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[Tripreport] Saarbrücken/Trier/Luxemburg


Tecko747

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Geschrieben

Kürzlich aus Indien zurückgegehrt, wollte ich für meinen nächsten Trip ganz bewusst das Land nicht verlassen. Deutschland wird meiner Meinung immer total unterschätzt. Klar wirkt das Fremde oftmals Spannender und Aufregender. Doch auch in Deutschland gibt es viele sehr interessante Orte und Sehenswürdigkeiten, an denen man schon oft vorbeigefahren ist, sie jedoch nie richtig wahrgenommen hat, geschweige denn touristisch erkundet hat.

 

Eines dieser Ziele war für mich das Saarland. Als Air Berlin eine Flugverbindung von München aus einführte, schlug ich zu und sicherte mir einen Tagesausflug nach Saarbrücken. Doch es kam wie so oft: Air Berlin merkte offensichtlich, dass an diesem Tag ein Feiertag herrschte und strich kurzerhand mangels Nachfrage die Abendverbindung aus dem Flugplan. Stattdessen wurde ich auf eine Flugverbindung mit einer Aufenthaltszeit von 30 Minuten!!! in Saarbrücken umgebucht. Ich finde es schon äußerst bedenklich, was das bei Air Berlin anscheinend niemand prüft, auf was für einen Blödsinn hier umgebucht wird und dann dem Kunden serviert wird. Es wird Zeit, dass hier die EU endlich handelt und dieses austesten und kurzfristige Streichen von Flugverbindungen unterbindet. –Da ist sich hierbei nicht um meine erste Verärgerung mit Air Berlin handelte, war ich besonders verärgert.

 

Der Kundenservice antwortete mir mit belanglosen Standardfloskeln und verweigerte jegliche Aussage über die Gründe der Flugstreichung. Stattdessen hantierte man wieder mit lächerlichen Formulierungen wie „dringende Gründe“ umher. Schließlich wurde der Rückflug auf den nächsten Tag umgebucht, die Übernachtungskosten musste ich selber tragen und jegliche weitere Kommunikation mit mir ignoriert. So nicht liebe, Air Berlin.

 

Am frühen Morgen war ich am Flughafen München. Alles erfolgte wie immer – keine besonderen Vorkommnisse. Es konnte gemütlich in der Fokker losgehen.

 

Saarbrücken (SCN) – München (MUC)

Air Berlin AB6251

Fokker 100

D-AGPC

 

Nach etwa 50 Minuten erreichten wir den Flughafen Saarbrücken. Der Flughafen liegt auf einer Hochebene, an beiden Enden der Start- und Landebahn fällt das Gelände stark ab. Aus diesem Grund ließe sich die derzeit 2000 Meter lange Bahn nur mit äußerst großem Aufwand erweitern.

 

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Als sich den Sicherheitsbereich gegen 07.00 Uhr verließ, glaubte ich erst an einen technischen Fehler, zeigte doch die Digitalanzeige an, dass der erste Bus nach Saarbrücken den Flughafen erst gegen halb elf verlassen würde. Doch als ich an der Information nachfragte, hatte leider Gewissheit. Mir blieb also nichts anderes übrig als mit dem Taxi nach Saarbrücken zu fahren. Kostenpunkt hierfür: 25 Euro. Ich war schon etwas verärgert, denn mit einer so schlechten Anbindung des Flughafens hatte ich nicht gerechnet.

 

Am Saarbrücker Bahnhof angekommen, kaufte ich mir gleich ein Saarland-Ticket. Kurioserweise gilt dies nicht nur im Saarland, sondern auch im der um ein vielfaches größeren Bundesland Rheinland-Pfalz. Erstes Ziel meiner Tour: Eine der ältesten deutschen Städte überhaupt: Trier.

 

Während der Streckenabschnitt bis nach Merzig entlang des Saarufers sehr industriell geprägt ist, windet sich weiter flussabwärts durch enge Täler. Kurz vor Tier fließt die Saar dann in die Mosel, die danach zu einem Fluss stolzer größte wachst. Beide Flüsse sind schiffbar und recht häufig befahren.

