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[Tripreport] Korsika/Genua/Cambridge (FMM-CLY-GOA-STN-FMM)


Tecko747

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Geschrieben

Ein Ausflug, auf den ich mich lange gefreut hatte: Korsika, nach Sizilien, Sardinien und Zypern die viertgrößte Insel im Mittelmeer. Bisher war es recht schwer nach Korsika mit dem Billigflieger zu kommen. Im Gegensatz zu Sardinen, das schon einige Jahre fest in den Flugplänen der Low-Coster steht, waren lange Zeit günstigen Verbindungen auf die nördliche Nachbarinsel Mangelware. Umso mehr freute ich mich, als TUI ankündigte, die etwas exotisch wirkende Verbindung Memmingen-Calvi aufzunehmen.

 

Schnell buchte ich noch eine kleine Reise mit verschiedenen Verkehrsmitteln drum herum und fertig war der Ausflug an einem verlängertes Wochenende.

 

Doch beginnen wir wieder am Anfang:

 

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Ich glaube hier bin ich richtig…

 

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Verlassene Gebäude auf dem ehemaligen Kasernengelände.

 

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Gut, dass Ryanair auch diesen Irrtum aus der Welt geschafft hat…

Bayern ist eben doch ein besonderes Bundesland. Nicht jeder zählt es zu Europa.

 

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„Ehrmann - Keiner macht mich mehr an…“ – irgendwie ein doofer Spruch der jahrelang aus den Fernsehgeräten trällerte. Und nun also begrüßt dieses überdimensionale Plastikding vor dem Terminal die Fluggäste. Wie dem auch sei – der Hauptsitz von Ehrmann befindet sich ein paar Kilometer nördlich des Flughafens.

 

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Zwei 737-300 von TUI sind fix auf dem Flug stationiert. „Unsere“ 737-700 hingegen kam von „Auswärts“.

 

Memmingen (FMM) – Calvi (CLY)

TUIfly X33386

Boeing 737-700

D-AHXJ

 

Die Strecke nach Calvi dürfte wohl die kürzeste der „Tourismusstrecken“ von TUI sein, während des Fluges gab es kostenlose Verpflegung. Warten wir mal ab, ob sich dieses verwirrende Spiel mit der Air Berlin-Zusammenarbeit nicht bald erledigt hat.

 

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Schon nach rund 1 Stunde Flugzeit erreichten wir Korsika. Mitten im Anflug brachen wir ab und drehten eine Extrarunde vor der Küste. Danach ging es endgültig in den finalen Anflug – und Korsika begrüßte uns mit herrlichem Sonnenschein und türkisblauem Wasser.

 

Der Flughafen liegt eingebettet in einem Tal zwischen 2 Bergketten. Angeflogen wird in der Regel vom Meer aus. Gestartet wird ebenso in Richtung Meer. Ein recht spektakulärer Südanflug soll in Ausnahmefällen auch möglich sein – so sagt es jedenfalls Wikipedia.

 

Es gibt derzeit noch keine Busverbindung nach Calvi. Doch da das Wetter so herrlich war, entschied ich mich zu laufen und ein wenig herrliche, nach Urlaub riechende Luft einzuatmen. 7 Kilometer. Die erste Hälfte der Strecke gibt es keinen Gehweg. Die Schultern der Straßen sind jedoch breit und fest, sodass man recht gefahrlos entlanglaufen kann. Der Rest geht vorbei an Campingplätzen und Ferieneinrichtungen zur Ortsmitte.

 

Mit 5000 Einwohnern ist die Stadt recht klein. Im Sommer – wenn hunderte von Touristen einfallen jedoch alles andere als verschlafen.

 

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Unten Sonne und badende Menschen. Oben im Hochgebirge liegt noch Schnee. Korsikas höchster Berg ist 2700 Meter hoch!

 

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Blick auf den belebten Hafen.

 

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Blick auf die wunderschön gelegene Zitadelle und dem Fährschiff "Serena Seconda" von Corsica Ferries.

 

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Idyllisch geht es in der Oberstadt zu.

 

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Von dort hat man herrliche Ausblicke. Gerne wäre ich hier noch ein wenig länger geblieben. Doch mein Zeitplan war eng und die Abfahrt meines Zuges wartete nicht.

 

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Das schmalspurige Eisenbahnnetz auf Korsika war in den 80er Jahren stark einstellungsgefährdet. Zum Glück kam es nicht soweit. Jedem der auf Kosika verweilt, ist eine Fahrt zu empfehlen. Für jeden Eisenbahnfreak gehört die Fahrt sowieso zum Pflichtgramm.

