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{Tripreport 9} Ich seh’ nix! Völlige Verfinsterung in China


Manxxx

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Geschrieben

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Endlich! könnten theoretisch Fans meiner Berichte sagen, denn schon fast ein Jahr habe ich diesen Bericht angekündigt, ohne jedoch Zeit und Muße zu finden, diesen auch in die Tat umzusetzen. Aber nun ist es soweit: Old Manxxx begibt sich auf die Spuren der längsten totalen Sonnenfinsternis in diesem noch quasi knackig-frischen Jahrhundert.

Natürlich bin ich nicht so ein richtig doller Enthusiast, der sich keine Bedeckung entgehen lässt und ich habe auch nicht wirklich Ahnung von den Vorgängen, aber als ich als 10-Jähriger zu Weihnachten das Buch „Die Wunder des Himmels“ geschenkt bekam, hatte ich mir vorgenommen, im August 1999 um jeden Preis die totale Sonnenfinsternis in Deutschland zu sehen. In der Tat war es ein prächtiges Erlebnis, in München bei strömendem Regen wie ein begossener Pudel zu sehen, wie es schlagartig dunkel wurde, als hätte jemand den himmlischen Dimmer betätigt.

Nachdem mich meine nächste Totalität in der Türkei wesentlich mehr beeindruckte, war mir klar, daß ich in Wuzhen im Jahr 2009 wieder dabei sein wollte.

Dank http://www.Eclipse-Reisen.de war das auch kein Problem.

Zwar bin ich ein entschiedener Gegner von zwangsweiser Gruppenzusammenführung, aber angesichts des Zieles und der organisatorischen Schwierigkeiten habe ich mich dann doch dazu durchringen können – wenn auch natürlich mit individueller Anreise (sprich: menschenwürdiger Beförderungsklasse)!

Diese begann am späten Vormittag des 18.7.09 gegen 11.30, als uns unser Taxi pünktlich abholte.

Natürlich mussten wir uns in der Lunge (ich schreibe das Wort bewusst ohne ‚o’) erstmal stärken und auf unseren ersten gemeinsamen First-Pückler-Klasse-Flug bei Familie Hansen anstoßen. (Klasse O (Holzfirst quasi) natürlich nur) SDC11116.jpg

An Bord der D-AISB (Hameln) HAM-FRA gab es dann auch passend zur warmen Jahreszeit ein adrettes Picknickimitätchen zu bestaunen:

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FBBCB – Frikadelle-Bounty-Brötchen-Crème Brûlée waren sehr schnell in unseren Mägen verschwunden – wirklich eine schöne Idee, Lufthansa!

In FRA angekommen, begann der aufregende Teil: Das ehrfurchtsvolle Betreten des First-Class-Terminals. Der Weg dahin muß für FRA-Umsteiger bekannterweise per Füßchen zurückgelegt werden. Nach dem Klingeln an der Drehtür mit Sprechanlage wurden wir sehr freundlich empfangen und kurz herumgeführt.

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Novizen wie wir orderten nur ein paar Glaserl Bollinger und verzichteten auf das à-la-carte-Essen, weil wir doch nicht so recht vom Flugzeugessen lassen können und die Mägen natürlich nur begrenzt dehnbar sind.

Hier ein paar Bilder von Restaurant-, Raucher-, Bade- und SB-Bereich. Das Stibitzen der Badeente möge man mir verzeihen..schluck

Großkalibrige Schinkenaufschneidemaschine:

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Und noch zum Abschluß dieses Bereiches ein niedlicher Gästebucheintrag:

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Ein Privatauto brachte uns dann in die Nähe des Flugzeugs. Ich kenne mich mit Autos nicht gut aus; dem Felgenlogo nach zu urteilen, war es ein Daimler.

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An Bord stellte sich uns Frau Weber als Maitresse de Cabine vor (natürlich nicht soo, bin eben LX-geschädigt) und versorgte uns mit dem vorgesehenen Perlweintrunk vor Abflug.

