lukifly Geschrieben 19. Februar 2010 Melden Geschrieben 19. Februar 2010 Hallo zusammen und willkommen zu meinem neusten Tripreport! Los ging’s am Donnerstag den 11.2.10, Abflug war für 9:30 Uhr vorgesehen, um 5:30 mit dem Auto nach Frankfurt. Nach einer zähen Autofahrt, die wegen des schlechten Wetters etwas länger dauerte, erreichten wir den Flughafen um kurz nach 8 Uhr. Einchecken verlief problemlos, Gate war B10, das erste Mal für mich an einem B-Gate. Vorfeld Unser gutes Stück Das Wetter machte der Abwicklung am Flughafen einen Strich durch die Rechnung und so kam es, dass wir noch etwa eine Stunde im schönen A321-100 warten mussten. Die Flugbegleiter taten allerdings ihr bestes und versorgten die Passagiere mit Schokolade sowie Getränken. FRA-HEL, 11.02.2010 Lufthansa LH3002 Geplant: 9:30-12:50 Tatsächlich: 11:00-14:00 Flugzeug: Airbus A321-100 D-AIRA „Finkenwerder“ Der Abflug war dann auf der 07, ob es die Süd- oder die Nordbahn war, kann ich gar nicht sagen, da mein Fenster so zugeschneit war, dass man gar nicht mehr rausschauen konnte. Bald gab es Frühstück, das mir sehr gut geschmeckt hat. Die restliche Zeit vertrieben wir uns durch lesen und dösen, ansonsten war der Flug unspektakulär. Gegen 14:00 Uhr trafen wir mit etwa einer Stunde Verspätung auf dem Flughafen Helsinki Vantaa ein. Die Schwestermaschine aus München Es gibt zwei Buslinien in die Stadt, eine ist die Buslinie 615, das Ticket kostet 4 Euro, man ist allerdings gute 50 Minuten unterwegs und das obwohl es nur knappe 20km vom Flughafen in die Stadt sind. Es gibt auch noch den Finnair-Expressbus, der einen für 5,90 Euro mitnimmt und etwas kurzer unterwegs ist. Mangels Wissen haben wir uns für den 4 Euro-Bus entschieden, was aber völlig ok war. Wir stiegen am Bahnhof aus und machten uns bei eisiger Kälte den Weg zum berühmten Dom auf. Er ist das meistfotografierte Objekt in ganz Finnland. Zum Glück lösten sich die Wolken auf, sodass wir bei strahlendblauen Himmel die Sicht genießen konnten. Innen gibt es allerdings nicht viel zu sehen. Der Dom steht auf einer Anhöhe, von der man wunderbar auf den Senatsplatz sehen kann. Dom Blick auf den Senatsplatz Für uns ging es weiter, erst zur Touristeninfo, um herauszufinden, welche Orte sich noch lohnen und dann weiter durch Helsinki. Winterliches Helsinki Aufgefallen ist mir in Helsinki die ruhige Atmosphäre. Es gibt nicht unbedingt wenig Verkehr, aber, dass das so leise zugehen kann, hat meinen Kumpel und mich sehr überrascht. Wir fingen schon an, Scherze zu machen, dass jemand versehentlich auf die Hupe kam, wobei er doch eigentlich den Radio leiser machen wollte. So was hab ich noch nicht erlebt! Sicherlich lag es auch an den Witterungsbedingungen, aber nicht nur! In einem staatlichen Alkoholladen kauften wir uns dann etwas Bier für die Fährfahrt am selben Abend nach Tallinn. Draußen war es sehr kalt, und um uns etwas aufzuwärmen, beschlossen wir, ein Café aufzusuchen und eine heiße Schokolade zu trinken. Entgegen einiger Befürchtungen, es sei im Winter in Helsinki und Tallinn nur dunkel, kann ich entgegnen, dass es bis 17:30 Uhr taghell war. Ich kann also von einer Reise im Februar nicht abraten, es hat gar einen besonderen Charme, durch das weiße, winterliche Helsinki zu laufen. Nordeuropa und Winter gehören doch zusammen! Der Besitzer braucht ne große Schaufel Eisbahn neben der Johanneskirche Nachdem wir uns aufgewärmt hatten, kam langsam wieder der Hunger durch und da wir soweit das wichtigste in Helsinki gesehen hatten, wollten wir etwas zu Essen auftreiben. Restaurants sind allerdings sehr, sehr teuer. Also gingen wir entgegen unsrer eigenen Vorstellungen Burger essen; mit dem festen Willen, am nächsten Tag in Tallinn einheimische Köstlichkeiten zu uns zu nehmen. Anschließend ging es noch ein eine Kneipe auf ein Bier und dann los zum Fähr-Terminal. Überpünktlich ging es um kurz vor 22:00 Uhr durch die zugefrorene Ostsee los Richtung Tallinn. Es war ein interessanter Ausblick aus dem Fenster, die Eisschollen mit 27 Knoten vorbeiziehen zu sehen. Ich denke, ohne Eisbrecher-Schiffe wären wir nicht durchgekommen. Auf der Fähre