 

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Zeugnis aus der Römerzeit: Porta Nigra

 

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Hauptmarkt im Zentrum der Stadt

 

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Der Rokokoflügel des Kurfürstlichen Palais

 

Anschließend beschloss ich noch einen kurzen Abstecher in das kleinste deutsche Nachbarland zu machen: Luxemburg.

 

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Mit dem Inter City es eine zeitlang der der Mosel entlang, ehe wir das Herzogtum erreichten.

 

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Luxemburg Stadt hat zwar nur 86.000 Einwohner, wirkt aber großstädtisch.

 

Ebenso ist nicht wegen der vielen EU-Einrichtungen sehr international geprägt. Überall hört man Leute deutsch, englisch, französisch, niederländisch reden. Interessant ist auch ein Besuch bei Mc Donalds. Die luxemburgischen Filialen scheinen von Deutschland aus verwaltet zu werden. Alles Werbetafeln sind durchweg in deutscher Sprache gehalten.

 

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Recht markant überspannt die Adolphe-Brücke das Petruss-Tal, dass das Bahnhofsviertel von der Altstadt trennt.

 

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Ein Hauch von Modelleisenbahn….

 

Meine Suche nach einem fehlenden Centstück in meiner Sammlung gestaltete sich als garnicht so einfach. Wegen der starken internationalen Ausrichtung des Landes, sind die Münzen dort schon recht stark durchgemischt. Am Bahnhof war ich dann aber doch noch erfolgreich und nun ist auch mein luxemburgischer Satz komplett.

 

Am späten Nachmittag fuhr ich wieder zurück ins Saarland nach Völklingen. Dort übernachtete ich entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten in einer kleinen Gastwirtschaft namens „Altes Haus“ . Wenn man es aus Sicht der Preis/Leistung betrachtet wohl angemessen, ansonsten machte die Herberge den Eindruck als ob in den letzten 25 Jahren in den Zimmern keine Renovierungsarbeiten mehr vorgenommen mehr wurden.

 

Am nächsten Tag besuchte ich gleich morgens für viele die Hauptsehenswürdigkeit des Saarlandes schlechthin – die Völklinger Hütte.

 

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Nachdem ich schon vor einiger Zeit im Ruhrpott begeistert zahlreiche Ziele der Straße der Industriekultur angesteuert hatte, war natürlich klar, dass auch dieses Weltkulturerbe mich in seinen Bann ziehen wurde. Und ich wurde nicht enttäuscht.

 

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Ehemals arbeiteten bis zu 17.000 Menschen auf dem Gelände. 1986 kam dann das aus. Im Hintergrund zu sehen sind die künstlichen Schlackenberge der Hütte.

 

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Man beachte die „Suppenwagen“ auf dem Abstellgleis. Mit diesen Wagen sind glühendheißes Roheisen von der Dillinger Hütte ins noch aktive Völklinger Stahlwerk gefahren.

 

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Auf dem Gelände kann man auch eine herrliche Fotoausstellung bewundern. Zu sehen ist die Explosion der Raumfähre Challenger im Jahr 1986.

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Ehemalige Hafenanlage an der Saar.

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Anschießend fuhr ich mit dem Zug weiter nach Saarbrücken, vorbei der der Grube Luisenthal. Seit 2006 ist auch hier Schluss und als Saarland hat hiermit nur noch eine verbleibende Zeche.

 

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Saarbrückens Highway to hell. Die Stadtautobahn A620 ist meist dann in den Schlagzeilen, wenn die Nahe Saar mal wieder über die Ufer tritt und die Autobahn gesperrt werden muss.

 

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In den Jahren 1969 bis 99 wurde die Saar zur Großschifffahrtsstraße ausgebaut.

 

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Schloss Saarbrücken

 

Am Abend marschierte ich wieder zurück zum Hauptbahnhof. Diesmal hatte ich mehr Glück und ich erreichte einen Bus, der mich zum Flughafen brachte.

 

Auf dem Vorfeld herrschte recht reger Betrieb. Besonders Luxair in den letzten Jahren sehr in Saarbrücken ihr Angebot stark ausgebaut. Auch innerdeutsche Strecken nach München und Hamburg werden angeboten.

