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[Tripreport] Sommer im Baltikum + Minsk


joBER

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Geschrieben

Ausflug ins Baltikum und nach Minsk

 

Hallo und herzlich willkommen in diesem kleinen Tripreport über eine Reise ins Baltikum, die ich bereits im August unternahm und deren Nacherzählung mir höchst erstrebenswert schien, allein es fehlte bisher die Zeit.

Ausgangsidee war eigentlich, ein paar kleine Inselhüpfer in Estland zu erschlagen, nicht nur, weil dieses kleine Land im Nordosten Europas inzwischen zu einem meiner Favoriten in Europa geworden ist, sondern auch um gewissermaßen diesen Trip aus dem Jahre 2006 „zu komplettieren“.

Zudem wollte ich, spätestens nachdem ich das Frühjahr in der Republik Moldau verbracht hatte, auch Weißrussland einmal einen Besuch abstatten. Und um meine imaginäre Sammlung an besuchten EU-Staaten annähernd zu komplettieren, wollte ich auch noch Litauen einen Besuch abstatten (jetzt fehlen mir nur noch Malta und Zypern, aber die lassen sich ja ganz vorzüglich mit Emirates kombinieren). Und zu allem Überfluss hatte ich auch noch ein paar Finnair-Punkte zu verballern, so entstand dann dieser Plan:

13AUG TXL-GOT AB

13AUG GOT-HEL AY

14AUG HEL-TLL AY opb. FC

15AUG TLL-URE OV Regional

16AUG URE-Ruhnu-EPU LFT

17AUG MSQ-WAW-TXL LO/K2

 

 

Fr., 13.8.2010

AB8300

B737-700

sched. 12:50-14:05

act. 12:51-13:46

TXL-GOT

 

Air Berlin bietet ab Berlin inzwischen ja ein recht umfangreiches Nordeuropa-Programm an, so fliegt man auch zweimal täglich nach Göteborg. Da ich von der zweitgrößten Stadt Schwedens bis dato nicht mehr als den Hauptbahnhof kannte, ging es zunächst hierhin. Beim Einchecken sorgte mein waghalsiger Wunsch mein Gepäck nach HEL durchzuchecken für Stirnrunzeln, zwei Supervisor-Anrufe später hat es dann aber doch geklappt. Abflug, ganz AB-typisch aus Achims Baumarkt in Tegel (aka Terminal C).

Die Flugzeit nach GOT ist mit etwa 50 Minuten kürzer als nach München, dennnoch bietet AB vorab im Internet tatsächlich die Auswahlmöglichkeit eines Bezahlessens an. Da ich zum Buchungszeitpunkt irgendwie hungrig war, bestellte ich ein Omelett mit, dass ich sodann auf dem Weg gen Norden mehr oder minder hastig verzerrte. Ansonsten gab's das allseits verhasste Wasa-Knäcke oder Snicker's.

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Über Schweden

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Hastiges Mittag

 

Überpünktlich landen auf dem Flughafen Landvetter, die schwedische CityAirline beherrscht klar das Vorfeld.

Die Preise für den Flughafenbus in GOT sind, wie an quasi allen Flughäfen in Schweden einigermaßen happig, für die halbe Stunde Fahrt in die Stadt muss ich 15€ hin und zurück löhnen. Göteborg selbst ist ganz hübsch anzuschauen, aber es haut mich städtetechnisch jetzt nicht vom Hocker. Irgendwie sind mir die meisten skandinavischen Städte einfach zu fad zum Anschauen, das mag aber vielleicht auch daran liegen, dass das Umland gemeinhin Regel wesentlich bezirzender ist.

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„Deutscher“ Marktstand

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Ständig und überall: die Straßenbahn.

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Es scheint wohl Mode zu sein, Städte mit Riesenrädern aufzuwerten. Ans Wiener Original kommt aber keins heran :)

 

 

Nach einem ausgedehnten Stadtspaziergang bin ich zurück in Landvetter und begebe mich mehr oder minder straks in die von Finnair mitgenutzte Vertragslounge. Das Hineinkommen mit meiner BA-Silberkarte gestaltet sich als Drama in mehreren Akten, aber irgendwann stehe ich vor dem „reichhaltigen Angebot“ an Speisen und Getränken (in erster Linie aus Kötbollar, Knäckebrot und schlechtem Bier, durschnittlichem Wein und einige Spirituosen). Nun ja, immerhin gibt’s eine schöne Aussicht.

