Dummi

BREXIT Bedeutung für die Luftfahrt und allgemeine Diskussion

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Hallo,

 

die Folgen für die "große"/scheduled Luftfahrt werden sicher beherrschbar sein, richtig interessant wird es aber für die Business Aviation. Hier sind Operator und v.a. Kunden an einen sehr kurzfristigen und bequemen Ablauf seit Jahren gewöhnt (bei Anruf Flug). Und London ist für diese Branche momentan ja noch einer der wichtigsten Hubs in Europa (wobei das natürlich von der Entwicklung der Finanzindustrie abhängig sein wird) auf dem EU-Operator mächtig mitmischen.

 

Wenn es in der Luftfahrt Arrangements ähnlich wie zwischen der EU und der Schweiz geben wird, werden z.B. Kabotageflüge für EU-Operator innerhalb UK nicht mehr möglich sein, und umgekehrt für UK-Operator innerhalb eines EU-Staats. Für ein paar Air-Taxi-Unternehmen wäre das nicht gut.

 

Interessant wird auch die Frage, unter welchen Umständen EU-Operators noch zwischen UK und anderen nicht EU-Staaten fliegen dürfen (z.B. die wichtigen Strecken Russland, Golf, USA). Dito natürlich auch für die UK-Operator im Verkehr zwischen EU-Staaten und nicht-EU Drittstaaten. Ob dies noch leicht möglich sein wird, mit Auflagen oder ob der Marktzugang versperrt wird.

Ein Zugang mit Auflagen (d.h. Landing Permissions für jeden Einzelfall und entsprechenden 1-2 wöchigen Vorlaufzeiten) wird den Kunden schwer vermittelbar sein.

Es wird sehr spannend und für die betroffenen Unternehmen sicher sehr viel schwieriger als für Airlines im scheduled und Saisonchartervekehr!

LG
Hermann

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Zeit.de: Parlament könnte den Brexit noch verhindern.

 

Da gibt es einige demokratische Argumente, die für diesen Weg sprechen. Aber dieser Satz: "Ist es denkbar, dass sie sich gegen den Volkswillen stellen?" Schaut euch die "Exit-Polls" an. Das Referendum hat eine Menge produziert, aber keinen "Volkswillen", es haben 17,4m Bürger für eine Staatsidee gestimmt und 16,2m Bürger für eine gegenteilige Staatsidee. Das ist eine veritable Staatskrise. 

Es gibt eine nationale Spaltung (Nordirland, Schottland gegen Wales und England), eine Spaltung der Bildungsschichten, eine Spaltung der Metropolen (London, Liverpool gegen die Regionen), eine Spaltung der Altersgruppen. Wenn das Ergebnis über alle diese Gruppen konstant gewesen wäre, dann könnte man von einem "Volkswillen" sprechen. 

 

Erschwerend kommt hinzu, dass schon viele, zentrale Wahlversprechen kassiert worden sind, so dass die eine Staatsidee, für die 17,4m Bürger gestimmt haben, so eh nie kommen wird.

 

Ein anderer Punkt, das jetzt erstmal auszusitzen. Die derzeitigen Verträge sind auch in Volksbefragungen gescheitert. Wikiepedia sagt, alle Länder haben nach Modifikationen zugestimmt, sind die ganze Zeit vollwertige EU-Mitglieder geblieben. Obwohl allen Wählern und Parlamentariern hätte klar sein müssen, dass ein Nein zum Vertrag eine Art ausstieg ist. So wie jetzt ein Ausstieg nur eine Art ausstieg ist.

 

 

Die Frage nach Arbeitserlaubnissen für Briten nach einem Brexit, für Britische Unternehmen in Europa, Britische Rentner in Südeuropa ist das eine.

Jeder Europäer, der in UK investiert hat (privat, gewerblich), in UK seine Berufs- oder Universitätsausbildung begonnen oder abgeschlossen hat ist genauso betroffen, das steht genauso in der Schwebe. 

bearbeitet von OliverWendellHolmesJr

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Die Frage nach Arbeitserlaubnissen für Briten nach einem Brexit, für Britische Unternehmen in Europa, Britische Rentner in Südeuropa ist das eine.

