Tomek747 Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 Fast 100 Passagiere sind bei einem Flug über der Demokratischen Republik Kongo aus einem Flugzeug gestürzt. Das berichteten Militärs am Freitag in der Hauptstadt Kinshasa. Bei der Maschine sowjetischer Bauart hätten sich während des Fluges plötzlich Türen geöffnet. q:zdf Nach einem schweren Zwischenfall an Bord eines Flugzeugs in der Demokratischen Republik Kongo sind zahlreiche Menschen als vermisst gemeldet worden. Wie Militärs in der Hauptstadt Kinshasa mitteilten, verlor ein Transportflugzeug des russischen Typs Iljuschin-76 mit etwa 200 Insassen an Bord bei einem Flug von Kinshasa nach Lubumbashi aus zunächst ungeklärten Gründen eine Tür. Wieviele Menschen aus der Maschine gestürzt sein könnten, blieb zunächst unklar. Das von einer russischen Besatzung gesteuerte Flugzeug machte auf halber Strecke kehrt und landete wieder in Kinshasa. Unter den Passagieren befanden sich unter anderen Mitglieder einer speziellen Polizeitruppe sowie deren Angehörige. _________________ http://www.tomek747.de.vu Jetzt mit Bildern aus DUS!!! [ Diese Nachricht wurde geändert von: Tomek747 am 2003-05-09 14:51 ]
Axel Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 Spiegel.de präzisiert jetzt: "Ursache sei ein Versagen des Drucksystems gewesen, erklärte am Freitag ein Militärvertreter in Kinshasa. "Alle wurden heraus gesogen und sind vermutlich tot." Rund 45 Minuten nach dem Start sei die hintere Klappe aufgesprungen, berichtet die BBC. Zu dem Zeitpunkt befand sich das Flugzeug den Angaben zufolge auf einer Höhe von 2200 Metern. Die Ilyushin 76 sei auf dem Weg von der Hauptstadt in die zweitgrößte Stadt des Landes, Lubumbashi, gewesen. Dort unterhält die Armee eine große Militärbasis" Kann das sein? Ist der Druck in 2200 m so stark, daß man raus gesogen wird? Da das kaum die Reiseflughöhe gewesen sein dürfte, sollten die Passagiere doch eigentlich auch angeschnallt gewesen sein, oder? Oder macht man das im Kongo nicht so? Bei der Gelegenheit: Was passiert eigentlich, wenn z. Bsp. bei einer B737 in einer Reiseflughöhe vonm 10.000 m plötzlich der Druck abfällt, weil z. Bsp. eine Kabinenfenster aus irgendeinem Grund kaputt geht? Würde dann auch alles, was nicht fest ist, aus dieser Öffnung herausgesogen? Wie reagieren die Piloten? Mir ist so, als hätte es einen solchen Fall im letzten Jahr mal bei der dba gegeben. Fragen über Fragen ... A.
Mapel Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 Also diese Geschichte kommt mir etwas komisch vor...in 2000m sind Druck und Temperatur noch nicht so extrem (Skifahrerhöhe)..warten wir mal lieber genauere Fakten ab... Zur 737...Bei einem solchen Druckabfall würde in der Tat ein Sog durch das Fenster enstehen (ob und was da rausgesaugt wird kann ich nicht sagen). Allerdings würden sofort in der Kabine die Sauerstoffmasken herunterfallen und die Piloten würden (ebenfalls mit Sauerstoffmasken) sofort einen Sinkflug auf eine sichere Höhe (der inflight Kabinendruck ist ja auch so um die 2000m).
HAMoth Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 Der Druck ist in einer Höhe von 2200m nicht "hoch" sondern "niedrig". Um allerdings 200 Mann aus dem Heck eines Flugzeugs zu saugen, müsste dort schon einiges an Druckdifferenz erzeugt werden. Und ein Vakuum gibt's in der Höhe sicherlich noch nicht. Bei genügend hoher Geschwindigkeit dürfte durch die Bewegung in der Luft allerdings schon ein Sog entstehen. Wie stark der sein könnte, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen. Da die IL-76 typischerweise für Militärtransporte und die Frachtfliegerei genutzt wird, kann ich mir gut vorstellen, dass (ausser der Crew im Flightdeck) genau niemand angeschnallt war, da einfach keine Gurte (geschweige denn Sitze) vorhanden waren. Generell gilt bei einem Druckverlust oberhalb einer bestimmten Höhe, dass sofort ein Sinkflug einzuleiten ist. Das aber wohl hauptsächlich auf Grund der Gefahr der Bewusstlosigkeit (zu niedriger Sauerstoffgehalt). _________________ "airplanes are interesting toys but of no military value" (a french military strategist prior to World War 1) [ Diese Nachricht wurde geändert von: HAMoth am 2003-05-09 15:54 ]
karstenf Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 Bei einem Druckabfall wird in der Regel ein Sinkflug auf FL100 eingeleitet und das sind 3300 Meter. Dort kann man wieder normal atmen. Stellt sich doch die Frage, warum eine Maschine nach 45 Minuten Flugzeit erst auf 6600 Fuss ist...Das ist eine Steigrate von 146FT/MIN _________________ always three green! Karsten [ Diese Nachricht wurde geändert von: karstenf am 2003-05-09 15:57 ]
Axel Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 Da war noch die Geschichte der 732 von Aloha-Air, die im April 1988 eine Teil der Kabinendecke verlor und trotzdem landete. "Am 28. April 1988 war einer Boeing 737 der Aloha Airlines in 7300 Meter Höhe ein Drittel des Kabinendachs weggeflogen. Eine Stewardess wurde aus der Maschine gerissen und stürzte in den Tod. Die Passagiere kamen, gelähmt vor Schrecken, wie in einem fliegenden Cabriolet zur Erde zurück. Die Ursache der Beinahe-Katastrophe war damals rasch ermittelt worden: Der zweistrahlige Jet hatte mehr als 35.000 Flugstunden auf dem Buckel; haarfeine Risse hatten sich in der Außenhaut gebildet. Bei dem Flug über dem Pazifik war die in fast 20 Dienstjahren ermüdete Metallstruktur hinter der vorderen Einstiegstür geborsten." (Quelle: Spiegel) Näheres kann man nachlesen unter http://www.aloha.net/~icarus/ , mit Bildern. A.
