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TRIPREPORT: TXL-FRA-SIN-MDC-SOQ


jared1966

Empfohlene Beiträge

Geschrieben

Nur einer von vielen Langstreckenflügen, die sich aber trotzdem lohnen zu berichten.

 

Am 3.01.08 flog ich zusammen mit meiner Freundin nach KRI ISLAND, Irian Jaya, West-Papua Neu-Guinea, Indonesien.

 

Was man da will? Nun, es ist der Biodiversitäts-Hotspot dieser Erde, mit 283 gezählten, verschiedenen Arten, besteht der einsame Weltrekord von einem einzigen Tauchgang!

 

Als passionierter Möchtegernfisch ist man also notgedrungen 1,5 Tage im Flieger unterwegs, genauer gesagt: 1 Stunde mit Lusthansa nach Frankfurt am Vorabend der Langstrecke, weil man ist ja clever und weiß, dass im Januar das Wetter nicht planbar ist.

 

Anschließend 12 Stunden mit Singapore Air nach Singapur, das lockerste von allem, weil: Man lernt auf dem Flug indonesisch und schon schläft man ein. Lediglich die lästigen Turbulenzen über Pakistan nerven etwas. Wie immer frage ich mich dann nach dem Flug, ob man nicht hätte eine Schlaftablette riskieren sollen, statt vor sich hin siechend völlig zerzaust und verschweist anzukommen, weil man ja doch nicht schlafen konnte und sich nur gewälzt hat.

 

Aufbauend ist dagegen der Flughafen Singapur immer wieder. Wenn man sich Seife holt und sich ein halbes Erfrischungsbad in einer der größeren Toilettenräume nimmt, geht es schon wieder stringent vorwärts.

 

Ein ganz netter kleiner Touri-Gag, der eigentlich immer alle Zurückgebliebenen verblüfft, die ihn verstehen, ist die Handmade-Stamp, die man sogleich mit Postkarte an die Lieben zurücksenden kann. Schade nur, wenn die Verwandtschaft gar nicht gerafft hat, das die Gesichter auf den Briefmarken meines war....egal.

 

Dann wird es schon spannender. Denn ab da geht 3 Stunden später ein Flieger nach Manado. Hier kommt Silk Air ins Spiel. Diese Gesellschaft macht aber einen guten Eindruck, gehört sie doch zum engeren Verbündeten der SIA. Der Check ins Flugzeug allerdings ist interessant, da bereits hier das Englisch nicht mehr wirklich gesprochen wird. Aber wem nützt bei einer indonesischen Leibesvisite schon Oxford?

 

Der 3,5 Stündige Flug über den Regenwald von Borneo verläuft leidlich enttäuschend, weil aufgrund der Feuchtigkeit nichts, aber auch gar nichts zu sehen ist. Erst die Meerenge danach mit seinem sichelförmigen Maratua Atoll im Mittagslicht läßt Taucherherzen höher schlagen. Gleichermaßen nehmen aber auch die Turbulenzen zu und eigentlich ist das Abschnallen auf diesem Flug schon eher riskant.

 

Die Landung zwischen den palmenbewachsenen Vulkanen am Nordrand Sulawesis weisen sogleich auf die geographischen Besonderheiten hin. Es rumort nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Tiefe dieser Insel.

 

Hier sollte man auf jeden Fall eine Tour ins Landesinnere zu einem der Märkte unternehmen, um zu sehen, was man sonst eh nicht glauben würde. Hier werden Hunde, Vogelspinnen und Fledermäuse fritiert und als Delikatesse feilgeboten. Wem dieses zugegebenermaßen harte Rahmenprogramm nicht zuträglich ist, der sollte einem Taxifahrer in Manado zumindest einmal 10 Euro für eine Tour ausserhalb der ziemlich langweiligen Stadt MDC anbieten, um sich die reichlich wachsenden besonderen Pflanzen zeigen zu lassen. Vom Kakao über Kaffeesträucher, von Rambutan bis Papaya - man kann alles pflücken, es steht nämlich am Wegesrand herum.

 

Den Besuch des furchtbaren Hotels, wohlgemerkt gibt es eh nur 2 in Manado, die überhaupt betreten werden sollten, kann auch noch durch eine indonesische Massage herauszögern. Allerdings muss ich zugeben, dass es nicht ganz schmerzfrei war, was ich da mit traumhaft warmen Handtüchern und schönen Orchideen anmutenden Raum erleben durfte. Es wird schon mal zugepackt und zwar genau da, wo man mit Sicherheit normalerweise schreien würde. Ich kniff die Augen zusammen und mimte Winnetou, allerdings schossen mir regelrecht die Tränen ins Auge und ich sehnte mich danach nach einem Rollstuhl.

