Manxxx Geschrieben 16. November 2010 Melden Geschrieben 16. November 2010 Seit 2009 ist’s für mich Tradition, zumindest einmal im Jahr nach Dänemark zu fliegen. Dabei führt die Route mit wenigen Ausnahmen (z.B. Billund oder Rønne)) fast zwangsweise über Kopenhagen. Nachdem Sønderborg im letzten Jahr abgehakt werden konnte (siehe auch: http://forum.airliners.de/index.php?showtopic=45776) hatte ich mich in diesem Jahr für Århus entschieden; immerhin mit über 306.000 Dänemarkolesen und 91 Quadratkilometern die zweitgrößte Stadt des Königreiches. So sah die Routenführung aus: Reisezeit war das Wochenende 16./17.10.2010 n.Chr. In Hamburg herrschten Herbstferien und der ganze Bereich der Securitate war überbevölkert, wie ich es seit Jahrhunderten nicht mehr erleben durfte. Der Vorzugszugang war dementsprechend unter Druck, weil all the Latecomers natürlich ihren Flieger nicht missen wollten und auf Deubel komm’ raus die Fastlane-Authoroty anbettelten. Die Dame an der Kontrolle war einfach zu weich und ließ so viele Ausnahmen durch, daß es kaum noch von zeitlichem Vorteil war, sich hier anzustellen. Mein Vorschlag: Nen zünftigen Loungedrachen anheuern, dann wird das auch was mit der Bevorzugung! Wir verfrühstückten noch ein paar leckere Brotjes in der Lunge und dann gings zunächst mal los gen CPH: Weiß zufällig jemand, was das für ein seltsamer Sonderflug der LH nach BRE war? Ich habe leider nichts finden können. Noch ein wenig Diskussionen am Gate Dann konnte es losfliegen mit Cimber Der Bordservice für uns einfache Woodclass Passagiere bestand aus einem 100ml-Becherchen (stark! – geeignet für’s Handgepäck!) gefüllt mit Goldwasser (Aqua d’or). Na das nenne ich mal standesgemäßen SAS-Auftritt..wow! In CPH war dann noch reichlich Zeit, die dortige Lunge zu besuchen, die nun auch nicht gerade kulinarische Gaumenexplosionen bietet, aber von der Gestaltung und Aufteilung her durchaus zufriedenzustellen weiß. Der Lachs war pfundig geschnitten und mit jedem Gabelgriff landeten mindestens 480 Gramm auf dem Teller – ne schöne Gravedsoße fehlte leider. Wenn man nicht so genau hinschmeckte tat es aber auch ein Eßlöffel Senf. Ein Blick auf die Schmauseauswahl: Von Terminal C nach Terminal A war es ein 15minütiger Füßchenmarsch, aber in froher Erwartung des holden Zieles keine große Anstrengung; Pater Aar erwartete uns schon mit geweihtem Goldwasser. Ne lüttsche CRJ 900 hatte die Aufgabe, uns übers Meer nach Århus auszufliegen. Deftige 148 km Luftlinie, die in etwa 20 Minuten bewerkstelligt wurden. Währenddessen stillte die FB unseren Kaffeedurst. Punkt 12:13 war dann die Landung in Jütland Ochsenblutrot empfing uns der Schriftzug – schon mit der neuen Schreibweise Aarhus statt Århus An diesem kleinen Lufthavn wartet der Bus ins Zentrum schon mal auf den letzten Pax. Billetten können per Danski Kronski, Fußnofo oder auch Credit Karte erworben werden und kosten 95 DKr (ca. 12 FN) pro Nase und Strecke ins Zentrum. Einziger Halt war der Hauptbahnhof in Århus. So wie wir es schon aus SGD kannten (es lebe die Tradition) war auch hier das Hotelzimmer (Radisson Blu) noch nicht beziehbar, sondern mit Verweis auf die Statuten