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[Tripreport] Kopenhagen/Oslo (MUC-CPH-OSL-DUS-MUC)


Tecko747

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Geschrieben

Zur Sommersonnenwende nach Skandinavien.

 

Flughafen München am frühen Samstagmorgen. Es ist nass, es ist kalt. Keine guten Vorzeichen für einen schönen Ausflug nach Norwegen – zumal es dort oft noch viel feuchter ist als in Deutschland.

 

Statt der ursprünglich bei der Buchung geplanten MD-87 stand leztenendes ein gerade einmal 3 Monate alter CRJ 900 auf dem Hof. Ich mag den Flieger. Schön leise und die etwas Fenster sind nun bei den neueren CRJ-Versionen etwas größer und auf vernünftiger Höhe angebracht.

 

SAS hingegen unterscheidet sich hingegen schneidet nach meiner Auffassung in der Economy sehr schlecht ab. Bei einem Star-Allicane-Mitglied erwarte ich kostenlose Getränke und einen kleinen Snack an Bord. Beides gibt es bei SAS nur gegen zusätzliche Bezahlung.

 

München (MUC) – Kopenhagen (CPH)

SAS SK 662

CRJ 900

OY-KFC

 

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Blick im die Insel Saltholm im Öresund. Auf 16 km² leben hier ganze 5 Einwohner.

Im Hintergrund die künstliche Insel Pebelholm, die um Rahmen der im Jahr 2000 geschaffenen Öresundverbindung geschaffen wurde.

 

Nach der Ankunft auf dem Flughafen Kopenhagen ging es sogleich mit dem Zug in die Innenstadt.

 

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Erstes Ziel: Das Carlsberg-Biermuseum.

 

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„Besogs dir doch einfach..“

 

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Hier erfährt man alles über Bier und den dänischen Braukonzern. Beispielsweise werden tausende von Carlsberg-Flaschen aus allen Ländern und Epochen ausgestellt.

 

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Natürlich gehört zu einer guten Brauerei auch ein starker Kaltblut-Brauereigaul, wie beispielsweise „Jakob“.

 

Anschließend ging es zu Fuß durch die Innenstadt.

 

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Die Mutter aller Freizeitparks. Eingang zum weltbekannten Tivoli.

 

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So zierlich und doch millionenfach abgelichtet: Die Kleine Meerjungfrau im Hafen von Kopenhagen.

 

Das Highlight unserer Reise rückte näher. Die Überfahrt mit der „Det Forenede Dampskibs-Selskab“, kurz DFDS nach Norwegen stand an.

 

Der Fährhafen wurde in den letzten Jahren aus der unmittelbaren Innenstadt wegverlegt. Die Schiffe fahren nun 2 Kilometer weiter östlich ab. Von den einst recht zahlreichen Verbindungen sind nur noch die Überfahrt nach Oslo und Swinemünde erhalten geblieben.

 

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Unser Schiff, die „Pearl of Scandinavia“ fährt jeden zweiten Tag die Route nach Oslo. In Gegenrichtung ist die etwas kleinere Crown of Scandinavia unterwegs.

 

Wie bei den höchsten Gebäuden der Welt gibt es auch bei Fähren viele Messeinheiten, wie man die Größe bestimmen kann. Nimmt man die bei Schiffen gängigen Bruttoregistertonnen, liegt die Pearl of Scandinavia mit etwas über 40.000 BRT auf Platz 26 der größten Fähren weltweit.

 

Das Schiff wurde 1989 im finnischen Turku für die Viking Line gebaut. Einige Jahre später wurde es nach Asien verkauft und dort als Kreuzfahrtschiff eingesetzt. Die Fahrzeugdecks wurden zu großen Spielkasinos und Diskotheken umgebaut.

 

2001 schließlich kaufte die DFDS das Schiff und brachte es zurück nach Europa. Nach einem weiteren Umbau wird es seitdem wieder für seinen eigentlichen Zweck eingesetzt – LKWs und Autos zu befördern.

 

Doch zumindest bei unserer Reise spielte das eine eher untergeordnete Rolle. Die Strecke Kopenhagen-Oslo läßt sich auch gut auf dem Landweg zurücklegen. Daher war der Anteil an Passagieren, die eine Kurzkreuzfahrt machten entsprechend hoch. Auch an Bord war von Fähratmosphäre wenig zu spüren - Familien und Partyreisende statt Trucker und Auto-Ferienurlauber.

 

Die Schiffe von DFDS sind recht schön und sehr gepflegt. Im Gegensatz zu manchen Seelenverkäufern in südlicheren Regionen wird in Nord- und Ostsee meist auch Sicherheit großgeschrieben und die Fähren auf dem technisch neuesten Stand gehalten.