 

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Spurweite 1000 mm

 

Eine 73 Kilometer lange Stichstrecke führt zuerst an der Küste entlang. Im weiteren Verlauf führt die Strecke in die einsame Bergwelt der Insel. Ein Großteil der Insel ist sehr dünn besiedelt.

 

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Immer wieder ergeben sich herrliche Ausblicke. Mal rammten wir um ein Haar eine Schafherde, die sich hinter einer engen Kurve auf das Gleis verirrt hatte – doch wegen der recht niedrigen Geschwindigkeit wäre die folgen für die Mensch und Maschine recht gering gewesen. Auch die Tiere hatten Glück und es hab keine Toten.

 

Einige Kilometer später machte es sich eine Kuh auf den Bahngleisen gemütlich. Erst nach wildem Hupen des Triebwagenführers marschierte sie gemütlich von hinnen.

 

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Am abgelegenen Bahnhof Ponte Leccia trifft man auf die Hauptstrecke, die von Bastia nach Ajaccio führt. Dort hieß es Umsteigen. Der Anschlusszug in Richtung Bastia wartete schon.

 

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Innenstadt von Bastia. 40000 Einwohner, wichtigster Hafen und wirtschaftliches Zentrum der Insel.

 

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Am Fährhafen wartete schon die „neue“ Megaexpress 5 auf die Überfahrt ins italienische Savona. Wobei „neu“ nicht ganz stimmt. Die 1993 in Asien gebaute Fähre war lange Jahre in Japan unterwegs, bevor sie 2008 nach großem Umbau den Dienst für Corsica Ferries im Mittelmeer aufnahm.

 

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„Wenn ich nicht hier bin, dann bin ich auf’m Sonnendeck…“

 

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Mit fast 2 Stunden Verspätung legten wir kurz vor elf Uhr ab – die Nacht war schon hereingebrochen. Dennoch sollten wir am nächsten Morgen pünktlich in Savona ankommen. Die Nachtfähren sind gemütlich unterwegs und verfügen über große Zeitpuffer.

 

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Ein Blick in die Bar…

 

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Aus Kostengründen verzichtete ich auf die Buchung einer Kabine, für die im Gegensatz zu manch anderen Nachtfähren kein Zwang bestand. Stattdessen machte ich es mir in einem großen Ruheraum im hinteren Bereich des Schiffes gemütlich. Glücklicherweise hatte ein Grossteil der Passagiere eine Kabine gebucht, sodass nur geschätzte 5 % der Sitze des Raumes belegt waren. Die Sessel waren recht gemütlich und man konnte dank der geringen Auslastung die Nacht sehr ruhig und ungestört verbringen.

 

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Gegen 06.00 Uhr wurden wir geweckt und das Schiff erwachte allmählich zu neuem Leben. Ich packte meine Sieben Sachen und ging an die frische Luft um das Einlaufen in den Hafen zu beobachten. Die Überfahrt war sehr ruhig und friedlich – kein Vergleich zu manch stürmischer Nacht, die ich bereits auf Nord- und Ostsee verbracht hatte.

 

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Der Hafen von Savona gehört zu den wichtigsten Häfen Italiens. Der Autokonzern Fiat verschifft von hier einen Grossteil seiner Fahrzeuge. Für die Rederei Costa ist Savona ein wichtiger Ausgangspunkt für Kreuzfahrten.

 

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Die Umdrehzeiten sind kurz – die Autos für die Rückfahrt warten bereits um später im Bauch der Fähre mit dem knalligen gelben Anstrich zu verschwinden.

 

Vom Fährhafen in die Innenstadt nach Savona verkehren etwa alle halbe Stunde Linienbusse. Doch nachdem mich 2 Busfahrer trotz ausgestrecktem Arm ignorierten, entschied ich mich ins Stadtzentrum zu laufen. Das Wetter war auch an diesem Tag herrlich.

 

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Geschafft. Die Strecke verläuft zwar über durchgehend bebautes Gebiet, zog sich jedoch in die Länge, sodass es sicher 7 Kilometer bis zum Bahnhof waren. Aber ich hatte ja keine Eile.

 

Zugfahren in Italien macht Spaß. Weniger wegen des komfortablen Wagenmaterials, sondern vielmehr wegen der günstigen Preise. 50 km von Savona nach Genua für 3,30 Euro – man kommt für wenig Geld sehr weit.

 

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Die Hauptstecke führt meist eng an der ligurischen Küste entlang. Recht oft verschwindet der Zug im Tunnel. Parallel dazu verläuft die Küstenautobahn, die meist einige Meter höher per Stahlbetonbrücke die Küstenorte quert.

 

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Bahnhofsvorplatz in Genua mit Kolumbusdenkmal – der Seefahrer ist berühmtester Sohn der Stadt.

 

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Herrlich restauriert: Das Kreuzfahrtterminal im Hafen.

