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e-stonia

Singapur und Taiwan

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Asien in 14 Tagen

 

 

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Anfangen wollte ich mit meinem Tripreport nach Singapur und Taiwan, aus gegeben Anlass wegen dem Artikel http://www.airliners.de/news/artikelseite....articleid=15635 . Leider kam ich bisher einfach nicht dazu, die Bilder alle hochzuladen, denn es ist wirklich eine ganz schöne Arbeit. Aber es macht Spaß, die Tripreports zu lesen, die hier sind, und geben auch neue Ideen, deshalb wollte ich diesen auch hier veröffentlichen, hoffentlich gefällt er zu einem Ziel, das ein bisschen außergewöhnlich ist.

 

Stattgefunden hat das alles schon im Januar. Ein Freund von mir studiert Sinologie in Taipeh für ein Jahr und ich flog ihn besuchen.

Der folgende Text entstammt meinem Tagebuch, weshalb manche Sachen auch so geschrieben sind, als wäre ich gerade da. :-)

Der Text ist sehr lang, ich habe ihn hier gekürzt und geändert, hoffentlich ergeben sich keine inhaltlichen Fehler.

 

Und hier geht es los:

 

 

 

Raus aus Europa, rein ins Unbekannte: Asien in 14 Tagen!

Dienstag, 15. Januar 2008 – Die Reise beginnt FRA-SIN mit LH778

Boarding: 22:00 Uhr MEZ

Mein Gott, war ich aufgeregt!

Der FLug war ausgebucht und Lufthansa machte meinen Hinflug zur Überraschung. "Herr e-stonia, macht es Ihnen etwas aus, wenn Sie Business fliegen?" "Neeeein, kann ich gerne machen. "Gut, hier ist Ihre Bordkarte".

Der Hammer, absolut. Ein super Sessel, Begrüßungschampagner, toller Service und von dem Essen könnte ich noch viel mehr erzählen Zwar habe ich nicht so überragend toll geschlafen, aber es war ganz okay und ich fühle mich ausgeruht. Leider hab ich vor der ganzen Aufregung vergessen Bilder zu machen...

Der Flug verlief wie im Flug, 12 Stunden lang. Das war mein erster Langstreckenflug.

Den Nachtflug empfand ich als sehr angenehm, da man sich etwas ausspannen kann. Morgens kriegt man frische Brötchen und eine frische Tageszeitung und nach der Landung wundert man sich, warum es doch schon 19 Uhr abends ist, obwohl man eben erst frühstückte. Tja, Jetlag lässt grüßen, aber den habe ich abends gut verdrängt...

 

17. Januar 2008 – Singapur und Flug SIN-TPE mit Jetstar Asia 3K521

 

Heute morgen erstmal richtig verschlafen: Waren gestern Abend mit mit einer Freundin unterwegs und haben zu viel getrunken. Das gute ist, dass ich um 24 Uhr deutsche Zeit schlafen ging. :-)

Wir trafen uns an der Metrohaltestelle City Hall und liefen zum Raffles Hotel, ein gehobenes Hotel im Kolonialzeitstil mit vielen Touristen. Dort mussten wir natürlich den original Singapore Sling trinken, der da vor 1250 Jahren oder so erfunden wurde - ich fand den nicht besonders, nicht frisch, einen richtigen Cocktail stelle ich mir anders vor.

Naja, danach sind wir weiter gezogen, haben uns im McDonald‘s gestärkt (warum fliegt man um die halbe Welt, und isst dann nur wieder im Macces?), Bier gekauft und dann in den Club „Ministry of Sound“ gegangen, der war ziemlich fesh („Buy two bottles of Absolut Vodka for S$344, € ~170, and get a bottle for free!“), aber irgendwie war ich nicht in der Stimmung und zu müde um zu tanzen. Die Musik war auch mittelmäßig und ich erschöpft von der Reise.

 

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Singapur besteht wie jede Stadt auch aus verschiedenen Vierteln. So gibt es das britische Kolonialviertel, ein chinesisches Chinatown, ein indisches Irgendwas und, dort war auch mein Hostel, ein malaysisches. Mischwarenviertel

 

The fine city Singapore

Auf alles gibt es eine Strafe, ich traute mich gar nicht mehr zu fotografieren.

