, die anfallen würden, wenn die Subventionen eingestellt und der Airport geschlossen wird. Und alle Kosten meint dann nicht nur das Arbeitslosengeld, sondern auch die fehlenden Gelder in den Sozialkassen, weil keine Kranken- und Rentenversicherung mehr gezahlt wird. Dazu dann alle Gelder die verloren gehen, weil abhängige Unternehmen keine Leistungen erbringen können, usw.

 

Wenn ich allerdings einen defizitären Flughafen mit Subventionen am Leben erhalte und er kanibalisiert einen anderen, nicht aus eigener Kraft lebensfähigen Flughafen, ist das volkswirtschaftlich kompletter Unsinn. Das hat ausschließlich damit zu tun, dass man den Wunsch nach etwas eigenem hat.

 

Und zurück zur Situation in Sachsen.

Volkswirtschaftlich ist es kompletter Humbug, dass es zwei Flughäfen gibt.

Würden nur diese Überlegungen herangezogen, müsste man sich für einen Airport entscheiden und den anderen dicht machen.

Da die handelnden Personen nun aber gewählt werden, und zwar von den Menschen aus genau den Regionen, wo die Flughäfen sind, werden wir auf so eine Entscheidung lange warten können.

 

Nebenbei möchte auch ich diese Entscheidung nicht treffen müssen.

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Was den Linienverkehr betrifft ist Leipzig Null Ersatzoption für Dresden. Da geht es zum Beispiel um die Chipindustrie samt nachgelagerter Bereiche: Zum Beispiel der Photomaskenshop gleich beim Flughafen (die gibt es weltweit nur bei Flughäfen..): Die werden bei Produktionsstillstand sogar per Handkurier angeliefert, repariert und so wieder abgeholt. Da muss es regelmäßige Hubverbindungen geben. Kein Mensch käme auf die Idee, auf Dauer solche Aufträge nach DRS zu vergeben, wenn da immer nochmal in Summe stundenlange Spazierfahrten hinzu kommen. Das gleiche gilt für angeforderte Servicetechniker von Anlagenzulieferern - soll man da jedes mal 2 Stunden länger warten nur weil jemand einen LCC Flughafen quersubventionieren soll?

 

Der Flughafen in Dresden ist strukturelle Anforderung für die Großindustrie, zumal andere Verkehrsmittel im Vergleich zu Leipzig eine absolute Katastrophe sind (das merkt man, wenn man abends nur auf einer ehemaligen Güterstrecke von Berlin nach Dresden kommt (doppelte Fahrzeit wie Leipzig) oder gar in Nahverkehrszügen nach München ... Da sind die ganzen Hoteldiskussionen Nebensache. Von Tagesdienstreise nach NRW ganz zu schweigen - die Anreise nach Leipzig dauert dafür viel zu lange ...

Edited by RTFFTL

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Volkswirtschaftlich muss man die Besucher zunächst qualifizieren. Ist es "nur" ein Tourist, so ist der volkswirtschaftliche Nutzen recht überschaubar.

Aber genau das versuche ich doch, mit dem mir zur Verfügung stehenden Datenmaterial. Ausländische Hotelgäste sind mit hoher Wahrscheinlichkeit zuvor am nächstgelegenen Flughafen als Incoming-Passagiere angekommen. Leider rechnet das Hotelgewerbe pro Nacht und nicht pro Person ab, sonst hätte man Gästezahlen und nicht immer nur Übernachtungszahlen. Aber die Größenverhältnisse zwischen den verschiedenen Standorten werden dennoch deutlich. Für den Geschäftsreiseanteil an den Hotelgästen und Passagieren gibt es immer nur Schätzungen, die auf ein Vielfaches von 10% genau gerundet wurden. Diese Daten werden einfach nicht erhoben.

 

Von den Messen erfährt man noch die Zahl der Fachbesucher. Und weil diese bei der AMI traditionell niedrig sind, stellt sie sich gerne als Automesse für den "Endverbraucher" dar. Aber gerade dann braucht man besonders hohe Besucherzahlen, um gegenüber den Ausstellern den Nutzen einer Teilnahme deutlich zu machen. Ich kann nur sagen, dass sowohl der Flughafen als auch die Messe was Passagier- und Besucherzahlen angeht, hinter den selbstgesteckten Zielen zurück geblieben ist und mich nicht als volkswirtschaftliche Erfolgsprojekte überzeugen. Der Flughafen Leipzig wollte schon längst über 3 Millionen Passagiere sein und auf die 7 Millionen zugehen.