 

GOT-HEL

AY674

sched. 20:05-22:30

act. 20:06-22:15

Embraer 170, OH-LEG

 

Überpünktlich kommt dann auch mein Embraer aus HEL an, und wir starten als bald in den schwedischen Abendhimmel.

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Sitzt es sich in den Finnair-Embraers doch ganz angenehm, so verursacht der Überblick über den Bordservice doch nur ein Kopfschütteln. Das Angebot ist einigerrmaßen kafkaesk gegliedert. Ich stelle fest, dass heute Abend Soft-Drinks umsonst, Essen&Alkohol dagegen nur gegen Bares zu haben sind. Nun denn. Wiederum überpünktlich landen wir in Vantaa und mit mir dann auch mein Rucksack.

Für diese Nacht hatte ich mich bei einem Couchsurfer einquartiert. Der wohnte nicht nur praktischerweise weniger als 20 Busminuten vom Flughafen entfernt, sondern auch noch angenehm kneipennah, sodass ich mit ihm das Helsinkier Barleben erkundete. Interessanterweise waren die Bierpreise weitaus weniger hoch als befürchtet.

 

Am nächsten Morgen wollte ich eigentlich noch kurz die Stadt erkunden, das letzte Bier und ein ordentliches Gewitter am Morgen ließen mich dann aber von dem Plan abkommen. Stattdessen ging es ausgeschlafen wieder zum Flughafen. Der anstehende Hüpfer nach Tallinn sollte von Finncomm durchgeführt werden, mein Gepäck bekam einen hübschen Priority-Anhänger und draußen regnete es Strippen. Zeit also, sich gen Lounge für ein ordentliches Frühstück zu verabschieden.

 

14.8.

HEL-TLL

AY3925 opb. FC

sched. 13:50-14:20

act. 14:11-14:33

Leider verzögerte sich der Abflug etwas, und leider kam irgend ein extrem cleveres Kerlchen am Flughafen auf die Idee, die mit Priority versehenen Gepäckstücke zuoberst und über die Gepäckplane des Gepäckwägelchens zu legen. Augenscheinlich stand ebenjenes dann einige Minuten lang im Freien herum, so dass ich den Zustand meines Rucksacks ob des nicht geringer werdenden Regens bereits vorausahnte.

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Helsinki Summer Rain

 

Der Hüpfer an sich (rund 20 Minuten Flugzeit) ist einigermaßen unspektakulär. Trotz der kurzen Flugzeit gibt es für jeden Passagier einen Becher Wasser und Lakritz (und damit strenggenommen mehr Essen als auf dem dreimal so langem Flug am Vorabend). Der Anflug auf Tallinn, die Wolken lockerten inzwischen etwas auf, so bot sich ein hübscher Blick auf die Altstadt.

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Genau dort hatte ich mich auch für die Nacht in einem recht netten Hostel einquartiert. Tallinn selbst hat sich in den letzten Jahren zur Touristenhochburg gemausert. So unglaublich viele Touristen (allen voran Deutsche) irren inzwischen durch die Altstadt, dass es schwer fällt, unter ihnen ein paar Esten auszumachen. Konsequenterweise ist auch das Preisniveau in der Altstadt fast durchweg auf Westniveau, was dem gemeinen Esten den Kneipenbesuch in einer Altstadtkascheme nicht eben einfacher machen dürfte.

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Den restlichen Nachmittag und Abend verbringe ich mit einer Bekannten, so bekomme ich dann doch auch noch ein paar touristenfreie Ecken der estnischen Hauptstadt zu sehen.

 

Am frühen Nachmittag des nächsten Tages heißt es für mich auch schon wieder Abschied nehmen von den alten Gemäuern der Altstadt (die mir den Abschied mit einem kräftigen Regenschauer freilich leicht macht).

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Tallinn Summer Rain

 

15.7.2010

TLL-URE

sched. 13:55-14:40

act. 14:10-14:42

OV631 opb. Estonian Air Regional

Saab 340 , ES-ASN

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Ein Flug auf Estlands größte Insel, Saaremaa, steht an. TLL-URE wird inzwischen durch Estonian Air Regional mit Saab 340 bedient. Das ist leider nur noch halb so spannend wie vor ein paar Jahren, als Avies die Route mit Jetstream und Let-410 bediente, immerhin die Preise sind auf aberwitzig niedrigem Niveau geblieben (unter 20€ oneway Festpreis). Der halbstündige Flug führt fast nur über Wolken, erst als wir das Festland verlassen klart es unter uns auf und bei der Landung in Kuressaare gibt es schönsten Sonnenschein bei angenehm warmen 28 Grad. Was will man mehr?