„Ladies and Gentleman, may I have your attention please...“ Überall hört man diese Ansage, es wurde irgendwann total stressig. Das Land ist so durchorganisiert, dass ich es schon fast wieder langweilig finde. Ich fühle für mich als Europäer keine Freiheiten. Ok, man muss sich erst an alles gewöhnen, aber es ist schon eine ganz andere Kultur, ich habe das Gefühl, man muss den Menschen echt alles ganz genau sagen. Sie dürfen jetzt hier ihre Schnürsenkel binden und alles andere mit einer Peitsche drohen und verbieten.

 

 

Taipeh, der erste Tag.

 

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JetStar ist der Hammer. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft von Quantas und fliegt mit ganz neuen Jets durch Asien. Wenn man bedenkt, dass das eigentlich eine Billigfluggesellschaft ist wie Ryanair und Co, ist man über den Standard schon sehr überrascht. Ich kann nur jedem empfehlen, mit denen zu fliegen!

Die Landung im Flugzeug konnte ich einfach nicht erwarten. Nachdem das Flugzeug überplanmäßig gelandet ist, gelangte ich in das in die Jahre gekommene Terminal - Willkommen in Moksau 1985, so ungefähr kann man sich den Flughafen vorstellen, nur noch einiges größer.

 

 

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Wir fuhren dann weiter mit dem Bus und dann mit der MRT (das ist die U-Bahn) und nach einem kleinen Spaziergang war ich dann endlich nach fast zwei Tagen Reise angekommen: einem Studentenwohnheim.

 

Nach der Ankunft gingen wir etwas Essen. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus, die Straßen, die Menschen, ja das ganze Leben ist hier so viel anders als in Europa. Über vieles Geschriebene von meinem Singapuraufenthalt schäme ich mich schon fast, so europäisch mutet mir die Stadt jetzt an. Abends gingen wir dann noch mit anderen ausländischen Bewohnern aus dem Wohnheim das typische machen, was bei uns die Kneipen sind: Karaoke singen. Was in Europa eher müde belächelt wird, wenn man sich blamiert (außer an Fasching, aber da machen es ja Millionen gleichzeitig), ist hier ein wahrer Volkssport.

 

Essen und andere kulinarische Höhepunkte

Vergesse alles über asiatisches Essen, was du in Europa gelernt hast. So oder so ähnlich würde wohl ein taiwanischer Restaurantreiseführer einleiten. Und in der Tat, der deutsche Chinese ist etwas ganz ganz anderes als das richtige Essen hier. Vieles ist gleich, mehr aber anders.

Essen ist Kultur. Hier eine komplett andere. Das Essen gemessen am Einkommen sehr günstig und vielfältig. Es gibt unzählige Restaurants uns kleine Schnellimbisse in den Straßen Reihe an Reihe. Jede 100 Meter gibt es einen kleinen Supermarkt „7-Eleven“, in welchem man von dem Geruch stundenlang in Tee gekochter Eier begrüßt wird: widerlich stinkend süß. Die kleinen Supermärkte sind sehr aufgeräumt und hygienisch, hier kann man die wichtigsten Besorgungen machen. Die kleinen Restaurants in den Straßen bieten die verschiedensten, für unsere Zunge unbekannten Gerichte zum kleinen Preis an.

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Ausflug in den Taroko Nationalpark

Mit dem Zug von Taipei nach Hualien

 

 

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Unser erster und einzigster Ausflug raus aus Teipeh brachte uns nach Hualien. Kaum haben wir Taipeh verlassen, besserte sich das Wetter schlagartig. Wir fuhren vorbei an Städten und Reisfeldern, im Hintergrund bauten sich riesige Berge auf, bewaldet mit tropischem Regenwald.

Als wir in Hualien ankamen, begrüßte uns die Sonne.

 

Taroko Nationalpark - die Natur Taiwans

 

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Gewaltig! Dieses Wort beschreibt wohl am besten die Natur. Die Städte sind grau in grau, sehr gegensätzlich zu der Natur. Die Berge ragen 3000 Meter in den Himmel hinaus und küssen direkt unten das Meer. Wir mieteten uns ein Taxi für 2000 NT (~20 Euro) und die Taxifahrerin fuhr mit uns eine Tour durch die Taroko-Schlucht.