 

In GB arbeiten wohl sehr viele Osteuropäer. Verlören die Briten ihre unbeschränkte Arbeitserlaubnis in der EU, würde das die Osteuropäer in GB genauso passieren.  Die Osteuropäer werden in dem Punkt ihre Interessen in Brüssel knallhart vertreten. Solange Cameron im Amt ist, dürfte man eh nicht mit Verhandlungen über den Ablauf des Ausstiegs Anfangen. Bis Oktober oder so dürfte sich erst einmal nichts tun. Und danach kam man auch eine neue Abstimmung ansetzen. Das andere ist, dass mit GB ein Nettozahler die EU verlassen würde. Entweder müssten EU Ausgaben gesenkt werden, oder andere Länder müssten mehr in den EU Topf einzahlen. Das würden sicher auch Horrorverhandlungen für die EU.

 

Wizz ist doch vom Brexit betroffen. Die Wizz Mutter sitzt in GB und der Operative Teil in Ungarn. Also ähnliche Konstruktion wie bei AB.

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In GB arbeiten wohl sehr viele Osteuropäer. Verlören die Briten ihre unbeschränkte Arbeitserlaubnis in der EU, würde das die Osteuropäer in GB genauso passieren. Die Osteuropäer werden in dem Punkt ihre Interessen in Brüssel knallhart vertreten. Solange Cameron im Amt ist, dürfte man eh nicht mit Verhandlungen über den Ablauf des Ausstiegs Anfangen. Bis Oktober oder so dürfte sich erst einmal nichts tun. Und danach kam man auch eine neue Abstimmung ansetzen. Das andere ist, dass mit GB ein Nettozahler die EU verlassen würde. Entweder müssten EU Ausgaben gesenkt werden, oder andere Länder müssten mehr in den EU Topf einzahlen. Das würden sicher auch Horrorverhandlungen für die EU.

 

Wizz ist doch vom Brexit betroffen. Die Wizz Mutter sitzt in GB und der Operative Teil in Ungarn. Also ähnliche Konstruktion wie bei AB.

Da würde ich nicht drauf wetten. Schon jetzt drängt die europäische Kommission GB dazu, eine offizielle Austrittserklärung abzugeben. Der Druck wird dadurch verstärkt, da das gesamte Brexit Lager mittlerweile beim Austritt auch keine Eile sieht, was für mich ein wenig merkwürdig anmutet. Zuerst drängt man die Briten dazu, einem Brexit zuzustimmen und dann wird bei der offiziellen Erklärung zum Austritt auf Zeit gespielt, gepaart mit aussagen, dass man wohl leider zentrale Wahlversprechen, wie ein offenes Gesundheitswesen, nicht umsetzen kann und wird...

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Da würde ich nicht drauf wetten. Schon jetzt drängt die europäische Kommission GB dazu, eine offizielle Austrittserklärung abzugeben. Der Druck wird dadurch verstärkt, da das gesamte Brexit Lager mittlerweile beim Austritt auch keine Eile sieht, was für mich ein wenig merkwürdig anmutet. Zuerst drängt man die Briten dazu, einem Brexit zuzustimmen und dann wird bei der offiziellen Erklärung zum Austritt auf Zeit gespielt, gepaart mit aussagen, dass man wohl leider zentrale Wahlversprechen, wie ein offenes Gesundheitswesen, nicht umsetzen kann und wird...

 

Die Brexiter haben Null Planung. Es war eine emotional geladene Kampagne die den Alten ihre Jugendzeit vorzeigte und den Dummen den Spiegel von der Nase wegnahm aber keinen Fahrplan im Falle eines Erfolges hatte.

 

Es geht immer um Interessen und jetzt fängt man an zu realisieren das die ewige Rosinenpickerei alss Teil der EU nicht mehr gelten wird und das die EU Länder auch knallhart ihre Interessen vertreten werden. Es gibt EU Institutionen in London die zB nach Osteuropa verlegt werden könnten, die Finanztrasaktionen der City wären im Euroraum viel besser aufgehoben usw.

