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Billigflieger laut Klimaforscher Graßl ökologisch am sinnvollsten

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Lesetipp Der emeritierte Hamburger Meteorologie-Professor und Klimaforscher Hartmut Graßl verteidigt Billigflieger gegen Klima-Kritik. Billigfluglinien seien ökologisch am besten, wenn vernünftig gereist und unvermeidbare Flüge finanziell kompensiert würden, sagte der im Beirat des Stuttgarter Flughafens sitzende Graßl zu den "Stuttgarter Nachrichten".

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Ich habe selten so einen oberflächlich-dilettantischen Schmu gelesen!

Natürlich haben die Passagiere im stets voll gepackten Flieger der Lowcoster einen relativ geringen Passagierkilometer Kerosinbedarf.  Man muss die Sache allerdings systemisch betrachten und berücksichtigen, dass viele nur deshalb fliegen, weil die Reise so absurd billig ist. So gesehen, ist die ökologische Bilanz die reinste Katastrophe.

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Wenn es um Studien und Artikel geht, macht es immer Sinn sich anzusehen, wer dahintersteckt und was bezweckt werden könnte. Dass jemand, der im Beirat eines Flughafens sitzt, nicht generell gegen das Fliegen wettert und allen rät statt Flugreisen Urlaube daheim auf Balkonien zu machen, ist eigentlich ganz klar. So jemand kann unmöglich neutral sein. 

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Am ‎05‎.‎09‎.‎2019 um 19:40 schrieb Laszlo_Lebrun:

Ich habe selten so einen oberflächlich-dilettantischen Schmu gelesen!

Natürlich haben die Passagiere im stets voll gepackten Flieger der Lowcoster einen relativ geringen Passagierkilometer Kerosinbedarf.  Man muss die Sache allerdings systemisch betrachten und berücksichtigen, dass viele nur deshalb fliegen, weil die Reise so absurd billig ist. So gesehen, ist die ökologische Bilanz die reinste Katastrophe.

Können Sie das belegen? Ich kann den ganzen Tag kostenlos Bahnfahren - trotzdem mache ich das nur, wenn ich auch einen Bedarf dafür habe. Der Mobilitätsbedarf nimmt in einer zunehmend globalisierten Welt einfach zu, sowohl für Geschäftsreisen, als auch für Besuche von Familie und Freunde. Zunehmender Wohlstand ermöglichst zudem mehr Erholungsreisen. Der Flugpreis hat daran aber den geringsten Anteil.

Am ‎05‎.‎09‎.‎2019 um 20:15 schrieb mocha:

Wenn es um Studien und Artikel geht, macht es immer Sinn sich anzusehen, wer dahintersteckt und was bezweckt werden könnte. Dass jemand, der im Beirat eines Flughafens sitzt, nicht generell gegen das Fliegen wettert und allen rät statt Flugreisen Urlaube daheim auf Balkonien zu machen, ist eigentlich ganz klar. So jemand kann unmöglich neutral sein. 

Flughäfen mögen eigentlich keine Billigflieger, so findet ja auch der ADV-Präsident Schulte (auch Vorstand Fraport) die Idee mit dem Sanktionen gegen Billigtickets gar nicht schlecht. Der Beirat eines Flughafens soll einen Flughafen beraten - warum sollte er das nicht neutral machen können? Wenn er von "unvermeidlichen" Flügen spricht, impliziert das auch die Existenz von "vermeidlichen" Flügen, auf die man zugunsten von Urlaub auf Balkonien verzichten kann.

 

Fazit: Je mehr der Klimaschutz beim Fliegen berücksichtigt wird, desto mehr werden Billigflieger davon profitieren, da sie bereits heute die niedrigsten klimaschädlichen Emissionen aufweisen und zum anderen so günstig produzieren, dass Klimasteuern noch am besten verkraftet werden können.

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Am 9.9.2019 um 16:26 schrieb Der Duesentrieb:

Flughäfen mögen eigentlich keine Billigflieger, so findet ja auch der ADV-Präsident Schulte (auch Vorstand Fraport) die Idee mit dem Sanktionen gegen Billigtickets gar nicht schlecht. Der Beirat eines Flughafens soll einen Flughafen beraten - warum sollte er das nicht neutral machen können? Wenn er von "unvermeidlichen" Flügen spricht, impliziert das auch die Existenz von "vermeidlichen" Flügen, auf die man zugunsten von Urlaub auf Balkonien verzichten kann.

