runway03 Geschrieben 1. April 2007 Melden Geschrieben 1. April 2007 One night in…Nyköping! Hier seit längerer Zeit mal wieder ein Tripreport von mir. Ende Januar wollte ich in den Osterferien nochmals für einen Tag weg. NYO machte mit 50€ return ein passendes Angebot. Innerhalb von wenigen Stunden fanden sich bereits 3 mitreisende Freunde. Aus dem geplanten kurzen Tagesausflug wurde dann der Ausflug: 1 Tag und 1 Nacht. Aufenthaltsort sollte ausschließlich Nyköping sein. Los ging’s: Nachdem auf P7 der Parkplatz gefunden war, ging’s im Shuttlebus hoch zum Terminal. Vor diesem waren bereits die Bauarbeiter eifrig auf der BB-Hotelbaustelle am arbeiten, vor der ein großer Banner die Eröffnung im April verkündet. In Bereich B fand der Check-In für NYO an 2 Schaltern statt. Da wir noch eine Getränketasche ;) aufzugeben hatten, musste ich vom Schalter in B den langen Weg zum FR-Ticketdesk am anderen Ende des Terminals antreten, um die Gebühr zu entrichten und dann wieder zum Check-In laufen. Von einem zum anderen Terminalende ist es inzwischen doch ganz schön weit! Nun wieder am Check-In angekommen, legte ich der Dame den Zettel des Ticketdesks vor, woraufhin die unfreundliche Antwort: „Ja, und was wollen Sie jetzt?“ entgegenkam. „Meine Bordkarte für Stockholm-Skavsta“. Ich sollte ihr nochmals den Personalausweis vorlegen, das war letztlich ihr einziger Wille. Aber in Sachen Freundlichkeit war die Dame des linken NYO-Schalters gestern Morgen keine Leuchte! Nachdem die Bordkarten abgeholt waren, konnte einem traditionellen „vor-dem-Abflug-Besuch“ in der gallery nichts mehr im Wege stehen. Dort wie immer freundlichster Service und noch ein Sandwich gegessen, anschließend kurz auf der Besucherterrasse umgeschaut, vor der einige Flughafenübernachter schliefen. Auf dem Vorfeld konnte man aufgrund des mäßigen Nebels und der starken Bewölkung nicht sonderlich viel sehen. Das Boarding für den BGY-Flug lief. Im Frachtbereich standen einige OAE und AFL-Jets. Kurz vor dem Gehen landete bereits die Maschine aus NYO, ca. 20 Min. zu früh. Direkt danach stand nun der Gang zur Sicherheitskontrolle an, vor der sich bereits Unmengen an weggeworfenen Flaschen türmten. Wirklich der allergrößte Schwachsinn diese Regelung!!! Lobenswert: Auch bei großem Andrang geht die Kontrolle aufgrund der zahlreichen Spuren zügig voran! An Gate 12 (!! Seit wann gibt es das überhaupt????) fand das Boarding für unseren Flug nach Nyköping statt, vor der sich bereits eine lange Schlange staute. Flug: FR 4132 HHN-NYO Auslastung: 189Pax/100% EI-DCM Der Flug selbst war sehr ereignislos und vollkommen ausgebucht. FAs waren u.a. Graca und Kristof. Kann es sein, dass man bei FR inzwischen fast nur noch osteuropäisches Kabinenpersonal antrifft? Nach der überpünktlichen Landung (15 Min zu früh inkl. Pünktlichkeitshorn, was zur großen Erheiterung führte) auf dem kleinen Flughafen Skavsta herrschte absolutes Topwetter bei im Tagesverlauf bis zu 14 Grad und leichtem Wind. Die allermeisten Passagiere fuhren direkt nach Stockholm, doch wir als einzige Gruppe fuhren mit dem Landsortsträffiken in die nur 7km entfernte Stadt Nyköping, um die sich auch in diesem Forum ja schon viele Sagen rankten und