 

Natürlich wird der Rest ausgehandelt - die Osteuropäer können in GB bleiben dafür die UKBürger in Spanien etc. das sind aber nicht die Kernthemen bei denen man Härte zeigen wird.

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Der Schlüssel für das, was jetzt passiert oder nicht passiert, liegt bei der Regierung Ihrer Majestät. Und noch ist David Cameron Premier. Durch seine Rücktrittsankündigung ist er zwar "a lame duck", kann aber noch agieren. Über 3 Mio. Petitionsstimmen liegen bereits vor, die Abstimmung zu wiederholen. Wohlgemerkt, nicht bei der Regierung sondern beim Parlament. Nach den vorliegenden Zahlen haben weniger als 3/4 der Briten an der Abstimmung teilgenommen und weniger als 60% für den BREXIT abgestimmt. Wenn man den Veröffentlichungen Glauben schenkt, dann macht sich jetzt schon große Ernüchterung im BREXIT-Lager breit. Schottland (die Regierung dort) und sogar in der Hauptstadt (wie das gehen soll, ist völlig unklar) hat man eine Abstimmung über die Unabhängigkeit beschlossen, bzw. in London, diese Idee geäußert. In Nordirland sind die Katholiken für eine Vereinigung mit der Republik, die Protestanten (das ist die Mehrheit) sind dagegen. Wird das zum Ende des mühsam ausgehandelten Frieden in Ulster führen? Das Vereinigte Königreich ist dabei auseinander zu fliegen. Und alle sind Untertanen Ihrer Majestät. Wenn die Queen ihre verfassungsmäßige Aufgabe wahrnehmen würde, müßte sie jetzt ein Signal setzen. Nicht für oder gegen BREXIT, sondern für den Zusammenhalt des Königreiches. Das würde aus meiner Sicht schon genügen, eine erneute Abstimmung durchzuführen.

Wie die ausgehen würde, daran habe ich jetzt keine Zweifel. Was folgt dann? Die Briten hätten jahrelang genug damit zu tun, das Porzellan, das sie selber (und ohne daß die Krauts beteiligt waren) mutwillig und und in einem Anfall von Größenwahn zerschlagen haben, wieder zusammenzufügen. In Brüssel wird man hoffentlich das Signal verstanden haben, und bessere Politik für die Unionsbürger betreiben. Und bessere Politik heißt auch: Die Türkei wird nur assoziiert, um sie wirtschaftlich an die EU zu binden, und weitere Mitglieder werden in den nächsten 10 Jahren nicht aufgenommen.

Bleibt nur noch die Frage zu klären: Sollen die Briten für das Desaster bestraft werden, das sie angerichtet haben? Klare Antwort: NEIN. Die haben sich schon selber genug bestraft.

bearbeitet von aaspere

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Es wurde ja schon viel über die Auswirkungen und mögliche Strategien für Airlines wie Easyjet oder Ryanair diskutiert.

Was mich aber nochmal interessieren würde ist, was der BREXIT für die IAG bedeuten kann. Diese besteht ja nunmal aus EU und Nicht-EU Airlines.

Die Holding selbst hat ihren jurisitschen Sitz in der EU (=Madrid), wird jedoch operativ aus London geleitet. Auch die Shareholder sind bunt gestreut. Was bedeutet das nun? Bleiben durch den juristischen Sitz in Madrid die EU-Verkehrsrechte erhalten? Und falls nicht, verliert BA dann seine EU-Umsteiger die in die USA weiter wollen weil Start und Ziel Drittländer sind und dementsprechend besteuert würden? Zweiteres müsste doch dann eigentlich LH und KL/AF sehr in die Karten spielen oder sehe ich das falsch?

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Zumindest ist es schonmal als positiv zu werten, dass die EU Führung in Brüssel sich nicht auf Verhandlungen ab Oktober, wenn ein neuer PM an der Macht ist, einlässt ... sondern an den Worten von Junckers "raus ist raus" festhält.

 

Es war der EU sicherlich schon ewig ein Dorn im Auge, dass ständig Sonderregelungen für GB galten, nur um sie gnädig zu stimmen. Dazu kommt noch die Weigerung mit Schengen, Euro-Einführung (hat DK ja auch), etc etc.

