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martin.stahl

Manchester (FRA-MAN-FRA mit Ryanair)

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Zweimal war ich schon in Manchester, aber nur zum Planespotting am Flughafen. Bei der letzten Reise 2012 hatte ich Pech mit dem Wetter in Frankfurt, was beim Rückflug zur Flugstreichung und einer ungeplanten Übernachtung in Manchester geführt hatte.

Als Ryanair sehr billige Preise nach Manchester anbot, übernahmen niedere Hirnzentren die Macht und ich hatte auf „Buchen“ gedrückt, wollte mir diesmal aber die Stadt ansehen, von der ich immer nur gehört hatte, sie wäre lange eine hässliche Industriestadt gewesen, aber es hätte sich inzwischen einiges getan. Also ein Hotelzimmer über einem Pub gebucht und los ging’s.

 

21.05.18

FR 2418 Frankfurt-Manchester

Flugzeit: planmäßig: 14:30 – 15:10, tatsächlich 14:56 – 15:40

B737-800 EI-GJB

Gate D52, Sitz 28 A

Startbahn 07 C, Landebahn 23 R

 

Ich kam diesmal so zeitig an, dass ich noch in aller Ruhe den CD-Riegel und den Flugsteig C erkunden konnte. Mein erster und einziger Abflug ab dem Flugsteig C war 1995 mit British Midland nach London, also lief ich vom Terminal 2 den gesamten Weg zum Terminal 1 und wieder zurück. Dabei entdeckte ich den Transitbereich mit den Feldbetten, wenn wieder einmal Flüge spät am Abend gestrichen werden, und der Flugsteig C ist tatsächlich so alt und abgeranzt, wie alle immer wieder erzählen. Und zum C/D-Riegel ist es auch aus dem Terminal 1 weit zu laufen. Zum Gate D52 im Hinterhof des Terminals 2 übrigens auch. Als laut Bordkarte das Gate bereits schließen sollte, kam endlich der erste Bus angefahren und das Einsteigen konnte beginnen. Die Rundfahrt führte über das östliche Vorfeld zum kommenden Terminal 3, wo die Flugzeuge von Ryanair, Wizz und auch Condor standen. Wie diese MD83 der Danish Air Transport, die derzeit für Condor fliegt.

 

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Der Ostwind bescherte die Betriebsrichtung 07 und damit gute Blicke auf die startenden Flugzeuge. Hier der A359 der Vietnam Airlines.

 

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Von unserer Besatzung kam die Durchsage, dass wir startbereit wären, sobald die eine Person die Toilette verlassen hatte. Dieser Passagier wurde dann auch mit entsprechendem Applaus begrüßt, aber wir standen immer noch. Als Grund für die Verspätung wurde die Bodenabfertigung angegeben, die es nicht auf die Reihe gebracht hatte, an der hinteren Tür eine Treppe zu positionieren, so dass alle nur über die vordere Tür einsteigen konnten. Allerdings hatte in dieser Woche jeder Manchester-Flug von Ryanair Verspätung und mich würde interessieren, ob das immer an der Bodenabfertigung lag.

Nun ja, es ging endlich los und wir rollten zur Bahn 07 C. Die Route führte über Frankfurt nach Koblenz, Bonn, Eindhoven, Antwerpen, Southend, Leicester, Derby und über den Peak District nach Manchester.

 

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Um 15:07 Uhr hoben wir ab. Das ist meine liebste Startrichtung. Wenn wir in meiner Kindheit auf das Frankfurter Kreuz zufuhren und einem die Flugzeuge startend entgegen kamen, hatte ich immer den Eindruck, sie würden in der Luft stehen.

Der C/D-Riegel zwischen den Terminals, den ich vorher zu Fuß abgelaufen bin.

 

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Das Frankfurter Kreuz unten, darüber die Kreuzung A5/B43.

 

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Die A5 durch Frankfurt-Niederrad.

 

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Wir waren direkt über dem Taunus und hatten noch einen Blick auf den Flughafen, hier die Startbahn West.

 

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Dann zogen doch Wolken auf, bis wir die Nordsee erreicht hatten. Hier der Hafen von Seebrügge.

 

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Stockport während des Landeanflugs auf Manchester.

 

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Um 15:34 Uhr setzten wir in Manchester auf und diesmal ging die Einreise ganz schnell. Beim letzten Mal war direkt vor mir der A380 aus Dubai gelandet und entsprechend lange war damals die Schlange. Mit dem Zug ging es ins Stadtzentrum zur Piccadilly Station, und als wir dort ankamen, setzte gerade der Regen ein. Regen, wie man sich eigentlich einen Schauer in den Tropen vorstellt. Extrem heftig. Ich zog zur Sicherheit die Socken aus und packte sie in den Rucksack, holte den Schirm heraus und lief den einen Kilometer zum Hotel. Als ich dort ankam, waren die Socken trotzdem feucht, wie auch der restliche Inhalt meines Rucksacks. Und ich auch.

