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Reisebericht BA LHR-BRE + LH BRE-HAJ-NUE Januar 1975


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Dieser Reisebericht schließt an „LH NUE-CGN-LHR Januar 1975“ an und markiert meinen Rückzug von der Insel. Meine Tätigkeiten, Erlebnisse und Unternehmungen in den 15 Monaten und 2 Wochen qualifizieren nicht als Reisebericht, sondern sind in meinen Lebenserinnerungen unter „Leben in England“ niedergeschrieben. Der Vollständigkeit halber seien hier 3 Hin- und Rückflüge während dieser Zeit erwähnt, LHR-CGN-NUE zu Weihnachten 73 und 74 und LHR-FRA zum Sommerurlaub 74. Alle gesponsert von Papa und Mama natürlich. Flugmäßig alle von weniger Bedeutung, deswegen hier keine weiteren Schilderungen.

Mein ungeplanter Rückzug kam überraschend und unerwartet. Grund hier war ein Angebot meiner ehemaligen (Lehr)Firma für eine interessante Tätigkeit in einem anderen Land. Die kurzen Kündigungszeiten im UK machten mir die kurzfristige, einstweilige Rückkehr nach Deutschland möglich.

Mit dem Gepäck, mit dem ich in London angekommen war, kehrte ich der Stadt auch wieder den Rücken. An einem sonnigen Sonntag vormittag checkte ich in Heathrow bei British Airways zum Flug in einer BAC 1-11 nach Bremen ein. Dieser verlief dann aus meiner Sicht ohne besondere Vorkommnisse, soviel Routine hatte ich mittlerweile, um dies beurteilen zu können. Meine Gefühle waren zwiespältig, Wehmut über das abrupte Ende einer aufregenden Zeit in London, aber auch Vorfreude auf ein neues Land und neue Aufgaben. Mein Hochgefühl stieg mit der Landung in Bremen dergestalt in die Höhe, daß ich nach der Paßkontrolle das erstbeste Taxi in Beschlag nahm und dem Droschkenkutscher ein lässiges „Hotel zur Post“ entgegen warf. Gerade war das Taximeter eingeschaltet und der 1.Gang eingelegt, als mir dämmerte, daß da doch noch was war - mein Gepäck ! Stoppte sofort den Taxler und bedeutete ihm zu warten. Rannte zurück zum und durch den Terminal, entgegen dem Strom in die Gepäckausgabe und holte mein einsame Runden drehendes Gepäck vom Band, unter sicherlich dubios anzuhörenden Erklärungen an die Ordnungs- und Aufsichtsorgane. So viel zum Thema „erfahrener Flugreisender“.

Nach Absolvierung des zweiwöchigen Einführungskurses in mein neues, zukünftiges Tätigkeitsfeld ging es dann Ende Januar weiter zu meinem eigentlichen, wenn auch nur temporären Standort Frankfurt. Aber erst mal sollte es über das Wochenende nach Nürnberg gehen.

Durch Studium des Lufthansa - Taschenflugplans war mir bereits bekannt, daß es zwischen Bremen und Nürnberg keine direkte Flugverbindung gab. Ausgestattet mit dieser Information und einigen weiteren, suchte ich das Bremer Stadtbüro unserer Staatsairline auf und artikulierte meinen diesbezüglichen Wunsch. Die exakten Vorgänge dort sind meinem Gedächtnis verloren gegangen, aber aus welchen Gründen auch immer war das naheliegende Standard-Routing via Frankfurt nicht möglich. Die ob dieser Tatsache sichtlich frustrierte Buchungsagentin drückte mir ihr Bedauern aus und empfahl einen Flug am nächsten Tag. Wenn man nach Hause möchte und dies auf eingestampften Wegen nicht möglich ist, muß man sich was einfallen lassen oder man ist verloren. Also machte die Dame auf folgende Verbindung aufmerksam: immer Freitag abends kommt eine Maschine aus London in Bremen an, die nach kurzer Zeit und mit gleicher Flugnummer nach Hannover weiterfliegt. Dort gibt es genügend Umsteigezeit, um die aus Hamburg kommende Maschine zu erreichen, die wiederum nach kurzem Aufenthalt mit ebenfalls gleicher Flugnummer nach Nürnberg weiterfliegt.

Ihr Blick aus großen, erstaunten Augen brachte klar und deutlich die Frage rüber: „welch' ein Meschuggener bist Du denn ?“ Aber nach ein paar Minuten verließ ich den Laden mit einem handgemalten Ticket in der Brusttasche. Die Flüge verliefen dann problemlos. Von Bremen nach Hannover war die Maschine gut aber nicht voll besetzt, der von Hamburg über Hannover nach Nürnberg dafür proppenvoll. Lag an der gerade stattfindenden Spielwarenmesse in Nürnberg, und vielleicht war dies auch der Grund, warum der Flug via Frankfurt nicht möglich gewesen war. Alle Welt wollte zu jenem Zeitpunkt nach Nürnberg. Wenn ich damals in Hannover der erste Umsteigepassagier gewesen sein konnte, man hat es in keiner Weise gewürdigt.

Bearbeitet von Easyflyer75
Nachtrag: Stark verkürzte Version aus meinen unveröffentlichen Memoiren.
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