Tecko747 Geschrieben 15. Dezember 2008 Melden Geschrieben 15. Dezember 2008 Es gibt Tage da macht man Dinge die eigentlich total unvernünftig sind. Doch auch wenn es nicht unbedingt sinnvoll ist, macht man es trotzdem. Weil es einfach so viel Spaß macht. So auch diesmal. Am Abend vor meinem Wochenendausflug ins spanische Alicante ließ ich mich überreden noch ein wenig feiern zu gehen. Fatal - klingelte dann natürlich nach dreieinhalb Stunden schlaf bereits wieder der Wecker. Am liebsten hätte ich wohl bei Easyjet angerufen: Sie sollten mich doch bitte kostenlos auf ein anderes Wochenende umbuchen, wo ich etwas mehr schlaf hatte. Doch wie wir alle wissen sieht die Praxis anderst aus und ich zwang mich dazu aufzustehen. Hinein ins Auto und entlang des Bodensees und Hochrheins weiter nach Basel. A98 bei Lörrach. Zum Glück war die Strecke schneefrei und ich erreichte pünktlich den Flughafen. Easyjet-Basis Basel. Geflogen wurde mit der HB-JZK. Bereits vor über 3 Jahren flog ich mit dieser Maschine einmal von Basel nach Neapel. Es war kalt, die Sicht war klar und ein schöner Wochenendausflug konnte beginnen. Basel (BSL) – Alicante (ALC) Easyjet U21081 A319 HB-JZK Ankunft nach 2 Stunden Flugzeit auf dem Flughafen von Alicante. Auf der Suche nach dem Bus nach Alicante stand zufällig ein direkter Bus nach Benidorm bereit und schon zwei Minuten später fuhren wir los. Die Fahrt kostet 8 Euro und endet nach rund 30 Minuten in dem am Stadtrand gelegenen Busbahnhof. Benidorm ist eine DER Urlaubshochburgen des Mittelmeers. Bevorzugen die Großzahl der deutschen Urlauber meist eher El Arenal und Loret, ist den Briten die Costa Blanca sehr beliebt. Zwei Drittel der Urlauber Benidorms kommen jedoch aus dem eigenen Land. Vom Balcón de Europa hat man einen schönen Blick auf die beiden, insgesamt fast 5 Kilometer langen Sandstrandbuchen der Stadt. Das höchste Gebäude Benidorms ist das im Jahr 2002 eröffnete Gran Hotel Bali. 186 Meter misst es vom Boden bis zur Spitze. Doch schon im Jahr 2010 soll die 200 Meter-Marke in der Stadt fallen. Bezogen auf die Einwohnerzahl hat Benidorm die höchste Hochhausdichte in ganz Europa. Hat Benidorm offiziell rund 70.000 gemeldete Einwohner, übernachten in Sommer bis zu 350.000 Menschen in der Stadt. Die kleine Altstadt des in den fünfziger Jahren noch kleinen Fischerdorfs ist noch erhalten. Wie in so manchen Metropolen der Welt: Man streckt oft den Blick nach oben. Da ich mit dem Hotel Poseidon *** ein klassisches Urlaubshotel gebucht hatte, beinhaltete mein Zimmerpreis auch Halbpension. Also ging es gegen neun Uhr Abends mal wieder ganz klassisch wie in frührer Charterurlauben meiner Kindheit in den Speisesaal zum abendlichen Buffet. Doch wie schon erwartet erinnerte der große Saal doch sehr an ein Seniorenheim, dessen jüngster Mitbewohner ich war. Ähnlich wie auf Mallorca nutzen viele ältere Menschen die Region um zu überwintern. Leider war das Wetter inzwischen nicht mehr besonders sexy. Draußen stürme und regnete es. Doch es sollte ja noch auf die Piste gehen. Schließlich kommen die meisten Urlauber nicht wegen der Ruhe und Abgeschiedenheit nach Benidorm – sondern um Spaß zu haben und Partys zu feiern. Lass uns eine Sandburg bauen… Auch bei Nacht ist der Strand hell beleuchtet. Die vordere Reihe an Liegestühlen musste in der Nacht „evakuiert“ werden. So stark war die Brandung. In den Nächten der Sommermonate kennt die Stadt keinen Schlaf. An den Ausfallsstraßen befinden sich die großen Partytempel wie Penelopes, KU, KM, Pacha und wie sie alle heißen. Im Winter haben diese meist geschlossen - doch ganz "tote Hose" ist natürlich an den Wochenenden nicht. Als Ergänzung haben viele Clubs an der Strandpromenade eine kleine Außenstelle eingerichtet, die auch im Winter geöffnet