Ein wenig später wurde marinierter Lachs verabreicht

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Die Mästerei ging dann munter weiter. Das Frühstück vor der Landung mussten wir allerdings dank Prallmägen ausfallen lassen.

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Am Morgen des 19. Juli landeten wir 16 Minuten zu früh nach 9 Std. und 50 Minuten.

Nach der Zoll-/Einwanderungskontrolle fanden wir unser Gepäck schon vor und hatten nun noch 2 Stunden Wartezeit vor uns, da der Gruppenrest mit CA 936 erst später einschwebte.

Als dies geschehen war, verfrachteten wir unsere Köfferchen in einen Bus und begaben uns mit dem Transrapid (eine Wunderwerk deutscher Technik) in die City. Mit stolzen 430 km/h schafften wir die 40 km in wenigen Minuten.

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Büssisch legten wir die letzten Millimeter zum Hotel Holiday Inn zurück

Erste Impression:

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Da einigen der Gruppenreisenherrschaften die vorgeschlagenen zwei Stunden als Frischwerdundregenerierpause gar zu üppig erschienen, einigten wir uns demokratisch auf 1,5 Stunden.

Nach vollbrachter Erholungszeit stand die Begehung der Aussichtsplattform des Jin Mao-Hochhauses im Stadtteil Pudong an.

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Das mickrige Gegenstück zum Hamburger Fernsehturm bringt es auf bummelige 468 m.

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Am Rande sei angemerkt, daß die Luft heute und an den nächsten Tagen mit einer gesegneten Mixtur aus Feuchtigkeit und ca. 35°C Kuschelwärme aufwartete – dies machte sich auch in der diesigen Beschaffenheit der Bilder bemerkbar.

In den unteren Etagen des Turmes hatte sich eine Hyatt-Filiale eingenistet.

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Mir persönlich wäre es ja lieber gewesen, die 50 Yuan für den Besuch der Aussichtsplattform in einen Trunk in der Hyatt-Bar zu investieren – aber mich hat ja keiner gefragt.

Komisch, daß mir in diesem Zusammenhang der Bottle opener einfällt, korrekt das Shanghai World Financial Center, mit 492m das dritthöchste Gebäude der Welt. Aber bei den diversen „Jungs-spuckt-in-die-Hände-und-baut-was-noch-höheres-Projekten“ in aller Welt bin ich mir

gar nicht mal sicher, ob das im Moment des Schreibens dieser Zeile (3.3.10/21:29 Uhr) überhaupt noch gilt:

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Das Abendessen fand dann in einer üblen Tourifalle statt. Riesengroße, der Geselligkeit frönende, runde Drehtische (bei 33 UPM hätte man wenigstens noch ne olle LP auflegen können) luden zum Setzen ein und gottlob gab es zunächst fachkundige Erläuterungen zur Einnahme der Mahlzeit.

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„Lassen Sie die Teller und Gläser bitte unver(s)zehrt auf dem Tische stehen“

Leute, schaut Euch diesen plüschigen, Augenkrebs verursachenden Kitsch nicht zu lange an!

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Aber nein, wir sollten noch weiter leiden! Eine abgehalfterte Kombo trat auch noch auf (vermutlich stammten die Kostüme aus einem KLM-Überfall)

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Im Angebot war nach dem Geschmause noch eine gemeinsame Lichterfahrt. Einmal dürft ihr raten, ob wir daran teilgenommen hatten.

So sehen übrigens die Geldscheine der chinesischen Renminbi (Volkswährung) aus. Die Einheit heißt Yuan. Man sagt also z.B. „Haste mal ‚n Yuan?“ und nicht „willste mal ’n Renminbi?“ Old fellow Mao ist immer mit von der Partie.

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Am nächsten Tag gabs eine ordentliche chinesische Frokost und dann eine Ausfahrt zum Yu-Garten (gesprochen ‚Jü’) in der Altstadt.

Er entstand ab 1559 als Ruhesitz eines hohen Beamten. Später war hier im 19. Jahrhundert sogar ausländisches Militär stationiert.

