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Airbus und Boeing wollen nicht zu Dumping-Preisen verkaufen


Gast

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Geschrieben

Farnborough (dpa) - Trotz eines erbitterten Kampfes um jeden Kunden und starker Pressionsversuche durch die Kunden wollen die beiden größten Flugzeughersteller der Welt, Boeing und Airbus, ihre Flugzeuge nicht zu Dumping-Preisen verkaufen. «Das machen wir nicht, wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Aktionären», sagte Airbus-Chef Noel Forgeard bei der Luftfahrtschau in Farnborough vor der Presse. Boeing-Chef Phil Condit sagte der dpa: «Wir werden solche schlechten Verträge nicht unterzeichnen. Wir verkaufen kein Flugzeug, wenn wir damit einen Verlust machen.»

 

Nach den Terrorangriffen auf die USA vom 11. September sind die Auftragseingänge bei beiden Firmen dramatisch gesunken. Zugleich bemühen sich die wenigen Fluggesellschaften mit Bedarf für neue Maschinen, die Preise so weit wie möglich zu drücken. «Dies ist eine gute Zeit, um Flugzeuge zu kaufen. Wegen der Marktlage konnten wir günstige Konditionen aushandeln», hatte beispielsweise KLM-Chef Peter Hartman beim Abschluss eines Vertrages über 24 Airbusse gesagt. Weder die Käufer noch die Hersteller machen jedoch Angaben über den Umfang der Preisnachlässe, die derzeit vereinbart werden.

 

Forgeard bestätigte, Airbus rechne in diesem und im kommenden Jahr mit Auslieferung von jeweils rund 300 Maschinen, bei denen es sich meist um Aufträge aus der Zeit vor dem Schock des 11. Septembers handelt. Dieses Jahr sei vermutlich hinsichtlich neuer Aufträge das schwierigste. Bis Ende Juni hatte Airbus lediglich 107 Aufträge verbuchen können. «Ja, das ist weniger als die Konkurrenz, aber das Jahr ist auch noch nicht beendet», räumte Forgeard ein: Der Airbus-Anteil liege bei 46 Prozent des Marktes, Boeing habe derzeit also die Nase vorn.

 

Allerdings ist Boeing insgesamt stärker betroffen. Während die Auslieferungen bei Airbus in der Größenordnung von 300 Flugzeugen praktisch konstant blieben, stürzten sie bei Boeing deutlich ab: Von 527 im vergangenen Jahr über 380 in diesem bis auf 275 oder maximal 300 im kommenden Jahr.

 

Bei den Neuaufträgen spielen in diesem Jahr die Billig-Fluggesellschaften eine entscheidende Rolle, weil sie im Gegensatz zu den meisten anderen großen nationalen Gesellschaften ein deutlich höheres Wachstum haben. Airbus und Boeing kämpfen vor allem um einen Auftrag des britischen Billigfliegers EasyJet für 160 Maschinen, dessen Wert auf rund 1,6 Milliarden Dollar geschätzt wird. «Das ist ein wichtiger Auftrag und wir werden alles tun, um ihn zu bekommen», sagte Forgeard. «Aber das Leben geht weiter, auch für denjenigen, der den Auftrag nicht bekommt.» Airbus-Verkaufschef John Leahy sagte: «Die Statistik der Auftragseingänge der Branche wird in diesem Jahr wesentlich von ein oder zwei Großaufträgen der Billiggesellschaften bestimmt.»

 

Forgeard zeigte sich in Farnborough insgesamt zuversichtlich: «Wir sind in hinreichend gutem Zustand, um nicht nur den Sturm zu überstehen, sondern um möglicherweise noch stärker als zuvor daraus hervor zu gehen.» Condit sieht in der Krise auch eine Hilfe für sein Bemühen, Boeing schlanker zu machen und in Geschäftsfeldern zum Erfolg zu führen, in denen des Unternehmen bisher nicht tätig war: «Am einfachsten lassen sich Firmen verändern, die Krisen durchlaufen. Am schwersten ist das dort, wo es allen gut geht.»

Geschrieben

... würde mich auch nicht wundern, wenn EasyJet sich auch Boeing-Flugzeuge bestellt.

 

Die B737-Konstruktion ist nunmal vorteilhaft für Airlines, die viel Wert auf kurze Turn-Around Zeiten aber wenig Wert auf Cargo legen.

 

MfG

 

Bigfoot

Geschrieben

Turnaround-Zeiten sind mit Airbus und B737 fast identisch zu schaffen. Das Problem ist dass der Airbus deutlich schwerer ist. Allerdings war als letztes von EZY zu hören dass die B737NG von den Unterhaltskosten günstiger wäre, aber der Airbus in der Anschaffung in den damit verbundenen Deals (Wartung, Ausbildung) so günstig wäre das das den Vorteil der Boeing zu nichte macht.

 

Man darf gespannt sein was bestellt wird. Obwohl Airbus öffentlich behauptet dass es keine Dumping-Deals macht (wie sie Boeing bei FR schon getätigt hat) kann man davon ausgehen dass Airbus sich den Einstieg in den europäischen Low-Cost-Markt schon was kosten lässt.

 

Denti

Geschrieben

Spielt bei den LowCost-Airlines nicht auch der Aspekt der Höhe der Flugzeuge eine Rolle?

 

Als Laie würde ich sagen, daß der Zugang zu Pax, Gepäck und generell zum Flieger besser und damit schneller ist.

 

Die B737 kann ja mit einer bordeigenen Treppe versehen werden; wie sieht es da bei der A320-Family aus?

 

Will mich nicht drauf festnageln lassen, aber ich meine, daß ich beim ACJ schon mal eine bordeigene Treppe gesehen habe und das ich da echt "Respekt" hätte, über solche hohen Treppen täglich hunderte Passagiere zu "scheuchen".

 

MfG

 

Bigfoot

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