haben. Doch als ich gegen elf an den Clubs vorbeilief, war ich ein wenig enttäuscht. Nur sehr wenige Partymenschen waren anzutreffen. Doch Ibiza ist nah und dort ticken die Uhren ja bekanntlich auch ein wenig anders. Also ging ich erstmal wieder zurück ins Hotel und legte mich erstmal 2 Stunden aufs Ohr und es später gegen halb zwei noch einmal zu versuchen. Und es klappte – bei kostenlosen Einritt + Freigetränk war das KM Playa sehr gut gebucht und die Stimmung war locker, ausgelassen und äußerst sexy. Auch die Musik war sehr sonnig und trotz Regens kamen richtige Ibiza-Gefühle auf. Irgendwann schaute ich nicht mehr auf die Uhr und vergas die Zeit. Was sich am nächsten Morgen doch noch deutlich bemerkbar machen sollte. Die Nacht war ziemlich kurz und noch total übermüdet nahm ich etwas aus dem Rahmen lassende mit hängenden Augendeckeln mein Frühstück im Rentnerclub ein. Irgendwie fühlte mich fremd. Doch ich musste weiter, schließlich muss jeder der Feiern will auch leiden können. Ich wollte ja natürlich auch noch was von Alicante und der Umgebung sehen. Von Bendidorm verkehrt halbstündlich eine Schmalspurbahn in Richtung Alicante. Die Bahn wurde kürzlich renoviert und ist vergleichbar mit Karlsruhe in Stadtbahnnetz von Alicante eingebunden. Die Fahrt dauert etwas zeitaufwendig etwas über eine Stunde, ist aber sehr aus landschaftlicher und eisenbahntechnischer Sicht sehr abwechslungsweich. Mal geht es durch enge Täler mit Tunneln und Brücken, mal fährt man als Straßenbahn durch Städte und an Strandpromenaden entlang und zu guter letzt endet die Linie in einer neuen Tunnelhaltestelle im Herzen von Alicante. Hoch über der Stadt tront das Castillo de Santa Bárbara. Über einen Fußgängertunnel läuft man erst bis zur Mitte des Berges. Von dort aus geht es mit dem Aufzug bequem nach oben. Von dort hat man einen wunderschönen Ausblick über die Stadt, den Strand und den Hafen. Parkanlagen Esplanada de España – gepflastert aus 6,6 Millionen Mosaiksteinchen aus rotem, weißem und schwarzem Marmor. Innenstadt Da ich bis zum abendlichen Rückflug noch etwas Zeit hatte, beschloss ich noch mit dem Zug ins rund 20 Kilometer entfernte Elche zu fahren. Die Stadt hat rund 200.000 Einwohner. Dazu gesellen sich nochmals 400.000 Palmen. Für die ausgedehnten Palmenparks steht die Stadt seit dem Jahr 2000 auf der Liste der Unesco-Weltkulturerbestätten. Besonders prächtig angelegt ist der Huerto del Cura mit Palmen und Kakteen aus aller Welt. Bei diesen Hühnervögeln ist die Welt noch in Ordnung: Blauer männlicher Pfau. Das Weibchen steht hingegen in Sachen Schönheit eher hinten an. Nach einer kleinen Runde ging ich wieder zurück zum Bahnhof, der unterirdisch in einem alten Eisenbahntunnel liegt. Da sie Strecke von Dieselfahrzeugen befahren wird, ist eine starke Lüftung erforderlich. Dementsprechend laut und zugig ist es auf den Bahnsteigen. Da am Wochenende nur ein stark ausgedünnter Takt besteht, wäre die Rückfahrt nach Alicante und dann mit dem Bus weiter zum Flughafen sehr knapp geworden. Deshalb entschloss ich mich zu einer anderen Variante. Der Flughafen hat zwar keinen eigenen Bahnhof, jedoch in einer Entfernung von rund 2 Kilometern befindet sich ein kleiner Haltepunkt Namens „Torrellano“. Dort stieg ich aus und suchte einen Weg um zum Flughafen zu laufen. Dies klappte dann auch – allerdings mit einigen Hürden. Da es schön dunkel war und es keine Gehsteige gibt – ist der Weg bei Nacht nur begrenzt zu empfehlen. Auf der Strecke zum Flughafen haben viele Autovermieter ihre Autolager eingerichtet, die meist mit Hunden gesichert sind. Läuft man wegen der Autos zu dicht am Zaun – dauert es nicht lang bis man von einem anschleichenden Wachhund fast zu Tode erschreckt wird. Irgendwann hatte ich es dann doch halbwegs unversehrt zum Flughafen geschafft. Wie an vielen spanischen Flughäfen wird auch hier kräftig gebaut. 