Mein Hotel war über dem Pub „The Millstone“ im Northern Quarter nahe der Innenstadt. Nichts besonderes, aber zum Schlafen okay und mehr brauchte ich nicht.

 

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Irgendwann hörte der Regen wieder auf und ich war einigermaßen trocken und machte mich auf den Weg durch Manchester.

 

Das Rathaus, ein imposanter dreieckiger Bau, bei dem man sich direkt ins viktorianische Zeitalter zurückversetzt fühlt.

 

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Chinatown, wo ich später am Abend auch zum Essen war.

 

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John Rylands Bibliothek mit seiner kostbaren Büchersammlung. Die Bibliothek wurde zu Ehren des Industriellen John Rylands von seiner Frau erbaut, um seine Büchersammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

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Der historische Lesesaal in der Bibliothek.

 

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Man findet viele alte, aber schön herausgeputzte Häuser wie dieses.

 

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St. Mary's Kirche – das versteckte Juwel in einer kleinen Seitenstraße. Ich hatte sie nicht einmal gesehen, als ich direkt vor ihr stand.

 

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Von außen unscheinbar, im Inneren besticht sie vor allem durch den weißen Altar.

 

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Gleich dahinter die John Dalton Street.

 

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Größer und bekannter ist die St. Ann’s Kirche, in der gerade Blumengestecke ausgestellt wurden.

 

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Die Börse.

 

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Ein kleiner Pub.

 

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Am nächsten Morgen war der Himmel strahlend blau und blieb dies auch für den ganzen Tag.

 

Statue der Königin Victoria vor den Piccadilly Gardens. Der Platz besticht eher durch seine Funktion als Verkehrsknotenpunkt denn durch seine Ästhetik.

 

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Zentrale Bibliothek

 

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The Midland Hotel, eines der imposantesten Gebäude der Stadt.

 

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Alt trifft neu – das fand ich besonders reizvoll in Manchester und sollte das noch an vielen Stellen ähnlich erleben.

 

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Die heute nicht mehr genutzt St. George’s-Kirche.

 

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Eine der schönsten Ecken und das mitten in der Stadt – Castlefield mit alten Warenhäusern, Hausbooten auf den vielen Kanälen und den Viadukten.

 

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Beetham Tower, das höchste Gebäude Englands außerhalb von London.

 

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Die Kathedrale. Richtig an sie herangekommen bin ich nicht, da das ganze Gelände abgesperrt und mit Sicherheitsleuten und Kamerateams belagert war. Es war der Jahrestag des Bombenanschlags in Manchester und am Nachmittag fand in der Kathedrale eine Gedenkfeier mit der Premierministerin und Prinz William statt. Überall in der Stadt standen auch kleine Bäume, deren Blätter aus Zetteln bestanden, auf denen man der Opfer des Anschlags gedenken konnte.

 

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Sinclair's Oyster Bar neben der Kathedrale

 

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Ich fuhr mit der Bahn zurück zum Flughafen und hatte noch gut eine Stunde Zeit, um im nahegelegenen Pub „The Airport“ die startenden Flugzeuge zu beobachten.

 

Cathay Pacific A359

 

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„Servus“ ruft der Embraer 195-Jet der Austrian Airlines.

 

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B747-400 der Virgin Atlantic

 

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Air Berlin steht drauf, aber Eurowings streckt drin – DH8 beim Start nach Düsseldorf.

 

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22.05.18

FR 2419 Manchester- Frankfurt

Flugzeit: planmäßig: 15:35 – 18:15, tatsächlich 19:00 – 21:41

B737-800 EI-DWP

Gate 52, Sitz 26 A

Startbahn 05 R, Landebahn 07 R

 

Als ich gerade in der Sicherheitskontrolle stand, kam die Durchsage, dass man nun im ganzen Land mit einer Schweigeminute der Opfer des Anschlags vor einem Jahr gedenken würde, und tatsächlich stand der gesamte Flughafen schweigend still. Nach der Kontrolle stand auf einem Monitor das erste Mal, dass mein Flug über eine Stunde Verspätung hätte. Auf den Monitoren vor der Kontrolle war dies nicht angegeben, obwohl die Verspätung zu diesem Zeitpunkt auch schon klar war, da das Flugzeug noch gar nicht in Frankfurt gestartet war. Als nach gut 1 ½ Stunden endlich das Gate bekanntgegeben wurde, stand dort eine lange Schlange, da das Gate nur aus einer Tür im Gang bestand. Sitzgelegenheiten gab es fast keine.

 

Eine Dreiviertelstunde nach unserer geplanten Abflugzeit kam die Maschine aus Frankfurt endlich an.

 

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Das Boarding hatte noch gar nicht angefangen und die Leute standen alle brav in der Schlange, als schon der „final call“ für unsere Flug durchgerufen wurde. In solchen Situationen fängt man an, die Durchsagen nicht mehr ernst zu nehmen.

