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Sickbag

Iljuschin-18- und -114-Jagd in Somalia und Usbekistan

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Dieses Jahr kombinierte ich, wie so oft, meinen Sommerurlaub mit der Jagd nach seltenen Flugzeugen. Nachdem ich die Airevents-Reise nach Moldau leider wegen Terminkonflikten verpaßt hatte, guckte ich mir die Iljuschin 18 aus, die bei der dschibutischen Daallo Airlines unterwegs ist, sowie ihre "Urenkelin", die Iljuschin 114, von der zwei Exemplare bei der russischen Vyborg und drei weitere, bei Tashkent Aircraft Production lizenzgebaute, für Uzbekistan Airways fliegen.

 

Die relativ komplizierten Reisevorbereitungen zu schildern, die mit mehreren Tickets, Visabeschaffung, Hotelbuchungen über die verschiedensten Vertriebskanäle und, bei dem Reisegebiet sehr wichtig, dem ständigen sich Informieren über die Sicherheitslage wirklich sehr anstrengend war, sprengte den Rahmen dieses Berichtes, so daß ich an dieser Stelle einfach mal den geplanten Reiseverlauf (zu den größtenteils unerfreulichen Abweichungen siehe dann jeweils unten) wie gebucht darstelle:

 

14AUG Frankfurt-Mombasa 2330-0915 DE 5265 Condor B767-300

 

18AUG Mombasa-Nairobi offen, Buchung vor Ort

 

19AUG Mombasa-Mogadischu 0800-0930 D3 301 Daallo Airlines opb Jet Express DC9-32

19AUG Mogadischu-Hargeisa 1100-1230 D3 301 Daallo Airlines opb Jet Express DC9-32

 

20AUG Hargeisa-Dschibuti 0900-0945 D3 1159 Daallo Airlines opb Mega Airlines IL18

 

20AUG Dschibuti-Dubai 1800-2240 D3 188 Daallo Airlines B727-200

21AUG Dubai-Baku 0305-0705 J2 16 Azerbaijan Airlines B757-200

 

21AUG Baku-Taschkent 2020-2305 HY 760 Uzbekistan Airways ARJ85

 

22AUG Taschkent-Nukus 0700-0945 HY 1001 Uzbekistan Airways IL114

 

22AUG Nukus-Taschkent 2015-2140 HY 1008 Uzbekistan Airways TU154

 

23AUG Taschkent-Samarkand 0640-0730 HY 1317 Uzbekistan Airways A310-300

 

23AUG Samarkand-Taschkent 2045-2145 HY 752 Uzbekistan Airways B757-200

 

24AUG Taschkent-Buchara 0730-0915 HY 1321 Uzbekistan Airways IL114

 

24AUG Buchara-Urgench 2135-2310 HY 1328 Uzbekistan Airways IL114

24AUG Urgench-Buchara 2350-0155 HY 1328 Uzbekistan Airways IL114

25AUG Taschkent-Moskau/Domodedowo 0555-0925 UN 210 Transaero B737-400

25AUG Moskau/Domodedowo-Frankfurt 1240-1400 UN 307 Transaero B737-500

 

Los ging es am Freitag abend mit einem run-of-the-mill-Condorflug. Wir hatten eine Stunde Verspätung (die eigentlich geplante Maschine war in der Karibik tech gegangen, und wir bekamen stattdessen eben die D-ABUA, die erst um 2305 [planmäßig und pünktlich] aus AYT ankam), das Essen war ok, nothing o write home about. Ach ja, doch, natürlich mein Erstflug in einer gewingletteten 76.

 

14AUG FRA-MBA 2330-0915 DE 5264

B767-330(ER) D-ABUA, c/n 26991/455, Erstflug 15.9.92, Auslieferung 2.10.92 an Condor

 

http://www.airliners.net/photo/Condor-(Tho...0-ER/1560855/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Condor-(Tho...0-ER/1159857/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Thomas-Cook...0-ER/0568495/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Thomas-Cook...0-ER/0612968/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Condor/Boei...0-ER/0272633/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Condor/Boei...0-ER/0135696/M/

 

Das sind, mit Verlaub, zu viele Liveries auf einer Machine, die ihr Leben lang bei der selben Airline war.

 

Der Kondor ist zurück:

 

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Anflug MBA:

 

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MBA:

 

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Die Einreise ging problemlos, ich konnte den Grenzer sogar bequatschen, mir statt des normalen 25 USD teuren Touristenvisums ein Transitvisum für 10 USD auszustellen, da ich ja technisch gesehen im Transit von Deutschland nach Somalia war. Auch sonst ging alles fix, da ich wie immer nur mit Handgepäck ausgestattet war und recht weit vorne gesessen hatte.

 

Die Taximafia wollte umgerechnet 45 EUR für den Transfer zu meinem Hotel am 40 Kilometer entfernten Diani-Strand, so daß ich per pedes Richtung Stadt lief, mich von einem Motorradfahrer aufsammeln und für 4 EUR bis zur kostenlosen Likoni-Fähre und von dort aus mit zwei Matatus für Pfennigbeträge zum Hotel fahren ließ. War so auch viel spannender als mit dem Taxi.

 

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Nach drei faulen Tagen

 

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ging es wieder zurück zum Flughafen. Ich hatte letztlich ganz konventionell mit Kenya Airways gebucht, da Jetlink nur mit CRJ flog (an meinem Flugtag wurden zwei Dienste zusammengelegt und daher F28-6000 [!] eingesetzt - Künstlerpech, aber ich hatte mit F28-1000 bei LADE und -4000 schon die beiden wesentlichen Subserien gehabt, so daß es nicht so schlimm war) und East African Safari ihre DC9-10 (*lechz*!) nur ins Ausland einsetzt. Aber auf diese Weise hakte ich wenigstens die letzte (ok, sobald CO und NW raus sind) mir noch fehlende Skyteam-Airline ab. Der Flugpreis war mit 57 USD erheblich günstiger als die außerhalb Kenias verkaufte Y-Klasse (129 EUR) und entsprach ungefähr dem Taxipreis nach Diani.

