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nivek

Fluggerätmechaniker oder Ingenieur Luft- und Raumfahrt?

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Hallo Leute,

 

bezüglich meiner Karriere hätte ich da eine Frage an euch.

Ich mache gerade eine Ausbildung zum Fluggerätmechaniker (Instandhaltung, 3. Lehrjahr, Verkürzer) und nähere mich meinem Abschluss.

Schon seit meiner Kindheit träume ich von der Fliegerei, angefangen hat es mit dem Modellflug bis hin zur Segelfluglizenz. Ich denke das bestätigt mein großes Interesse gegenüber der Luftfahrt. Klar wäre es da ideal für mich Pilot zu werden, aber aufgrund einer fliegerischen Untauglichkeit (kein Medical 1) gehört dieser Traum leider in die Mülltonne.

Zu meiner Person: ich habe einen Realschulabschluss, bin fast 20 Jahre alt und ziehe es in Betracht, nach meiner Lehre auf die Berufsoberschule zu gehen, um mein Fachabi nachzuholen (um danach vielleicht zu studieren).

Nun stehen für mich noch 2 Wege offen, nämlich den Beruf des Fluggerätmechanikers auszuüben, inklusive den Weiterbildungen, Cat-B/C, also bishin zum Prüfer für Luftfahrzeuge. Entsprechend beworben habe ich mich schon, natürlich erst als Cat-Aler.

Oder ein nach der Ausbildung anschließendes Studium Luft- und Raumfahrttechnik. Aerotec bietet da beispielsweise ja duale Studiengänge an.

 

Mein Anliegen besteht darin zu entscheiden, ob ich es bei der Tätigkeit als Fluggerätmechaniker belasse und dort aufsteige, oder doch studieren gehe, um Ingenieur zu werden?

 

Mit meiner jetztigen Beschäftigung bin ich ja überaus zufrieden, ich meine dieser Beruf bietet ja reichlich Aufstiegsmöchlichkeiten, wie oben erwähnt, nur habe ich manchmal das Empfinden oder die Angst, es später zu bereuen, nicht mehr aus mir gemacht zu haben. Mir wird manchmal das Gefühl vermittelt, dieser Beruf sei für mich zu schade.

 

Auf der anderen Seite besuche ich den Vorbereitungskurs, um den Einstieg in die Berufsoberschule zu erleichtern, und ich muss gestehen, dass mir der Stoff nicht gerade sehr liegt. Das Problem besteht nicht direkt darin, dass ich es nicht kann, sondern dass es mich graust, wenn mit Matheformeln, etc. ausgepackt wird. Das Studium ist zwar eine super Idee, Befürchtungen zu Folge werde ich aber dem Ganzen nicht gerecht. Während dem Studium soll ja viel ausgesiebt werden.

Zahlt sich das Studium gehaltstechnisch, die Arbeitsbelastung inbegriffen im Nachhinein aus, verglichen mit einem Cat-B/Cler Fluggerätmechaniker? Oft heißt es doch, Akademiker seien unterbezahlt? Zudem ist es schwierig die Umstellung zu ertragen, nach der Lehre kein Geld mehr zu bekommen.

 

Ich bin wirklich ratlos und wäre froh darüber wenn mir jemand Tipps geben könnte, der eine ähnliche Laufbahn vor sich hat/hatte und evtl. vor dem selben Problem stand. :)

 

Grüße

nivek

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Zahlt sich das Studium gehaltstechnisch, die Arbeitsbelastung inbegriffen im Nachhinein aus, verglichen mit einem Cat-B/Cler Fluggerätmechaniker? Oft heißt es doch, Akademiker seien unterbezahlt? Zudem ist es schwierig die Umstellung zu ertragen, nach der Lehre kein Geld mehr zu bekommen.