munich Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 Mir ist der nachfolgend geschilderte Fall der United unbekannt! Ich hab das Gefühl, der "Schreiberling" verwechselt das mit der DC 10 am 12.06.72 von AA Flug-Nr. 96 von LAX nach LGA, bei der in der Nähe von Windsor die Frachtraumtür aufging http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,247932,00.html 130 Menschen aus Flugzeug gefallen Über der Demokratischen Republik Kongo ist es zu einem tragischen Flugzeugunglück gekommen: Nach Militärangaben stürzten bis zu 130 Passagiere aus einem Jet, als sich plötzlich die Türen der Ilyushin 76 öffneten. Nairobi - Bei der Maschine sowjetischer Bauart hätten sich während des Fluges am Donnerstagabend plötzlich die Türen geöffnet, berichteten Militärs am Freitag in der Hauptstadt Kinshasa. Mehr als hundert Passagiere - sowohl Militärs als auch Zivilisten - seien aus dem Flugzeug gefallen. Bis zu 130 Menschen sollen an Bord gewesen sein. Ursache sei ein Versagen des Drucksystems gewesen, erklärte am Freitag ein Militärvertreter in Kinshasa. "Alle wurden herausgesogen und sind vermutlich tot." Rund 45 Minuten nach dem Start sei die hintere Klappe aufgesprungen, berichtet die BBC. Zu dem Zeitpunkt befand sich das Flugzeug den Angaben zufolge auf einer Höhe von 2200 Metern. Die Ilyushin 76 sei auf dem Weg von der Hauptstadt in die zweitgrößte Stadt des Landes, Lubumbashi, gewesen. Dort unterhält die Armee eine große Militärbasis. Nach dem Unglück sei der Pilot umgekehrt. Lediglich die russischen Besatzungsmitglieder im Cockpit hätten überlebt. Den Angaben zufolge war die Maschine von der kongolesischen Armee für den Inlandsflug gechartert worden. Der Friedensminister des Landes, Vital Kamerhe, bestätigte, dass sich während des Fluges eine Ladeluke geöffnet habe und es Schäden gebe. Schon mehrfach kam es in der Luftfahrt zu Unglücken, bei denen Passagiere aus den Flugzeugen gezogen wurden: Am 28. April 1988 war einer Boeing 737 der Aloha Airlines in 7300 Meter Höhe ein Drittel des Kabinendachs weggeflogen. Eine Stewardess wurde aus der Maschine gerissen und stürzte in den Tod. Die Passagiere kamen, gelähmt vor Schrecken, wie in einem fliegenden Cabriolet zur Erde zurück. Die Ursache der Beinahe-Katastrophe war damals rasch ermittelt worden: Der zweistrahlige Jet hatte mehr als 35.000 Flugstunden auf dem Buckel; haarfeine Risse hatten sich in der Außenhaut gebildet. Bei dem Flug über dem Pazifik war die in fast 20 Dienstjahren ermüdete Metallstruktur hinter der vorderen Einstiegstür geborsten. 16 Menschen stürzten im Februar 1989 auf einem Flug von Hawaii nach Neuseeland in den Tod, als in 7000 Metern Höhe ein drei mal zwölf Meter großes Loch aus der Bordwand einer United-Airlines-Maschine herausgefetzt wurde. Mit den Übriggebliebenen von seinen 336 Fluggästen brachte der Pilot den Jumbo-Jet zurück zum Flughafen von Honolulu. Als Ursache galt damals, dass nach der Beladung der Maschine die Frachtluke unsachgemäß verschlossen worden war. Warnleuchten im Cockpit zeigen normalerweise an, wenn eine Frachttür aus Versehen offen bleibt; aber diese Warnung versagt mitunter, wenn die Luke zwar ungenau, aber so fest verrammelt wird, dass die entsprechenden Fühler nicht ansprechen. Wenn sich beim Steigflug im Frachtraum der Überdruck gegenüber der umgebenden, mit zunehmender Höhe dünner werdenden Luft aufbaut, genügt es schon, wenn sich die Tür nur einen Spalt weit öffnet - mit Brachialgewalt wird sie dann vom Fahrtwind, einem Luftstrom von achtfacher Orkanstärke, erfasst. Solchen Kräften sind die Scharniere nicht gewachsen. Ein vergleichbarer Fall, mit noch fataleren Folgen, ereignete sich am 3. März 1974 in der Nähe von Paris. Weil eine Frachttür ungenügend gesichert worden war, löste sich die Luke beim Steigflug in 4000 Meter Höhe vom Rumpf. Der darüberliegende Kabinenboden sackte durch und zerstörte Kontroll- und Steuerleitungen für Höhen- und Seitenruder. Die Maschine stürzte ab, 346 Menschen starben. Hab soeben in Pilots.de einen Hinweis bekommen, dass es diesen Vorfall tatsächlich gab! http://www.ntsb.gov/ntsb/brief.asp?ev_id=2...27705&key=1 [ Diese Nachricht wurde geändert von: munich am 2003-05-09 17:06 ]