2009 ergänzt ein neuer Terminal die bestehenden Anlagen. Schon im Jahr 2007 wurden zusätzliche Abfertigungskapazitäten für Billigflieger geschaffen. Ich checkte ein und alles ging seinen gewohnten Gang. Draußen auf dem Vorfeld war bereits die HB-JZQ bereitgestellt. Für die Bordinggruppen wie auch für die von EasyJet verkaufte „Speedy Boading“ interessierte sich niemand. Ärgerlich – wenn ich dafür Geld bezahlt hätte und es dann nicht beachtet würde. Die Maschine war gut gebucht und alles deutete auf einen schönen Heimflug hin – ganz entspannt – hatte doch mir doch am nächsten Tag noch freigenommen, da die Rückfahrt über den Schwarzwald hoch etwas zeitaufwendig werden würde. Alicante (ALC) – Basel (BSL) Easyjet U2 1084 A319 HB-JZQ Nach dem Start döste ich ein wenig vor mich hin. Die wenigen Stunden Schlaf am Wochenende hatten mich doch sehr mitgenommen. Ich hörte ein wenig Musik. Nichts deutete in irgendeiner Weise auf eine Auffälligkeit hin. Vollkommen entspannt lehnte ich mich mit dem Kopf gegen die Wandverkleidung und lauschte den Klängen von Anja Schneider aus meinem Ipod. Die Anschnallzeichen waren ausgeschaltet und wir befanden uns der Flugzeit nach zu Urteilen gerade über den französischen Alpen im ruhigen Reiseflug. Doch dann passierte es: Ohne jede Vorwarnung gerieten wir in starke Turbulenzen. Die Maschine sackte stark ab und wurde gleichzeitig von aggressiven Kräften massiv hin- und hergerüttelt. Binnen Sekunden wandelte sich der entspannte Reiseflug in eine Achterbahnfahrt, wie man sie sonst nur auf den Freizeitparks kennt. Hektisch wurden die Anschnallzeichen angeschaltet und es gab die Durchsage man sollte ruhig auf seinen Plätzen bleiben. Zum Glück waren die Passagiere gerade nicht beim Essen, sonst hätte das Flugzeug wohl eine sehr intensive Reinigung nötig gehabt. Das Kabinenpersonal schlingerte aufgeregt durch die Maschine und schaute wohl nach, ob es Verletzte gab. Meiner Meinung nach ein sehr gefährliches Unterfangen, hatten sie doch starke Probleme sich auf den Beinen zu halten. Es wurde sehr still im gesamten Flieger, nur in der Reihe hinter mir Pfiff jemand vergnügt Weihnachtslieder. Ich musste schmunzeln, ehe sich schon wieder aus dem Sitz gehoben wurde. Welch ein Glück, dass es Sicherheitsgurte im Flugzeug gibt. Bei diesem Flug taten sie gute Dienste. Nach etwa 10 Minuten hatte Spuk dann vorbei und wir erreichten ruhigere Luftschichten. Wir begannen den Sinkflug und am Boden sah man schon das nächste Problem auf uns zukommen – Nebel. Noch gut hatte ich meinen Ausflug im Januar dieses Jahres in Erinnerung, wo wird in Treviso zweimal durchstarteten, bevor wir danach dann nach Triest umgeleitet wurden. Doch diesmal klappte alles gut und wir setzten sicher auf dem Flughafen von Basel auf. Ein erlebnisreicher Ausflug endete. Ich hoffe es hat Euch wieder ein wenig gefallen.
Larsi Geschrieben 15. Dezember 2008 Melden Geschrieben 15. Dezember 2008 Hallo danke fürs Zeigen! Ein sehr schöner Fototripreport! Alicante bzw. Benidorm waren wir auch im März 08 und dank Ryanair gehts kommenden März auch wieder für 2 Tage nach Alc bzw. dann Benidorm! Übrigens , im Hotel Melia Benidorm, sehr gut! Hast du vielleicht u.a. gesehen, obwohl bei diesen vielen Wolkenkratzer... Grüsse Larsi
Tecko747 Geschrieben 15. Dezember 2008 Autor Melden Geschrieben 15. Dezember 2008 Benidorm! Übrigens , im Hotel Melia Benidorm, sehr gut!Hast du vielleicht u.a. gesehen, obwohl bei diesen vielen Wolkenkratzer... Ich weiß schon - ich hab deinen damaligen Tripreport schon nochmals zur Reisevorbereitung gelesen :)
Empfohlene Beiträge
Archiviert
Dieses Thema ist jetzt archiviert und für weitere Antworten gesperrt.