Naja, dann saßen wir in der vollbesetzten Maschine. Die Verspätung wurde von der Besatzung mit keinem Wort erwähnt. Erst auf spätere Nachfrage erfuhr ich, dass wegen des Fluglotsenstreiks in Frankreich die Maschine auf dem Rückflug aus Lissabon Verspätung eingeflogen hatte. Nun sollte es endlich losgehen, aber nichts tat sich. Diesmal kam immerhin eine Durchsage aus dem Cockpit: Über Frankfurt wäre gerade ein Unwetter und wir müssten mit weiteren zwei Stunden Wartezeit rechnen. Irgendwann verkündete die Besatzung, dass nun die Bordbar geöffnet würde und sie verkauften Getränke und Snacks. Ich wies darauf hin, dass man als Passagier ab einer Verspätung von zwei Stunden Anrecht auf kostenlose Erfrischungen und Snacks hätte, doch dies wurde von der Besatzung abgelehnt. Mein Sitznachbar erhielt zur gleichen Zeit von Ryanair eine Email mit einem Verpflegungsgutschein, einlösbar im Flughafen. Aber wir saßen im Flugzeug und er konnte den Gutschein daher nicht nutzen. Wieso er einen solchen Gutschein erhielt und die anderen nicht, konnte auch nicht geklärt werden. Insgesamt war hier die Leistung von Ryanair mies. Zur Verspätung konnten sie nichts, aber die Betreuung gemäß EU-Recht fand nicht statt.

 

Um 19 Uhr konnten wir endlich starten. Die Route war diesmal nördlicher über Sheffield, Norwich, Rotterdam, Duisburg, Wuppertal und Montabaur.

 

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Um 19:15 Uhr hoben wir ab.

 

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Manchester

 

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Die Hügel des Peak Districts, wo ich 2000 im Urlaub war.

 

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Es dämmerte, die Fensterscheibe war beschlagen/verdreckt und draußen waren wieder dichte Wolkentürme, daher gibt es nur noch dieses eine Foto während des Landeanflugs.

 

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Um 21:36 Uhr setzten wir in Frankfurt auf, wo noch Hochbetrieb herrschte. Natürlich war unser Flug nicht als einziger betroffen. Rund 100 Flüge waren sogar gestrichen und insofern hatten wir noch Glück gehabt. Unsere Maschine hätte eigentlich nach Bergamo weiterfliegen sollen, aber dieser Flug wurde gestrichen und daher parkten wir direkt vor dem Terminal 2 und hatten nur eine kurze Busfahrt zur Ankunft. Zum Erlebnis wurde noch die Einreise an der Grenzkontrolle. Ein Mitarbeiter des Flughafens schickte auf Englisch alle EU-Bürger zur automatischen Grenzkontrolle. Ansonsten war noch ein Schalter mit zwei Beamten besetzt, und zwar der Schalter „Alle Pässe“. Wer keinen Reisepass dabei hatte (und nach bzw. von England reist man nicht unbedingt mit dem Pass), musste auch durch diese Kontrolle. Der Mitarbeiter schickte die EU-Bürger an einem anderen Eingang in die Schlange für alle, was den Unmut der Nicht-EU-Bürger hervorrief, weil der Eindruck entstand, die EU-Bürger würden sich vordrängeln. Die Diskussion zwischen einer Amerikanerin und dem Mitarbeiter mit indischem Akzent („Because they are EU citicens!“) erinnerte uns doch ein wenig an die Versteckte Kamera. Vor allem ging es kaum vorwärts, da am Schalter ständig Fingerabdrücke genommen wurden, Papiere überprüft wurden etc. Zum Glück wurde dann endlich ein weiterer Schalter geöffnet und ich konnte einreisen und erwischte noch meinen Bus vor dem Terminal 1. Sonst hätte ich eine Dreiviertelstunde auf den nächsten warten müssen und nach den ganzen bisherigen Verspätungen wollte ich nur noch nach Hause, wo die Katzen schon auf ihr Nassfutter warteten.

Immerhin habe ich nach meinem dritten Ausflug nach Manchester nun auch wirklich einmal die Stadt gesehen und die ist weitaus schöner und interessanter als ich vorher immer gedacht hatte. Ryanair in Frankfurt… okay, die beiden Flüge, die ich nun mit denen hatte, waren sehr billig, daher kann ich nicht viel erwarten. „You get what you pay for.“ Nächstes Jahr bleibt mir wohl keine andere Möglichkeit, wenn Ryanair dann auch nach Gerona fliegt. Meine allererste Flugreise 1979 war von Nürnberg nach Gerona und ich würde 40 Jahre später Gerona gerne einmal wieder sehen.

 

Copyright aller Fotos: Martin Stahl

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Hi,

 

sehr schöner BEricht- tolle Bilder, sehr gute Kamera und perfekt schriftlich begleitet. :-)

 

Ich wusste garnicht dass MD83 er in Europa noch zum Einsatz kommen- bin ich zumindest zum letzten Mal in Iran geflogen :-)

 

Keep it up :-)

 

Grüße,

Iran Air

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