Wow! Ein Fluss schlängelte sich durch ein tiefes Tal, auf die Fotos konnte man nicht alles aufnehmen, weil die Berge einfach zu hoch waren. Wir spazierten einen Pfad entlang, unten rauschte das Wasser mit lauten Geräuschen den Berg hinab. Ein noch krasseren Unterschied zwischen dem Stadtleben und dem Land habe ich noch nie gesehen.

 

Wir besuchten einen Tempel, der war richtig krass. Viele betende Menschen waren in dem Tempel, draußen war der verziert mit Drachen und anderen Tieren, beherrscht von den rötlichen Farben mit abgestimmten Goldtupfern. Anschließend ging es weiter zu einem anderen Tempel (Daoismus?) und anschließend zu einem See, der sehr ähnlich zum Titisee war. Ohne Scherz, aber ich fand den Schwarzwaldsee doch interessanter als diesen.

 

 

 

Das Nachtleben Taiwans

Ein paar Wörter möchte ich gerne noch dem Nachtlebens Taiwans, insbesondere Taipehs geben. Es unterscheidet sich dahingehend vom europäischen Nachtleben, dass man hier kaum Kneipen oder Bars sieht. Wenn die Taiwaner feiern gehen, dann meist in eine Karaokebar, in der immer und immer wieder gleichen Balladen und Schnulzen gesungen werden.

Da man doch als Europäer das Kneipenleben gewöhnt ist, haben sich hier auch schon „Nischenkneipen“ entwickelt. Diese liegen meist etwas versteckt von den Haupteingängen im ersten Stock oder in einer Seitenstraße, doch die, die ich gesehen habe, sind urgemütlich und brauchen sich von dem Standard der Europäischen nicht zu verstecken. Auch die Clubs sind sehr westlich und modern, allerdings war ich in keinem.

Übrigens vertragen Chinesen nur sehr wenig Alkohol. Die meisten, die ich gesehen habe und ein paar Bier getrunken haben, haben dann geschlafen oder schon geko***.

 

Auf den Bildern sieht man übrigens den Nachtmarkt "Shilin". Die Nachtmärkte sind Märkte, die erst spät aufmachen und auf denen man jeden möglichen Kram einkaufen kann.

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Donnerstag: TTT und Kultur Pur

Taipeh und seine Sehenswürdigkeiten

Am Donnerstag meiner Reise schauten wir uns einige der Sehenswürdigkeiten an. Wir fuhren mit der MRT zu der Station „Shandao Temple“ mit dem gleichnamigen Gotteshaus. Wir waren überrascht, denn direkt am Ausgang der MRT stand ein sehr moderner Tempel. Der Innenraum war groß und mächtig, nur ein Betender schweifte durch den ansonsten leeren Saal. Erstaunt verließen wir den Tempel, um einen anderen altmodischeren näher zu inspizieren: Longshan Tempel. Dieser war im Gegensatz zum ersteren sehr viel älter, auch die ganze Religion war zum Greifen näher.

Durch ein großes Tor betraten wir die Anlage. Gleich zu Anfang plätscherte ein Wasserfall eine Felswand hinunter, dahinter begann das eigentliche Gebäude - die Räucherkerzen waren allerdings schon hier zu riechen. Die Anlage ist umgeben von großen Gebäuden, in der Mitte sind mehrere Plätze zum verweilen und beten. Viele Menschen waren mit Räucherkerzen bewaffnet zu einem Monument hingewandt und bewegten sich im Takt vor und zurück. Viele Kleinigkeiten waren im Haus eingearbeitet, viele kleine Figürchen, viel Gold und Drachen auf dem Dach. Wer noch nie in seinem Leben so etwas gesehen hat und nur die christlichen Gotteshäuser kennt, ist wirklich sehr angetan von dem Glauben dieser Menschen. Was mir jedoch gefehlt hat, ist die Ruhe der christlichen Gotteshäuser, in welchen man, so finde ich, mehr Ruhe und Kraft tanken kann. Dennoch werde ich mich mehr mit dieser Religion beschäftigen und mehr über die Gedanken zu erfahren. Hier ist unsere TTT, Taipeh Tempel Tour, vorerst zu Ende.