 

Auf der anderen Seite zeigt die Reaktion der "jungen Generation", dass nach nunmehr 40 Jahren EU Zugehörigkeit auch in den Köpfen ein Wandel stattgefunden hat, denn die Generation > 50 Jahren hat in den vergangen 15-20 Jahren -- auch in Folge des Wachstums von Ryanair und Easyjet -- ein grenzenloses Europa als selbstverständlich kennengelernt.

 

Gestern stand in einem Artikel, ich meine es war in der FAZ, dass die Entscheidung zum Brexit eigentlich das Beste für Europa ist, was passieren konnte - denn jetzt kann und muss sich die EU neu erfinden bzw. alte Sichtweisen und Entscheidungsprozesse ändern. Hätten die Briten für einen Verbleib gestimmt, würde man 'business as usual' weitermachen ... und dann hätte es irgendwann vielleicht einen noch größeren Knall gegeben. Insofern bedeutet die Brexit Entscheidung eine große Chance für die EU.

 

Ich hoffe, dass es keine "EU Light Version" für GB gibt, denn das hätte verheerende Folgen für mögliche Nachahmer ...

bearbeitet von cityshuttle

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Ich hoffe, dass es keine "EU Light Version" für GB gibt, denn das hätte verheerende Folgen für mögliche Nachahmer ...

Dieser letzte Satz ist ganz entscheidend.

 

Genauso wie die klare Ansage Seitens J.C. Juncker, daß eine Zeitschinderei bis nach den Unterhauswahlen im Oktober nicht akzeptabel ist.

Ich persönlich bin der Meinung, daß die EU den Briten schon viel zu lange zuviele Sonderrechte zugestanden hat, nur um sie zum Bleiben zu überreden. Irgendwann ist Schluss (auch wenn sie jetzt selber den Schlußpunkt gesetzt haben).

 

So sehr ich den Briten (als "Volk") gegenüber positiv eingestellt bin, so sehr bin ich aber auch der Meinung, daß man nun keine Zugeständnisse mehr machen darf.

Die Entscheidung ist gefallen und die Folgen gehen für Großbrittannien weit über die Neuausrichtung gegenüber "Resteuropa" hinaus.

 

Es ist sicher, daß es ein neues Referendum in Schottland geben wird - mit unschwer vorauszusehendem Ergebnis, denn die Londoner Regierung wird keine Drohungszenarien mehr gegenüber den Schotten aufbauen können.

Die Folge: Aus Großbrittannien wird wohl "Restbrittannien" werden.

(Nordirland ist da ein deutlich schwierigerer Fall und derzeit wesentlich schlechter einzuschätzen)

 

In Bezug auf Verkehrsrechte zwischen EU und UK erwarte ich keine radikalen Veränderungen, da beide Seiten kein Interesse an zusätzlichen Hürden haben dürften.

Beschränkungen wird es in den Bereichen geben, in denen GB einseitig Vorteile hat.

Durch die selbstgewählte "Isolierung" begibt man sich in eine sehr schwache Verhandlungsposition.

Das UK wird nicht viel zum eigenen Vorteil bewegen können.

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Nach den Torys ist die Krise nun auch bei Labour angekommen. Es hagelt Rücktritte und Entlassungen aus dem Schatten-Kabinett. Im Westminister-System ist es notwendig, dass der Parteichef (Corbyn) das Vertrauen der Parlamentarier hat, dass kann ihm möglicherweise schon diese Woche entzogen werden kann - dann müsste er zurücktreten. Spannend wird sehen, wie sich Labour neu aufstellt. Es ist aber gut, das Corbyn gegangen wird, er taugt einfach nichts als Parteichef. Er war auch nicht wirklich pro-EU, sein Stabschef wurde auf der Brexit-Wahlfeier gesehen. UK scheint vor einer politischen Neusortierung zu stehen, wie man sie lange nicht gesehen hat. Das Land scheint gespalten, wie man es sonst nur von USA kennt. Das Boris Johnson der nächste Tory-Chef wird ist noch nicht sicher.