 

Fazit: Je mehr der Klimaschutz beim Fliegen berücksichtigt wird, desto mehr werden Billigflieger davon profitieren, da sie bereits heute die niedrigsten klimaschädlichen Emissionen aufweisen und zum anderen so günstig produzieren, dass Klimasteuern noch am besten verkraftet werden können.

Schon klar, mir ging es eher darum, dass er nicht gegen das Fliegen an sich wettert. Aber klar, irgendwo müssen Flughäfen auch auf das Klimathema eingehen. Finde ich auch gut und richtig, dennoch ist es meiner Meinung nach ein zweischneidiges Schwert. So ähnlich, wie sich Betreiber von Schweinefarmen sicher nicht von sich aus dafür einsetzen, dass die Menschen nur noch einmal die Woche einen Sonntagsbraten essen und ansonsten weitestgehend fleischlos. 

Der Druck in Richtung Veränderung muss, denke ich, auf jeden Fall auch von Außen kommen. Und bei vermeidbaren Flügen geht es ja nicht nur um Urlaube, sondern auch um Geschäftsreisen, bei denen zB eventuell auch Zugfahren eine Alternative sein könnte. 

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Am 9.9.2019 um 16:26 schrieb Der Duesentrieb:

Der Mobilitätsbedarf nimmt in einer zunehmend globalisierten Welt einfach zu, sowohl für Geschäftsreisen, als auch für Besuche von Familie und Freunde. Zunehmender Wohlstand ermöglichst zudem mehr Erholungsreisen. Der Flugpreis hat daran aber den geringsten Anteil.

 

Dem ersten Teil stimme ich zu, dem zweiten nicht. Durch die Billigfliegerei entstanden ganz neue Nutzungsmöglichkeiten, wie der kurze Shoppingtrip nach Paris oder der Wochenendurlaub in Barcelona oder Lissabon. Ich würde keinen zweiten Flugurlaub machen, wenn es nicht so günstig wäre. Erholen kann man sich auch im nächstgelegenen Gebirge oder an der Küste, dafür muss man nicht weit fliegen. Das ist eigentlich purer Luxus, den sich inzwischen aber fast jeder leisten kann.

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Das ist genau der Punkt... Die Billigflieger haben nach und nach ganz neue Bevölkerungschichten erreicht - ein Großteil der vielen Millionen Passagiere von Ryanair, easyJet & Co sind schließlich nicht von einer "klassischen" Airline zur Billig-Konkurrenz rübergewechselt - sondern das sind meist völlig neue Markterschließungen der Branche. Insofern sind die Aussagen, die Billigfliegerei sei ökologisch am sinnvollsten tatsächlich Bullshit.... Riecht schlichtweg stark nach Lobbyarbeit....

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vor 3 Stunden schrieb Tschentelmän:

Das ist genau der Punkt... Die Billigflieger haben nach und nach ganz neue Bevölkerungschichten erreicht - ein Großteil der vielen Millionen Passagiere von Ryanair, easyJet & Co sind schließlich nicht von einer "klassischen" Airline zur Billig-Konkurrenz rübergewechselt - sondern das sind meist völlig neue Markterschließungen der Branche. Insofern sind die Aussagen, die Billigfliegerei sei ökologisch am sinnvollsten tatsächlich Bullshit.... Riecht schlichtweg stark nach Lobbyarbeit....