Auf dem beschwerlichen, sehr kurzen Füßchenweg vom Bus zum Garten:

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Shanghaier trifft man hier kaum an, denen sind die Preise (trotz der Affinität zu scharfen Speisen) doch zu gepfeffert; na egal, war trotzdem voll.

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Dieser junge Mann hatte sich kleidungstechnisch und frisürlich bestens ausstaffiert. Man beachte den Finsternisschnitt über den Ohren!

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Irgendwann hatten wir dann das Meiste bestaunt und es meldete sich ein kleines Hüngerchen.

Eine benachbarte Speisefettsiederei bot originelle Schmankerln für den alternativen Geschmack an:

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Ich nahm was Günstiges zu 10 Währungseinheiten pro Portion. Der Reiseführer (der lebende, nicht das Buch) sagte mir, es habe sich um Spatzen gehandelt. Nun ja, man konnte sie essen, brauchte aber mindestens 10 Stück um satt zu werden – und die Krallen kratzten etwas im Hals beim Hinunterschlingen.

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Zusätzlich kauften wir als passionierte Sammler bei Starbucks noch zwei schöne City mugs.

Es schloss sich gemäß Programm eine semiinteressante Hafenrundfahrt an.

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Gefolgt vom Zentrum für Stadtplanung (gähn). Hier konnte man betrachten, was für die Expo alles geplant und gebaut wird – einschließlich Stadtmodell.

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Das, was uns dann richtig Spaß gemacht hätte, nämlich ein Einkaufsbummel in der Nanjing Lu, wurde stiefmütterlich vernachlässigt und uns nur wenig individuelle Zeit gegönnt. Okay, das permanent-penetrante Angelabere dort war auch schön wie eine Brennnessel im Schritt.

Der Tag schloß mit einem Vorbereitungsvortrag über die alsbald kommende Sonnenfinsternis. Die Wetteraussichten waren noch sehr spekulativ mit Tendenz zum Positiven….was sich aber noch ändern sollte.

Abends hatten wir dann endlich mal ein paar Stündchen für uns und verbr8en die in einem chinesischen Schnellrestaurant und mit gerührtem Olivenmartini / Gin Fizz in der Hotelbar.

 

Wenn Kulturbanausen wie wir mit einer amtsärztlich nachweisbaren Allergie gegen alte Steine auf Tempelenthusiasten der restlichen Gruppe in einem Ort wie Shanghai aufeinandertreffen, ist es völlig klar, daß einem der Jadebuddhatempel nicht erspart bleiben wird.

Und so war es auch! Um 9 Uhr (normalerweise erwäge ich da so gerade im Entferntesten das letzte Umdrehen im Bett) drehte der Busfahrer schon seinen Zündschlüssel um und brachte uns zum Yufo Si im Nordwesten der Stadt.

Bei der immer noch herrschenden Schimpansenhitze mussten die letzten Meter wieder transpifrierend zu Füßchen bewältigt werden. Voll war es natürlich auch, bevor wir den angeblich interessanten Jadebuddhatempel erreichten, der zwischen 1918 und 1928 enstanden ist.

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Dank eines Tricks überstand der Schmuck sogar die Kulturrevolution: Die Mönche klebten Mao-Bildnisse über die zweiflügeligen Tore. Wer sie gewaltsam hätte öffnen wollen, hätte Mao ‚zerreißen’ müssen. Damals klappten augenscheinlich noch so naive Tricks.

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Plötzlich tauchten noch ein paar junge Mönche (nein, nicht die vom oberen Bild) im originellen trendfarbenen Tuch auf, musizierten ein wenig und wandten sich dann wieder ihrer Kontemplation zu.

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Den ausgestellten Dickbauchbuddha haben wir dann entweder nicht besichtigt oder/und nicht photographiert – ich hab’s vergessen.

Nun kam aber mal was Feines: Der Besuch einer Seidenfabrik.