 

Es gibt nun einmal keine Dresdner Volkswirtschaft, auch keine Sächsische.

Aber natürlich gibt es die. Immer dann, wenn die Tarifparteien dein Gehalt anhand des ortsüblichen Niveaus festlegen. Entscheidend ist dabei der Haupteingang des Unternehmens, wenn der Eingang in Ostberlin ist aber dein Arbeitsplatz in Westberlin, dann hast du Pech gehabt und bekommst Osttarif. So einfach ist das. Da ist es ganz egal, dass wir alle in einem Europa leben. Es ist ein kapitalistisches Europa und wenn du nicht weißt, was dir gehört, dann gehört es bestimmt jemand anderem.

 

Gesetzt den Fall, ich treffe auf dieser Reise nur auf eine Person, die durch meine Reise im eigenen Heimatland in Lohn und Brot bleibt, und dadurch nicht als Flüchtling nach Deutschland kommt, ist der volkswirtschaftliche Nutzen größer, als wenn ich die gleiche Summe in Deutschland ausgegeben hätte.

Das ist doch ein Sozialmärchen! Indem du im Ausland deinen Reichtum herum zeigst, löst du die Armutsmigration überhaupt erst aus. Deutschen Urlaubern beim Faulenzen zuschauen, macht nicht gerade den Eindruck, als ob man in diesem Land schwer arbeiten müsste. Und wer sagt, dass der Flüchtling in Deutschland nicht auch positiv zur Volkswirtschaft beitragen würde? Es ist unbestreitbar schwierig den volkswirtschaftlichen Nutzen einer Tätigkeit abzuschätzen. Aber es gibt dennoch Begründungen, die sind weitaus plausibler als andere. Auch wenn ich "nur" ein Tourist bin, dann habe ich zumindest mein Hotelzimmer bezahlt, für jede Nacht die ich da war. Und es macht einen Riesen-Unterschied wo das Hotel steht, sonst kämen nicht jedes Jahr so viele Tourismuswerber zur ITB Berlin.

 

---

 

Der Flughafen in Dresden ist strukturelle Anforderung für die Großindustrie.

Nur weil man etwas braucht, heißt es nicht, dass man es auch bekommt. Die Chipindustrie allein kann keine Linienverbindung auslasten. Sie ist darauf angewiesen, dass auch die ganz normalen Passagiere weiter ihre Tickets kaufen. Der regelmäßige Hubanschluss wird in DRS kein Problem werden, aber nur weil er sich auch für den Hub lohnt. Industrien die auf Flughäfen angewiesen sind, führen nicht dazu dass überall Flughäfen entstehen, sondern siedeln sich an bestehenden Flughäfen an. Eben dieser Effekt ist ja mit ein Grund dafür, dass sich ein Flughafen volkswirtschaftlich rechnen kann, auch wenn er es betriebswirtschaftlich vielleicht nicht tut. Wenn das aber alles dazu führt, dass man einen dauerhaft defizitären Flughafen bekommt, den man noch nicht einmal schließen kann, weil das noch mehr Schaden anrichten würde, dann hat man ein schönes Dilemma.

Edited by gudi

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Eben dieser Effekt ist ja mit ein Grund dafür, dass sich ein Flughafen volkswirtschaftlich rechnen kann, auch wenn er es betriebswirtschaftlich vielleicht nicht tut. Wenn das aber alles dazu führt, dass man einen dauerhaft defizitären Flughafen bekommt, den man noch nicht einmal schließen kann, weil das noch mehr Schaden anrichten würde, dann hat man ein schönes Dilemma.

 

Willkommen in der Welt der Volkswirtschaft!

 

Dort ist das nämlich kein Dilemma, sondern eine Notwendigkeit.

 

Das ist nämlich eines der Probleme, wenn mit dem "Allgemeinwohl" und dem Nutzen für die Volkswirtschaft argumentiert wird.

In der Regel sind es dann doch "nur" die eigenen Befindlichkeiten und Interessen.

Das finde ich übrigens nicht schlimm. Man sollte nur dazu stehen.

 

Die Aussage "Flughafen XY finde ich gut und will ihn behalten", ist für sich gesehen völlig in Ordnung.