 

Der aus flugtechnischen Gründen zwangsläufige Übernachtungsstopp sollte weiter keiner Benennung wert sein. Am nächsten Tag wird es nun richtig spannend: Lion Air. Diese Gesellschaft findet sich wie bereits vom Reisebüro avisiert auf der roten Liste. Und ich würde sagen, ich weiß jetzt auch warum. Jederzeit hätte ich ins Cockpit marschieren können. Nur die Turbulenzen dieses unsäglichen Fluges hielten mich davon ab, durch die schwingende Saloontür zu gehen und einmal zu fragen, ob noch alles im Lot ist. Von Essen wollen wir lieber nicht reden. Es gab so etwas wie Rosa-Hellblaue Sahnetorte im Karree.

 

Der zwangsläufige oder soll ich sagen, zufällige Landeanflug war dann auch schick. Durch permanente Tropengewitter geschüttelt, setzte der Pilot vor Sorong zu zwei Steilkreisen an und bohrte sich dann durch die Blitze spiralförmig Richtung Meer, um 100 Meter vorher, mehr waren es nicht, wieder die Nase aufzurichten und den Endanflug zu beginnen. Ich möchte mit Fug und Recht behaupten, ich hatte schon lustigere Zeiten erlebt, als diese 2 Stunden. Die anschließende 3 stündige Fahrt mit dem dhoniartigen Gefährt zur Insel war allerdings ebenso bumpy und abenteuerlich.

 

Wer allerdings jemals auf Kri ankommt, der weiß: es hat sich alles gelohnt. Der Höhepunkt auf diesem verlassenen Eiland auf dem Längengrad von Darwin und fast exakt dem Äquator, ist die tägliche Ankunft von Eingeborenen mit Einbäumen, die die Palmen besteigen, um sich Kokosnüsse zu pflücken. Naja, unsereins geht zu Aldi. Der Rest sind Fische, die aus dem Wasser springen, um Luft zu holen. Von Naturkrise kann hier nicht die Rede sein. Das ist das New York der Unterwasserwelt, so voll ist es hier. Jagende Hornhechte springen Tag und Nacht dem Fischschwärmen hinterher. Schildkröten geben sich das Stelldichein, Seeschlangen aller Größen schlängeln sich um die Korallen, Schwarzspitzenriffhaie gehen zusammen auf Jagd, Barracudas nerven sich gegenseitig und nachts geht am Riff die Post ab.

 

Das natürlich türkisfarbene Wasser ist mir gesunden Korallen bis an die Oberfläche durchsetzt. Vom Mandarinfisch bis zum Manta gibt es alles, was den Schnorchler oder Taucher begehrt. Wohnen tut man in einem EcoResort eines holländischen Weltenbummlers namens Max Ammer, der dort seit Jahrzehnten sein Glück in Form zweier naturbelassener Resorts gefunden hat und nun die Top-Wissenschaftler der Ichtyologie mit einem umgebauten holländischen Seenotrettungskreuzer bis nach Fak-Fak fährt, um neue Arten zu entdecken.

 

Wohnen tut man auf aus Bambus geflochtenen Wasserbungalows, die einen eigenen Einstieg ins Meer haben. Es ist aber nicht touristisch nervig erschlossenes Inselreich wie die Malediven, sondern alles so konstruiert, dass man keinen Baum gefällt hat und nur Angestellte von den umliegenden Inseln hat. Daher kann sich dieses Resort auch den Namen Eco verdient haben.

 

Morgens wird man dann vom Schrei der Kakadus, Papagaien und Hornvögel geweckt. Hallo wach! Hier ist schlafen in der Hängematte mit Blick aufs Meer eine Sünde, auch wenn es traumhaft schön ist.

 

Papua-Diving ist großes Kino und dieser Trip alleine schon eine halbe Weltreise wert!

Geschrieben

Klasse, mal ein ganz anderer TripReport.

Hat mich wirklich fasziniert - besonders die Anreise ab Singapur...

 

Sag mal, braucht man für Irian Jaja nicht ein besonderes Permit zur Einreise? Dieses Gebiet ist ja nun nicht gerade Java, Bali oder Lombok.

 

Weiter solche Reiseberichte - leider bin ich weder Taucher noch Schnorchler... aber ich reise gern und viel!

 

Gruß

Günter

Geschrieben

Letztlich reicht das von Indosesien. Aber man muss noch einige Einreiseformalitäten vor Ort erledigen. Das hat aber eigentlich meine Agentur gemacht, insofern weiß ich das gar nicht so 100%ig...

 

...habe immer nur in dem kleinen Kästchen unten rechts unterschrieben...

Geschrieben

Einfach nur Geil, dein Report.

Hut ab.

 

Bin auch kein Taucher. Das Schnorcheln vor einem Jahr auf den Philippinen hat mir aber auch einen Wunderbaren (wenn auch sehr kleinen) Einblick in die Unterwasserwelt beschert.

 

Indonesien (nicht Bali) ist immer eine Reise wert.

 

PS. Gibt es auch Bilder von dem Trip?

Geschrieben

Ich weiß nur nicht, wie ich die hier hochladen kann....aber der Unterwassserfilm ist natürlich wesentlich Aussagekräftiger, was meine Eindrücke von der unberührten Natur betrifft, nur gibt es den bisher nur in meiner Tv-Sendung zu sehen, nicht aber für jeden zugänglich im Netz.

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