Manxxx friert ja immer im Winter unter seiner Bettdecke und schwitzt im Sommer. Das sollte aber nun ein Ende haben, denn es wurde uns die Möglichkeit eröffnet, im Rahmen einer Werksbesichtigung total prima Rohseidebettdecken in quasi jedem gewünschten Format zu erwerben. Mein Sondermaß von 2x2m war zwar nicht vorrätig, wurde aber mir nichts dir nichts zusammengenäht und ins Hotel geliefert. Kannste wahrlich nich’ meckern: Für 75 Reisefußnofos eine willkommene Schlafutensil-Bereicherung.

 

Wer am Herstellungsverfahren von chinesischer Seide interessiert ist, dem biete ich diese Informationsquelle an: http://de.wikipedia.org/wiki/Seide.

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Nicht in die greifende Maschine laufen!

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Nicht in die laufende Maschine greifen!

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Natürlich war jedem, der eine Krempe am Hut hat, vollkommen klar, daß die ausgestellten antiquierten Webstühle nur Show sind und die im Verkaufsraum angebotenen Industrieprodukte ganz anders hergestellt werden.

Leider mag ich weder Seidenhemden noch Schals besonders und so ließen wir es beim Kauf der Bettdecke bewenden. Weiteren Nachfragen des Verkaufspersonals begegnete ich mit einem freundlichen horizontalen Nicken.

Endlich fuhren wir hernach gen Wuzhen – dem Ort, an dem wir der Sonnensichtbehinderung durch unseren Trabanten beiwohnen sollten.

Es waren etwa 120 Buskilometer zu bewältigen und nach Ankunft war trotz der erklecklichen Touristenmenge die Abwickelorganisation sehr lobenswert. Flugs verfrachtete man uns auf ein kleines Schiffchen, eine Art chinesischen Nachen, um zum eigentlichen Wasserdorf zu gelangen. Obwohl die Hosenlänge des Bootsführers eher auf Hochwasser schließen ließ, kamen wir unbeschadet an.

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Wuzhen ist ein ganz besonderes Wasserdorf. Wir residierten im musealen Teil der knapp 80 km² großen Gemeinde, die ein wenig an Venedig en miniature erinnert und etwa 1,5 km mal 300m groß ist. Beidseits des zentralen Kanals befinden sich zwei relativ schmale, gepflasterte Hauptwege, von denen zahlreiche enge Gassen (Hutongs) abgehen, so daß das gesamte Dorf aus einem attraktiven Gewirr von Wasserwegen, Gassen, Hinterhöfen, kleinen Plätzen, Grünanlagen und Teichen besteht.

Unser Zimmer war recht bequem und komfortabel.

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Kormoranfischer:

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Am Abend wurden wir trotz aller Romantik wieder ins unsanfte Touristenleben zurückgerufen: erstens wurde eine unspontane Vorbestellung demandiert, zweitens mundete das Arrangement nicht sonderlich und drittens wurden wir mit bösen Blicken gestraft, weil wir uns für das Dessert nicht in die Vorspeisen-Schlange einreihten.

Hui, sind die Deutschen immer noch so tadellos strenge Regelbefolger wie dazumal?! Immerhin genoss ich die seltene Gelegenheit an einem privaten 2ertisch zu sitzen!

Es wurde von der oberen Touristenleitung angeboten, am Abend eine Kanalkreuzfahrt mittels vorhandener Bötchen zu machen. Wir lernten unmittelbar vor dem Besteigen derselben eine freundliche niederländische Familie kennen und fuhren gemeinsam die Kanäle herauf und herunter. Zwar beobachteten wir sehr häufig Brüche der Wolken, wollten uns aber noch nicht davon einschüchtern lassen. Das Familienoberhaupt entpuppte sich als ebenso verrückter wie sympathischer Meilensammler, wie ich es bin (was die Sympathie angeht : -))

Ich habe mich dann noch ein wenig an der Nachtphotographie (nein, nicht Nackt…) versucht, aber mangels Ausstattung wurde das nicht sooo gut.