erst ab 16 Uhr verfügbar. Nun denn, die Tascherl konnten aufbewahrt werden und so stürzten wir uns eben noch für 2 Stunden ins Århuser Tagleben. Das Wetter war knorke und somit sprach wenig dagegen. Richtung Innenstadt begegnet man einem der Wahrzeichen von Århus, dem Rathus, 1941 errichtet und 60m hoch – häßlich bis dorthinaus Aber es gibt auch schönere Symbole, z.B. die Schwangeren-Statue In der Füßchengängerzone (Søndergade) war noch bannig viel Treiben. Schön finde ich auch, daß die Eingeborenen noch ein Selbstwertgefühl haben, was die eigene Sprache angeht. Wäre in Deutschland ein www.Apfelhaus.de für i-phones denkbar, das nicht in einer Hofmosterei endet? Ach, ich bin immer froh, wenn ich nicht in Deutschland bin.. Wenn man weiter voranschreitet, gerät plötzlich die Domkirche ins Blickfeld. Um 1200 fingen die Maurer an, das Teil aus dem Boden zu stampfen, 1330 brannte es nieder, lag knapp 70 Jahre brach und wurde dann mit gotischen Elementen wieder aufgebaut. Wer meine Berichte kennt, weiß, daß ich alte Steine verabscheue, dennoch ein paar Bilder (nur für Euch!) Der Dom ist mit 93m die längste Kirche Dänemarks und der Westturm mit 93 m Höhe der Höchste in Dänemark (also genauso lang wie hoch). Das zu wissen ist aber wahrscheinlich genauso wichtig wie die Tatsache, daß Bankivahühner etwa 20 Eier pro Jahr legen. Notke Altar: In der Schule habe ich mal gelernt, daß Orgeln ihre Zungenpfeifen im Schnarrwerk haben – ist das immer noch so? Wenn man Telly Savalas seinerzeit als Lockenkopf betrachtet hat, glaubt man vielleicht auch den Verheißungen der 2006er Auflage des MERIAN-Reiseführers für Dänemark, der auf Seite 24 die VOLDEN, eine kleine Århuser Straße im Zentrum, als Ansammlung außergewöhnlicher Geschäfte bezeichnet, die sich deutlich vom Massengeschmack der Fußgängerzone abhebe. Nun, die Straße besitzt einen gewissen Charme, es gibt sicher Schlimmeres aber meiner Meinung nach wurde hier bestimmt kein Füllhorn an Außergewöhnlichkeiten ausgeschüttet. Voller Menschen waren die Gassen trotz allem Wir schlenderten noch ein wenig umher und es ließ sich das eine und andere aparte Bild einfangen: An der innerstädtischen Flusspromenade, dem Åboulevard machten wir am nächsten Tag noch einen Bier-/Weinstopp. Höchstwahrscheinlich ist es hier zur warmen Jahreszeit wesentlich kandidelter. Gegen 16 Uhr schwenkten wir nochmals in das SAS-Hotel ein…. …und wurden (wundersamerweise) auch nicht abgewiesen. Als Revanche für das unbequeme Warten und diverse weitere Querelen gab es eine kostenlose Aufstockung in eine kleine Suite…hatten wir konfliktmeidend auch nicht abgelehnt ;-) Ein paar Ansichten aus dem (Zimmer)-Fenster bzw. der Etage: Das Abendgeschmause nahmen wir dann auch im Hotel ein, die Bedienung absolut perfekt freundlich, mehrsprachig, die Nahrung delikat. Ein Sofa weiter waren die Absacker-Cocktails dann allenfalls Durchschnitt. Mittlerweise glaube ich auch, daß nur wenige Hotelbars tadellose alkoholische Mixtrünke zuzubereiten sich in der Lage sehen. Frokost am nächsten Morgen erwartungsgemäß reichhaltig, schmackig und in Buffetform. Da der Rückflug erst am späten Nachmittag ging, hatte ich