 

18AUG MBA-NBO 1430-1530

B767-33A(ER) 5Y-KQQ, c/n 27310/545, Erstflug 17.6.94, Auslieferung 24.6.94 an Sobelair, 28.11.00 an Vietnam Airlines, 8.7.03 an Air Europa, 07/06 an Kenya Airways

 

http://www.airliners.net/photo/Kenya-Airwa...A-ER/1476341/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Air-Europa/...A-ER/0562719/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Vietnam-Air...A-ER/0254396/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Sobelair/Bo...A-ER/0101194/M/

 

MBA war bei Check-In, Sicherheitskontrolle, Boarding und einfach allem furchtbar ineffizient und bot keine schöne "Passenger Experience" - aber gut, alles nicht so schlimm. Dafür funktioniert die Statusanerkennung doch so gut, daß ich einen Notausgangsplatz mit ca. zwei Kilometern Beinfreiheit bekam (nachdem man zuvor meine Platzreservierung verschlampt hatte; soviel zum Thema Ineffizienz).

 

Der Flug war ok, es gab einen kleinen Snack, an alkoholischen Getränken leider nur Bier. Der Vogel war voll: Am Wochenende hatte das fliegende Personal gestreikt, um eine Anhebung der Gehälter um 100% zu erreichen. Das Management bot 3%, man einigte sich in der Mitte bei 7%, alles flog wieder wie gehabt, aber es galt, die sich aufgestaut habenden Passagiere zu befördern.

 

Generell wirkte die Maschine schon recht angejahrt, und KQ machte keinen so guten Eindruck wie die sehr gute ET oder die noch einen Tick bessere SA, war aber für afrikanische Verhältnisse sehr in Ordnung.

 

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In "Kühler Fluß" übernachtete ich nur und machte einen kurzen Stadtrundgang.

 

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Kenyatta International Conference Centre:

 

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Parlament:

 

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Kathedrale:

 

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Kenyatta-Mausoleum (nicht öffentlich zugänglich, da ist sogar Kim Il Sung gastfreundlicher):

 

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Alles in allem ein recht positiver Eindruck, und die "unafrikanischste" aller afrikanischen Großstädte, die ich bisher kennengelernt habe.

 

Der nun am nächsten Morgen folgende Flug sollte gleich zwei Schicksalsflughäfen der Lufthansa miteinander verbinden: Nairobi, wo sich am 20.11.74 durch den Absturz der "Hessen" das bisher schwerste Unglück der Unternehmensgeschichte ereignete, und Mogadischu, Schauplatz der Befreiung der "Landshut" am 13.10.77. Ich muß zugeben, daß ich der Zwischenlandung in der Hauptstadt des failed state Somalia mit etwas mulmigen Gefühlen entgegensah, waren doch zuletzt die Kämpfe im Rahmen des seit 1991 wütenden Bürgerkrieges zuletzt wieder aufgeflammt: Nachdem sich die äthiopischen friednestruppen im Januar zurückgezogen hatten und nur noch relativ wenige Kontingente der Afrikanischen Union im Lande verblieben, machten die Al-Shabaab Gebietsgewinne und nahmen unter anderem im Mai große Teile Mogadischus ein. Zwar nicht den weiterhin von AU-Soldaten gesicherten Flughafen, aber entspanntes Fliegen sieht anders aus, und die Bedrohung durch Boden-Luft-Raketen ist durchaus real.

 

19AUG MBA-MGQ 0800-0930 D3 301 opb Jet Express

DC9-32 D6-CAW, c/n 47198/302, Erstflug 2.4.68, Auslieferung 1968 an Air Canada, am 18.11.02 an Trans African Airlines, später an Jet Express

 

http://myaviation.net/?pid=01630586

 

http://www.airliners.net/photo/Avirex/McDo...9-32/1161426/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Trans-Afric...9-32/0592138/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Air-Canada/...9-32/0198585/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Air-Canada/...9-32/0010843/M/

 

Nun ja, dass man mir auf diesem Flug die DC9 unterjubeln würde, war klar. Aber es gibt schlimmeres, als eine 41 Jahre alte DC9 ins Log zu bekommen, auch wenn nur zwei Monate zuvor auch diese Strecke eine IL18 gewesen wäre. Soweit so gut. Der Flug selber war, nachdem wir völlig kommentarlos dreieinhalb Stunden Verspätung hatten, die man in der aufregenden bunten und geradezu dubaiesken Shoppingwelt des mit fünf Millionen jährlichen Passagieren zehntgrößten afrikanischen Airports *wunderbar* kurzweilig war (NOT!)

 

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ziemlich ereignislos, die Passagiere fast nur Ethno und ein paar Europäer (lustigerweise nicht NGOs sondern echte Geschäftsreisende) auf dem Weg nach Hargeisa, es gab ein halbwegs eßbares warmes Essen, und so landeten wir dann nach spektakulärer Aussicht auf die somalische Küste (Diese Strände! Ein Traum!) in Mogadischu.

 

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Das Wrack der EW-78826 als kleiner Reminder, daß Vorsicht angezeigt ist: Diese weißrussische Candid wurde am 9.3.07 beschossen und machte daraufhin auf dem Flughafengelände Bruch; die Company IL76, die zwei Wochen später zur Ausschlachtung eingeflogen wurde, wurde beim Start ebenfalls be- (bzw. abge-)schossen, wobei alle elf Insassen ums Leben kamen.