Tut mir Leid, aber es ist Bullshit, dass Billigflieger neue Bevölkerungsschichten erreichen. Warum haben denn dann die "klassischen" Airlines so eine Angst, melden Insolvenz an oder gründen eigene Billigflieger!? Richtig ist, dass neue Bevölkerungsschichten sich Fliegen leisten können bzw. darauf angewiesen sind. Kamen früher die Saison- und Pflegekräfte noch mit dem Auto aus Polen, fliegen diese heute aus Bulgarien und Rumänien ein. Den Shoppingtrip nach Paris gab es schon immer, aber er hat am Verkehrsaufkommen nur einen sehr geringen Anteil. Er macht ja auch überhaupt keinen Sinn mehr, weil man alles überall bekommen kann per Internet. Der gesamte Kontverkehr ist doch bereits auf Billigflug umgestellt, weil keiner mehr bereit ist für ineffiziente Airlines und unnütze Zusatzleistungen Geld zu bezahlen. Noch stärker als der Kontverkehr ist im Übrigen in den letzten Jahren der Interkontverkehr gestiegen. Da können die Billigflieger nichts dafür.

vor 16 Stunden schrieb mocha:

Schon klar, mir ging es eher darum, dass er nicht gegen das Fliegen an sich wettert. Aber klar, irgendwo müssen Flughäfen auch auf das Klimathema eingehen. Finde ich auch gut und richtig, dennoch ist es meiner Meinung nach ein zweischneidiges Schwert. So ähnlich, wie sich Betreiber von Schweinefarmen sicher nicht von sich aus dafür einsetzen, dass die Menschen nur noch einmal die Woche einen Sonntagsbraten essen und ansonsten weitestgehend fleischlos. 

Der Druck in Richtung Veränderung muss, denke ich, auf jeden Fall auch von Außen kommen. Und bei vermeidbaren Flügen geht es ja nicht nur um Urlaube, sondern auch um Geschäftsreisen, bei denen zB eventuell auch Zugfahren eine Alternative sein könnte. 

Der Bau und Betrieb von Straßen, Eisenbahnen und Flughäfen ist erst einmal eine staatliche Aufgabe. Mehr Verkehr bedeutet für alle erst einmal höhere Kosten und egal woher das Geld kommt, die Mittel sind begrenzt. Und wenn man nicht rechtzeitig mit dem Ausbau hinterherkommt, hat man dann chaotische Zustände wie im letzten Jahr, über die sich dann alle beschweren. Das Interesse von Flughäfen ist daher nur, die Infrastruktur anzubieten, die benötigt wird - egal ob zunehmend oder abnehmend.

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vor 4 Stunden schrieb 2ndOrbit:

 

Dem ersten Teil stimme ich zu, dem zweiten nicht. Durch die Billigfliegerei entstanden ganz neue Nutzungsmöglichkeiten, wie der kurze Shoppingtrip nach Paris oder der Wochenendurlaub in Barcelona oder Lissabon. Ich würde keinen zweiten Flugurlaub machen, wenn es nicht so günstig wäre. Erholen kann man sich auch im nächstgelegenen Gebirge oder an der Küste, dafür muss man nicht weit fliegen. Das ist eigentlich purer Luxus, den sich inzwischen aber fast jeder leisten kann.


Durch die Fliegerei enstanden grundsätzlich neue Nutzungsmöglichkeiten.
Besonders auch für die Wirtschaft.
Mal eben zum Meeting nach New York. Persönliche Vetragsunterzeichung in Buenos Aires. "Work and travel" in Australien.
Vor 100 Jahren kaum denkbar.
Wer will sich das Recht herausnehmen, zu entscheiden, was davon "notwendige" Flugreisen sind, und was nicht.
Der Business-Traveller wird sagen: Mein New-York-Meeting ist notwendig, der WE-Tripp nach Malle zum Feiern nicht.
Das 20-Jährige Feier-Biest wird sagen: Wozu braucht es ein Meeting in New York, zu meinem persönlichen Glück will ich 4x pro Jahr an Ballermann.
Niemand hat in meinen Augen das Recht, das eine Bedürfnis über das andere zu stellen.
In der Vergangenheit ging es übrgens ohne beides. Doch, wir leben in der Gegenwart und bereiten die Zukunft vor.
Für mich haben "Billigflieger" genauso eine Daseinsberichetigung, wie "Premium-Carrier" oder wie auch immer man sie nennen möge.
Wir können nicht die globalisierte Wirtschsaftswelt wollen, aber die Globalisierung der persönlichen Welten der Menschen ablehnen.
Entweder ganz, oder gar nicht.

