stepxhfm Geschrieben 9. August 2010 Melden Geschrieben 9. August 2010 Nachdem ich hier einige sehr interessante Reiseberichte gelesen habe, möchte ich mich mit einem kurzen Bericht „revanchieren" über meinen 4-tägigen Ausflug nach Südosteuropa, den ich vor ein paar Wochen gemacht habe. Leider ohne Fotos, weil ich in Flughäfen und im Flugzeug nicht fotografieren mag. Vielleicht ist ja für den ein oder anderen was dabei, diese Ziele in die eigene Planung aufzunehmen. Genug der Vorrede – geflogen bin ich DUS – VIE – SBZ – OTP – KIV – VIE – DUS Düsseldorf – Wien mit LH 3570 (Boeing 737-500; Ankunft + 10 Min.) Eigentlich ein Standard-Flug und „nothing to write home about". Das Positive: Ich hatte Glück und in meiner 3-er-Reihe blieb der Mittelplatz frei. Das Negative: Es gab noch nicht mal mehr ein Sandwich, sondern nur einen Keks in Form einer widerlich süßen Kokosmakrone. Und es war immerhin beste Frühstückszeit kurz nach 7 Uhr. Sehr schwach von LH! Ich kann mich nicht erinnern, dass ich bei LH jemals so wenig zu essen bekam. (Eigentlich bin ich ja ein LH-Fan und lasse auf die Gesellschaft wenig kommen.) Ansonsten war alles o.k. Wegen der Verspätung (wir sind mit +35 gestartet) war ich froh, dass ich keine allzu knappe Verbindung hatte. Lounge VIE (bin LH-FTL, daher Zugang, mein 1. Aufenthalt in VIE): das war mal was Positives: geräumig, nett eingerichtet, viel Lesestoff und ein paar Kleinigkeiten zu essen, außerdem ein guter Blick aufs Flugfeld – da kann man es für eine Stunde gut aushalten. Wien – Sibiu mit OS 785 (Dash 8-400; Ankunft pünktlich) Einer der unkomfortabelsten Flüge, die ich je hatte: Ich hatte einfach Pech mit dem Sitzplatz bzw. mit meinem Sitznachbarn, der ein regelrechter Kleiderschrank war. Und weil ich einen Fensterplatz hatte und in der Dash der Fußraum sich am Fenster sehr verjüngt, hatte ich zumindest subjektiv den Eindruck, dass ich höchstens 2/3 eines Sitzes hatte. Leider war die Maschine in Economy zu ca. 75% belegt und es gab keine freie Zweierreihe mehr. Es war mein erster Flug mit Austrian (bzw. Tyrolian) überhaupt und ich hatte gelegentlich von dem guten Catering gelesen – das scheint aber auch Vergangenheit zu sein, denn es gab die Auswahl zwischen einer Packung Manner-Keks und einem Tütchen Kräcker. Da es neben dem begrenzten Raum auch noch ziemlich warm in der Maschine war, war ich froh, dass der Flug nicht länger als 1:20 gedauert hat. Sibiu (=Hermannstadt): Ich war u.a. dorthin gefahren, weil die Stadt 2007 den Titel der europäischen Kulturhauptstadt bekommen hat – warum, ist mir aus kultureller Sicht ein Rätsel geblieben. Wahrscheinlich war es ein reines Politikum. Viel zu sehen und zu tun war dort nicht, aber immerhin hatte ich am Abend Glück mit dem Restaurant und habe richtig gut gegessen. Weil in der Stadt so wenig zu erleben war, habe ich noch einen Ausflug mit dem Zug nach Medias gemacht, was mir 1. Einblicke vom rumänischen Landleben gegeben hat und 2. ich dort über Kirchenburgen und Siebenbürger Sachsen einiges gelernt habe. Hätte ich vorher gewusst, dass der Flughafen in Sibiu soooo nah in der Stadt ist, wäre ich stattdessen SBZ – TSR – SBZ mit Capatair geflogen und hätte mir Timisoara angesehen. Sibiu – Bukarest mit RO 730 (ATR 42, Ankunft -15 Min.) Oh man, das war früh, und weil ich bei Abflug um 06:05 Uhr „ordnungsgemäß" eine gute Stunde vor Abflug am Flughafen war, war es noch früher. So hatte ich genug Zeit, die Nicht-Bewegungen auf dem Flugfeld zu beobachten – null Starts, null Landungen. Die ATR machte innen einen ziemlich abgewohnten Eindruck und der Sitzabstand war auch geringer als ich es von anderen ATR-Flügen in Erinnerung hatte. Aber nachdem ich nach Sitzplatzwechsel eine Zweierreihe für mich alleine hatte, war es ein schöner Flug über die Karpaten. Als Service gab es (furchtbaren) Kaffee und einen Twix-Riegel. Für 35 Min. Flugzeit fand ich das o.k. Die Stewardessen sahen übrigens auch noch ziemlich verschlafen aus J OTP: Beim Einchecken in SBZ hatte man zwar das Gepäck durch-labeln können, aber ich musste mir meine Boardkarte für den 2. Flug am ganz normalen Check-in von Air Moldova besorgen. Das war aber überhaupt kein Problem und auch die Sicherheitskontrolle in OTP war auffallend effizient organisiert. Guter Umsteigeflughafen! Bukarest – Chisinau mit 9U 862 (Embraer 190, Ankunft -10 Min.) Nun, ich hatte Chisinau als Ziel ausgesucht, weil Moldawien (korrekt: Republik Moldau) ein völlig weißer Fleck auf meiner persönlichen Landkarte war. Umso mehr gespannt war ich, wie denn ein Flug mit einer moldauischen Gesellschaft sein würde – Fazit: gut. Blöd war nur die Sitzplatzverteilung: es waren ca. 40 Personen an Bord und es wurden alle im vorderen Drittel platziert, wo dann die Reihen komplett belegt waren, während der hintere Teil der Maschine völlig leer blieb. Die Maschine roch noch richtig neu, Flug und Service waren völlig o.k. (Gruß an LH: es gab ein Brötchen und einen Schoko-Riegel zum Frühstück). Ich fliege gerne im Embraer, weil dort nach meinem Empfinden die Sitzabstände größer sind als in vergleichbaren Fliegern. Die Einreise war völlig easy: Pass hinlegen, Stempel rein, fertig. Chisinau: große Sehenswürdigkeiten gibt es nicht, aber weil ich als „Wessi" zu meinen Interrail-Zeiten nicht in diese Gegenden fahren konnte, finde ich es immer noch spannend, osteuropäische Städte zu besichtigen. Es ging in mancherlei Hinsicht für meinen Geschmack noch recht sozialistisch zu, andererseits merkte man (z.B. anhand der Nobelkarossen auf den Straßen oder einer Vielzahl exzellent ausgestatteter Mountainbiker), dass es dort massive gesellschaftliche/wirtschaftliche Unterschiede in der Bevölkerung gibt. Da ich wusste, dass die Stadt nicht soooo viel hergibt, hatte ich mir vorher ein Taxi und einen englischsprachigen Guide gebucht, um die Klöster Capriana und Hincu zu besichtigen. Das hat alles organisatorisch gut geklappt und war auch kulturell lohnend. Chisinau – Wien mit OS 656 (Fokker 70, Ankunft -15 Min.) Ein sehr angenehmer Flug, was die Platzverhältnisse anging, weil in meiner Dreierreihe der Mittelplatz frei blieb. Catering wie auch auf dem Hinweg: Süßes oder Salziges, aber Raum und Luft waren besser als in der Dash. Ansonsten nichts Wesentliches zu berichten. Sitzabstand für mich ähnlich wie im Embraer. Wien – Düsseldorf mit LH 3579 (Boeing 737-500, Ankunft pünktlich) Auch ein Standardflug, allerdings mit einer sehr unkonzentrierten Kabinencrew. Jeder bekam ein Tütchen Kräcker hingeworfen und was zu trinken. Weil ich wieder einen freien Mittelplatz hatte (Belegung eh nur gut 50%), war auch genug Platz insgesamt. Fazit: Es hat mir viel Spaß gemacht. Flugtechnisch waren es mit Embraer 190 und Fokker 70 zwei neue Typen für mich. LH war o.k., außer im Catering, von OS's Dash-Produkt war ich eher enttäuscht. Tarom und Air Moldova haben ein ordentliches bis gutes Produkt geliefert. Viele Grüße Stephan
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