 

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Es gab unsererseits auch durchaus Vorsichtsnmaßnahmen: So habe ich noch nirgends eine so hohe Rollgeschwindigkeit erlebt, und direkt nach dem Abheben flogen wir eine sehr scharfe Kurve auf das offene Meer - die Anwohner sind halt lärmempfindlich und verleihen ihrem Standpunkt auch gerne mit SAMs Nachdruck, da führt man als verständnisvoller Flughafennutzer doch gerne Noise-Abatement-Procedures durch ;-)

 

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Betankung:

 

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und Beaufsichtigung selbiger:

 

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19AUG MGQ-HGA 1100-1230 D3 301 opb Jet Express

DC9-32 D6-CAW

 

Ein paar Leute stiegen aus, ein paar Leute stiegen ein, und schon ging es weiter, und ich fühlte mich schon ein wenig erleichtert.

 

Ein Blick zurück auf den Flughafen

 

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und die Stadt

 

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bevor wir nach einem recht langweiligen Flug über endlose Wüsten

 

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in Hargeisa landeten.

 

Hmm. Also da war ich nun. In Somalia. Aber nicht so richtig. Oder doch? Hargeisa ist die zweitgrößte Stadt Somalias und die Hauptstadt von "Somaliland", dem ehemaligen Britisch Somaliland (Restsomalia = Italienisch Somaliland, Dschibuti = Französisch Somaliland), einem Staat, der sich 1991 nach dem Sturz Siad Barres von der Zentralregierung lossagte und seitdem, ohne von einem einzigen Mitglied der internationalen Gemeinschaft anerkannt worden zu sein, de facto unabhängig ist. Mit Somalia hat man nur noch auf dem Papier zu tun und ist auf gutem Wege, ein funktionierendes Staatenwesen mit Gewaltenteilung, parlamentarischer Demokratie, Rechts- und tatsächlicher Sicherheit zu schaffen. Also ein ähnliches Verhältnis wie das des nordirakischen Kurdistans zum Irak, wobei die Sicherheitslage in Somalia sicherlich weitaus schlechter ist als die im Irak.

 

Mein Plan, direkt nach der Ankunft die Höhlen von Laas Geel zu besuchen, hatte sich durch die dreieinhalb Stunden Verpätung zerschlagen, da diese etwa 50 Kilometer außerhalb von Hargeisa sind und wir sie erst bei Dunkelheit erreicht hätten. Also disponierte ich um und schaute mir die Stadt an. Viele touristische Attraktionen im eigentlichen Sinne gibt es nicht, und so ließ ich mich halt durch die wuselige Atmosphäre der Stadt treiben.

 

Die einzige echte Sehenswürdigkeit ist das an das Massaker von 1988 erinnernde MiG-Denkmal: Damals ließ die Zentralregierung die Luftwaffe die Stadt in Schutt und Asche legen, um separatistische Tendenzen (erfolglos) im Keim zu ersticken.

 

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Am nächsten Morgen lasen mich der Mitarbeiter des Tourismusministeriums, der sich um die Besuchserlaubnis für Laas Geel gekümmert hatte und auch mein Führer sein würde, sein Chef und der für diesen Zweck angeheuerte Taxifahrer gleich früh um sechs am Hotel auf.

Gemeinsam kurvten wir noch ein wenig durch die Stadt und bekamen am Polizeihauptquartier unsere Eskorte gestellt, einen schwerbewaffneten Polizisten, der quasi unser Passagierschein an den zwei Kontrollpunkten auf der Landstraße Richtung Laas Geel war.

 

Landstraße:

 

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"Raststätte":

 

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Nach etwa zwei Stunden erreichten wir das Gebiet um den Berg mit den Höhlen (eigentlich sind es Felsnischen).

 

Wadi:

 

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Besucherzentrum:

 

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Meine Party, jetzt verstärkt durch den lokalen Aufseher:

 

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Blick vom Berg:

 

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Die bis zu 9.000 Jahre alten Malereien, die erst vor sieben Jahren entdeckt wurden und aufgrunddessen sowie wegen der geringen Anzahl von Besuchern (ca. 100 pro Jahr) in perfektem Zustand sind:

 

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Zutiefst beeindruckt ging es wieder in die Stadt; auf dem Weg dorthin kamen wir noch an ausgemustertem Kriegsgerät vorbei, das dort fröhlich vor sich hin verrostet:

 

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20AUG HGA-JIB 1500-1545 D3 1159 opb Jet Express

DC9-32 D6-CAW

 

Anschließend machte ich mich zum Flughafen auf und checkte für meinen Weiterflug nach Dubai ein.

 

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Dummerweise ließ man mich nicht mit dem nur eine Stunde nach der blöden DC9 verkehrenden IL18-Dienst fliegen, da angeblich die Umsteigezeit in Dschibuti (zwei Stunden) nicht ausreiche. Ich diskutierte etwa zwei Stunden mit so ziemlich jedem Daallo-Angestellten, dessen ich habhaft werden konnte, bis hin zum Stationsleiter, aber es half nicht. Ein Drama. Auf all meinen Reisen auf der Jagd nach seltenen Flugzeugen habe ich noch nirgends so wenig Hilfsbereitschaft angetroffen. Es tat wirklich weh, gleich zwei aktive IL18 zu sehen, und mit keiner der beiden zu fliegen.

 

Ein kirgisischer Frachter:

 

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"Meine" dann später in JIB:

 

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Aber hey, c’est la vie...

 

Hier noch ein recht interessanter Besucher in HGA, ein für die UNO (World Food Programme) fliegender Do-Jet der Servicios Integrales de Aviación:

 

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Nach einem wiederum ereignislosen Flug, über die Wüste,

 

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den ich natürlich trauernd verbrachte, landeten wir nach gut 20 Minuten in JIB, wo ich bereits im Januar während einer ET-Zwischenlandung auf ADD-SAH gewesen war. Dieses Mal hatte ich durch das Umsteigen etwas mehr Zeit, ich holte mir auch ein Transitvisum und ging mal kurz vor die Tür:

 

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Bevor ich mit etwas mehr Muße als bei meinem letzten Besuch den Verkehr, hauptsächlich militärischer im Rahmen der Operation Atalanta, in Augenschein nehmen konnte:

 

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20AUG JIB-DXB 1800-2240 D3 188 opb Jet Express

DC9-32 D6-CAW

 

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Tja, was soll ich sagen? Zum vierten Mal die selbe DC9. Schlimm. Wenigstens war die selbe Cockpit-Crew an Bord wie auf NBO-HGA, mit der ich mich schon etwas angefreundet hatte, und die gleichfalls enttäuscht waren, daß meine IL18-Mission fehlgeschlagen war. Zum "Trost" durfte ich dann Start und Landung im Cockpit und den Rest des Fluges auf dem letzten Business-Sitz platznehmen, der durch die Abladung eines Unruly freigeworden war.