Edited by Holstenritter

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vor 2 Stunden schrieb Der Duesentrieb:

Tut mir Leid, aber es ist Bullshit, dass Billigflieger neue Bevölkerungsschichten erreichen. Warum haben denn dann die "klassischen" Airlines so eine Angst, melden Insolvenz an oder gründen eigene Billigflieger!?

 

Ich gebe zu, dass meine Aussage sehr pauschal war. Dennoch gibt es über die letzten Jahre insgesamt ein beträchtliches Wachstum bei den Low-Cost-Airlines. Ja - teilweise haben klassische Airlines das Kurz- und Mittelstrecken-Geschäft in eine Billig-Sparte überführt - wie LH zur Germanwings bzw Eurowings... In Teilen haben die Billigairlines auch Passagiere von der klassischen Konkurrenz abgezogen. Alles in allem hat die Branche jedoch ein riesiges Wachstum gehabt - ebenso wie auch die Flughäfen, wo über die letzten Jahre unzählige neue Strecken eröffnet wurden, die es früher dort nicht gab.

 

Demzufolge steht für mich ganz klar fest, dass das Konzept mit den damit verbundenen Ticketpreisen und der ständigen Wachstumsoffensive neue Märkte erschlossen haben, was mit früheren Konzepten nicht in dieser Intensität möglich gewesen wäre...

Edited by Tschentelmän

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vor 2 Minuten schrieb Tschentelmän:

 

Ich gebe zu, dass meine Aussage sehr pauschal war. Dennoch gibt es über die letzten Jahre insgesamt ein beträchtliches Wachstum bei den Low-Cost-Airlines. Ja - teilweise haben klassische Airlines das Kurz- und Mittelstrecken-Geschäft in eine Billig-Sparte überführt - wie LH zur Germanwings bzw Eurowings... In Teilen haben die Billigairlines auch Passagiere von der klassischen Konkurrenz abgezogen. Alles in allem hat die Branche jedoch ein riesiges Wachstum gehabt - ebenso wie auch die Flughäfen, wo über die letzten Jahre unzählige neue Strecken eröffnet wurden, die es früher dort nicht gab.

 

Demzufolge steht für mich ganz klar fest, dass das Konzept und die damit verbundenen Ticketpreise neue Märkte erschlossen haben, was mit früheren Konzepten nicht in dieser Intensität möglich gewesen wäre...

Es mag sein, dass auf dem einen oder anderen billigen Platz jemand sitzt, der ansonsten nicht geflogen wäre. Bei den klassischen Airlines wäre dann der Sitz einfach leer geblieben (Auslastung: 78 %). Die Billigairlines vermarkten aber noch den letzten Platz, was zu deren Erfolg auch beiträgt (Auslastung 96 %). Denn besser noch 10 € verdienen als keine Erlöse.

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vor 1 Stunde schrieb Der Duesentrieb:

Es mag sein, dass auf dem einen oder anderen billigen Platz jemand sitzt, der ansonsten nicht geflogen wäre. Bei den klassischen Airlines wäre dann der Sitz einfach leer geblieben (Auslastung: 78 %). Die Billigairlines vermarkten aber noch den letzten Platz, was zu deren Erfolg auch beiträgt (Auslastung 96 %). Denn besser noch 10 € verdienen als keine Erlöse.

Wenn man die passagierabhängigen Kosten, wie die Steuern und Flughafengebühren, noch zahlen muss, so bleibt bei Billig-Tickets nichts übrig. Die können so nur Verlust machen.

 

Daher kann auch Ryanair die kurzfristigen Tickets nur teuer verkaufen.

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Die Abgaben zahlst du ja on top. Die gehen am Billigflieger vorbei. Das 9,99€ Euro Ticket nicht. Daher ist es schon richtig, lieber den letzten Platz für nen 10er, als ihn leer zu haben.

 

Sonst finde ich auch, das man niemanden den Kurztrip verbieten darf. Viele Leute können heute fliegen, weil ihr Wohlstand steigt und die Preise sinken. Es ist fast dreist zu sagen : „ Du könntest es dir jetzt endlich auch mal erlauben, ein WE Trip nach Madrid zu machen, aber aufgrund der Situation ist es ökopolitisch total schlecht und damit du das nicht mehr machst, erhöhen wir die Preise. Fliegen muss wieder der Elite gehören. „

 

Das geht nicht. Unsere heutige Mobilität ist nunmal unser Wohlstand. Und hier sitzt echt jeder im Glashaus. Das ich ein Klimaschwein bin lass ich mir nur vom Urvolk im Amazonas sagen. Der Rest hat mindestens genauso viel Dreck am Hacken wie ich.