die meist nur sehr kurz von anderen Reisenden hier besucht wurde. Wir waren in der Hinsicht ein Vorreiter, auch mit dem Plan die Nacht dort zu verbringen. Und ich kann guten Gewissens sagen: Spart euch das Geld für Stockholm, verbringt den Tag in Nyköping! Aber der Reihe nach: Schon in der Ankunftshalle liegen jede Menge, auch deutschaprachige, Infos über Nyköping aus. Hier einfach mal zugreifen! Der Bus der Linien 515/715 fährt alle 20- 40 Minuten und hält in Nyköping am Busterminal, von dem aus nur wenige hundert Meter Fußmarsch bis in die Hauptgeschäftsstraße sind. Als erstes stand ein Marsch durch diese Straße an- der Storgatan (aufgeteilt in Västra und Östra). Viele kleine Läden und Nachtclubs, aber auch bekannte Marken wie McDonalds (der nur bis 20 Uhr auf hat!), H&M oder expert sind dort beheimatet. Entlang dieser Straße finden sich schon einige sehenswerte Bauwerke. Aufgrund der mittäglichen Ankunft meldete sich schnell der Hunger, der in der Pizzeria Kosmos gestillt wurde. Absolut empfehlenswert. Sieht zwar von außen sehr einfach aus, aber für 50 Kronen erhalten ihr eine riesige Pizza inklusive eines Getränkes der Wahl. Endlich gestärkt konnte die Wanderung fortgeführt werden. In der Stadtmitte fließt der Nyköpingsän. Ein paar Meter weiter liegt der Marktplatz, auf dem sich das „Stadshus“ befindet. Dort ist auch die sehr freundliche Touristeninformation untergebracht, mit der ich alleine 10 Minuten verbracht habe und mit der ihr über wirkliches alles reden könnt (z.B. warum schwedische Autos so oft riesige Scheinwerfer haben!) Die junge Dame war regelrecht begeistert, dass in einem deutschen Forum das Thema Nyköping ausführlich behandelt wird und fand die Idee, 1 Tag und 1 Nacht ohne Unterkunft dort zu verbringen, auch sehr verrückt. Im Gegenzug versprach sie die Planung eines solchen Ausfluges nach HHN. :D Vor einem Nachtclub am Fluss: Entlang des Nyköpingsän begaben wir uns auf den Weg zum Hafen, der zwar rechter Hand von einer Firma mit rauchendem Schlot etwas getrübt wird, aber sonst ein schwedischer Traum ist! An den Cafes und Restaurants dort wurden intensive Vorbereitungen zur Wiedereröffnung getroffen. Läuft man an den gezeigten Häusern vorbei, kommt man u.a. an einer sehr gepflegten großen Minigolfbahn vorbei (leider war sie noch geschlossen) und erreicht einen „Turm“ am Hafen, von wo es auf die längste Mole der Welt hinaus geht! Es war dort überhaupt nichts los- kilometerlang war niemand auf der Mole anzutreffen. Ein überdachter „Pavillon“ auf der Mole bot aber nun allerbeste Gelegenheit zur Rast und so wurde auch mal das mitgebrachte Becks-Fässchen dort angestochen. Rundherum nur Wasser, Wald und kleine Inseln im Sonnenschein. Alleine dort kann man im Sommer bei entsprechender Wassertemperatur sicher einen ganzen Nachmittag verbringen. Wir verbrachten auch eine knappe Stunde dort, doch der Wind blies auf die Dauer einfach zu heftig und einen kilometerlangen Fußmarsch über die Mole wollte sich keiner antun, also ging es zurück zum Hafen und von dort entlang einer anderen Straße zurück zur Storgatan. Boah: Auf den Treppen des Stadshuset fand die nächste Rast statt. Von dort hat man einen Blick auf die völlig unterschiedlichen, aber