 

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DXB war dann wie immer:

 

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21AUG DXB-GYD 0305-0705 J2 16

B757-2M6 4K-AZ43, cn E2319, Erstflug 22.5.86, Auslieferung 13.6.86 an Royal Brunei, zwischenzeitlich an Oman Air, Qatar Airways und Royal Tongan, 10.8.04 an Azərbaycan Hava Yolları

 

http://www.airliners.net/photo/Azerbaijan-...-2M6/1572878/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Royal-Tonga...-2M6/1094224/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Royal-Brune...-2M6/0154474/M/

 

Tschjoa, was soll ich sagen, es war dunkel, daher gibt es nur dieses Foto von ihr vier Tage später in Moskau:

 

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Es gab ein nicht sehr gutes kaltes Abendessen mit erstaunlich trinkbarem aserischen Wein, das sehr an die Selbstbedienungsbuffets in zweitklassigen türkischen Touribombern erinnerte, die Serviceeinstellung der Kabinencrew war eher sowjetisch, und wer wollte, durfte einen Schweinegrippe-Datenzettel ausfüllen, der bei den Stewardessen abgegeben werden "mußte". Sehr lächerlich.

 

Die Einreise in Baku gestaltete sich etwas merkwürdig: Anders als an allen anderen Ländern, die Visa on arrival anbieten, und in denen es diese nicht direkt beim Grenzer sondern an einem Visumsschalter gibt, muß man in Baku zuerst zum Einreiseschalter und den Paß scannen und stempeln lassen, erst dann wird am Visumsschalter das Visum ausgestellt und eingeklebt. Sehr verwirrend.

 

In die Stadt begab ich mich wegen abartiger Taxipreise mittels einer Mischung aus Marschrutka und zweimal Metro (Umsteigen am Tofik-Bachramow-Stadion [möge seine Seele in der Hölle schmoren!]):

 

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Die Stadt war ganz nett, sehr viele Baustellen, man merkte richtig den ölinduzierten Wohlstand, aber um extra dafür hinzufahren, lohnt es meines Erachtens nicht. Für mal einen Stopover ging es aber gut.

 

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Ich hatte dann recht früh keine Lust mehr, war auch ziemlich fertig, und fuhr, diesmal per Taxi, wieder zurück zum Flughafen.

 

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21AUG BAK-TAS 2020-2305 HY 760

BAe Avro 146-RJ85 UK 80003, cn E2319, Erstflug 13.12.97, Auslieferung 23.12.97 an O‘zbekiston havo yo’llari

 

http://www.airliners.net/photo/Uzbekistan-...Avro/1534672/M/

 

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Auch dieser Flug war wieder fast komplett im Dunkeln, so daß es wieder fast keine Fotos gibt. Der Jumbolino war schon ein wenig in die Jahre gekommen aber prinzipiell noch gut in Schuß. Außerdem mag ich das Muster generell sehr gerne, solange es, wie vom Designer beabsichtigt und wie hier der Fall, in Fünferbestuhlung ist.

 

Das Catering war ehrlich gesagt zum Davonlaufen, ich habe selten so etwas widerliches erlebt (das ich mir mangels Angebot noch nicht einmal schönsaufen konnte): Es gab eine - mit dem Plastikbesteck (!) nicht wirklich beherrschbare – kalte (!!) Schweinshaxe (!!!), als Beilage eine Art Riesenbifi (!!!!). Wenn ich nicht grundsätzlich alles äße, was es im Flugzeug gibt (bezahlt ist schließlich bezahlt ;-) ), hätte ich durchaus darüber nachgedacht, den Fraß zurückgehen zu lassen.

 

Ich kam, nach der Kürze der letzten beiden Nächte verständlich (und wohl wissend, daß die nächsten nicht besser werden würden), völlig tot in Taschkent an, suchte mir das nächste Taxi, vereinbarte einen Großkundenrabatt für insgesamt sechs Transfers zwischen Flughafen und Hotel und fiel ins Bett.

 

22AUG TAS-NCU 0700-0945 HY 1001

AN24-V UK 46360, cn 07305901, Erstflug 24.2.70, Auslieferung 15.4.70 an Aeroflot, später an O‘zbekiston havo yo’llari

 

Baugleiche Maschine:

 

http://www.airliners.net/photo/Uzbekistan-...-24B/1026933/M/

 

Am nächsten Morgen sollte es gleich losgehen, und zwar nach Nukus. Ich hatte mir die drei (nach touristischen Aspekten ausgesuchten) Tagesausflüge zum Aralsee, nach Samarkand und Buchara so gelegt, daß möglichst viele Segmente mit IL114 geflogen werden sollten, unter anderem gleich das erste, um mir "Peace of Mind" zu verschaffen und mich nicht während des gesamten Aufenthaltes "Hoffentlich klappt das mit der IL114" denken zu müssen.

 

Und es klappte gleich mal nicht: Ein paar Tage vorher, ich hatte es in Amadeus gleich bemerkt, wurde von IL114 auf AN24 umgestellt. Ist doch auch gut, sagt Ihr? Grundsätzlich ja, aber ich war schon zweimal AN24 geflogen, bei Lvivski Avialinii (opf Air Ukraine International) und Tulpar Avia Service (opf Air Astana). Und ein anderer Punkt war, daß gut zweieinhalb Stunden in einer AN24 kein Zuckerschlecken für die Ohren sind.