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Nach einer Nacht mit viel Schlaf – ich bin ja nicht so ein Verrückter, der 5 Stunden vor der Totalität aufsteht, um die Vorboten des 1. Kontaktes herbeizusehnen, präsentierte sich das Wetter norddeutsch grau. Dem Kenner signalisiert das bereits beste Laune für eine Sonnenfinsternis! Da nicht viel zu erwarten war, ließen wir uns auch Zeit, um im Wassertheater einzutreffen.

Dort herrschte allerdings ein großer Bahnhof, das Zweite Deutsche Fernsehen war auch angereist, aber auch mit dem zweiten Auge sah man nicht besser durch die Wolkendecke.

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Ein Blick zu Petrus’ Bühne verhieß keinerlei Besserung…einige Wenige wurden sogar traurig und teilweise stoisch-deprimiert.

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Egal, so ein Ereignis läßt sich nicht auf später verschieben. Maninthemoon hatte es sich in den Kopf gesetzt, Mrs. Sun zu verdunkeln. Und (jetzt werde ich mal ernst) trotz der widrigen Bedingungen gings auch diesmal unter die Haut. Wenn so ein ganz besonderes Ereignis unmittelbar bevorsteht, fühlt man sich klein und ausgeliefert. Wer noch nie eine totale Sonnenfinsternis erlebt hat, dem möchte ich dieses Erlebnis wirklich ans Herz legen. Es ist immer wieder unvergleichlich!

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Ich hatte zwar keine gute Kamera dabei, um eindrucksvolle Bilder zu schießen, aber ich habe die letzten 60 Sekunden vor der Totalität gefilmt. Innerhalb weniger Momente wird es dunkel.

und dann:

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Das Photo wurde von Herrn Ralf Schindler aufgenommen

Wer mehr sehen möchte, findet natürlich im Internet eine Menge weiteren Materials dazu.

Die meisten Teilnehmer waren hoch erfreut, daß zumindest zeitweise die Corona (der Strahlenkranz der verdunkelten Sonne) sichtbar war und daß es hätte wesentlich schlimmer kommen können – wie z.B in weiten Beobachtungsteilen Chinas.

Aus der Satellitensicht ist erkennbar, daß wir noch Glück im Unglück hatten

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Ehrlich gesagt, war ich aber persönlich ziemlich enttäuscht. Es war die ganze Zeit über ein vabanque-Spiel und ein strahlend blauer Himmel schon am Morgen hätte unserer aller Laune wesentlich gehoben und nach dem Absol4en zigtausender Flugkilometer wünscht man sich natürlich DAS perfekte Erlebnis. In Ordnung, es kam anders, aber damit muß man immer rechnen. Dennoch war es imposant, beeindruckend und vor dieser Kulisse sicher einmalig. Ich will mich nicht beschweren (bei wem auch?).

Auf dem Rückweg zum Hotelzimmer fand ich noch Zeit für ein paar weitere Photos.

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Auf einem Teilgelände wurde Sojasauce nach alter Väter Sitte im Bioreaktor-Stil produziert.

Dabei werden bestimmte Gefäße (mit Abdeckung) zur Fermentation der mit Wasser und Salz versetzten Trockenmaische verwendet.

Hatte hier wieder die Seidenfabrik ihre Pfötchen im Spiel?

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Nach einem gemeinsamen Mittagessen, der Rückfahrt zum Shanghaier Hotel und einer gemeinsamen Taxifahrt mit den Niederländern (die von der Bootsfahrt) zum Flugplatz am Folgetag begann das Einchecken für den Rückflug erst nach einer Wartezeit.

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Hier hatte fast jede Klasse/ jeder Status seine eigene Queue. Eco, Busi, First, HON usw.

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Innerhalb der Lunge hatte es mir die sehr komfortable Dusch-WC-Anlage („Washlet“) besonders angetan. Hier konnte man schalten und walten nach Anus Lust: harter Reinigungswasserstrahl, weicher, heiß, warm, kühl, pulsierend, gleichmäßig, massierend, dann verschiedene Trocknungsprogramme. Klar, das liefert z.B. die Insidern hierfür bekannte Firma TOTO

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Ich empfehle ausdrücklich die Lektüre von http://de.wikipedia.org/wiki/Toiletten_in_...nische_Washlets

Das vorgefundene Modell verfügte allerdings über keine „Geräuschprinzessin“. Wir waren eben auch nicht in Japan.