 

Achja, Nigel Farage, Populist, macht weiter wie bisher, wie es seinesgleichen nun mal machen, lügen um keine Verantwortung für ihre Politik übernehmen zu müssen.

 

Zurück zu Brexit 

Sonderrechte hat UK bereits, haben auch andere, ist nicht schön, aber auch nicht schlimm, kann man auch als funktionierenden Förderalismus bezeichnen. In den USA gibt es auch viele Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten. 

Fakt ist, eine EU ohne UK ist sinnlos. So wie eine EU ohne Frankreich sinnlos ist, weshalb man damals das französische Nein zum Lissabon-Vertrag ignoriert hat, ein Referendum das weitaus eindeutige war. Unter anderem war die Ablehnung gleichförmig über das ganze Land verteilt. In anderen Ländern, die den Vertrag zunächst abgelehnt haben das Referendum mit ästhetischen Änderungen am Referendums-Text wiederholt hat.

 

Die Aussage von Junker ist heiße Luft. Ungefähr genauso wie die Wahlkampf-Aussagen von Brexit. Er ist Befehlsempfänger. Wenn die Briten Art. 50 nicht ziehen, gibt es den nicht. Wenn sich die 28 oder die 27 Staaten entscheiden, jetzt erstmal gründlich zu überlegen, wie es weiter geht, können Junker/Schulz Kopfstand machen. ist es so. Oder er nimmt sein Team von hochbezahlten Beratern und arbeitet selber an Alternativen. Das ist dringend notwendig.

 

Zu Farage, Johnson, Gove: Ha, der Autor des Dschungelbuchs hat es großartig formuliert.

 

 

I could not dig; I dared not rob:
Therefore I lied to please the mob.
Now all my lies are proved untrue
And I must face the men I slew.
What tale shall serve me here among
Mine angry and defrauded young?

Rudyard Kippling, Epitaphs of the War (1914-1918) (1918)

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Fakt ist, eine EU ohne UK ist sinnlos. So wie eine EU ohne Frankreich sinnlos ist,

Du gehst ziemlich weit mit Deiner Meinung. Ob sich die Brexit Befürworter über die Konsequenzen bis zum Ende klar waren oder nicht - es war eine demokratische Abstimmung. Und wann haben wir in Deutschland schon mal eine Wahlbeteiligung von fast 2/3?

 

Fakt ist für mich, daß viele Staaten und deren Politiker die Menschen bei den Entscheidungen nicht mitgenommen haben. Die EU ist viel zu schnell gewachsen, ohne die Grundvoraussetzungen (gleiche Steuer, Verordnungen, Einführung des Euro etc.) zu schaffen. Darüber hinaus wurde ein grausam teurer Verwaltungs- und Politikermoloch neu geschaffen, ohne in den Ländern auch mal in diesen Bereichen abzuspecken. Allein die vielen Bundesländer bei uns, mit untergeordneten Bezirksregierungen, Stadtstaaten, die eigentlich nur pleite sind etc. Das alles gehört m.M. nach gründlich überarbeitet. Man kann nicht oben immer wieder etwas drauf setzen ohne unten zu bereinigen.

 

Das alles hat nichts damit zu tun, daß ich EU Befürworter bin. Aber die gesamte EU mit ihren Mitgliedsstaaten gehört reformiert.

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Du gehst ziemlich weit mit Deiner Meinung. Ob sich die Brexit Befürworter über die Konsequenzen bis zum Ende klar waren oder nicht - es war eine demokratische Abstimmung. Und wann haben wir in Deutschland schon mal eine Wahlbeteiligung von fast 2/3? [1]

 

Fakt ist für mich, daß viele Staaten und deren Politiker die Menschen bei den Entscheidungen nicht mitgenommen haben. Die EU ist viel zu schnell gewachsen, ohne die Grundvoraussetzungen (gleiche Steuer, Verordnungen, Einführung des Euro etc.) zu schaffen. Darüber hinaus wurde ein grausam teurer Verwaltungs- und Politikermoloch neu geschaffen, ohne in den Ländern auch mal in diesen Bereichen abzuspecken. Allein die vielen Bundesländer bei uns, mit untergeordneten Bezirksregierungen, Stadtstaaten, die eigentlich nur pleite sind etc. Das alles gehört m.M. nach gründlich überarbeitet. Man kann nicht oben immer wieder etwas drauf setzen ohne unten zu bereinigen. [2]