 

Wenigstens kam eine V (ohne APU) und keine RV, so daß ich wenigstens einen neuen Subtyp ins Log bekam.

 

Bemerkenswert hier war eigentlich nur, daß sich auf keinem meiner Inlandsflüge mehr als 20 Passagiere an Bord verirrten, was angesichts spottbilliger Bus- und Marschrutka-Preise (Ihr werdet noch sehen, was ich damit meine) verständlich ist. Deswegen wurden am Check-In auch nur theoretisch feste Plätze vergeben, in praxi erfolgt aber die Platzwahl nach dem Free-Seating-Prinzip.

 

Bordservice gibt es auf Inlandsflügen nach Lust und Laune entweder keinen oder einen Becher Wasser.

 

Und die Wüste war noch sehenswert. Ich mag Wüsten. Also zum Drüberfliegen ;-)

 

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Von Nukus aus wollte ich zum etwa 220 Kilometer entfernten Aralsee. Korrektur: Ich wollte nach Moynaq, das ursprünglich am Aralsee lag, größte Hafenstadt Usbekistans war und eine florierende Fischereiindustrie beherbergte. Jetzt befindet sich der See über 100 Kilometer entfernt, und Moynaq ist auf dem besten Wege, eine Geisterstadt mit einer von Krankheiten geplagten Bevölkerung zu werden.

 

Ich fand schnell heraus, daß der direkte Bus nach Moynaq schon weg war, also nahm ich ein Marschrutka nach Kunirat, das auf etwa zwei Drittel der Strecke liegt, was mich knapp zwei Euro kostete. Für die letzten 80 Kilometer nach Moynaq nahm ich von dort aus ein Taxi, da es sonst mit der Zeit etwas knapp geworden wäre, vor allem, weil ich mich vor Ort noch um Transfers zu den Sehenswürdigkeiten hätte kümmern müssen.

 

Ortseingang:

 

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1960:

 

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Ca. 2002/2003 (die angegebene Zahl stimmt nicht):

 

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Mittlerweile ist es noch viel schlimmer: Der östliche Teil des neuentstandenen südlichen Sees ist nun auch ausgetrocknet, es sind noch kleine Teile des nördlichen Sees und der auch leicht geschrumpfte westliche Teil des südlichen da - insgesamt nur noch 8% des ursprünglichen Volumens.

 

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Auf dem Grund des Sees:

 

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Blick zum Ufer hoch:

 

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Das Kino, das neben der nicht zugänglichen Konservenfabrik am deutlichsten den Niedergang der Stadt vor Augen führt:

 

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In Nukus war ich dann doch wieder so früh, daß ich mir noch ein wenig diese sehr reizlose Stadt ansehen konnte.

 

An dem obligatorischen Kriegerdenkmal scheint es für Brautpaare üblich zu sein, den Verteidigern des Vaterlandes seine Reverenz zu erweisen:

 

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22AUG NCU-TAS 2015-2140 HY 1008

TU154B-2 UK 85600, cn 84A600, Auslieferung 27.7.84 an die Sowjetische Luftwaffe, am 16.1.89 an Aeroflot, 89 an die Afghanische Luftwaffe, später an die Usbekische Luftwaffe, später an O‘zbekiston havo yo’llari

 

http://www.airliners.net/photo/Uzbekistan-...4B-2/1540588/M/

 

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Daß auf diesem Flug eine Tupolew 154 zum Einsatz kommen würde, war Zufall: Ich hatte wie gesagt danach optimiert, die drei Tagesausflüge zum einen überhaupt hinzubekommen und zum anderen möglichst viele IL114-Legs einzubauen. Die TU5 ergab sich von selbst, was natürlich nicht heißen soll, daß ich mich nicht darüber gefreut hätte. Und es kam sogar noch besser: Nachdem ich eigentlich nie gedacht hätte, noch einmal eine B2 zu fliegen, bemerkte ich, daß HY jeweils drei M und B2 in der Flotte hat, und so war ich dann doch recht gespannt, ob ich Glück haben würde.

 

Und siehe da, ich hatte. Und was für welches: Es kam die 600, die den Sowjets, Afghanen und Usbeken als Präsidentenmaschine diente, was man noch daran erkennen konnte, daß vor der Business ein kleines salonartiges Abteil mir einem größeren Tisch war.

 

Und ich hatte noch mehr Glück: Ich bekam trotz Economy-Ticket Reihe fünf, was die letzte Business-Reihe ist. Zwar wollte mich die Stewardess beim Einsteigen mit den Worten "Frree Sit!" nach rechts dirigieren, ich bestand aber darauf, mich auf meinen mir beim Check-In zugewiesenen Platz zu setzen. Man ist ja schließlich Deutscher, wo käme man denn da hin :-P

 

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Auch auf diesem Flug umfing mich erschöpfungsbedingt zum Glück schnell tiefer Schlaf.

 

23AUG TAS-SKD 0640-0730 HY 1317

A310-324 UK 31003, cn 706/732, Auslieferung 15.6.98 an O‘zbekiston havo yo’llari

 

http://www.airliners.net/photo/Uzbekistan-...-324/1498227/M/

 

Nach einer gnadenlos kurzen Nacht ging es wenig später erneut zum Flughafen, wieder in eine touristisch interessante Stadt, aber dieses Mal mit langweiligem 08/15-Gerät: Einem A310, der tagsüber von Samarkand aus Moskau bedient und dafür quasi ferry TAS-SKD-TAS fliegt. Mehr oder weniger leer (15 Paxe hin, 8 zurück, fast alles Westler).