Problematisch wird es erst dann, wenn man als Argumentationshilfe irgend einen Allgemeinnutzen konstruieren will.

 

 

Und das, was Du als "Sozilamärchen" hinstellst, hatte ich im Konjunktiv geschrieben.

Damit schildere ich eine Möglichkeit, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die Aussage, wenn Du das tust (oder lässt) ist das gut oder schlecht für die Volkswirtschaft hingegen, gaukelt vor, der Schreiber würde die vollständige Faktenlage kennen. 

Und glaub mir, für jede Rechnung, mag sie noch so abstrus sein, die den Schaden von Fernreisen für unsere Volkswirtschaft belegen möchte, habe ich eine aufLager, die das genaue Gegenteil belegt.

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Zweifellos entzieht eine Urlaubsreise per Flugzeug ins Ausland teilweise der deutschen Volkswirtschaft Finanzmittel. Neben der bereits angesprochenen Abgrenzungsthematik (betrachte ich nur die regionale, die nationale oder gar die Volkswirtschaft der EU insgesamt?) zur Bewertung eines solchen Vorgangs, ist zudem der Aspekt der möglichen Alternativen zu berücksichtigen: Würden Urlauber, im Falle, am Flughafen um die Ecke besteht keine Flugverbindung zu den von ihnen präferierten Urlaubsorten, denn tatsächlich auf eine Flugreise verzichten oder nicht eher einen anderen Abflugsort oder ein anderes Flugurlaubsziel wählen, das bei ihnen vor Orte angeboten wird?

 

Es mag Leute geben, die in solchen Entscheidungssituationen tatsächlich keinen Flugurlaub mehr unternehmen, sie werden jedoch m.E. sicherlich eine recht kleine Minderheit darstellen.

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Zweifellos entzieht eine Urlaubsreise per Flugzeug ins Ausland teilweise der deutschen Volkswirtschaft Finanzmittel.

 

Sorry, aber diese Aussage ist grundsätzlich falsch. Gerade wenn man aus volkswirtschaftlicher Sicht argumentiert, muss man die globalen Kapitalströme bzw. die Außenhandelsbilanz beachten (mit der diskutierten Abgrenzungsthematik wird das auch nicht so recht getroffen, weil hier in erster Linie die nationalen Grenzen ausschlaggebend sind).

 

Denn die Kapitalströme, die durch Touristen ins Ausland fließen, sind einfach nur ein Teil der Außenhandelsbilanz, und stellen im Prinzip nichts anderes dar als jeder ganz normale Warenimport.

 

Und Handel funktioniert nun mal nur, wenn er in beiden Richtungen stattfindet, es kann ja nicht einer immer nur ein- und der andere verkaufen. Irgendwie müssen die Gelder dafür ja wieder zurückfließen, dabei stellt natürlich auch der Tourismus einen Posten dar.

Plump gesagt: Wenn die deutschen Urlauber nicht nach Malle fahren und da Geld ausgeben, können sich die Leute da keine BMWs kaufen.

 

Im Optimalfall hat jedes Land eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz (zumindest über langfristig gesehen). Was sich für Probleme ergeben, wenn Länder auf Dauer mehr einkaufen als verkaufen, was ja nur über Schulden finanziert werden kann, sehen wir ja an der aktuellen Finanzkrise. Dass Deutschland für seinen dauerhaften Außenhandelsüberschuss kritisiert wird, kommt ja nicht von irgendwo her.

 

Das Prinzip von Handel ist doch ganz einfach: Einer kann was bieten, was ein anderer haben will und umgekehrt.

Der sächsiche Monteur in der gläsernen VW-Manufaktur will Sonne, Sandstrand und leicht bekleidete Mädels, fliegt nach Malle (woran der DRS auch noch gutes Geld verdient) und lässt es sich gut gehen. So gut, dass sich der Strandbar-Besitzer auf Malle nen neuen Phaeton zulegen kann. Wieder daheim freut sich der sächsische Malle-Urlauber, weil er noch nen Extra-Bonus bekommt, weil die Exporte von teuren Autos so brummen. Alle sind glücklich. Sogar die sächsischen Flughafenmitarbeiter.

