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Tschentelmän

Neu-Entwicklung => Überschall-Flugzeuge

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Die UK Space Agency stellte Pläne für ein neues Überschall-Flugzeug vor, welches ab dem Jahr 2030 zum Einsatz kommen soll. Bis zu Mach 5,4 - London-Sydney in etwa 4 Stunden... Die britische Regierung hat bereits 60 Millionen britische Pfund in das Projekt investiert.

 

Man darf gespannt sein, ob und was daraus wird...

 

https://www.telegraph.co.uk/news/2019/09/24/british-tourists-will-able-fly-australia-4-hours-2030-uk-space/

 

Auch die NASA beschäftigt sich seit einigen Monaten bereits mit der Konstruktion eines neuen Überschall-Flugzeuges...

 

https://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Das-Ueberschall-Flugzeug-der-Nasa-soll-keinen-Knall-machen

Edited by Tschentelmän

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Keine Aussagen zum Thema Verbrauch, Klimawirkung, etc.. In der aktuellen Diskussion schwierig, damit die Aufmerksamkeit zu erhalten, die man bei einem solchen Projekt gerne haben möchte.

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Ich bezweifle generell, ob so ein Projekt eine Zukunft hat. Warum hat sich die letzten 45 Jahre niemand mit zivilen Überschallflugzeugen beschäftigt? Die Sache ist technisch extrem anspruchsvoll, soll effizient sein und über 6000 km/h schnell fliegen. Man sieht schon bei militärischen Düsenjägern, wie extrem aufwendig die Entwicklungen sind und die fliegen weniger als halb so schnell. Wie viele Maschinen muss man produzieren, damit sich das rechnet? Mit 30 Stück bestimmt nicht. Das Projekt wird unterwegs schon gestoppt, glaube ich. Obwohl es trotzdem toll klingt.

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Mal als Vergleich: Die Entwicklung der Concorde sollte mal (mit eingerechneter Inflation) 500 Mio € Entwicklungskosten haben, am Ende wurden es 3 MRD €. Und jetzt ist man stolz, 60 Mio GBP von der Regierung bekommen zu haben? Bei einem Haus würde man sagen: "Super, die erste Türklinke ist schon bezahlt".

 

Ich halte den Hintergrund für einen ganz anderen. Es ging um das Triebwerk, das evtl. militärisch sehr interessant werden könnte. Wenn man so eine Forschung zivil begründen kann - umso besser. Und wenn es nicht hält, was es verspricht hält sich der Verlust in Grenzen.

 

 

 

 

 

 

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vor 4 Stunden schrieb ilam:

Ich halte den Hintergrund für einen ganz anderen. Es ging um das Triebwerk, das evtl. militärisch sehr interessant werden könnte. Wenn man so eine Forschung zivil begründen kann - umso besser. Und wenn es nicht hält, was es verspricht hält sich der Verlust in Grenzen.

 

Gut mögliche Theorie. Allerdings wundere ich mich, ob die britische Industrie sich so ein Projekt stämmen kann. Glanz und Gloria sind da ja schon lange vorbei!

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Wenn man mal davon ausgeht, dass der Luftwiderstand quadratisch mit der Geschwindigkeit steigt, könnte man zu dem Schluss kommen, dass die Menschheit derzeit dringendere Probleme als ein Überschall-Verkehrsflugzeug hat.

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Am 9.10.2019 um 14:08 schrieb Der_Stevie:

Wenn man mal davon ausgeht, dass der Luftwiderstand quadratisch mit der Geschwindigkeit steigt, könnte man zu dem Schluss kommen, dass die Menschheit derzeit dringendere Probleme als ein Überschall-Verkehrsflugzeug hat.

 

Definitiv! Aber wie schon beschrieben sehe ich die britische Industrie in tausend kalten Wintern nicht in der Lage, so ein schwieriges Projekt anzugehen. Das letzte richtig britische Flugzeugprojekt war der Avro, nichts ganzes und nichts halbes. In UK wird man in den nächsten Jahren allerorten ums Überleben kämpfen. Das ist allerhöchstens etwas für einen neuen 007 Film!

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Ja, Großbritannien arbeitet weiterhin intensiv an der eigenen Deindustrialisierung. Der Dienstleistungssektor gewinnt an Bedeutung, bis man sich irgendwann nur noch gegenseitig die Haare schneidet. Ich denke auch nicht, dass solch ein Projekt dort umsetzbar wäre, selbst wenn Nachfrage bestünde.

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Schon interessant, wie komplett falsch ein derartiges Konzept von den Experten hier aufgefasst wird, und mit welchen "Argumenten" es gleich mal abgekanzelt wird...

 

Bei diesem Konzept geht es ja gerade NICHT um einen Hyperschallflug nach Australien.

Sondern die Entwicklung eines Antriebs für ein Spaceplane für Weltraumzugang, an erster Stelle als Raumtransportsystem. Ein derartiges Konzept ist jedoch auch geeignet, um sowohl sub- als auch orbitalen Passagier-Raumflug durchzuführen. Wie eben Europa-Australien.