 

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Flughafen:

 

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In Samarkand nahm ich mir für ein paar Pfennige ein Marschrutka (merkte, daß es so weit nicht war in die Stadt, so daß ich auf dem Rückweg lief, das waren vielleicht fünf Kilometer) und schaute mir die Stadt an.

 

Hauptsehenswürdigkeit sind der Registan-Platz mit drei sehr prachtvollen Madaris aus dem 15. und 17. Jahrhundert:

 

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sowie das Mausoleum Tamerlans:

 

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23AUG SKD-TAS 2015-2100 HY 1318

A310-324 UK 31003

 

Der Rückflug war wieder fotolos im Dunklen, bemerkenswert hier nur noch, daß man mich vor Ort am Flughafen gegen meinen Willen umbuchte: Ich war auf einer 757 gebucht, die wöchentlich TAS-SKD-SIP-SKD-TAS fliegt. Einzig aus dem Grund, daß einmal 310 und einmal 757 schöner ist als zweimal (der selbe!) A310. Aber vor Ort behaupteten sie einfach, daß auf dem innerusbekischen 757-Leg keine Passagiere befördert würden, und daß ich das Ticket so gar nicht hätte kaufen dürfen. Ja hallo? Dann bietet es halt auch nicht an, Sauladen *grummel*...

 

24AUG TAS-BHK 0730-0915 HY 1321

TAPC IL114-100 UK 91102, cn 1063800202, Erstflug 26.1.99, Auslieferung ca. 02 an O‘zbekiston havo yo’llari

 

http://www.airliners.net/photo/Uzavialeasi...-114/0184239/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Ilyushin/Il...-114/0299511/M/

 

Baugleiche Machine:

 

http://www.airliners.net/photo/Uzbekistan-...-100/1540586/M/

 

Jippie, endlich die IL114 (hier einen Tag später):

 

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Mir zunächst unbekannterweise von Tashkent Aircraft Production lizenzgebaut und damit sogar ein neuer Hersteller (Nr. 36) für mich.

 

Vor lauter Freude ob des extrem seltenen Fluggerätes machte ich gleich einmal ein paar Bilder mehr:

 

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Buchara selbst war im historischen Zentrum auch sehr schön, allerdings nicht so kompakt wie Samarkand und schneller in diese fiesen sowjetischen Trabantenstädte ausfransend.

 

Zitadelle:

 

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Neben unzähligen kleineren Baudenkmälern, hauptsächlich Moscheen und Madaris:

 

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ist am imposantesten der Kalyan-Komplex mit Kalyan-Minarett (12. Jahrhundert) und -Moschee (16. Jahrhundert):

 

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und der Mir-i-Arab-Madrasa (auch 16. Jahrhundert):

 

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Am späteren Nachmittag kam dann noch ein Sandsturm auf,

 

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woraufhin ich mich zum Flughafen zurückbewegte.

 

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24AUG BHK-TAS 2135-2245 HY 1328

BAe Avro 146-RJ85 UK 80003

 

Der letzte Flug war wieder im Dunklen, und es war statt der IL114 ein Avro - der selbe wie auf GYD-TAS. Schwein gehabt, die IL114 wenigstens auf einem von drei Anläufen bekommen.

 

Eine weitere kleinere ärgerliche Änderung war, daß die Zwischenlandung in Urgench gestrichen wurde und ich so nicht erst um 0200 in TAS ankam, was angesichts des frühen Weiterfluges nach Deutschland perfekt gewesen wäre, sondern bereits um kurz vor 2300. Mußte ich mir halt die Nacht auf dem Flughafen um die Ohren schlagen. Gibt schlimmeres (aber schön ist natürlich auch anders...)

 

25AUG TAS-DME 0555-0925 UN 210

B737-8K5(WL) EI-EDZ, cn 27980/45, Erstflug 24.4.98, Auslieferung 16.5.98 an Hapag-Lloyd, 06/09 an Aviakompaniya Transaero

 

http://www.airliners.net/photo/Transaero-A...-8K5/1562261/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Hapagfly/Bo...-8K5/1176523/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Hapag-Lloyd...-8K5/0894151/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Hapag-Lloyd...-8K5/0631462/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Hapag-Lloyd...-8K5/0196605/M/

 

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UNs erste 738, die erst kürzlich von Hapag-Lloyd gekommen war. An ein paar Stellen merkte man es noch, zum Beispiel an deutschen Aufschriften auf den Tischchen

 

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und den kleinen Hapag-Hs an der Wand zwischen Galley und Kabine, aber zum Glück waren bereits neue Sitze eingebaut. Der Sitzabstand war wirklich sehr ordentlich, was man von der guten alten Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actiengesellschaft nicht gerade behaupten konnte.

 

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Auch wenn es jetzt langweilig für den Leser ist, verschlief ich den zu etwa zwei Dritteln ausgebuchten (sehr viele Umsteiger) Flug wieder und verputzte nur mein sehr leckeres warmes Seafood Meal (Daumen hoch), das leider ohne Alkohol gereicht wurde (Daumen runter).

 

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Der Transit without visa war wie immer in Rußland schön bürokratisch und ineffizient, aber auch irgendwann überstanden, und ich vertrieb mir die Zeit bis zum Weiterflug ein wenig mit Herumschlendern und dem Genießen des trotz bedauerlicher gegenläufiger Tendenzen (die aus Passagier-, Anwohner- und Umweltsicht natürlich uneingeschränkt zu begrüßen sind) doch noch recht exotischen Verkehres:

 

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25AUG DME-FRA 1240-1400 UN 307

B737-524 VP-BYP, cn 28927/3074, Erstflug 16.9.98, Auslieferung 30.9.98 an Continental, 08/09 an Aviakompaniya Transaero

 

http://www.airliners.net/photo/Transaero-A...-524/1571326/M/

 

http://www.airliners.net/photo/Continental...-524/0351364/M/

 

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Wieder gab es ein sehr neues Exemplar, erst wenige Wochen oder gar Tage zuvor eingeflottet. Eine 735, auch nett. Mittlerweile muß man wohl fast für eine 73 zweiter Generation als "Youngtimer" dankbar sein...