 

Gut, ist jetzt sehr vereinfacht ausgedrückt. Aber im Kern genau der Kreislauf, der stattfindet, durch den Handel profitieren eben alle Beteiligten. In der Realität sind die ganzen Kreisläufe natürlich unüberschaubar verflochten und kompliziert, vor allem pflanzen sich diese ja auch auf nationaler Ebene mit Unmengen an Abhängigkeiten fort.

 

Aber langer Rede, kurzer Sinn - Urlaubsreisen, auch mit dem Flugzeug (man bedenke auch die Luft- und Raumfahrtindustrie) ins Ausland sind für die deutsche Wirtschaft auf keinen Fall schädlich, im Gegenteil, sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Wirtschaft, und ein Verzicht auf solche in Großem Maße würde volkswirtschaftliche Einbußen bedeuten.

Edited by scramjet

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Welche Stadt ist denn nun die wirklich wichtigere in Ostdeutschland ? Leipzig oder Dresden ?

In Westdeutschland stehen wir seit Jahrhunderten vor einer ähnlichen ungelösten Frage. Köln oder Düsseldorf ? Köln hat die ältere Tradition und Geschichte, das Dorf weiter im Norden das größere wirtschaftliche Potential. Wir sind trotzdem beide die Macht am Rhein. Sch...egal wer den größeren Airport hat.

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Letztlich ist ein Flughafen wichtiger Infrastrukturbestandteil einer Stadt/ Region - und dabei ist entscheidend, wo man die Grenzen zieht. LEJ gehört ja zu "Mitteldeutschland", Dresden ist aber eine eigenständige Region und gehört nicht (mehr) dazu.

 

Die Strukturbedeutung für eine Stadt/ Region ist sowohl incoming wie auch als Standortfaktor selbst interessant. eine gut angebundene Stadt/Region zieht Forschung, Wirtschaft, Familien usw. an = wirtschaftlicher Nutzen (je nach Systemeingrenzung VWL oder BWL). Anbindung ist natürlich nur ein Faktor, der eine Stadt/Region lebenswert macht. Und ich finde, Dresden hat dafür sehr gute Bedingungen, ob Natur, Kultur, Vielfältigkeit, Universitäten, Forschung... nur der Anbindung wird als Standortfaktor noch nicht genügend Rechnung getragen meine ich. Zumindest habe ich von Stadtrat bzw. Bürgermeistern auch umliegend Meißen... außer Herrn Hilbert noch nicht viel vernommen, auch während der neulichen Diskussionen.

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Sorry fürs Flamen aber:

 

Neben allen berechtigten Diskussionen zur Steuergeldverschwendung finde ich es schon interessant, dass guderian, der glühendste Fan der größten Steuergeldverschwendung der jüngsten Zeit (BER) hier Steuergeldverschwendung anprangert und mit Aussagen wie:

 

 Es gilt eben nicht für den BER, weil sich bei den viel höheren Passagierzahlen die Investitionen dort ganz anders rechnen.

 

auffällt, die just (zum wiederholten Male) als unrichtig berichtet wurde.

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Guest

Merkst du eigentlich noch was?

Auch wenn ich diesen Satz mehr als unqualifiziert finde,möchte ich darauf antworten:

Ich hatte das Beispiel mit den erhöhten Flugkosten ab Leipzig bedingt durch die Kürzungen am DRS nicht umsonst angeführt. Ich selbst habe Freunde,die nur zu einem ganz bestimmten Termin Urlaub machen können. (betriebliche Urlaubsplanung). In ihrem speziellen Fall haben sie sich aus genau diesem Grund dieses Jahr gegen eine Flugreise,und für eine Autoreise an den Balaton entschieden. Wenn ich jetzt argumentiere,bei Verzicht auf eine Flugreise fließt das Geld woanders hin,was ist daran falsch?!

Und nochmal,ich glaube nicht,das LEJ in der Gesamtzahl die Passagiere abbekommt,die duch Wegfall und Ausdünnung von Touristrecken in DRS sich nach Alternativen umschauen müssen...

Edited by Guest

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Das ist nämlich eines der Probleme, wenn mit dem "Allgemeinwohl" und dem Nutzen für die Volkswirtschaft argumentiert wird. In der Regel sind es dann doch "nur" die eigenen Befindlichkeiten und Interessen. Problematisch wird es dann, wenn man als Argumentationshilfe irgend einen Allgemeinnutzen konstruieren will.