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Den überschaubar kurzen Weg in die Stadt trete ich zu Fuß an. Ich hatte kein Hotel oder so vorgebucht, wurde aber schnell in einer netten Pension am Stadtrand fündig, wo ich ein hübsches Zimmerchen für um die 20€ bekam. Den Rest des Tages geht’s zum Stadtstrand von Kuressaare, die Ostsee hat hier recht wenig Salz und trotz des Breitengrads äußerst angenehme Temperaturen.

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Relikte

 

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Die Bischofsburg aus dem 14. Jh. ist das wohl markanteste Wahrzeichen der Stadt.

 

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Kuressaare Street Art :)

 

Am nächsten Morgen sah ich frohen Mutes dem Inselhüpfer nach Ruhnu und anschließend nach Pärnu entgegen. Doch eine gute Stunde vor Abflug, ich wollte gerade zum Flugplatz laufen, ruft mich ein freundlicher estnischer Herr an. Auf Grund des schlechten Wetters in Ruhnu würde sich der Abflug um etwa drei Stunden verzögern. Drei Stunden – das war etwa auch die Zeit, die mir blieb, um in Pärnu in den Bus zu steigen. Nun,ich nutzte die Zeit, setzte mich an den Hafen und bastelte mir dort an meinem Laptop (in Estland gibt es freies WLAN an ziemlich vielen öffentlichen Plätzen) einen Backup-Plan zusammen. Zur Not würde ich Riga und Minsk auch komplett noch mit dem Bus erreichen, eine irgendwie eher beruhigende Nachricht!

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Schlussendlich ging es dann aber mit 2h 50 Verspätung doch noch los, die Flüge im Islander war ein Vergnügen für sich, darüber groß Worte zu verlieren erscheint mir indes unnütz.

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Nur so viel vielleicht: Ruhnu als Insel mitten im Golf von Riga wird nur sehr spärlich von einem Versorgungsschiff bedient, insofern ist die Inselfliegerei mehr noch als anderswo pure Notwendigkeit. Bewohner der kleinen Insel zahlen dann auch nur einen sehr symbolischen Flugpreis, doch selbst der Normalpreis ist noch ordentlich subventioniert (die ganze Strecke liegt bei 35€ für einen Studenten). Gerne hätte ich mir die Insel etwas genauer angeschaut, aber leider gibt es nur im Hochsommer (der gerade vorbei war) die Möglichkeit, etwas länger dort zu verbringen ohne die ganze Nacht dort zu bleiben.

 

 

LFT001

Kuressaare – Ruhnu (URE-EERU)

BN-2A Island, D-ILFT

sched. 11:30-11.55

act. 14:11 – 14:36

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Approaching Ruhnu

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Während der kurzen Zwischenlandung auf Ruhnu hatte ich die Gelegenheit für eine kleine Fotosession, bevor es auch schon wieder los ging..

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LFT002

Ruhnu-Pärnu (EERU-EPU)

BN-2A Island, D-ILFT

sched. 12:05-12:30

act. 14:48-15:18

 

Der Wind auf diesem Flug war uns nicht sehr gnädig, sodass die Flugzeit länger als gewöhnlich betrug. Gegen 15.20 war dann aber der alte Militärflugplatz von Pärnu in Sicht und kurz darauf setzten wir schon auf.

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Wären wir pünkltich gelandet hätte ich nun ganz bequem mit dem Bus in die Stadt fahren könne, aber dieser fährt nur auf die (pünktliche) Ankunft von Flügen abgestimmt, zu allem Überfluss sollte mein Bus nach Riga in einer Viertelstunde den Busbahnhof verlassen. Ein mit fliegender Finne, der genauso verloren wirkte wie ich, fragte mich nach einem Taxi, und wir kamen überein eins zu teilen – wenn denn eins dagestanden hätte. Letztend Endes kam es aber noch besser und wir konnten bei einer netten estnischen Familie mitfahren, die uns direkt am Busbahnhof absetzte – just in dem Moment, in dem auch mein Bus nach Riga einfuhr. Manchmal hat man doch das Glück auf seiner Seite.

Die Busfahrt nach Riga war eher unspektakulär, jedenfalls bis zum Rigaer Ortsschild. Gerade als wir dies passierten ging der Motor des Busses aus. Und blieb auch für einige Zeit aus. Unter großem Gelächter im Publikum soff der Motor immer wieder ab um nach einer guten Weile dann doch wieder anzuspringen und uns die letz.ten paar Kilometer nach Riga zu fahren.