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Am 11.9.2019 um 18:39 schrieb wartungsfee:

Das ich ein Klimaschwein bin lass ich mir nur vom Urvolk im Amazonas sagen. Der Rest hat mindestens genauso viel Dreck am Hacken wie ich.

 

 

Nur 3 Prozent der Weltbevölkerung sind im Jahr 2017 (passend zum link, geändert) geflogen.

Diese relativ kleine Gruppe verantwortet einen überproportional großen Teil der weltweiten Emissionen. 

Von diesen 3% ist wiederum nur ein kleiner Teil für den Großteil dieser Emissionen verantwortlich.

 

Quelle: Deutsche Welle

https://www.dw.com/de/der-klimawandel-und-das-fliegen/a-42094220

Edited by Frank for future
Jahreszahl (passend zum link, geändert)

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vor 48 Minuten schrieb Frank for future:

 

 

Nur 3 Prozent der Weltbevölkerung sind im vergangenen Jahr geflogen.

Diese relativ kleine Gruppe verantwortet einen überproportional großen Teil der weltweiten Emissionen. 

Von diesen 3% ist wiederum nur ein kleiner Teil für den Großteil der Emissionen verantwortlich.

 

Quelle: Deutsche Welle

https://www.dw.com/de/der-klimawandel-und-das-fliegen/a-42094220

Wenn man schon eine Quelle liefert, dann bitte auch die korrekten Jahreszahlen angeben.

 

Kritisiert doch mal die Kreuzfahrtindustrie. Norwegen hat es zum Glück erkannt. Die sind die größeren Umweltsch....

 

Für eine Woche Kreuzfahrt kann ich dreimal um die Welt fliegen.

 

Also bitte nicht immer die Flugpassagiere kritisieren.

Edited by chris_flyer

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On 9/11/2019 at 12:05 PM, Der Duesentrieb said:

Die Billigairlines vermarkten aber noch den letzten Platz, was zu deren Erfolg auch beiträgt (Auslastung 96 %).

 

Es wird durch ständige Wiederholung als Ryanair-Lüge nicht richtiger. Sie verkaufen laut eigener Angabe 96 % der Plätze, tatsächlich fliegen tun aber deutlicher weniger. Alle Auswertungen von uns Auslastungsnerds zeigen Werte deutlich unter 96 % an (Deutschland, Spanien, UK, wo halt die Statistikämter streckenbezogene Daten in laienlesbarer Form veröffentlichen), dann müssen schon alle anderen Strecken über 100 % ausgelastet sein, das sind dann wahrscheinlich die Klimaretterstrecken...

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vor 3 Minuten schrieb chris_flyer:

Wenn man schon eine Quelle liefert, dann bitte auch die korrekten Jahreszahlen angeben.

 

Kritisiert doch mal die Kreuzfahrtindustrie. Norwegen hat es zum Glück erkannt. Die sind die größeren Umweltsch....

 

Für eine Woche Kreuzfahrt kann ich dreimal um die Welt fliegen.

 

Also bitte nicht immer die Flugpassagiere kritisieren.

Aber Flüge sind der Inbegriff des Kapitalismus und für mich ist die Kritik an den Flügen einfach nur (verkappte) Kapitalismus Kritik. Ich wette die Schnittmenge derer die Flugverbote fordern mit der Occupy Bewegung ist ziemlich groß. Auch sieht die Politik mMn nur mögliche Zusatzeinnahme Quellen unter einem Vorwand der zZt populär ist. Um Umweltschutz an sich geht es doch den wenigsten dabei (ich sage ausdrücklich nicht "keinen"!).

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vor einer Stunde schrieb chris_flyer:

Kritisiert doch mal die Kreuzfahrtindustrie.

 

Machen "wir" doch ständig, nur nicht unbedingt in einem Fliegerforum.

 

vor einer Stunde schrieb chris_flyer:

Für eine Woche Kreuzfahrt kann ich dreimal um die Welt fliegen.