Eben darum müssen wir in jedem Einzelfall versuchen heraus zu finden, ob ein behaupteter Allgemeinnutzen nur konstruiert oder real vorhanden ist? Was hat eine Region von einem DHL-Verteilzentrum? Kommen die Pakete dadurch schneller an oder ergibt sich dadurch noch ein anderer Vorteil?

 

Incoming-Passagiere sind in der Regel auch Hotelgäste und Kunden für Einzelhandel und Gastronomie, weshalb ich sie als volkswirtschaftlich wertvoll betrachten möchte. Umsteige-Passagiere, die den Flughafen überhaupt nicht verlassen, sind hingegen nur insofern nützlich, als dass sie Langstreckenflüge ermöglichen, in denen dann auch wieder Incoming-Passagiere drin sitzen können. Ein Drehkreuz mit 100% Umsteigern würde ich als für die Region nutzlos beurteilen. Das hilft wirklich nur denjenigen, die direkt am Flughafen arbeiten.

 

Die oft kritisierten Billigflughäfen mit ihren Direktflügen zwischen europäischen Großstädten sind jedoch volkswirtschaftlich sehr wertvoll, wenn es darum geht Geschäfts- und Städtereisende in eine Region zu holen. Der Flughafen verdient daran vielleicht weniger, aber die Region dafür umso mehr.

 

Willkommen in der Welt der Volkswirtschaft! Dort ist das nämlich kein Dilemma, sondern eine Notwendigkeit.

Es bleibt eine Wahl zwischen zwei schlechten Alternativen, bei der man sich nur für die weniger schlechte entscheiden kann, nämlich die Dauersubvention eines betriebswirtschaftlich defizitären aber volkswirtschaftlich notwendigen Flughafens. Und das klingt dann so:

 

Flughafenchef Markus Kopp: „Für mich ergibt sich bei 1,7 Millionen Passagieren gar nicht die Frage, ob der Flughafen geschlossen wird. Für mich ergibt sich bei 1,7 Millionen Passagieren eher die Frage: Wie kann ich das wirtschaftlich betreiben? Da ist die Schließung überhaupt keine Alternative.“

 

Interessant auch worauf der Flughafen den Passagierrückgang zurück führt, die Pleite von OLT und die Schließung des AB-Drehkreuzes in NUE. Die OLT-Verbindungen nach Zürich, Hamburg, Budapest, London und Wien waren dabei vielleicht der herbere Verlust für die Dresdener Hotellerie.

 

Und das, was Du als "Sozilamärchen" hinstellst, hatte ich im Konjunktiv geschrieben. Damit schildere ich eine Möglichkeit, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Alles ist möglich! Möglichkeiten bedeuten aber nichts ohne ihre Wahrscheinlichkeiten. Die Unterstützer des Flughafens Tempelhof haben argumentiert, dass ein City-Flughafen mit nur ein paar Tausend Privatflieger im Jahr, wirtschaftlich immens wichtig sei, weil die Zeit der Investoren und Entscheider so begrenzt ist. Mit dieser Möglichkeit, dass der alles entscheidende Investor vorbei kommen könnte, kann man alles begründen. Selbst Kassel-Calden.

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@gudi

 

Nehm doch mal bitte die Scheuklappen ab und komm von deinem Tunnelblick weg, in dem nur das lokale Tourismusgewerbe existiert.

Ansonsten ist die ganze Diskussion einfach nur sinnlos...

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Gerade wenn man aus volkswirtschaftlicher Sicht argumentiert, muss man die globalen Kapitalströme bzw. die Außenhandelsbilanz beachten (mit der diskutierten Abgrenzungsthematik wird das auch nicht so recht getroffen, weil hier in erster Linie die nationalen Grenzen ausschlaggebend sind).

Es kommt immer auf den Eigentümer eines Flughafens an und dessen regional-wirtschaftliche Interessen (Regionalökonomie ist eine Spezialdisziplin der Volkswirtschaftslehre). Bei der Mitteldeutschen Airport Holding sind die Grenzen von Sachsen und Sachsen-Anhalt ausschlaggebend. Des weiteren sind die Interessen von drei Städten betroffen, weil sie in der Nähe der beiden Flughäfen DRS und LEJ liegen und Gesellschafter der Holding sind.