Dort angekommen war mein ursprünglicher Plan, den im DB-Fahrplan verzeichneten Nachtzug nach Minsk zu nehmen. Der hat sich jedoch leider als Fahrplanleiche entpuppt – augenscheinlich war es geplant, diesen Zug im Sommer fahren zu lassen, im letzten Moment waren sich die drei beteiligten Bahnen dann aber doch uneins. Plan B hieß nun, den direkten Bus nach Minsk zu nehmen, doch auch dieser scheiterte – der Bus war ausgebucht! Also blieb mir nichts anderes übrig, als eine kurze Nacht in einem nach Grodno fahrenden, muffigen alten weißrussichen Bus zu verbringrn, der morgens um kurz nach Fünf in Vilnius hielt. Von dort sollte es dann mit der Bahn weitergehen, auch wenn das bedeutete, dass ich in Minsk nur ein Highspeed-Sightseeing betreiben könnte. Bis zur Abfahrt blieb aber noch etwas Zeit, in der ich durch Rigas Altsadt schlenderte, bis der Regen kam, der mich zu einem Glas Bier trieb.

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Da braut sich was zusammen...

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Blumenstraße – fast wie in Chisinau :)

 

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Riga Summer Rain

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Riga Summer Rain Entertainment

Anschließend versorgte ich mich noch etwas für die anstehende Busfahrt (Alkohol darf in Lettland und Estland übrigens nur vor 22 Uhr im Laden verkauft werden...) und mit einem guten Schlaftrunk in der Tasche bestieg ich den gruseligen Bus gen Vilnius. Ich konnte sogar etwas Schlaf finden, doch an der Grenze nach Litauen wurde es plötzlich laut – wir sollten unsere Pässe zeigen, augenscheinlich traute man weißrussischen Bussen samt ihren Fahrgästen nicht so Recht, Schengengrenze hin oder her. Mein deutscher Personalausweis wurde aber nicht weiter beachtet. Ein paar Stunden später erreichten wir Vilnius, blieben aber wiederum unvermittelt irgendwo in der Stadt stehen. Der Bus roch verschmort, eine Bremse, ein Reifen oder was auch immer hatte sich verabschiedet. Dank meines Handys wusste ich jedoch, dass es nicht mehr weit zum Bahnhof war, also schnappte ich meinen Rucksack und lief den verbleibenden Kilometer.

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Morgens um 5 in Vilnius

Gerade als ich ankam, fuhr dort dann aber auch der Bus ein. Eine knappe Stunde später saß ich dann schon im Zug gen Minsk (netterweise saß ich in einem Platskartni-Liegewagen und konnte sogar nochmal die Augen schließen) und wiederum eine halbe Stunde später passierten wir die Grenze, hinein in Europas letzte (?) Diktatur.

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Mein Transitvisum wurde von einer Beamtin mit unglaublich langen und unglaublich künstlichen Fingernägeln genaustens begutachtet, allein ihr mitgebrachter, hochmodern wirkender Laptop spielte nicht so Recht mit und wollte meinen Pass nicht lesen. Einen Windows-Neustart später klappte dann auch das und ich bekam meinen Stempel. Weitere zwei Stunden später, der Zug füllte sich stetig, erreichten wir schließlich die Hauptstadt.

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Epic Fail? Graffiti in Minsk

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Ehemalige KGB-Zentral

samt dessen Schöpfer, Felix Dserschinski

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Ohne groß Zeit zu verlieren klapperte ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt ab. Minsk ist unglaublich sauber, und irgendwie gespenstisch. Die Leute gehen nicht mal bei Rot über die Straße. Entgegen dem sowjetischen Cliché gibt es sogar einiges nettes zu sehen, und damit meine ich nicht nur Bilder von „ihm“ und Werbeflächen, die die Schönheit der Heimat anpreisen (von beiden gibt es freilich auch genügend). Der ohnehin schon etwas surreale Eindruck der Stadt wurde durch die Dunstglocke, die über ihr hing, noch verstärkt. Die Rauchschwaden der Waldbrände in Westrussland gelangten bis hierher.

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Palast der Republik

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Museum des „Großen Vaterländischen Krieges“

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Lang lebe die Arbeiterklasse?