 

Und neu ist das ganze auch nicht, konkret am SABRE-Antrieb wird seit gut 15 Jahren geforscht, wie auch insgesamt ständig an Konzepten für Über- und Hyperschallflug gearbeitet wird, von privaten Unternehmen auch, aber sehr viel mehr von allen möglichen staatlichen Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt. Das DLR arbeitet selber seit vielen Jahren an einem ähnlichen Konzept, dem Spaceliner, das auch einen suborbitalen Raumflug vorsieht. Im Gegensatz zu Skylon (das Spaceplane, das Reaction Engines ursprünglich konzipiert hat) aber eben mit einem konventionellen, zweistufigen Raketenantriebssystem.

https://www.dlr.de/irs/desktopdefault.aspx/tabid-11303/#gallery/28471

 

Der Ansatz von Reaction Engines ist jedoch ein ganz anderer, da konzentriert sich die Forschung mittlerweile alleine auf den Antrieb, den SABRE-Antrieb, eine Art kombinierter Air-Turbo-Rocket, die sowohl in der Atmosphäre funktioniert, als auch als reiner Raketenantrieb im All bzw. höheren Atmosphärenschichten und bei höheren Geschwindigkeiten (> Ma = 6 bis 25). Der große Vorteil des Konzepts ist, dass man damit, im Gegensatz zu sonstigen dual-mode-Antrieben mit Ram- oder Scramjets direkt damit horizontal starten kann und keine Boosterstufe benötigt. Eine ganz gute Beschreibung des Triebwerkskonzepts und der Entwicklungsgeschichte gibt es bei Wikipedia:

https://en.wikipedia.org/wiki/SABRE_(rocket_engine)

 

Insgesamt steht im Forschungsbereich Hyperschallflug wieder sehr viel stärker im Fokus, speziell auch im militärischen Bereich ist das ganze auch wieder ein heißes Thema. Da hat v.a. Putin mit seiner Rede zur Lage der Nation und der darin präsentierten Hyperschallwaffen Anfang 2018 so einige Leute an gewissen Stellen ziemlich aufgeschreckt. Aber auch so ist das Militär natürlich einer größten Interessenten für ein derartiges Konzept, zwischen Reaction Engines und der US Airforce/DARPA gibt es auch schon eine Kooperation, eine Variante von SABRE für den militärischen Bereich zu entwickeln.

 

Aber auch sonst ist das ganze Projekt kein Luftschloss, sondern hat technologisch durchaus Hand und Fuß, ist eng mit wissenschaftlichen Instituten verknüpft, die das Projekt auch bewertet haben (u.a. auch ESA, NASA und DLR).

https://webarchive.nationalarchives.gov.uk/20120306110515/http://www.bis.gov.uk/assets/bispartners/ukspaceagency/docs/skylon-assessment-report-pub.pdf

http://www.esa.int/Enabling_Support/Space_Engineering_Technology/ESA_greenlight_for_UK_s_air-breathing_rocket_engine

 

Es wurde zwar auch schon mal eine Variante von SABRE für den dauerhaften Hyperschallflug im Rahmen des EU-Projekts LAPCAT konzipiert, SCIMITAR, der im Gegensatz zu SABRE nur den reinen Air-Turbo-Rocket-Betrieb vorsieht und keine Möglichkeit, den Einlauf zu verschließen und auf reinen Raketenbetrieb umzustellen.

http://www.esa.int/Enabling_Support/Space_Engineering_Technology/Achievements_obtained_within_the_European_LAPCAT_program

https://core.ac.uk/download/pdf/295856.pdf

 

Technologisch ist es so, dass das Konzept im Prinzip seit längerem steht. In den letzten Jahren stand v.a. der Aufbau der Infrastruktur für die Bodentests unter möglich realen Bedingungen im Vordergrund. "Herzstück" des Antriebs ist ja der Precooler, der den eingefangenen Luftstrom binnen Millisekunden von etwa 1000 auf -150°C abkühlt und dabei auch nicht vereist. Die Technologie dafür wurde schon vor etwa 10 Jahren entwickelt

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0094576509005608

http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download;jsessionid=6228A7CE105BF2F081E23C4024C1C96A?doi=10.1.1.684.4109&rep=rep1&type=pdf

Dieses Jahr konnte dann die erste Versuchsreihe unter direkter Replikation von Überschall-Flugbedingungen abgeschlossen werden.

https://www.theengineer.co.uk/sabre-precooler/

Ausführlichere Infos wurden bei der diesjährigen EUCASS-Konferenz in Madrid veröffentlicht, leider sind die Paper hiervon noch nicht per open-access verfügbar, was aber irgendwann noch passieren soll.

https://www.reactionengines.co.uk/news/eucass-2019

 

Sicherlich ist es sehr unsicher, ob dieses Konzept jemals realisiert wird, es ist aber ein technologisch fortgeschrittener und in der Industrie und Wissenschaft weit verknüpfter Ansatz, und im Vergleich zu anderen alternativen Antriebskonzepten von Raketenantrieben sicherlich der aussichtsreichste. Die Entwicklung wurde stets auch in wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert und veröffentlicht. Warum das Konzept jetzt auf einmal so hohe Wellen schlägt, obwohl  seit vielen Jahren daran gearbeitet wird, weiß ich nicht.

 

Aber sowas einfach mit Verweis auf die quadratische Abhängigkeit von Luftwiderstand und Geschwindigkeit abzutun, oder dem Klimaschutz, zeigt einzig eine extreme Kurzsichtigkeit der Kommentatoren auf...

Und das ganze in einer Branche, die es ohne Leute, die auch entgegen großer Widerstände Visionen verfolgt haben, gar nicht geben würde...

Edited by scramjet

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