 

Das alles hat nichts damit zu tun, daß ich EU Befürworter bin. Aber die gesamte EU mit ihren Mitgliedsstaaten gehört reformiert. [3]

 

[1] Richtig, ist aber nicht nur meine Meinung, sondern die Meinung vieler Europäer. Sowohl von Politikern, als auch von Historikern, Volkswirten, Juristen, etc. Daher hat man ja immer wieder auf Deutsche, Französische und Britische Sonderwünsche reagiert und die Wünsch der kleineren Länder in der Regel "weggekauft".

Zum Ergebnis, schau dir bitte mal die Ergebnisse im Detail an, die extremen Spaltungen, die dahinter stehen. Daher muss man meiner Meinung nach dieses 52/48 Ergebnis bei sehr guter Wahlbeteiligung anders bewerten, als ein 52/48 Ergebnis, das konstant über diverse Parameter ist. Genau das ist der Grund, warum es in großen Ländern Hürden gibt, die da gegenhalten. In den USA die starke Trennung zwischen Exekutive und Legislative sowie Bund und Staaten. In Deutschland ist es auf dem Papier ähnlich. Das Ergebnis bestätigt nur meine wiederholten Warnungen vor dem einseitigen Populismus der Brexit-Befürworter. Ganz zu schweigen davon, dass die Brexit-Kampagne zu 99% auf Lügen basierte.

 

[2] Zunächst ist es wieder eine "einfach und logisch" klingende Aussage, die so undifferenziert schlicht falsch ist. Und die angebliche Wahrheit, die dahintersteht, dass es ohne EU weniger Bürokratie geben würde ist falsch. Richtig, es sind neue Institutionen geschaffen worden (Kommission, EuGH, EZB). Es wurden aber auch andere Institutionen zurückgefahren. Globaler Handel bedeutet globale Standards, auf irgendeinem Weg müssen Standards angepasst und umgesetzt werden. Der Erfolg des Welthandels zeigt offensichtlich, dass die volkswirtschaftlichen Nutzen die volkswirtschaftlichen Kosten der "EU-Bürokratie" um ein vielfaches übersteigen. Das Populisten auf den fiskalischen Kosten der "EU-Bürokratie" rumreiten ist ein Ablenkungsmanöver. Es ist ja auch nicht deren Ziel, die EU zu verbessern, sie wollen sie zerstören, nach dem Motto, eure Zukunft gefällt mir nicht, ich kann sie nicht ändern, ich zerstöre sie.

 

[3] Absolut, vor allem gilt das für Deutschland, das viele notwendige Reformen schlicht nicht angegangen ist, weil es durch den Europäischen Währungsraum und den entsprechenden Verwerfungen keine Notwendigkeit gab.

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Eure Diskussion in Ehren, aber alle Debatten in den letzten Tagen hätte man auch mit Kaffeesatzlesen machen können. :P

 

In dem Ganzen bleibt für mich nur eines übrig: Die Bevölkerung ist einfach nur schlecht informiert - hier bei und woanders auch! Ich vermute mal das dies auch ganz einfach passiert und nicht alles in endlosen Debatten ausufern zu lasssen. Wohin die ständigen Rufe nach der sog. direkten Demokratie führen läßt sich ja wunderbar in dem Votum in GB ablesen!

 

 

Die EU hat ganz überwiegend allen Vorteile gebraucht. Einher mit der größeren Einheit müssen zwangsläufig auch Entscheidungsprozesse nach (oben) Brüssel abgegeben werden; Entscheidungen dort getroffen werden. Das passiert auch ohne dass wir es merken, da vieles durch die einzelnen Länder in nationale Vorschriften 1:1 umgesetzt wird. Das Vermittlung zur Bevölkerung fehlt nur in vielen Punkten dazu. Etwas schlecht reden geht viel schneller.  

Ein großes Manko ist dieses Einstimmigkeitsbedürfnis was zu Erpressungsmöglichkeiten führt - das scheint ja auch ein beliebtes Instrument aus GB gewesen zu sein.