 

Ihr habt es schon erraten, die vergangenen zwei Wochen waren doch sehr anstrengend (Erholungsurlaub my ass!), so dass ich auch diesen Flug mit Schlafen und Essen verbrachte. Das SFML war wieder lecker, daß es identisch war mit dem auf dem ersten Leg, hätte aber nicht sein müssen - normalerweise schließt man das als Hub-Airline durch unterschiedliches In- und Outbound-Catering aus. For the record: Der Flieger war fast komplett voll.

 

Alles in allem ist Transaero eine ordentliche Airline, die aber, wenn ich sie mit der zwischen Deutschland und Rußland vertretenen russischen Konkurrenz vergleiche, gegenüber Aeroflot deutlich und gegenüber Sibir leicht zurückbleibt.

 

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Resümierend blicke ich auf einen wunderbaren Urlaub zurück, in dem ich viel gesehen und erlebt habe: Einen herrlichen "Abhänge"-Teil an einem wunderbaren Strand, ein Land, das ganz wenige Menschen besuchen, ein Juwel der Menschheits- und Kunstgeschichte, das in der Liste der mich am meisten beeindruckt habenden Erlebnisse bzw. Anblicke sehr weit oben rangiert, ein weiteres Land mit reicher Geschichte und herrlichen Monumenten, ich wurde Augenzeuge einer ökologischen Katastrophe und ihrer direkten und verheerenden sozioökonomischen Auswirkungen und flog mit einigen sehr seltenen Flugzeugen. Gut, der Solitär in der Krone wäre noch die IL18 gewesen, aber auch so war es wirklich rundum gelungen.

 

Und nun danke ich abschließend für Eure Aufmerksamkeit, freue mich über Anregungen, Kritik und Kommentare jeglicher Art und schließe mit einem fröhlichen:

 

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Gewohnt exzellent :-)

 

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Mein Lieblingsbild. Hat was von Bankräuber.

 

Wenn ich nicht grundsätzlich alles äße, was es im Flugzeug gibt (bezahlt ist schließlich bezahlt ;-) ), hätte ich durchaus darüber nachgedacht, den Fraß zurückgehen zu lassen.

Du meinst, bis auf Koreans langweiligen Kartoffelsalat.

 

 

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Wow!

 

Wenn man den Ausflug nach Somalia rauslässt eine Reise absolut nach meinem Geschmack! Vor allem hinsichtlich der Schnelligkeit, mit der du verschiedenste Städte und Regionen besuchst, sind wir offensichtlich Brüder im Geiste :-)

Und offensichtlich bist du auch von der vorderasiatischen Kultur nicht unbeeindruckt.

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Hallo Sickbag,

 

ich kann nur sagen " Respekt ", was für ein Routing.

Der Bericht macht Lust auf weitere ausgefallene Touren.

 

 

Grüße

panam707

 

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So, aus meinem, ich lese mal kurz den Bericht und packe dann das Hochzeitsgeschenk für Samstag ein, ist dann ja doch ein längerer Zeitraum geworden! Wahnsinn!

 

Ich überlege selbst gerade ob ich eine Reise nach Usbekistan mache. Wie hast du die Flüge gebucht, vorallem die Inlandsflüge in Usbekistan? Ich kenne mich leider mit nicht-westlichen Buchungssytemen überhaupt nicht aus und als ich vor einigen Wochen auf der Usbekistan Airways Seite war, fand ich weder einen Inlandsflugplan noch eine Möglichkeit zu buchen. Die üblichen (westlichen) Buchungsseiten finden ebenfalls keine Inlandsflüge.

 

Olli

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Super. Genau nach meinen Geschmack. Wirklich schade um die IL-18.

 

(...)Ich überlege selbst gerade ob ich eine Reise nach Usbekistan mache. Wie hast du die Flüge gebucht, vorallem die Inlandsflüge in Usbekistan? Ich kenne mich leider mit nicht-westlichen Buchungssytemen überhaupt nicht aus und als ich vor einigen Wochen auf der Usbekistan Airways Seite war, fand ich weder einen Inlandsflugplan noch eine Möglichkeit zu buchen. Die üblichen (westlichen) Buchungsseiten finden ebenfalls keine Inlandsflüge.

Olli

ich kenne bisher nur http://www.engelsreisen.de

Die haben sich auf Reisen in Russland und Umgebung spezialisiert.

Tashkent-Nukus kostet dort z.B. 60€

 

 

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Na wunderbar.

Da hat sich die Mühe doch mal wirklich gelohnt!

 

Wahnsinns Trip mit tollen Erlebnissen.

Die Felsmalereien sind wirklich beeindruckend dort. Wieso braucht man dafür eigentlich eine Genehmigung? Und wo sind die Bilder der Mädchenbrüste? :)

Nur schade, dass die Il-18 net geklappt hat. Damit hab ich zumindest einen Typ dir voraus :)

 

Usbekistan bietet offensichtlich wirklich eine tolle Mischung von interessanten Fliegern und beeindruckenden Bauwerken. Rückt auf meiner To-Do Liste in die Top3 auf.

 

Danke fürs Mitnehmen!

 

 

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Da hab ich mich aber gefreut, Somalia zu lesen. Schade das du nur so kurz in Hargeisa warst, hätte gerne noch ein bisschen mehr gesehen. Aber tolle Eindrücke und schönes Rumfliegen, bin neidisch.

 

Vielen Dank!

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Vielen Dank fuer Eure Antworten - da macht das Schreiben im nachhinein doch gleich wieder mehr Spass, wenn man weiss, dass man "ankommt".

 

>>>Du meinst, bis auf Koreans langweiligen Kartoffelsalat.

 

Hehe, ok. Das lag aber mehr an der Tatsache, dass ich generell keinen Kartoffelsalat mag, weniger an der Airlinezubereitung.