 

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Saarbrücken (SCN) – München (MUC)

Air Berlin AB6244

Fokker 100

D-AGPL

 

Pünktlich und ohne besondere Vorkommnisse flog ich dann mit der Abendmaschine wieder nach München. Wieder eine Fokker 100, wieder fühlte ich mich sehr wohl. Hoffentlich bleibt dieser Flugzeugtyp noch einige Zeit der Flotte erhalten.

 

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Bye, bye Saarbrücken.

 

Ich hoffe es heut euch wieder ein wenig gefallen.

Geschrieben

Hallo, endlich mal ein ausgefallenes Ziel :) Saarbrücken ist sicher nicht die schönste Stadt Deutschlands, aber ich habe dort immer gerne Zeit als sehr gute Freunde von mir dort noch gewohnt haben. Aber vom Rhein/Main-Gebiet ist es auch nicht so weit dorthin. Für die meisten anderen Einwohner unseres schönen Landes dürfte Saarbrücken aufgrund der geographischen Lage so ziemlich extrem ab vom Schuss sein :)

 

Daher schön auch mal Städte "in Randlage" zu denen man sonst nicht immer kommt zu sehen :)

 

Das Saarland-Ticket heisst halt im Saarland "Saarland-Ticket" und in Rheinland-Pfalz "Rheinland-Pfalz"-Ticket, ist aber im Endeffekt dasselbe... Ähnliche Konstellationen gibt es aber auch in anderen Bundesländern, ich meine Hamburg/Schleswig-Holstein/Mecklenberg usw...

Geschrieben
Das Saarland-Ticket heisst halt im Saarland "Saarland-Ticket" und in Rheinland-Pfalz "Rheinland-Pfalz"-Ticket, ist aber im Endeffekt dasselbe... Ähnliche Konstellationen gibt es aber auch in anderen Bundesländern, ich meine Hamburg/Schleswig-Holstein/Mecklenberg usw...

 

Sollte jemand eine ähnliche Tour planen: Recht interessant finde auch auch ein ähnliches Ticket, das im Saarland, Luxemburg und Lothringen gilt. Somit kann man eine schöne Rundreise machen und auch ggf. noch Metz in Frankreich mitnehmen. Leider galt dieses Ticket am Feiertag nicht.

Geschrieben
Der Kundenservice antwortete mir mit belanglosen Standardfloskeln und verweigerte jegliche Aussage über die Gründe der Flugstreichung. Stattdessen hantierte man wieder mit lächerlichen Formulierungen wie „dringende Gründe“ umher. Schließlich wurde der Rückflug auf den nächsten Tag umgebucht, die Übernachtungskosten musste ich selber tragen und jegliche weitere Kommunikation mit mir ignoriert. So nicht liebe, Air Berlin.

 

Und wie bist Du mit AB verblieben?

 

Ich habe übernächste Woche einen Tagestrip ab TXL nach SCN.

Geschrieben
Und wie bist Du mit AB verblieben?

 

Irgendwann hatte ich keine Lust mehr mich mit diesem Tanten zu streiten und habs seinlassen. Dass ich nun bei den letzten 3 Flugen mit Air Berlin massive Probleme hatte, ist eine Schweinerei. Aber hier kann man wohl nur mit sehr großem Aufwand was ausrichten. Hier wäre die EU gefragt um endlich dieses Austesten von Flügen auf dem Rücken der Kunden zu unterbinden.

Geschrieben

Vielen Dank für den Report aus meiner Heimatstadt Saarbrücken. Hätt nie gedacht, dass die mal jemand besucht ;-)

 

Noch ein Tipp zum Bus: Alternative wäre mit dem Bus oder Taxi nach St. Ingbert (5 Minuten, bzw. 10 € das Taxi) und dann mit dem Zug weiter nach Saarbrücken. Der Bus hält am Bahnhof.

Geschrieben
Noch ein Tipp zum Bus: Alternative wäre mit dem Bus oder Taxi nach St. Ingbert (5 Minuten, bzw. 10 € das Taxi) und dann mit dem Zug weiter nach Saarbrücken. Der Bus hält am Bahnhof.

 

Vielen Dank für den Tipp!

Geschrieben

Schöner Tripreport.

Kleiner Tippfehler: hin bist du glaub ich von München nach Saarbrücken geflogen und nicht umgekehrt, wie du schreibst :-).

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