sehr zahlreich verbreiteten Gruppen der Stadt. Einerseits auffällig: Viele Punks und viele Asiaten. Andererseits auffällig: Ein sehr ungewöhnlicher Kleidungsstil- nämlich die Socken über der Hose zu tragen, was man bei einem Großteil der jüngeren Leute beobchten konnte… Jetzt aber zu einer weiteren echten Sehenswürdigkeit von Nyköping: der Vattentorn. Vom Aussehen her eine Art Ufo, der als Wasserturm genutzt wird. Man hat von dort eine gute Übersicht über die Stadt und gelangt in ein typisch schwedisches Wohnidyll. Wegbeschreibung: Storgatan bis zum Ende der Östra Storgaran gehen, dann links auf Stockholmsvägen, über den Kreisel in Frödingsgatan und dann einfach dem Turm nach. Nun ist man mitten in einem absoluten Schwedenidyll: Auf einer großen Steinbank vor einem äußerlich scheinenden Wädchen vor dem Turm fand nun eine erneute Rast und ein Fußballspiel mit mitgebrachtem Ball auf ein bereits installiertes Tor statt. :) Danach packte uns die Neugier und wir wanderten in Richtung des Wäldchens weiter zum Turm hin. Was sich dort zeigte, hat sicher noch keiner der Nyköping-Reisenden des Forums gesehen: Eine kleine Felsenwand, die man aber erklimmen kann. Nun steht man direkt am Fuße des „Vattentorn“ und kann sich im beginnenden Sonnenuntergang die Sonne auf den Bauch scheinen lassen oder eine Wanderung über die Felsen machen. Absolut empfehlenswert!!! Nachdem wir uns dort wieder eine Zeit lang aufgehalten haben, stand der Gang zum „Hjortensbergsbadet“, dem Wellenbad von Nyköping, an. Eintritt beträgt 50 SEK. U.a. Whirlpools, Rutschen und verschiedene Schwimmbecken stehen zur Auswahl. Allerdings ist das Bad in einem desolaten Zustand. Ich glaube kaum, dass in Deutschland der Laden noch geöffnet hätte. Aus den Lüftungen bläst der Schimmel, es gibt nur eine gemeinsame Damen- und Herrenumkleide, an der Rutsche ist gar centimeterhoch Schimmel und grüne Flecken. Am besten man nimmt Badelatschen mit, damit man als Souvenir nicht noch frische Pilze mitnimmt. Im Whirlpool wurden wir unverhofft von einem Nyköpinger angesprochen, der perfekt deutsch sprach und sogar festgestellt hatte, dass wir einen moselländischen Akzent hätten. :D Dieser gab uns dann Tipps für die anstehende Nacht. Kleine Nachtclubübersicht: Alleine in der Ö Storgatan 3 Läden nebeneinander. Nr. 4: Rockbaren, alternative Musik und Publikum, Nr. 6: Birgers Bar, „schwedischer Schlager“ lt. Touristeninfo-Dame, Nr. 2 „O’ Learys“ (dürfte für die hier anwesende Gemeinde ja leicht zu behalten sein). Des Weiteren: Värdshuskompaniet VIP, in der gestern eine schlecht besuchte Coyote Ugly-Night stattfand. Alle Nachtclubs haben bis 2 Uhr geöffnet und am Eingang wird Eintritt zw. 20 SEK (Rockbaren) und ca. 60 SEK (VIP) erhoben. Außerdem werden streng die Ausweise kontrolliert. Für 3 /4 von uns gab es keinerlei Probleme, doch einer meiner Mitreisenden, der demnächst volljährig wird, wurde kompromisslos nicht reingelassen. Das war natürlich sehr hinderlich in der weiteren Abendplanung. Letztlich wurde sich so geeinigt, dass 2 das Nyköpinger Nachtleben besichtigen und ich mit „dem Verstoßenen“ mit dem 0-Uhr Bus nach Skavsta zurückgefahren bin, in der Hoffnung auf noch etwas Schlaf im Terminal. Lobenswert zunächst einmal: Die „foodhall“ hat 24 Stunden geöffnet, man bekommt in NYO IMMER ausreichend Nahrung und Getränke! Besser als in Stansted… Nicht lobenswert: Die korpulente Dame, die in der letzte Nacht von 0 bis 5 Uhr Dienst hatte, hat die ganze Nacht über in einer extremen Lautstärke Scooter und Techno gehört, hat mit ihrer Kollegin nachts rumgetanzt und ca. 3 Stunden Hühnchen gekocht -.