Auf dem Rückflug wurden wir dann wieder mit Spezereien der schmackhaften Art verwöhnt. Ich erspare Euch aber den Anblick dieser Kulinaritäten.

Der Weiterflug nach Hamburg erfolgte dann erst aus gewittrigen Gründen mit einer Stunde Verspätung.

Fazit: gut, lohnend, abenteuerlich und aufregend! Auch wenn ich weiterhin kein Freund von Gruppengrößen >2 sein werde, war dies ein durchaus denkwürdig-beeindruckendes Erlebnis mit hohem Erinnerungswert. Die Prämienmeilen waren trefflich eingesetzt und die Flüge in der O-Klasse gnadenbringend.

Die Strecke des Rückflugs:

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Nachdem LH die unbegrenzte Gültigkeit der E-voucher wegenhanced hat, muß ich wohl meine vier Stück nach Caracas im Juli 2010 einsetzen – aber das ist allerhöchstens Thema eines vielleicht künftigen Reiseberichtes.

Erstmal habt Ihr wieder etwas Ruhe vor mir : - )

Geschrieben

Danke für den wunderbaren Reisebericht und die Bilder.

Schade das das Wetter nicht so mitgemacht hat. Ist schon etwas ärgerlich, wenn man eigens zur Sonnenfinsternis nach China fliegt und dann ist es bewölkt.

 

Die meisten Bilder kamen mir auch bekannt vor. War im Sommer 2009 ebenfalls in China. Leider bin ich aber schon am 18. Juli ab PVG zurück nach Deutschland geflogen. Da sind wir uns ja in der Luft begegnet. :)

 

Hatte aber dieses Jahr das Glück die Sonnenfinsternis vom 15. Januar in Burma zu erleben. War zwar nur eine Ringförmige, aber total Wolkenfrei und zwischen den Tempeln von Bagan war es ein unvergessliches Erlebnis.

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Geschrieben

Dein Schreibstil ist ja nicht zu toppen, wobei mir nicht ganz klar ist, warum Du die Reise ueberhaupt gemacht hast...denn das im September (war doch September) eigentlich immer schlechtes Wetter ist, ist auch nicht so ueberraschend.

 

naja egal, und der Hamburger Fernsehturm, ist der eigentlich immer noch geschlossen (wenn, dann ja schon seit ueber 10 Jahren?!)

Geschrieben

Es war Juli

Und leider gibt der liebe Gott solche Himmelsereignistermine vor, allerdings sollte dann schon die Absprache mit Petrus besser klappen.

Mit dem hamburger Telemichel hast Du Recht. Die Zeiten der All-you-can-eat-Kuchenorgien sind bis auf weiteres vorbei

Geschrieben

Eigentlich wollte ich mich doch nicht erneut auf ´ner weiteren Seite anmelden.

 

Aber .... :

Grund 1: airliners.de ist für mich - insbesondere in Sachen Reiseberichte - gegenüber businesstravelforum deutlich besser

Grund 2: Dein Reisebericht.

 

:) Vielen Dank für den China-Bericht inkl. der tollen Fotos. Besonderer Humor im Schreibstil inklusive. Klasse!

 

Gehöre selber zu den anonymen Meilensammlern welche - soweit es die Zeit und das Geld zulassen - um die Welt reisen.

Nutze/Nutzte bisher hierfür meist Colombo, Kairo und Tripolis (war des ne tolle Zeit damals) Möglichkeiten.

Frage nach dem Sinn? Kenne ich selber nicht. Irgendwas bringts mir?!

 

Also, dann viel Spass im Juli.

 

Habe übrigens einen 1tsd.€-Treffer beim LH-Business-Oster-Special gelandet.

Düse im Juni nach Beijing (inkl. O-Flug in der First).

 

Vorfreude ist die schönste Freude.

 

See you.

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