 

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Die formschöne „Melody“ neben einem einen schwimmenden Plattenbau. Die „Crown Princess“ gehört zu den zehn größten Kreuzfahrtschiffen der Welt. Rund 4300 Passagiere und Mitarbeiter passen im regulären Betrieb auf das Schiff.

 

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Der Flughafen von Genua liegt ähnlich die der Flughafen von Nizza auf künstlich aufgeschüttetem Gebiet vor der Küste. 1985 wurde er eröffnet - und seitdem wohl auch nicht mehr renoviert – dementsprechend wirkt das Abfluggebäude. Die Busverbindung in die Innenstadt ist eher schlecht – der Bus verkehrt nur alle Stunde.

 

Für mich sollte es weiter mit Ryanair nach Stansted gehen. Die EI-EFF roch noch nach „neu“. Erst wenige Tage zuvor war sie in Dienst gestellt worden.

 

Genua (GOA) – Stansted (STN)

Ryanair FR973

Boeing 737-800

EI-EFF

 

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Der Abflug vom Flughafen in Richtung Norden ist äußerst interessant. Kurz nach dem Start dreht man auf’s Meer hinaus um an Höhe zu gewinnen. Erst dann werden die Berge an der Küste überflogen.

 

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Nach knapp 2 Stunden erreichten wir Stansted. Alles klappte wunderbar und schon nach wenigen Minuten traf der National-Express-Bus ein, der mich nach Cambridge bringen sollte.

 

Cambridge liegt etwa 35 Kilometer nördlich von Stansted. Wer schon öfter in London war sollte vielleicht mal alternativ nach Norden fahren. Die Stadt mit ihrer angesehenen Universität ist recht schön. 120.000 Einwohner leben hier – ein Fünftel davon sind Studenten.

 

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Die Architektur vieler der 32 Colleges ist beeindruckend. Keine andere Universität brachte mehr Nobelpreisträger hervor als die University of Cambridge.

 

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Romantisch: Gondelfahrten auf dem River Cam.

 

Als Hotel hatte ich mir das Holiday Inn Express am Rande der Stadt ausgesucht. Auf dem Weg dorthin kam ich am örtlichen Flughafen vorbei.

 

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Ampelanlage an der Straße, die kurz hinter der Landebahn entlangführt.

 

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On the road again am nächsten Morgen. Fahrt auf der M11 in Richtung Süden zurück zum Flughafen Stansted.

 

Auffallend ist, dass Ryanair nun Passagiere zwingt, am Flughafen an den neuen Check-In-Automaten einzuchecken. Hat hiermit schon jemand Erfahrung? Zählt dies bei Ryanair als „Online-Einchecken“ oder zahlt mal auch hier die Extragebühr für „Einchecken am Schalter“?

 

Stansted (STN) – Memmingen (FMM)

Ryanair FR2404

Boeing 737-800

EI-DHP

 

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Reger Betrieb im Hafen von Dover und vor der Kanalküste Englands.

 

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Zurück auf dem „Berg“. Ein schöner Tag – und vor allem ein noch viel schönerer Ausflug ging zu Ende. Es hatte sich wiedermal gelohnt…

Geschrieben

Mal wieder ein super Trip und toller Report von dir! Wenn Korsika nicht teuer wär, würd ich da auch mal spontan hinfliegen wollen... naja... kommt noch irgendwann mal.

Geschrieben
Mal wieder ein super Trip und toller Report von dir! Wenn Korsika nicht teuer wär, würd ich da auch mal spontan hinfliegen wollen... naja... kommt noch irgendwann mal.

 

Die TUI-Strecke wär auch recht teuer gewesen, aber ich hab' dazu Mellisa - ähm soory, Toni-Fly-Tutzi-Butzi-Meilen eingesetzt :D

Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass vielleicht auch Ryanair im Süden der Insel noch ein paar Verbindungen aufnimmt. Ich würde Korsika sogar noch eine Nummer schöner als Sardinien einstufen.

Geschrieben

Toller Bericht! Korsika ist ja wirklich traumhaft. Ich hatte - auch hier in einem Report gepostet - mal eine Fahrt Nizza-Bastia (Tagesfahrt) - Toulon (Nachtfahrt) gebucht um günstig von Nizza nach Toulon zu kommen und zudem das Hotel zu sparen. Auch mit Corsica Ferries, und auch da waren die Lounges total leer (es war aber auch Winter). Auf den langen Sitzbänken konnte man mit Schlafsack traumhaft schlafen!

 

Jedenfalls eine tolle Art zu reisen, Flug/Bahn und Schiff zu kombinieren, das ist genau mein Ding.

 

Danke für die Mühe mit Deinem Report.

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