 

 

Angesichts der heutigen Situation auf dem Arbeitsmarkt kann man eigentlich nur den Rat geben, die Berufswahl nach der Flexibilität auszurichten, d.h. was man mit einer Ausbildung anfangen kann, sofern es mit dem Traumjob aus irgendwelchen Gründen nicht klappt. Erwägungen wie Verdienst etc. sind alles Nebenkriegsschauplätze, die zwar nebenbei zu Berücksichtigen sind, sich aber niemals als alleiniges Entscheidungskriterium eignen. Was Deine konkrete Situation angeht würde ich mich schon jetzt mit der Tatsache abfinden, dass es die einen "ideale" Laufbahn ohne Nachteile nicht gibt. Deine Abneigung z.B. gegenüber Matheformeln kann ich zum Teil gut nachvollziehen (ging mir lange Zeit genauso), allerdings kann ich Dir versprechen, dass auch eine Ausbildung als Fluggerätemechaniker etliche Zumutungen für Dich bereithält, beispielsweise Nachtdienste, die jahrzehntelang ausgeübt in Sachen Privatleben und Gesundheit bestimmt nicht jedermanns Sache sind und ob letzteres für Dich zutrifft stellt sich leider erst dann heraus wenn ausbildungstechnisch bereits alle Pflöcke eingerammt sind.

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Wenn es Dir vor Mathe-Formeln graust, ist das generell keine gute Voraussetzung für eine technisches Studium.

 

Denn ob es einem nun gefällt oder nicht - mir hat es nicht gefallen ;) - ein Ingenieurstudium hat immr sehr viel mit Mathe zu tun. Das war Du an Mathe in der Berufsoberschule bewältigen musst, ist erst eine sehr kleiner Anfang, zu dem, was dann im Studium kommt.

Mir hat es jedoch geholfen, dass ich durch das Studium, hauptsächlich in den physik-nahen Fächern, dann auch gesehen habe, wofür diese Formel überhaupt zu gebrauchen sind. Etwas, was meine Lehrer in der Schule nie geschafft haben.

Man beginnt die Mathematik deswegen nicht spontan zu lieben, aber man sollte dann zumindest bereit sein, sich auf sie einzulassen. Und das eine oder andere sollte man dann auch verstehen, so dass es eben keine reines "Formeln lernen" mehr ist.

 

Solltest Du nicht bereit sein, Dich auf dieses "Abernteuer" einzulassen, halte ich ein Studium für vergeudete Zeit.

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Das mit der Nachtschicht kann man sogar planen! Airlines aus Nord- oder Südamerika kommen morgens und sind spätestens alle abends vom Hof. Bei Asiaten, Australiern und Afrikanern hast du die Flugzeuge meist früh am Morgen und spät am Abend.
Musst halt nur bei den Richtigen einen Job bekommen und die richtigen Lizenzen haben!
Gruß
Easaman

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Es ist aber auch eher so, dass die wenigsten in die Nachtschicht "müssen". Ich habe 2 Jahre nur Nachts gearbeitet und um die Stellen haben sich die Leute gerangelt.

Genauso gibt es genug, die auf die Zulagen verzichten und dann nur Tagsüber arbeiten, was planungstechnisch kein Problem darstellte.

 

Kommt aber immer drauf an, wo man nun arbeitet, aber generelle Aussagen kann man da keine treffen.

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Eine gute Antwort, nur eine kleine Anmerkung von mir: Es gibt auch Fluggerätemechaniker die keinen Nachtdienst machen, ich kenne einen der seit Jahrzehnten einer ist und noch nie eine gemacht hat (Airlines in Frankfurt betreuen die nur am Tage dort sind).

 

Ist wahrscheinlich ein Glücksgriff so eine Stelle zu bekommen, es gibt sie aber. Darauf verlassen sollte man sich aber natürlich nicht.

 

In Sachen Arbeitsplatzsicherheit (sofern es so etwas heute überhaupt noch gibt) ist das dann aber auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, denn es kostet die Controller der betreffenden Airline einen Federstrich um den Angestellten die Grundlage ihrer Tätigkeit zu entziehen, sei es durch Änderung von Umläufen, outsourcing von Wartungs- und Betreuungstätigkeiten etc. Halbwegs verlässlich ist da nur eine Airline mit Basis am Platz und schon bist Du zumindestens zeitweise mit einem garantierten Schichtdienst am Start. Die einzige Ausnahme dürften da Beschäftigte in einer Gerätewerkstatt sein, die ausgebautes Equipment an die Werkbank geliefert kriegen und dieses bis zu einem gewissen Zeitpunkt wieder "fit gemacht" haben müssen, aber der Starter dieses Threads macht auf mich ganz stark den Eindruck, als ob die Tätigkeit am und mit dem kompletten Flugzeug den Hauptreiz ausmachte.

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