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[Tripreport] Boston und Rundflug über Cape Cod


Andre_N

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Geschrieben

Es ist schon etwas her, aber dennoch möchte ich euch folgenden kleinen Wochenendtrip nicht vorenthalten. Zumal ich damit auch dem Wunsch etspreche, meine Bilder vom Rundflug über Cape Cod zu zeigen.

 

Aber der Reihe nach: Mit dem tollen US-Tarif ging es im Februar nach Boston. Da ich meine Freundin nach Tansania und Dubai im Januar nicht schon wieder mit einem langen und ach so schlimmen Flug belästigen wollte, musste mal wieder ein anderer Begleiter ran…hab da so meine üblichen Verdächtigen, die schon Schlange stehen wenn ich diese tollen Kurztrips für wenig Geld mache. Hab dann einem Freund kurz Preis, Datum und Ziel genannt und 10 Minute später gebucht – neue Airline, zwei neue Flugzeugtypen (A330-300 (bisher nur -200) und Embraer 190), neue Stadt, neuer Bundesstaat.

 

18.02.2009

MUC-PHL US 707

Airbus A330-300

N278AY

 

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Die Lücke kommt von den leeren Batterien. :-)

Zu US wurde ja schon viel gesagt...ich kann mich den grundsätzlichen Meinungen nur anschließen. Sehr durchschnittliches Produkt, dreckige und ungepflegte Flugzeuge (zumindest bei beiden Interkontflüge), auffallend alte und unfreundliche Flugbegleiter, zu wenig Verpflegung, IFE so làlà (für mich absolutes no-go: keine Kartendarstellung trotz AVOD)…ABER: für den Preis (rund 200€) muss man sich überhaupt nicht beschweren!

Der Flug verlief unspektakulär, so weit südlich über Basel und Paris bin ich aber noch nie Richtung USA geflogen.

Philadelphia wurde allerdings mit ordentlicher Verspätung erreicht. Demzufolge war unser Anschlussflug (geplant waren 1:45 Aufenthalt) schon in Gefahr. Ich hatte meinen Koffer dann auch zügig, aber der von meinem Kumpel kam nicht…nach einiger Zeit dann die Durchsage, dass es wohl ein Problem mit einer Cargo-Tür geben würde. 30 Minuten später hatte dann auch er seine Reisetasche…es war aber schon zu spät – die nochmalige Sicherheitskontrolle bedeutete den ersten verpassten Flug meines Lebens. Aber das ist ja kein Problem…wir wurden direkt umgebucht und dieser Flug stand bereits zum Einsteigen bereit als wir am Gate ankamen: Der hohen Flugfrequenz zwischen PHI und BOS sei Dank!

 

18.02.2009

PHL-BOS US 804

Embraer 190

N944US

 

Wie gesagt war das mein persönlicher Erstflug mit den E-Jets. Schönes Flugzeug, große Fenster, relativ leise und natürlich auch noch sehr gepflegtes Erscheinungsbild. Am Gate mussten wir dann noch eine geschlagene dreiviertel Stunde warten bis wir loskonnten. Das Schneewetter hatte in BOS eingeschlagen und wir bekamen erst einen späteren Slot zugewiesen. Flug verlief dann problemlos, in BOS angekommen blockierte jedoch eine andere E190 den Bereich vor unserem Gate während sie enteist wurde. Das dauerte dann nochmal eine geschlagene halbe Stunde. Wir hatten nun schon insgesamt zwei Stunden Verspätung seit MUC und es wurde noch besser. Die Koffer kamen nicht mit uns sondern mit einer weiteren Maschine später..bedeutete dann wiederrum eine Stunde Zeit verplempert. Aber egal, schnell Ticket gekauft und ab ging es nach JFK-UMass zu unserem im Übrigen sehr guten Doubletree…schöne Zimmer und ungewohnt gute Betten!

 

Am nächsten Morgen ging es dann erstmal in die Stadt: Freedom Trail, ein wenig Shopping und natürlich ein gutes Steak standen auf dem Programm. Aber hier lass ich einfach mal ein paar wenige Bilder sprechen.

 

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Sehr morbide: Kindergarten mit Blick auf den alten Friedhof…

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Bunker Hill

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Boston ist eine recht nette Stadt, vor allem sicher im Sommer. Bei uns hat das Wetter ein wenig Kapriolen geschlagen…es war arschkalt und teilweise regnerisch, dann wieder sonnig. Man hat in Boston eigentlich alles zur Vefügung: Geschichte, Shopping, Entertainment. Also sicher ein empfehlenswertes Ziel für zwei bis drei Tage.

 

Unser kleiner Trip war jedoch nicht nur auf Boston bezogen, vielmehr haben wir uns ab den zweiten Tag ein Auto gemietet und sind ein wenig nach Norden gefahren Richtung New Hampshire und Maine. War aber nicht der Rede wert, waren im Prinzip nur in einer Shopping Mall und haben nach ein paar schönen Städten Ausschau gehalten. Problematisch nur, das nun wirklich überhaupt keine Saison war und viele Sehenswürdigkeiten im Winterschlaf waren.