karstenf Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 ... wie gesacht: Es sind schon einige Menschen aus Maschinen gesaugt worden - schlimm genug - aber nicht bei 2200 Metern nach 45 Minuten. (Dann müsste ja jede Cessna und Piper ne Druckkabine haben - Bis 3500 Metern braucht man so was nicht.)
Research Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 Das schreibt die Frankfurter (www.faz.net) dazu (Auszug): "Professor Cord Rossow vom Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig vermutet, daß die Passagiere aus dem offenen Laderaum „herausgerutscht“ sind. „Der Druckunterschied spielt in dieser Höhe keine so große Rolle“, erklärte der Experte in einem dpa-Gespräch. Der Pilot habe eventuell nach dem plötzlichen Verlust der Ladeluke versucht, die Lage der Iljuschin zu stabilisieren und dabei die Nase der Maschine nach oben gezogen. „Zusammen mit den Turbulenzen und der Panik kann das dazu geführt haben, daß die Menschen herausgefallen sind“, sagte Rossow. Hinzu käme, daß die Frachtmaschinen keine fest geschraubten Sitzreihen hätten, die den Menschen Halt bieten könnten."
karstenf Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 Ja, das ist wahrscheinlich, dafür hat man bei der Bundeswehr in der Transall beim Personentransport hinten ein Netz...
pushback Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 @munich Ich habe eben in den Nachrichten sogar ein Bild der UA 747 gesehen. Die Frachttür vom 1er Compartment war nicht mehr da und ausgerissen bis hoch in den Passagierbereich.
flusifan Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 laut Bild.de <--- nicht vertrauens würdig für mich! ''160 Passagiere stürzten in den Tod''
huschi Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 @munich Der Vorfall mit der UA 747 bei Hawaii müsste in einer der Ausgaben von "Air Disaster" (volume 2 oder 3) von MacArthur Job bis ins letzte Detail beschrieben sein. Wenn ich mich richtig erinnere, war der Schließmechanismus der Frachttür beschädigt, da er u.a. auch einen konstruktiven Mangel aufwies. Dieser Mangel führte zu Fehlbedienungen, was wiederum zum Mechanismusschaden führte.
Gast Geschrieben 9. Mai 2003 Melden Geschrieben 9. Mai 2003 Die im Moment für am Wahrscheinlichsten gehaltene These ist die, dass aufgrund des Druckabfalls im Hydrauliksystem die Klappe aufgegangen ist und die Maschine dadurch instabil wurde und durch die Turbulenzen etwas an Höhe verloren hat. Der Pilot hat dann wohl versucht, die Maschine durch hochziehen wieder auf Häöhe zu bringen. Durch das Hochziehen der Maschine sind die Menschen wohl hinten rausgerutscht, da es ja ein reiner Frachtraum war. Nur diejenigen, die sich an den Seilen festhalten konnten, wurden gerettet. Für diese These (wie gesagt, im Moment auch von unserer Seite her nur Spekulation, sprechen auch die ersten AUssagen Überlebender. Näheres auch bei uns auf der Seite.
a340-300 Geschrieben 12. Mai 2003 Melden Geschrieben 12. Mai 2003 Das ukrainische Verteidigungsministerium wies alle Angaben zu den Opfern und Berichte über den Unglückshergang zurück. "Weder die Menschen noch die Ladung oder das Flugzeug wurden verletzt oder beschädigt", erklärte Sprecher Konstantin Chywrenko. Schon 40 Sekunden nach dem Start habe der Pilot den Druckabfall bemerkt und sei umgekehrt Quelle: http://www.spiegel.de Es ist immer wieder traurig zu lesen, welchen Stellenwert Menschenleben in manchen Ländern der Welt haben. In zivilisierten Ländern würde man wohl kaum den Vorfall einfach leugnen.
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