 

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Das Autodeck wird zur zusätzlichen Sicherheit bei Wassereinbrüchen in mehrere Bereiche unterteilt.

 

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Leinen los – Motor auf Fahrt. Wir verlassen die dänische Hauptstadt. Vor uns liegen 16,5 Stunden Seefahrt.

 

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Kreuzfahrten sind „in“. Das war bereits schon am Flughafen zu erkennen, wo zahlreiche Chartermaschinen landeten, um die gigantischen Schiffe zu mit Passagieren zu „füttern“. Hier im Bild die „Zenith“, „Grand Voyager“, „Costa Medditerranea“ und die „MSC Orchestra“

 

Die See war außerordentlich ruhig. Ja geradezu friedlich fuhren wir entlang der schwedischen Küste in Richtung Norden. Drinnen war es weit weniger ruhig. Zahlreiche Passagiere hatten schon ordentlich gebechert und irrten durch das Schiff.

 

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Der neue Tag ist bereits angebrochen. Doch draußen ist immer noch Sonnenlicht zu sehen.

 

Am nächsten Morgen war nach wenigen Stunden Schlaf bereits wieder frühes Aufstehen angesagt, stand doch der schönste Teil der Reise an: Die Fahrt durch den über 100 Kilometer langen Oslofjord.

 

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Überreste…

 

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Kurz vor der Einfahrt in den Fjord spielte sich 1990 ein großes Drama auf See ab. Auf ihrer nächtlichen Überfahrt brannte die „Scandinavian Star“ fast komplett aus. 158 kamen in der Flammenhölle ums Leben. Als Ursache stelle sich später Brandstiftung heraus.

 

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Oslofjord

 

Danach sollte erstmal noch gefrühstückt werden. Die Aussicht im Speisesaal ist recht schön, doch das Preis-/Leistungsverhältnis passte nicht so ganz. Zum Preis von stolzen15 Euro gab es ein mittelprächtiges Frühstück und erfüllte nicht ganz meine Erwartungen. Aber was ist in Skandinavien schon günstig…

 

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Pünktlich um 09:30 Uhr erreichen die norwegische Hauptstadt Oslo. Ein herrlicher Tag bei schönstem Sommerwetter – wer hatte das nach dem verregneten Auftakt in Deutschland erwartet?

 

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Es folgte ein kleiner Stadtrundgang.

 

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Polarisierende Steinskulpturen des norwegischen Bildhauers Gustav Vigeland im Frognerpark

Im deutschen Volksmund auch gerne „Steinfickerpark“ genannt. 

 

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Königliches Schloss

 

Nun war es auch schon wieder bald an der Zeit an den Rückweg zu denken. Für umgerechnet knapp 12 Euro erhält man am Automaten eine Fahrkarte nach Gardermoen. Kauft man Tickets am Schalter oder nimmt Expresszug, wird’s nochmals teuerer. Doch der Zeitunterschied im Regensatz zum Regionalzug mit Zielbahnhof Lillehammer ist recht gering.

 

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Von der landseitigen Flughafenvorfahrt läßt sich ohne große Laufwege ein Teil es Vorfeldes einsehen.

 

Zum Abschluss stand noch eine kleine Airlinepremiere an. Mein erster Flug mit dem norwegischen Billiganbieter Norwegian. Web-Check-in wird noch nicht angeboten, jedoch stehen am Flughafen und großzügiger Anzahl Automaten bereit. Sitzplätze werden beim Einchecken vergeben, Versorgung im Flieger gibt es nur gegen Zaster.

 

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Fluggerät Boeing 737-300: Seit 2006 bei Norwegian, zuvor 13 Jahre im Dienst von Air Malta.

 

Oslo (OSL) – Düsseldorf (DUS)

Norwegian DY 1132

Boeing 737-300

LN-KKV

 

Zügig ging es in Richtung Düsseldorf. Anfangs hatte ich etwas Bedenken, da mein Anschluss nach München über eine separate Buchung bei Air Berlin lief und ich bei einer großen Verspätung wohl in Düsseldorf gestrandet wäre – doch alles klappte ohne Schwierigkeiten recht zügig und ich erreichte problemlos den letzten Flieger nach München.

 

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Unsere Maschine nach München: 737-700 in alter Bemahlung, ohne Winglets, vormals lange Zeit bei Air Astana aus Kasachstan im Einsatz.

 

Düsseldorf (DUS) – München (MUC)

Air Berlin AB 6041

Boeing 737-700

D-ABBV

 

Nach 40 Minuten Flugzeit erreichten wir wieder bayerischen Boden und ich beende meinen Tripreport wie so oft mit den Worten: Es war so richtig schön.

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