 

Man kann auch beides schlimm finden und kritisieren. (Und trotzdem beides machen.)

 

vor 56 Minuten schrieb d@ni!3l:

Aber Flüge sind der Inbegriff des Kapitalismus und für mich ist die Kritik an den Flügen einfach nur (verkappte) Kapitalismus Kritik.

 

Da gibt es bestimmt große Schnittmengen. Das macht die Umweltzerstörung aber natürlich nicht besser.

 

Mir ist egal, weshalb jemand das Richtige tut. Hauptsache, er tut es.

Edited by 2ndOrbit

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vor 1 Stunde schrieb chris_flyer:

Kritisiert doch mal die Kreuzfahrtindustrie. Norwegen hat es zum Glück erkannt. Die sind die größeren Umweltsch....

Für eine Woche Kreuzfahrt kann ich dreimal um die Welt fliegen.

Also bitte nicht immer die Flugpassagiere kritisieren.

 

Sicher ist eine Kreuzfahrt (Verbrennen von Schweröl) genauso zu kritisieren wie eine Fernreise per Flugzeug.

 

Insbesondere da bei Schiffen die Möglichkeit zu umweltfreundlicheren Antrieben (Flettner-Rotor) besteht, diese "nur aus Kostengründen" noch nicht genutzt wird. Das Verbrennen von Schweröl (es entsteht hauptsächlich als Rückstand bei der Herstellung in der Erdölverarbeitung) sollte verboten werden. (Dann wird die Herstellung von Benzin, Kerosin, allerdings mit Sicherheit etc. teurer. Schweröl darf dann nicht mehr auf Schiffen "entsorgt" werden.)

 

https://www.deutschlandfunk.de/tolle-idee-was-wurde-daraus-saeulen-statt-segel-als.676.de.html?dram:article_id=407237

https://www.thb.info/rubriken/single-view/news/erstmals-flettner-rotor-fuer-passagierfaehre.html 

https://www.switijnkshipping.com/our-fleet/ff8500/

 

Dreimal um die Welt fliegen entspricht nicht einer Woche Kreuzfahrt:

 

Bei einer 7tägigen Hapag-Lloyd Kreuzfahrt mit 2 Seetagen in einer Außenkabine ergibt diese Rechnung beispielsweise einen CO2-Ausstoß von 3.300 kg, was 76 Euro entspricht. Die freiwilligen Klimaschutz-Spenden von Passagieren in dieser Höhe investiert Atmosfair laut der aktuellen Pressemitteilung in Klimaschutzprojekte. (Quelle: Atmosfair).

 

Zum Vergleich: Ein 2010 in Deutschland gekaufter Neuwagen emittiert laut Spiegel Online durchschnittlich 150 Gramm CO2 pro Kilometer. Bei einer Jahresleistung von 20.000 Kilometern ergibt das also 3.000 kg pro Jahr. Ein Hin- und Rückflug von Deutschland nach Florida entspricht einem CO2-Ausstoß pro Passagier von 5.500 kg (Quelle: Atmosfair).

 

Wobei ich die Kompensation von CO2 nicht befürworte, denn sicher ist ein hoher Aufwand nötig damit das eingenommene Geld nicht in "unseriösen Projekten" versickert.

Edited by Frank for future

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vor 3 Stunden schrieb chris_flyer:

Kritisiert doch mal die Kreuzfahrtindustrie.

 

Gerne doch:

Fünf Tage AIDA Kreuzfahrt als Schüler-Abschlussfahrt einer Klasse der Carl-Schurz-Schule aus Frankfurt Sachsenhausen mit Zwischenstopp in Oslo und Kopenhagen. Die Kosten 390 Euro pro Kopf.

 

Shitstorm auf facebook. "Wenn etwas günstig genug ist, darf einem das Klima auch mal vollkommen egal sein!"

https://www.fr.de/frankfurt/aida-kreuzfahrt-abschlussfahrt-fridays-future-schueler-protestieren-zr-13007997.html

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vor 2 Stunden schrieb Frank for future:

 

Sicher ist eine Kreuzfahrt (Verbrennen von Schweröl) genauso zu kritisieren wie eine Fernreise per Flugzeug.