- An Schlaf war trotz der nur 10 Leute im Terminal, die die Nacht dort vebrachten, nicht bzw. kaum zu denken. Gegen 4 Uhr kam dann langsam Leben in die Bude, denn alle 4 stationierten FR-Maschinen starteten innerhalb von 30 Minuten, bevor wieder 5 Stunden kein einziger Flug stattfand. NYO ist eben bei weitem nicht so groß wie HHN. Der Flug nach „Franggkfurt Hoaaahn“ sollte pünktlich um 7 starten. Check-In, Sicherheitskontrolle, Gate 1. Bereits 30 Minuten vor Abflug stand eine riesige Horde vorm Ausgang…die meisten Leute haben eine unglaubliche Panik, jemand könnte ihnen die Plätze wegnehmen…wir waren zu viert, stiegen auf Hin- und Rückflug nahezu als letzte ein und saßen immer noch zusammen… Rückflug: FR 4133 EI-DHS Pax: 189/100% Der Rückflug nach HHN war ähnlich unspektakulär wie der Hinflug. Auffällig nur: Eine (mit einer Ausnahme) rein männliche Kabinenbesatzung! Einer schien Engländer gewesen zu sein, noch keine 20, der Purser war allerdings etwas erfahrener. Ebenso waren auf beiden Flügen die Piloten Schweden, bei HHN-based Flügen trifft man häufig nicht auf deutschsprachige Piloten- warum dann in NYO, oder war es 2x Zufall? Nach 1:50 Std . waren wir wieder im wolkigen Hahn, auf dem Vorfeld 2x AFL, 2x Omni, 4x FR und NEOS, gingen mit kurzem Zwischenstopp bei Travelex direkt aus dem Terminal und dann ab nach Hause. Fazit: Nyköping lohnt sich vor allem bei schönem Wetter und bei entsprechenden Freizeitangeboten (besonders entlang des Hafens) im späteren Frühjahr/Sommer locker für einen kompletten Tag. Die Landschaft (und die Menschen teilweise auch) sind sehr schön und viele Karten und Prospekte sind inzwischen auch auf Deutsch verfügbar. Auch einige Schweden haben kein Problem mit der deutschen Sprache. Neben unseren genutzten Angeboten kann man auch Schärenfahrten (Sommer) unternehmen oder mit dem Rad ins Umland fahren. Landschaftlich lohnt es sich auf alle Fälle. Solltet ihr das nächste Mal bei der Touristinfo Nyköping sein und die junge, auffallend freundliche und offene Dame berät euch, dann macht sie doch mal darauf aufmerksam, dass ihre Hinweise viel gebracht haben. Und dass in Schweden die Autos so überaus große Scheinwerfer haben.
Reifel Geschrieben 1. April 2007 Melden Geschrieben 1. April 2007 Super Bericht, hat mir sehr viel Spass gemacht den zu lesen :) Werde unbedingt auch mal Skandinavien ins Auge fassen müssen für einen Wochenendtrip diesen Frühling oder Sommer. LG Reifel
marco76 Geschrieben 2. April 2007 Melden Geschrieben 2. April 2007 Hatte denn die junge Dame bei der Touri Info auch so "grosse Scheinwerfer" ....??? Dreckig Lach!
RoadStarNRN Geschrieben 4. April 2007 Melden Geschrieben 4. April 2007 Sehr interessanter Bericht mit landschaftlich schönen Bildern!!!
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