 

Lasst mal ein bisschen Zeit ins Land gehen und schaut erstmal was passieren wird..... Dieses Geschwätz von irgendwelchen Experten oder Journalisten ist unerträglich und führt schlussendlich zu noch mehr Verwirrungen in der Bevölkerung.

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Eure Diskussion in Ehren, aber alle Debatten in den letzten Tagen hätte man auch mit Kaffeesatzlesen machen können. :P

 

Lasst mal ein bisschen Zeit ins Land gehen und schaut erstmal was passieren wird..... Dieses Geschwätz von irgendwelchen Experten oder Journalisten ist unerträglich und führt schlussendlich zu noch mehr Verwirrungen in der Bevölkerung.

 

Sehr beruhigend, zu wissen, daß wenigstens Du den klaren Durchblick hast. :P

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Welche?

 

Bin ich Google? 

Ich habe die EZB genannt, sie beschäftigt aktuell knapp 3.000 Leute, die Bundesbank hat zwischen Euro-Einführung und heute knapp 5.000 Stellen abgebaut. Auch andere Notenbanken haben Personal abgebaut. Natürlich hat das auch andere Gründe (Digitalisierung). In der Summe hat die öffentliche Verwaltung in Deutschland 1,6 Millionen Stellen abgebaut.

Die EU-Kommission hatte am 01.02.2016 knapp 30.000 Mitarbeiter, davon 2.300 Übersetzer und 1.800 Mitarbeiter für die wichtigen Bereiche Wettbewerb (800) und Binnenmarkt (1000). Im Vergleich dazu das Bundeskartellamt mit 375 Mitarbeitern. 

 

 

Eure Diskussion in Ehren, aber alle Debatten in den letzten Tagen hätte man auch mit Kaffeesatzlesen machen können. :P

 

In dem Ganzen bleibt für mich nur eines übrig: Die Bevölkerung ist einfach nur schlecht informiert - hier bei und woanders auch! Ich vermute mal das dies auch ganz einfach passiert und nicht alles in endlosen Debatten ausufern zu lasssen. Wohin die ständigen Rufe nach der sog. direkten Demokratie führen läßt sich ja wunderbar in dem Votum in GB ablesen!

 

[...]

 

Lasst mal ein bisschen Zeit ins Land gehen und schaut erstmal was passieren wird..... Dieses Geschwätz von irgendwelchen Experten oder Journalisten ist unerträglich und führt schlussendlich zu noch mehr Verwirrungen in der Bevölkerung.

 

Ist das nicht ein Widerspruch, auf der einen Seite der Bevölkerung zu unterstellen schlecht informiert zu sein und auf der anderen Seite "das Geschwätz von irgendwelchen Experten" zu monieren. Es sei denn du meinst die Voodoo-Experten von Brexit, AfD und Podemos. 

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... Es sei denn du meinst die Voodoo-Experten von Brexit, AfD und Podemos. 

 

:D "gefällt mir"

 

Ja, genau solche und auch andere die bei einem Mikro sofort anfangen zu sabbeln. Nur manch einer wird wenn er nicht gebremst wird  - wie ein gewisser Hr. Gauland - enttarnt. Bei den meisten brennt sich sowas dann ein, da es ja ein Schreiberling vom nächsten abschreibt und es so durch die Gazetten geistert.

 

Ob es nun Lobbyismus, Wichtigtuerei, Eitelkeit oder was auch immer ist. Es wird so viel Müll publiziert, dass die entscheidenden Dinge die nicht laut rausgebrüllt werden bei uns nicht mehr ankommen. Nur bei falsch gebogenen Bananen, da hören wir hin.... Wir sind da auch z.T. selber schuld dran!

 

Mal als kleines Beispiel: Schaut mal die Tagesschau von vor 30 Jahre - die werden ja regelmäßig wiederholt - und die von heute an. Früher gab es Fakten und kurze sachliche Berichte - und heute - viel Geschätz in langen nichtssagenden Berichten.