Wir fuhren weiter zur Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle. Das ist ein bombastisches Bauwerk, das mich ein bisschen an viele sowjetischen Machtbauten erinnerte. Die 70 Meter hohe Halle wurde 1980, fünf Jahre nach dem Tod des Diktators, eingeweiht. Eine monumentale Bronzestatue Chiangs ragt in der Halle auf, in welcher verschiedene Fotografien von jubelnden Menschen umringt wird. Das muss Liebe sein.

 

 

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Hoch hinaus und tief gesunken: Der Freitag in Taipeh

Der 508 Meter hohe Taipei101

Die ganze Woche habe ich auf besseres Wetter gewartet, doch heute konnte ich nicht länger warten, morgen fliege ich schon zurück nach Singapur und musste hoch.

So fuhr ich mit der MRT zur Taipei City Hall und lief ein paar Minuten durch niesliges Wetter zum Turm. Es sieht echt gewaltig aus, wenn sich ein 500 Meter Turm vor einem aufbaut. Taipeh selber hat keine spektakuläre Skyline wie etwa Frankfurt oder New York, es gibt ein paar Häuser mit 20-30 Stockwerken, aber der Taipei101 hebt sich von allen ab und überragt alle.

Im 4. Stock befinden sich die Fahrstühle, die einen für 400 N$ zur Aussichtsetage bringen. Und das in nur 45 Sekunden! Im Fahrstuhl befindet sich ein Monitor, an welchem die aktuelle Position des Lifts im 101 angezeigt wird. Das Licht dimmt sich und man rast der Höhe entgegen.

 

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Der Rückflug am Samstag: TPE-SIN mit JetStar 3K522

Bin ich gestern nicht erst angekommen?

 

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Die Zeit verging wirklich sehr schnell hier in Taiwan. Im Moment sitze ich im Flugzeug und denke und schreibe. Es ist wirklich etwas ganz anderes hier als Europa - ob es schöner und besser ist, kann ich nicht sagen. Es ist einfach so anders zu der Umgebung, in der man normalerweise lebt. Alles ist anders, alles ist neu.

Der Abschied verlief sehr schnell, der sowjetische Flughafen war wieder so leer wir am ersten Tag und wir verabredeten uns 2010 in Australien.

Im Schnelldurchgang will ich noch ein paar wichtige Dinge aufschreiben, die ich sehr schnell vergesse oder die noch erwähnenswert sind:

 

Größe und Ausmaße

Taipeh ist groß. Sehr groß. Es ist wirklich wie eine richtige Großstadt, Berlin wirkt klein und beschaulich dagegen. Die Stadt selber hat etwa 2,6 Millionen Einwohner, umgeben ist sie aber von anderen Städten.

Taiwan ist vor allem in den Küstenregionen besiedelt, da die hohen Berge Städtebau fast unmöglich machen. Taiwan hat eine der höchsten Bevölkerungsdichten der Welt, nämlich 709 Einwohner/km2 (Deutschland: 230; Monaco 16.754).

 

Wetter und Klima

Am liebsten würde ich diesen Punkt überspringen, da Taipeh wirklich die ganze Zeit schlechtes Wetter hatte, als ich da war. Grau, regnerisch, trist. Die Stadt hätte mir sicherlich besser gefallen, wenn ein bisschen mehr Sonnenschein gewesen wäre.

Aber sobald man raus kommt aus Taipeh, bessert sich das Wetter schlagartig. Wie Stuttgart liegt es in einer Art Kessel, in welchem sich die Wolken fangen.

 

Wirtschaft und Industrie

Bodenschätze hat das Land kaum. Dennoch ist das Label „Made in Taiwan“ weltweit berühmt. Fährt man mit dem Zug aus Taipeh raus, fährt man an vielen Fabriken und anderen hochtechnologischen Dienstleistungszentren vorbei. Da die Berge wie gesagt unbewohnbar sind, leben Mensch und Industrie sehr eng beieinander. Manchmal sogar zusammen.

In den Städten sieht man viele kleine Geschäfte. Da reiht sich ein Geigenbauer neben ein Autohaus, Bäcker, Obstladen, Bank, Suppenküche und 7-Eleven in die gleiche Straße. Überhaupt gibt es extrem viele 7-Eleven-Märkte, jede 200 Meter einer. Diese Franchisemärkte gibt es erst seit wenigen Jahren in Taiwan, sind aber extrem beliebt und sprießen wie Pilze aus dem Boden. Die Märkte sind extrem sauber, gut sortiert und stinken bestialisch nach Teeeiern. Ein typischen „Ding-dong“ begrüßt einen jedes Mal, wenn man den Laden betritt.