 

Insbesondere da bei Schiffen die Möglichkeit zu umweltfreundlicheren Antrieben (Flettner-Rotor) besteht, diese "nur aus Kostengründen" noch nicht genutzt wird. Das Verbrennen von Schweröl (es entsteht hauptsächlich als Rückstand bei der Herstellung in der Erdölverarbeitung) sollte verboten werden. (Dann wird die Herstellung von Benzin, Kerosin, allerdings mit Sicherheit etc. teurer. Schweröl darf dann nicht mehr auf Schiffen "entsorgt" werden.)

 

https://www.deutschlandfunk.de/tolle-idee-was-wurde-daraus-saeulen-statt-segel-als.676.de.html?dram:article_id=407237

https://www.thb.info/rubriken/single-view/news/erstmals-flettner-rotor-fuer-passagierfaehre.html 

https://www.switijnkshipping.com/our-fleet/ff8500/

 

Dreimal um die Welt fliegen entspricht nicht einer Woche Kreuzfahrt:

 

Bei einer 7tägigen Hapag-Lloyd Kreuzfahrt mit 2 Seetagen in einer Außenkabine ergibt diese Rechnung beispielsweise einen CO2-Ausstoß von 3.300 kg, was 76 Euro entspricht. Die freiwilligen Klimaschutz-Spenden von Passagieren in dieser Höhe investiert Atmosfair laut der aktuellen Pressemitteilung in Klimaschutzprojekte. (Quelle: Atmosfair).

 

Zum Vergleich: Ein 2010 in Deutschland gekaufter Neuwagen emittiert laut Spiegel Online durchschnittlich 150 Gramm CO2 pro Kilometer. Bei einer Jahresleistung von 20.000 Kilometern ergibt das also 3.000 kg pro Jahr. Ein Hin- und Rückflug von Deutschland nach Florida entspricht einem CO2-Ausstoß pro Passagier von 5.500 kg (Quelle: Atmosfair).

 

Wobei ich die Kompensation von CO2 nicht befürworte, denn sicher ist ein hoher Aufwand nötig damit das eingenommene Geld nicht in "unseriösen Projekten" versickert.

Ja gut, dreimal ist vielleicht übertrieben.

 

 

Wo wir gerade bei Atmosfair und Co. sind. Ja das ist in der Tat nicht so toll. Da werden z.B. Wälder aufgeforstet. Ist ja erstmal toll. Nur wo wird das gemacht und vor allem wie.da wird dann in Mittelamerika, Afrika oder Asien gemacht. Es werden dabei Monokulturen von Nadelbäumen (und das das nicht gut ist in Bezug auf den Klimawandel wissen wir bereits)  aufgeforstet, wo viele Jahre vorher die Felder der Bauern waren. Also fehlt deren Narungsmittelgrundlage. Es wäre doch angebrachter hier Wälder aufzuforsten. Wird aber nicht gemacht oder nur zögerlich.

 

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/hoert-endlich-auf-zu-fliegen

 

Die Kernaussage unterstütze ich nicht aber wenn das stimmt, dann kann man diese CO2-Kompensationsprogramme vergessen: 

Zitat

....

Ähnliches dürfte für die Klimaschutzprojekte gelten: Bisher werden viele Projekte von privaten Gutachtern kontrolliert. Besonders hinter sogenannten Wald- und Aufforstungsprojekten, die gern als Vorzeigebeispiele der Kompensation angebracht werden, verbergen sich oft höchst problematische Praktiken: Dabei geht es um die Vertreibung von Bauern durch europäische Investoren, Anpflanzung von Baummonokulturen (beispielsweise Kiefern) unter Einsatz von Herbiziden und die Frage, was mit dem in den Bäumen gespeicherten CO₂ passiert, wenn die Bäume abbrennen oder von den Unternehmen „geerntet“ werden.

 

Kompensation an sich ist weder gut noch schlecht: Es kommt schlicht darauf an, wie seriös sie umgesetzt wird. Bei den Mengen an Zertifikaten, die die Luftfahrtbranche ab 2020 dazukaufen muss, wenn sie CO₂-neutral wachsen will, muss also genau hingeschaut werden...

 

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