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@flieg wech

 

Wenn die Aktienkurse von Luftverkehrsunternehmen für Dich keine geeignete Messlatte sind, um die volkswirtschaftlichen Aussichten für GB nach dem letzten Donnerstag angemessen wiederzugeben: welche aktuellen Indikatoren sind es denn dann, die dazu in der Lage sind und gleichzeitig die Situation in einem nennenswert anderen Licht erscheinen liessen? Ich kenne jedenfalls keine, die versprächen, dass der Nation ausserhalb der EU gerade "blühende Landschaften" ins Haus stehen, denn beispielsweise in Sachen(Verkehrs-) Infrastruktur, aber auch z.B. National Health System, war ja bislang schon etliches im Argen, das sich nun jedenfalls eher nicht verbessern dürfte.

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Mal als kleines Beispiel: Schaut mal die Tagesschau von vor 30 Jahre - die werden ja regelmäßig wiederholt - und die von heute an. Früher gab es Fakten und kurze sachliche Berichte - und heute - viel Geschätz in langen nichtssagenden Berichten.

 

Wenn es nur nichtssagendes Geschwätz wäre.... ich sehe in der heutigen Medienlandschaft eher gezielte Meinungsmanipulation um die Interessen des Establishments mal mehr, mal weniger subtil dem Volk schmackhaft zu machen. Wenn man sich mal alleine die ganze Negativpropaganda über Donald Trump in den deutschen Mainstreammedien vergegenwärtigt, um die bis ins Mark korrupte und verlogene Hillary Clinton zu pushen, da wird mir übel bei.

Oder auch dass Merkel trotz ihrer völlig verkorksten "Flüchtlings"politik immer noch mit Samthandschuhen angefasst wird...

bearbeitet von comeback

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Die EU ist viel zu schnell gewachsen, ohne die Grundvoraussetzungen (gleiche Steuer, Verordnungen, Einführung des Euro etc.) zu schaffen. Darüber hinaus wurde ein grausam teurer Verwaltungs- und Politikermoloch neu geschaffen, ohne in den Ländern auch mal in diesen Bereichen abzuspecken. Allein die vielen Bundesländer bei uns, mit untergeordneten Bezirksregierungen, Stadtstaaten, die eigentlich nur pleite sind etc. Das alles gehört m.M. nach gründlich überarbeitet. Man kann nicht oben immer wieder etwas drauf setzen ohne unten zu bereinigen.

 

Da bin ich grundsätzlich bei Dir - allein fehlen auf lokaler und regionaler Ebene der Mut und/ oder Wille, diesen Integrationsschritt auch tatsächlich zu gehen. Allein am Beispiel der Luftfahrtverwaltung in Deutschland könnten viele Dinge vereinfacht werden: Neben der EU-Kommission und der EASA stehen nämlich noch BMVI, LBA, BAF, und viele, viele oberste und obere Landesluftfahrtbehörden mit einer jeweils ganz eigenen Sicht der Dinge. Aber dann kommt wieder die Angst vor Bedeutungs- und Kompetenzverlust.

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Man wollte sich aus den "undemokratischen" Klauen der EU befreien und steht jetzt ratlos vor einem Scherbenhaufen. Sie wollten ihr Land "zurück" und merken nun, dass es isoliert zum Zerstückeln bereit liegt.

 

Wenn ich dann lese, das Brexianer ihre Wahl gern rückgängig machen würden, hat man wohl nach aller Politikerverdrossenheit der letzten Jahre vergessen, dass eine Stimme viel bewegen kann.

 

Die Frechheit, die die populistischen Rattenfänger an den Tag legen, indem sie erste wichtige Wahlversprechen bereits kassierten, lässt hoffentlich Schlupflöcher entstehen, diese Farce ungültik erklären zu lassen.

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Die Frechheit, die die populistischen Rattenfänger an den Tag legen, indem sie erste wichtige Wahlversprechen bereits kassierten, lässt hoffentlich Schlupflöcher entstehen, diese Farce ungültik erklären zu lassen.

 

Und SPON hat Deinen Wunsch bereits thematisch aufgegriffen:

http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/eu/id_78235938/darum-kann-der-brexit-scheitern-wiederholung-des-referendums-.html

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