vergnügten wir uns dann mit den mitgebrachten Büchern und dem Bier und mit einem Nickerchen. In Tallinn angekommen war der letzte Gang des Tages der zum Hotel. Dann ging es übermüdet ins Bett, um fit für den nächsten Tag zu sein. Am nächsten Morgen hieß es um 9:30 Uhr aufstehen, um noch das im Preis inbegriffene Frühstück auszunutzen. Es war ok, aber nichts Besonderes und wurde dem Frühstück eines 4-Sterne-Hotels, als das sich unser Hotel auszeichnet, eigentlich nicht gerecht. Nach einer heißen Dusche ging es dann wieder raus in die Kälte auf Entdeckungstour. Mein Reiseführer hatte eine nette Tour zusammengestellt, bei welcher man an den wichtigsten Punkten Tallinns vorbeikommt. Die Altstadt besteht aus zwei Teilen, dem Domberg und der Unterstadt. Früher waren diese zwei Teile verfeindet, heute ist dem aber nicht mehr so. Alexander-Newski-Kathedrale Auch Tallinn ist eingeschneit Blick vom Domberg auf die Unterstadt Es hat den ganzen Tag über geschneit und war sehr kalt, sodass wir nach der Besichtigung des Dombergs beschlossen, etwas Geld zu tauschen und essen zu gehen. Je nach Wechselstube wurde uns immer ein anderer Kurs angeboten, mit ein bisschen handeln aber erlangten wir eine ganz gute Rate. Marktplatz in der Unterstadt In einer Kneipe gab es dann für uns etwas zu Essen und ein paar Tipps für das Nachtleben, welches wir später noch erkunden wollten. Für etwa 7 Euro bekamen wir ein Bier und ein Reisgericht. Nun ging es weiter, die Unterstadt wartete noch auf uns. In einer etwas verkürzten Tour gingen wir an den wichtigsten Stellen vorbei und machten uns dann auf, das größte Einkaufszentrum Tallinns direkt gegenüber unsres Hotels zu durchlaufen. Wir wurden aber nicht wirklich fündig und einigten uns darauf, im Hotel saunieren zu gehen, da wir einfach durchgefroren waren. Es war etwa 16:00 Uhr, die Sauna wurde aber erst um 17:00 Uhr angeschaltet. Also machten wir es uns solange im Zimmer gemütlich. Naja, gegen 19:30 sind wir wieder aufgewacht, aber es brauchte noch eine Stunde, bis es weitergehen konnte. Jetzt waren wir wenigstens munter, um noch das Nachtleben Tallinns entdecken zu können. Im Reiseführer ist von „etwas grenzwertig“ und „Kneipen für die billige Anmache“ die Rede. Wir waren gespannt, was auf uns wartete. Es war nicht so schlimm, wie es beschrieben war, jedoch ist schon ein Funken Wahrheit dran. Die Stadtmauer ist vollständig erhalten Eingang zum Schwarzhäupterhaus Am Samstag, den 13.2. wurden wir erstaunlich früh wach und hatten ausreichend Zeit zum Duschen und Frühstücken. Um 12 Uhr checkten wir aus und machten uns auf den Weg zum Schloss Kadriorg. Dieses liegt etwas außerhalb und ist zu Fuß in etwa 20 Minuten von der Altstadt zu erreichen. Ein großer Park gehört zum Schloss. Es waren Figuren aus Eis und Schnee an Wegrändern aufgestellt. Wie diese hergestellt wurden, weiß ich allerdings nicht. "Romantischer Schwanenteich" - vielleicht im Sommer :wink: Die Säule ist ein Denkmal, das an einen Schiffsuntergang erinnert. Im Jahr 1893 ertranken 177 russische Soldaten vor der Küste Tallinns. Russische Hochzeitspaare kommen heutzutage an diesen Ort und schmücken das Denkmal mit Blumen. Etwas kurios. Vom Schloss aus war es dann auch nicht mehr so weit zum Flughafen und da wir genügend Zeit hatten, beschlossen wir, den Weg zu Fuß zu gehen und noch einen Aussichtspunkt „mitzunehmen“. So hatten wir das Wichtigste sowohl von Helsinki als auch von Tallinn gesehen und konnten unsere Heimreise antreten. Der Weg zum Flughafen zog sich dann doch etwas hin, doch wir hatten genügend Zeit und hatten keinen Stress. Der Flughafen ist meiner Meinung nach etwas überdimensioniert. Es gibt kaum Abflüge, dennoch besitzt man ein großes Terminal mit einigen Fluggastbrücken und Ausgängen. Estonian Air betreibt einige Flüge, ansonsten kommen KLM, CSA, easyJet, Finnair und Lufthansa regelmäßig, wenn ich das richtig verfolgen konnte. Die 737-500 "Salzgitter" - schönes Flugzeug Unser Abflug war für 17:55 Uhr geplant, leider landete die Maschine etwas verspätet, was den Abflug verzögerte, die Landung allerdings war dann wieder pünktlich. Geplant war diesmal