 

Sachsen 76,64 %

Sachsen-Anhalt 18,54 %

Dresden 2,52 %

Leipzig 2,1 %

Halle an der Saale 0,2 %

 

Und Handel funktioniert nun mal nur, wenn er in beiden Richtungen stattfindet, es kann ja nicht einer immer nur ein- und der andere verkaufen. Irgendwie müssen die Gelder dafür ja wieder zurückfließen, dabei stellt natürlich auch der Tourismus einen Posten dar. Plump gesagt: Wenn die deutschen Urlauber nicht nach Malle fahren und da Geld ausgeben, können sich die Leute da keine BMWs kaufen.

Gut für Leipzig, denn da steht das BMW Werk und nicht in Dresden. Handel funktioniert auch in nur eine Richtung, z.B. wenn man die Touristen immer nur nach Süden fliegt. Allerdings entsteht dann ein wirtschaftliches Ungleichgewicht, das anderweitig ausgeglichen werden muss, ein Flughafen der seiner Region Vermögen entzieht. Damit ein ausgeglichener Handel mit Passagieren in beide Richtungen funktionieren kann, braucht man Verbindungen, die in beide Richtungen interessant sind, also eher Dresden - Madrid als Dresden - Mallorca.

 

Dass Deutschland für seinen dauerhaften Außenhandelsüberschuss kritisiert wird, kommt ja nicht von irgendwo her.

Zu viel Geld haben oder zu wenig Geld haben. Beides ist ein Ungleichgewicht, aber nur eins davon ist angenehm.

 

Das Prinzip von Handel ist doch ganz einfach: Einer kann was bieten, was ein anderer haben will und umgekehrt.

Der Flughafen möchte, dass seine Defizite vom Steuerzahler ausgeglichen werden und das zahlende Bundesland möchte dafür einen volkswirtschaftlichen Nutzen sehen. Es ist wirklich ein ganz einfacher Handel.

 

Der sächsiche Monteur in der gläsernen VW-Manufaktur will Sonne, Sandstrand und leicht bekleidete Mädels, fliegt nach Malle (woran der DRS auch noch gutes Geld verdient) und lässt es sich gut gehen. So gut, dass sich der Strandbar-Besitzer auf Malle nen neuen Phaeton zulegen kann. Wieder daheim freut sich der sächsische Malle-Urlauber, weil er noch nen Extra-Bonus bekommt, weil die Exporte von teuren Autos so brummen. Alle sind glücklich. Sogar die sächsischen Flughafenmitarbeiter.

Nein, ganz anders! Der sächsische Monteur muss (egal ob er Flugangst hat und sich Urlaubsflüge leisten kann) von seinem Gehalt Steuern zahlen und darf im Gegenzug wählen gehen und mitentscheiden, wer seine Steuergelder ausgeben darf. Der Handel findet hier zwischen Wähler und Politiker statt und entscheidet sich danach, ob der Politiker für seine Unterstützung eines Großprojekts gelobt oder getadelt wird. Bis hin zu Ministerpräsidenten, sie sich plötzlich für ein Nachtflugverbot aussprechen und Volksentscheiden in der Sachfrage, ob ein Flughafen geschlossen werden darf oder offen gehalten werden muss. Der Passagier ist einzig und allein über den Gebührenanteil an seinem Ticketpreis mit dem Flughafen in einem Handel. Dieses Geld reicht aber bestenfalls für den Betrieb und nicht für größere Ausbauvorhaben aus. Diesen Handel macht der Flughafen mit dem Steuerzahler.

Edited by gudi

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Eben darum müssen wir in jedem Einzelfall versuchen heraus zu finden, ob ein behaupteter Allgemeinnutzen nur konstruiert oder real vorhanden ist? Was hat eine Region von einem DHL-Verteilzentrum?.

Ich würde mich da glatt in die Aussage versteigen, dass es Arbeitsplätze sind.

 

Denn wer fertigt die Frachtflieger ab? Roboter?

Und meines Wissens sortieren sich die Pakete auch nicht ganz von alleine. Mein letzter Kenntnisstand sind 3.600 Beschäftigte und zusätzliche 400, wenn die Erweiterung der Sortierhalle fertig ist.

Und das ist jetzt nur DHL. Hinzu kommen die Beschäftigten des Flughafens, die mit den Frachtern zu tun haben. Das dürften auch noch mal ein paar Hundert sein.

 

Um den volkswirtschaftlichen Nutzen zu erzielen, müssen sich Deine ankommenden Passagiere aber ein paar Monate in sächsische Hotels einmieten!

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