Auch sind alle Geschäfte unheimlich klein. Keine riesen Märkte wie in den USA, sondern ganz kleine Läden mit vielleicht manchmal nur 10 m2.

Und noch eine kleine Besonderheit: Die Küche ist bei Suppenküchen oder kleinen Bistros immer an der Straße, erst im Haus befinden sich die Sitzgelegenheiten. Da kann man gleich am Anfang schauen, wie sauber die arbeiten. Obwohl, die Sauberkeit wäre ein eigenes Kapitel wert...

 

Sauberkeit und Ordnung

Verglichen mit Singapur ist Taipeh eine sehr dreckige Stadt. Die Küchen sind einsehbar und jedes deutsche Gesundheitsamt würde 90% der Lokale schließen lassen. Es gibt viele kleine fliegende Händler, die ihre Waren auf dem Bürgersteig anpreisen. So gibt es eine Große Anzahl an fliegenden Wurstverkäufer, die einen kleinen Grill auf dem Fahrradgepäckträger haben und bevorzugt an Straßenkreuzungen ihre kleinen salzig-süßen Würstchen mit Spieß anbieten.

Öffentliche sanitäre Anlagen, auch die in der Universität, sind nicht mit dem europäischen Standard vergleichbar. Manchmal muss man seine Augen sehr tief zukneifen, damit man sein Geschäft erledigen kann. Aber man gewöhnt sich zwangsläufig daran.

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Transport und Infrastruktur

Taipeh hat ein, so finde ich, ausgezeichnetes Öffentliches Personen Nachverkehrssystem. Es gibt drei Haupt-MRT-Linien, die die Innenstadt durchkreuzen und an vielen wichtigen Punkten sich treffen. Die neueste Linie, die braune Linie, hat sogar führerlose Züge, die Wagen bewegen sich wie von Geisterhand, vom Computer gesteuert, vorwärts. Ansonsten gibt es unüberschaubar viele Buslinien und überall, wirklich überall findet man ein Taxi, die wirklich billig zu benutzen sind. Für Ausländer ist es wirklich einfach sich fortzubewegen, nur sollte man, wenn man mit dem Taxi fährt, sich vorher die Zieladresse auf chinesischen Schriftzeichen aufzeichnen lassen. Ansonsten kann ich wirklich nur empfehlen, sich dort mit den ÖPNV fortzubewegen.

Aber auch die Fernzüge brauchen sich nicht zu verstecken. In Taiwan gibt es an der Westküste eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke, auf welcher japanische Shinkansenzüge mit bis zu 300 km/h verkehren, leider sind wir nicht mit denen gefahren. Wir fuhren mit einem extrem bequemen „Schnellzug“, mit viel Platz und eiskalter Klimaanlage. Und „Schnellzug“ passt auch nicht wirklich, ein deutscher ICE fährt nicht mal durch einen Bahnhof so langsam wie dieser auf offener Strecke. Aber man kommt gut von A nach B, es ist sehr angenehm und preiswert.

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Little London

Die letzten zwei Tage in Singapur

 

Singapur ist ein Paradies, wenn man die passende Kreditkarte habt. Ein Einkaufszentrum reiht sich an das nächste und alle großen Marken und Labels haben eine Filiale oder ein Geschäft hier. Jede Mall ist klimatisiert und man kann durch unterirdische Gänge von einem ins nächste gelangen. Draußen ist es einfach zu warm und schwül, dass die wenigsten Menschen überhaupt auf die Straße gehen. Dagegen sind die Gebäude herunter gekühlt bis fast auf den gefühlten Gefrierpunkt, dass man einen Pullover braucht, wenn man von draußen nach drinnen kommt.

 

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Vor 40 Jahren gab es noch keine Wolkenkratzer und Singapur, das kleine Fischerdorf, war eine kleine Kolonie der Briten. Durch ihre strategisch günstige Position als Warenumschlagplatz und die guten Arbeitsbedingungen und Ausbildung wuchs die kleine Stadt innerhalb von nur wenigen Jahren zu einem der größten Dienstleistungszentren der Welt heran.