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Etwas amüsant ist im übrigen der belarussische Rubel – es gibt keinerlei Münzen, der kleinste Schein fängt bei 10 Rubeln an (was in etwa 0,25 Cent sind). Ich hatte noch nie im Leben so inflationär viele Geldscheine in der Tasche (wobei, im Iran vielleicht). Immerhin kann ich von meiner Geldsammlung zu Haus nun behaupten, sämtliche Rubel genannten Valuta zu führen (es sind ja auch nur drei – Russland, Weißrussland und der Exot im Bunde – der selbst ernannten Prdnestroieschen Moldawischen Republik – aka Transnistrien).

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Ist klar, ne?

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Minsker Metro

 

Eigentlich wollte ich mit dem Bus zum Flughafen Minsk-2 fahren – dieser liegt knapp 50km weit draußen mitten im Nirgendwo. Folglich fuhr ich mit der Metro zur Moskavskaya, ganz in der Nähe befindet sich einer der beiden großen Busbahnhöfe. Leider fuhr der nächste Bus erst viel zu spät um mein Flugzeug zu kriegen. Also trottete ich zu einem der Taxis und fand einen Fahrer, der mich für 70.000 Rubel (18€) in einem Mordstempo über die wenig befahrene Autobahn zum Flughafen fuhr.

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Dort investierte ich die letzten Rubel in ein paar flüssige Andenken und checkte sodann für meinen LOT-Flug ein. Zeitgleich gingen auch noch die Luft-Gans-a (so klingt es russisch ausgesprochen irgendwie) und die Etihad hinaus. Dazu gab es ein paar Charerflüge (Bulgarien, Türkei).

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Rauch

LO706

MSQ-WAW

EMB-175. SP-LIK

act. 14:40-14:35

 

Der Embraer kam äußerst pünktlich aus WAW an, und so ging es dann auch bald wieder gen Westen. Es ist immer wieder imposant zu sehen, was LOT bei einer realen Flugzeit von 50 Minuten in der Business-Class auftischt (und selbst in Eco ist das Essen mehr als nur okay). Mein vorbestelltes „Hindu“-Meal war trotz allem sehr polnisch angehaucht (geräuchterte Schweinewürstchen als Vorspeise). Kaum war ich mit dem Essen fertig, ging es auch schon wieder nach unten.

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Blick auf den Kulturpalast

 

 

Die Zeit auf dem Flughafen verbrachte ich in einer von LOTs zugegeben eher mittelmäßigen Lounges, mehr oder weniger komatös den Schlaf nachsehnend, der mir zu diesem Zeitpunkt doch schon recht deutlich fehlte.

LO 389 opb. K2

sched. 17:20-19:00

act. 17:41-19:05

WAW-TXL

ATR 42-500, SP-EDE

Der anstehende Flug nach TXL war ein paar Minuten verspätet, diesmal ging es mit einer ATR-42-500 weiter, in der bei euroLot die Business-Class konsequenterweise in den letzten Reihen ist. Auf dem Flug gab es mehr oder weniger nochmal das gleiche Essen, wenn auch ohne warme Komponente. Ein paar Gläser Wein später sind wir aber auch schon wieder in Tegel. Ein kleines Nordosteuropa-Abenteuer geht damit zu Ende.

 

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Minsk oder Marzahn?

 

Ein kleines Fazit noch:

 

Finnair: Die Embraers sind nett, der Service leider unteres Mittelmaß bei normalerweise recht happigen Preisen. Irgendwie überbewertet.

Tallinn: Trotz Touristenmassen immer wieder schön.

Saaremaa: Wer Ruhe, Entspannung, Wälder und die Ostsee will, sollte hierherfahren!

Minsk: Irgendwie schon beeindruckend, ich denke, diese Kurzvisite wird nicht die letzte gewesen sein.

Lot: Servicetechnisch m.E. nach eins der besten innereuropäischen Business-Class-Produkte. Die Embraers sind zudem ziemlich bequem, die ATR -naja, geht so.

 

Vielen Dank mal wieder für's Mitkommen, ich hoff es ward nicht zu lang! Fragen sind natürlich jederzeit willkommen!

j.

Geschrieben
Schöner Report, hab eine ähnliche Route in Planung...wo hast du die Flüge mit dem Normander gebucht und was haben sie gekostet?

Die Buchung ist relativ einfach - http://www.ruhnulend.ee/index.php?id=10&L=1 dort steht der aktuelle Flugplan samt Preisen und Telefonnummer, bei der du buchen kannst - das Geld überweist du dann per EU-Standardüberweisung, die Bankdaten stehen auch irgendwo auf der Seite :)

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