 

Am dritten Tag ging es dann Richtung Süden. Wenn man schon mal in Neuengland ist dann darf man sich auch ruhig mal auf die Suche nach den Spuren der Pilgerväter machen. Also ab nach Plymouth. Wir hatten ja mit Vielem gerechnet aber nicht mit gar nichts…es war nichts offen. Der Nachbau der Mayflower war im trockendock, der Nachbau der Siedlung war geschlossen, Museen hatten nicht offen und es waren kaum Menschen auf der Straße. Nunja, dafür haben wir uns mit unserem Reiseführer mal mit der Geschichte auseinandergesetzt und da mussten wir dann doch aufstoßen: Im Nachhinein fanden wir mit dem Abstand als Europäer nur wenig Heroisches an den Pilgervätern. Es ist schon merkwürdig, in welchem Maße man den Pilgrims Denkmäler erbaut und diese ehrt, obwohl man offensichtlich die unehrenwerten Anteile der Geschichte verklärt (aber dazu muss man sich sein eigenes Bild machen und sich ein wenig objektiv mit der Geschichte der neuenglischen Indianer und der Rolle der Kolonie auseinandersetzen.)

 

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Denkmal von Indianern für Indianer…

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National Monument to the Forefathers

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Nach der Enttäuschung in Plymouth ging es dann aber auf das Cape Cod…und das hat sich dann auch gelohnt. Wir hatten super Wetter, es war zwar wieder sehr kalt aber auch sehr sonnig. Natürlich haben wir auf dem Weg nach Provincetown fast jedes Örtchen im Westen durchfahren um uns an den Häusern und der tollen Küstenlandschaft sattzusehen.

 

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Es waren kaum Touristen unterwegs. Die Strände waren menschenleer – wer fährt denn auch im Winter nach Cape Cod?!

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Eigentlich wollte ich den Besuch ja mit einem Flug mit Cape Air nach Nantucket oder Martha‘s Vineyard krönen. Wir hatten eine Woche vorher mal nachgeschaut und da waren auch noch jede Menge Plätze frei, einen Tag vorher war aber bis auf die Abendflüge alles ausgebucht. Liegt wohl daran, das im Winter kaum Fähren fahren und somit der Flug noch häufiger in Anspruch genommen wird. Da ich aber eigentlich schon Bock auf einen Flug hatte bin ich in Provincetown einfach mal an den Flughafen gefahren und hab nachgefragt. Tatsächlich saß da ein älterer, dicklicher Herr in einer Sitzecke und war am Puzzlen…und der stellte sich dann als Pilot vor und bot uns für $180 pro Flugzeug eine Stunde Rundflug an. Ich hab natürlich nicht lange überlegt und sofort zugesagt, und nachdem ich meinen Kumpel auch von der Sinnhaftigkeit des Fluges überzeugt hatte war auch er dabei.

 

21.02.2009

PVC-PVC privat

Cessna 172K Skyhawk II

N46525

 

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Und das war wirklich genial…wir hatten super Flugwetter, ich nahm natürlich im Cockpit Platz und verbannte meinen Mitreisenden auf die hintere Sitzbank und durch die geringe Flughöhe hatten wir wirklich tolle Sicht auf die Halbinsel. Die Flugstrecke verlief übrigens im Uhrzeigersinn…

Ein paar Bilder als Auswahl:

 

Boston’s Skyline am Horizont

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Heiratsantrag?

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Seehunde

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Cranberry-Feld

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Blick Richtung Provincetown

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Ein paar “kleine” Strandhäuser

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Das Ende vom Kap

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Provincetown

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P-Town Airport

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Final

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Wirklich ein tolles Flugerlebnis, vor allem weil der Pilot sehr viel Interessantes über sich und Cape Cod zu erzählen wusste.

Danach sind wir noch nach P-Town rein..ist ja bekannt für seine homosexuelle Szene…unverkennbar.

 

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Schickes Örtchen. Man kann sich regelrecht vorstellen wie hier im Sommer alles voller Touristen ist.

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Dann zum Abschluss noch einen schönen Sonnenuntergang gehabt.

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Und in Hyannis als Abendessen den obligatorischen Lobster…diesmal in der nicht zu empfehlenden “stuffed”-Variante.

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Im Übrigen ist Cape Cod im Winter extrem leer. Die meisten Restaurants und viele Geschäfte haben geschlossen, dafür ist es aber auch sehr ruhig und entspannt und wer die Natur vor allem im Nationalpark an der Ostküste genießen will ist damit auch ganz gut bedient.

Am nächsten Tag ging es dann reichlich unspektakulär und im schlechte Wetter zurück nach Boston. Beim Target wurde nochmal ordentlich Kosmetika und US-Food gekauft…und dann gings auch schon zum Flughafen.

 

22.02.2009

BOS-PHL US 714

Embraer 190

N965UW

 

Normaler Flug ohne nennenswerte Besonderheiten.

 

22.02.2009

PHL-BOS US 706

Airbus A330-300

N271AY

 

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Und der letzte Flug war auch unspektakulär, hatte eine Reihe für mich alleine, das „Frühstück“ war ein Witz (Mini-Törtchen) und das Flugpersonal genauso distanziert wie auf dem Hinflug.

Und damit ging die Reise auch schon zu Ende.

Fazit: Neuengland kann man im Winter durchaus als Reiseziel mitnehmen, wenn man sich der Einschränkungen hinsichtlich Sehenswürdigkeiten und Restaurants bewusst ist. Wer die Natur liebt (so wie ich), der findet aber hier genau das richtige, zumal die Küste im Winter auch seinen besonderen Reiz hat.

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