Hier am Ufer sieht man die Gegensätze, die alten Kolonialbauten und die neuen Skyscraper. Wir machten eine Bootstour und hier, mitten im Bay, sieht man erst, wie schön eigentlich die Stadt ist. Hierher komme ich sicherlich noch ein mal zurück.

 

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Der letzte Tag und Rückflug

Das Leben wartet.

Nun sitze ich schon im Flugzeug und bin auf der Heimreise. Die Zeit verging echt furchtbar schnell.

Der Rückflug, das ist wohl eine eigene Geschichte für sich. Alles fing damit an, dass ich mit SWISS nach Zürich zurück fliegen wollte. So fragte ich nach, ob ich mit meinem Ticket auch die andere Route fliegen darf und ob ich auch sicherlich bis nach Zürich durchfliegen kann, denn wir hatten einen kurzen Stopover in Bangkok. Die Mitarbeiter am Flughafen bestätigten mir beide Anfragen und ich konnte einchecken. Am Flughafen in Singapur hatte ich noch ein paar Stunden Zeit, so schaute ich mir den ein bisschen an. Er ist wirklich sehr geräumig, es gibt sogar hängende Gärten im Flughafen, und überall ist Teppichboden, das finde ich nur für einen Flughafen sehr unpraktisch, dafür schluckt der den Schall sehr gut und es war sehr still im Flughafen dafür, wie viele Leute sich da tummelten.

 

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So begann das Boarding für den Flug nach Zürich. Ich bekam wieder meinen Sitz und kurze Zeit später befanden wir uns mit dem Airbus A340 schon in der Luft. Und nach einer Stunde begann das Unheil: „Herr e-stonia?“ „Ja, das bin ich“ „Wir haben Gewichtsprobleme. Sie müssen in Bangkok aussteigen und sich da erkundigen, ob sie weiter mitfliegen können.“

 

 

Weil ich doch nach Hause wollte und keine Unsicherheiten mehr eingehen wollte, kaufte ich ein neues Ticket nach Europa. Jedoch gab es nur eines mit der SAS nach Stockholm am nächsten Tag. Das liegt zwar nicht unbedingt auf meiner Reiseroute, doch Hauptsache wieder in Europa, von dort aus komme ich wieder weiter.

 

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Gegen 11:30 Uhr öffnete der SAS Counter und ich konnte endlich mein neues Ticket bekommen!

Und das Gefühl, endlich im Flugzeug zu sein, grandios! Ich fühlte mich so großartig und sicher, dass sobald das Flugzeug abhob und sich die Kabine neigt, mein Kopf das auch tat und ich einschlief.

Der Flug verlief gewohnt gelangweilt, 12 Stunden später um 20 Uhr landete ich in Stockholm.

Am nächsten Morgen wieder um 6 Uhr raus.

In Stockholm schneite es. Es ist schon komisch, dank der Flugreisen können wir fast jeden Punkt der Erde binnen 24 Stunden erreichen, egal wo er ist, egal wie weit er ist, egal welches Wetter dort ist. Fliegen ist heute so einfach und komfortabel, dass die Globalisierung einfach kommen muss. Vor 100 Jahren nicht vorstellbar, und heute liegt Amerika nicht weiter weg als Hamburg mit dem Auto. Armer Kolumbus.

 

 

Ich hoffe, der Tripreport gefällt und das war nicht zu viel Text, obwohl ich ordentlich gekürzt habe. Aber ich denke, dass man dadurch einen guten Eindruck bekommt, wie das Land ist.

Über Kritik und Anregungen würde ich mich sehr freuen!

 

P.S: Sorry, für die unterschiedliche Größe der Bilder, ich muss noch lernen mit Imageshack umzugehen. :-) Beim nächsten Tripreport dann, im Sommer gibts eine Baltikumstour.

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ein interressanter Bericht, obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, ob Taiwan wirklich eine Reise wert ist.

 

2 Anmerkungen: einige Deiner Bilder liegen auf der Seite

und für einen Studenten hast Du aber ganz schon Geld, ich würde mir nämlich nicht so ohne weiteres ein neues Fernstreckenticket kaufen wollen oder können, obwohl ich schon berufstätig bin, aber das soll jetzt kein Neid sein.

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Taiwan ist wirklich keine Reise wert, dagebe ich Dir recht. Und hätte eben nicht mein Kumpel dort gewohnt, wäre ich auch nie nie dahin geflogen.