 

 

>>>Vor allem hinsichtlich der Schnelligkeit, mit der du verschiedenste Städte und Regionen besuchst, sind wir offensichtlich Brüder im Geiste :-)

 

So viel zu tun, so wenig Zeit - wenn ich ueberlege, wo ich ueberall noch NICHT war...

 

>>>Und offensichtlich bist du auch von der vorderasiatischen Kultur nicht unbeeindruckt.

 

Also die Seidenstrasse-Staedte hatten schon was. Interessant auch, wie sehr sich Usbekistan vom Nachbarland Kasachstan unterscheidet, wo ich vor zwei Jahren zum Bac-111-Fliegen war: Kasachstan ist viel europaeischer.

 

 

>>>Wie hast du die Flüge gebucht, vorallem die Inlandsflüge in Usbekistan?

 

Da die Fluege ganz normal in Amadeus auftauchen, sollte sie jedes Reisebuero mit entsprechender Befaehigung buchen koennen. Ich habe sie mir ueber derbt.de zusammengesucht und dann bei einem Offline-Reisebuero gebucht. GYD-TAS und die sechs Inlandsfluege uebrigens alle auf ein Ticket, das war billiger. Es waere sogar gegangen, in das selbe Ticket noch TAS-FRA reinzubasteln, das haette aber zeitlich nicht gepasst, und fuer 150 EUR mehr UN ins Log zu bekommen, kam mir auch zupass.

 

 

>>>Wieso braucht man dafür eigentlich eine Genehmigung?

 

Weil, es ist Somaliland hier ;-)

 

>>>Und wo sind die Bilder der Mädchenbrüste?

 

Hier:

 

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Ist jetzt nicht so spektakulaer, der Witz ist halt, dass man Frauen aus Diskretionsgruenden nicht unterhalb der Guertellinie malt.

 

 

>>>Schade das du nur so kurz in Hargeisa warst

 

Hm, naja. Im Prinzip hatte ich mit Laas Geel die Haupt- wenn nicht sogar einzige Attraktion des ganzen Landes gesehen, und ansonsten ist Hargeisa eben eines von hunderten gleich aussehenden afrikanischen Drecksloechern. Und irgendwie will man dann ja auch wieder zurueck in die Zivilisation.

 

 

Anyway, danke nochmal, wenn es weitere Fragen gibt, nur zu.

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Das war wirklich einer der faszinierendsten Flugreiseberichte, die ich jemals das Vergnügen hatte zu lesen und ein Juwel für dieses ansonsten oft so trübe Forum. Vielen Dank, dass Du Dir die riesige Mühe gemacht hast, diesen Mammutreport für uns zusammen zu stellen.

 

 

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Super. Genau nach meinen Geschmack. Wirklich schade um die IL-18.

 

 

ich kenne bisher nur http://www.engelsreisen.de

Die haben sich auf Reisen in Russland und Umgebung spezialisiert.

Tashkent-Nukus kostet dort z.B. 60€

 

Ich habe mich gestern auch mal auf die Suche gemacht. ;) Uzbekistan Airways kann man zudem über ABC-Travel buchen. TAS-NCU kostet dort allerdings 92 EUR Oneway, bzw. knapp 110 EUR für den Return.

 

Danke für den Bericht. Ich bin schon am planen...

 

 

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... nachdem ich 2010 auch eine Reise nach Usbekistan plane, habe ich mich auch schon ein wenig schlau gemacht ... Flüge findet man auch über checkfelix.at, da kostet TAS-NCU so 70-75 € oneway um beim Bsp zu bleiben ... :rolleyes:

 

... selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt in diesem Forum unbeliebt mache, aber eine Möglichkeit, die ich zumindest für den einen oder anderen Streckenabschnitt ernsthaft in Betracht ziehe, ist die usbekische Eisenbahn ... :P ... (nach meinen Erfahrungen mit der Trans-Mongolischen Bahn bin ich ein Fan der eisenbahnen in diesen Regionen!)

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Mannomann, ist das ein phantastischer Bericht. Ich habe alle Orte per Google Maps verfolgt...

 

Ich hatte vor geraumer Zeit mal einen Fernsehbericht über den Aralsee gesehen, die waren auch genau an dem nicht mehr vorhandenen Ufer, wo du auch warst. Trotzdem, Usbekistan wäre schon was. BTW: Wie ist die Verständigung? Kannst du russisch? Und wie war die Verständigung in Somalia?

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absoluter Wahnsinn diese Reise (und der Bericht)...ich wuerde allerdings schon daran scheitern wegen dem Ausmass an Vorbereitungen, die da zu treffen waeren....

mit der beste Bericht, der hier bisher veroeffentlicht wurde.

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Ach so, DIE Maedchenbrueste. Ja, habe ich von weitem gesehen, sind voellig unspektakulaer, zwei Huegel halt.

 

Verstaendigung in Somaliland ging erstaunlich gut auf Englisch, in Usbekistan fast nur auf Usbekisch oder Russisch. KAnn ich beides nicht, aber drei Brocken Russisch und Tuerkisch habe ich mir doch angeeignet mit der Zeit, das plus Haende und Fuesse funktioniert mit ein bisschen gutem Willen auf beiden Seiten ganz gut.

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Gosh! Der Report verbindet wohl so ziemlich alles, was einen herausragenden Trip Report ausmacht: ein außergewöhnliches Zielgebiet (bzw. gleich mehrere), massenhaft seltene Flugzeugtypen und Airlines, hervorragende Fotos, ein klasse-witziger Schreibstil, interessante Hintergrundinfos zu Land und Leute. Was soll ich sonst noch sagen - das Warten hat sich echt gelohnt!

 

Nebenbei:

img1973o.jpg

Was macht die ex-Condor 752 denn in der Russen-Corrosion-Corner?!

 

Danke für diesen fabelhaften Bericht!!!

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