eine Boeing 737-500, ich hatte sie schon zwei Mal bei hlx, aber noch nie bei Lufthansa. Die Auslastung war in der Eco gut, vielleicht waren 5 Sitze frei, in der Business Class allerdings blieben die 5 Reihen fast oder sogar komplett frei, ich konnte jedenfalls niemanden identifizieren. Die Mehrheit der Passagiere waren Estnisch und Umsteiger. TLL-FRA, 13.02.2010 Lufthansa LH3179 Geplant: 17:55-19:30 Tatsächlich: 18:25-19:40 Flugzeug: Boeing 737-500 D-ABIM „Salzgitter“ Obwohl ich diesmal einen Mittelsitz hatte, fand ich den Flug sehr angenehm. Es war zwar etwas eng, aber die Atmosphäre war toll. Die Esten an Bord, eine Gruppe scheint nach Südafrika in den Urlaub geflogen zu sein, haben sich prächtig unterhalten. Das Essen war nicht ganz so gut, es gab diese Nudeln mit Oliven, aber man konnte sie essen. Ich bin immer wieder froh, wenn ich im Flugzeug ein Essen serviert bekomme. Das hat irgendwie was. Nach der Landung wartete dann mein Cousin, der momentan in Frankfurt ein Praktikum macht, auf uns und wir gingen in der Fly Away Bar im T2 noch ein Bier trinken, bis es dann wieder nach Hause ging. Damit war ein schöner Trip zu Ende. Lufthansa hat wie immer eine solide Leistung erbracht und im Verspätungsfall professionell gehandelt. Zu dem Preis fliege ich bei diesem Flugplan und der Verfügbarkeit keine andere Airline mehr. Helsinki war irgendwie entspannend. Die Finnen scheinen es mit der Kälte ganz locker zu nehmen. Tallinn hat mir auch gut gefallen, wobei ich nicht nur gute Erfahrungen mit den Menschen gemacht habe. Wobei es da immer solche und solche gibt. Das war es dann soweit, ich würde mich über den ein oder anderen Kommentar freuen!
enet Geschrieben 20. Februar 2010 Melden Geschrieben 20. Februar 2010 Wow - und ich dacht wir in HH haben viel Schnee. ;-) Toller Bericht, vielen Dank fürs einstellen!
fly ham Geschrieben 20. Februar 2010 Melden Geschrieben 20. Februar 2010 Wow - und ich dacht wir in HH haben viel Schnee. ;-) Toller Bericht, vielen Dank fürs einstellen! naja, immerhin hat es schon gereicht das dreimal die Schule wegen Schnefall ausgefallen ist, ob es sowas in Helsinki auch gibt, dann würde ich gerne da zur Schule gehen :D
Paule22 Geschrieben 20. Februar 2010 Melden Geschrieben 20. Februar 2010 Achja, schönes Skandinavien. Sage mal wie hast du den Flug gebucht FRA-HEL/TLL-FRA geht das ohne Weiteres, also ohne auf teuren Y-Tickets zu landen?
Dorian_Gray Geschrieben 20. Februar 2010 Melden Geschrieben 20. Februar 2010 Danke für den Tripreport. Ich habe beide Städte im August 2008 im Zuge einer Baltikum-Tour besucht. Helsinki haben wir als Tagesausflug von Tallinn aus mit der Fähre gemacht. Durchaus eine nette, saubere Stadt, aber wenig spektakulär. Ein Tag reicht meiner Meinung nach völlig aus. Tallinn ist hingegen wirklich ein kleines Schmuckstück, da würde ich jederzeit wieder hinfliegen. Schade, dass du es nicht immer Sommer erleben durftest, da herrscht in der Altstadt noch einmal eine ganz andere Atmosphäre durch die vielen Freiluft-Restaurants und -Cafés. Falls es mich wieder nach Tallinn verschlagen sollte, würde ich allerdings, falls es diese Verbinung überhaupt noch gibt, einen Tagestrip mit Avies Let410 nach Hiiumaa machen. Dafür reichte 2008 die Zeit leider nicht.
lukifly Geschrieben 20. Februar 2010 Autor Melden Geschrieben 20. Februar 2010 Paule22: Das ist ganz einfach als E-Kombi machbar! Habe genauso FRA-ARN und RIX-FRA gebucht. Dorian_Grey: Ja, im Sommer hat Tallinn sicherlich wieder ganz andere Reize. Riga ist bei mir im Frühjahr dran, Vilnius dann vielleicht im Sommer. So bekommt man vielseitige Eindrücke der baltischen Hauptstädte.
HT at ETNW Geschrieben 8. April 2010 Melden Geschrieben 8. April 2010 Tolle Aufnahmen im Schnee ! Ich kenne Helsinki nur im Hochsommer und das ist dann etwas ganz anderes, wenn es fast nicht dunkel wird (ich kenne auch das Gegenteil, nämlich Tromsö Ende November wo die Sonne nicht mehr über den Horizon steigt). Der Bericht läßt meine Sehnsucht, im Sommer doch noch einmal in den Norden zu fliegen schon wieder wachsen ... {seufz} -HT
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