Bis auf die Natur ist es sehr hässlich, was man auf den Bildern auch sehen kann. Und Natur gibt es wirklich schönere.

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Taiwan ist auf jeden Fall eine Reise wert.

 

War 2001 für 10 Tage auf Formosa.

Wie in Deinem Bericht auch, hatte ich auch das Pech mit dem Wetter.

Eine Woche vor meiner Reise gab´s einen Super-Taifun und während meiner Tour den nächsten.

Da ist dann die ganze U-Bahn in Taipei Abgesoffen.

Wollte damals die Insel gegen den Uhrzeigersinn Umrunden. Bin aber nur bis Kenting an der Südküste gekommen. Dann war´s aus mit dem Weiterkommen zur TaRoKo-Schlucht und dem Sonne–Mond-See zu ende.

 

Da ich damals mit der EVA-Air via CDG geflogen bin, gab´s eine schöne Flugstrecke über Sibirien und Japan. Immer schön um China rum. Da gab´s damals keine Überflugrechte. So kam ich dann auf 13:30 h Flugzeit.

 

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Ja, davon habe ich auch gehört, dass die ganze Ubahn vor ein paar Jahren unter Wasser stand. Deshalb wird die ganze MRT auch umgebaut.

Die Eingänge werden erhöht und können auch verschlossen werden, damit kein Wasser mehr eindringen kann. So geht man jetzt etwa 10 Stufen hinauf um anschließend in den Untergrund zu kommen -> Hochwasserschutz

 

Ich finde dennoch, dass Taiwan nicht zu den Top-Ausflugszielen gehört. Die Natur ist echt toll und klasse, aber die Städte haben mir nicht sonderlich gut gefallen.

 

Der Tripreport sollte aber dennoch einen Eindruck geben und vielleicht für Leute, die dahin fahren, schon mal Ideen geben.

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wären in der Eco Plätze frei gewesen auf der 778, dann hättest du kein Upgrade bekommen. und kann mir auch nicht vorstellen das du ein hochpreisiges Ticket hattest, weil die Paxe erstmal vorgehen. Sehr komisch finde ich auch das du dir trotz LX Ticket mal einfach so ein neues oneway Ticket am Abflugtag mit SK gekauft hast. ansonsten netter bericht.

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okok, ihr habt es durchschaut und ich wollte es nicht so offensichtlich machen, hab mich aber bei der kürzung des textes verrant.

der flug war gebucht mit sonderkonditionen, sonst würde man auch nicht aus dem flugzeug geschmissen werden, wenn man schon drin sitzt.

somit konnte man sich auch kurzfristig so ein neues ticket leisten.

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Guest derDirk

schöner bericht ... singapur ist toll.

bin gerade nach 25 stunden reise insgesamt auch wieder zu hause angekommen. das längste stück davon waren die 12 stunden 35 von singapur nach münchen heute ...

was man definitiv mal anmerken muss, man kann prima auf dem airport in singapur übernachten ... es ist sicher und ruhig!

dass singapur als stadt ebenfalls toll ist geht ja aus deinem bericht schon hervor.

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Ich war ja vor kurzem auch in Taipeh (oder Teipei) und ich fand die Stadt sehr interessant. Das du (e-estonia) die Stadt als "eine sehr dreckige Stadt" empfunden hast, kann ich ganz und gar nicht bestätigen. Auf mich machte die Stadt einen sehr sauberen Eindruck. Vielleicht habe ich aber auch schon zu viele Städte in der Welt gesehen, die wirklich dreckig waren...

 

Übrigens die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke ist wirklich klasse und relativ preiswert. Ich habe einen Tagesausflug auf ihr gemacht und bin bis nach Tainan gefahren.

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Wie ich oben schon geschrieben habe, war ich 2001 in Taiwan. Leider hatte ich mit dem Wetter Pech und konnte die TaRoKo-Schlucht nicht besuchen. Mir hat´s damals gut gefallen. Habe aber nur die Westküste bereist. Da sind alle Städte mit Industrie zugestopft. Dennoch gab es ruhige ecken. Die Transportkosten sind auch nicht so hoch, wie bei uns. Aktuelles über den Zugverkehr kannst du hier sehen. http://www.seat61.com/Taiwan.htm

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