einen Besuch im ‚Den Gamle By“ geplant. Aus verschiedenen Teilen des Königreiches hat man dort alte Kaufmannshäuser in der Art eines Freilichtmuseums wieder aufgebaut und präsentiert so’n beten Kulturgeschichte zwischen Anno Dazumal und dem 20. Jahrhundert. „Gut, lohnend, abenteuerlich und aufregend“ (wie ich eigentlich immer sage, wenn mir alte Steine zu begegnen drohen). Der Eintritt kostete umgerechnet etwa 30 Deutsche Mark pro Hals und - was soll ich sagen – man konnte total prima 90 Minuten totschlagen. Obwohl Nebensaison war, drängelten sich die Visitoren teilweise in den Häusern, daß es nicht mehr schön war; im Sommer würde ich daher von einem Besuch eher abraten. Bei wikipedia gibt es ggf. Zusatzinformationen für den interessierten Leser. Immerhin habe ich doch etwas gelernt! Die sogenannte Restepfanne ist ein bekanntes Essgericht in England: http://de.wikipedia.org/wiki/Bubble_and_squeak Wir haben es nicht verkostet, sieht wohl auch eher labskausig-lecker aus, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf. Weitere Bilder: So hamse damals gehandwerkt – bis zum Stillstand der Pupillen Irgendwann gings dann mal kurz in die Koje Ein ganz hübscher Garten mit Anpflanzungen diverser Kräuter, Heilpflanzen und Herbarien wurde ebenso zur Schau gestellt. Figur 658: Kroküsse Für meinen Nichtraucher-Geschmack viel zu notdürftig wurde bisher in der airliners.de-Öffentlichkeit der Bedeutung der dem nachbarschaftlichen Aalborg entstammenden Snus-Tobaksfabrik mit ‚spezieller Soße’ gehuldigt! {Næstes Jahr geht’s nach AAL zum Aquavittrinken, soviel ist ja wohl claro) Knuffelig-gemütliche Wohnzimmer hatten sie damals wohl auch schon. Allerdings waren seinerzeit eher überdimensionale Insektenattrappen modern: Pferdek[n]utschfahrtenanbieter warten auf potentielle Kunden – wie romantisch Arme Nager Allerdings merkt man die ganze Zeit über, wie sehr das ganze Dorf nur eine Inszenierung ist…Hochhäuser und Rettungswagen allenthalben. – fast skurril die Szene: Zum Abschluss wärmten wir uns noch in einem kleinen Museum auf. Dort traf ich sogar auf ein paar Stabilbaukastenkonstruktionen – Kindheit ließ grüßen Den an der Billettenkasse ausgehändigten Übersichtsplan behandelte ich nicht pfleglich; total zerknittert fand es zu Hause den Weg zum Scanner. Aber bitteschön: Schlussendlich war noch sehr viel Zeit bis zum Rückflug. Diese schlugen wir trinkend in einer mäßig frequentierten Kneipe am Åboulevard tot. Im Hotel das Gepäck geholt, zum Fliegehafen gefahren und in nullkommawenig Richtung CPH mit der SE-DIK abgehoben. Da in Kopenhagen noch etwa 2 Stunden zu überbrücken waren, machten wir zwei Maximierer (ein SEN-Schwamm – alles aufsaugend, was ihm begegnet - und eine SilberFTLerin) uns erneut auf den Weg zur Lunge und verzehrten, was es zu verzehren gab. Nach HAM wurden wir am Ende dann aber doch noch mitgenommen… Wieder ging ein kleines Reischen zu Ende. Ich danke allen Interessierten fürs Lesen und freue mich wie immer auf Kommentare und Vorschläge für den Dänemarkflug 2011!
QF002 Geschrieben 17. November 2010 Melden Geschrieben 17. November 2010 Der LH-Sonderflug nach BRE war ein Streckenflug mit der Ju52 zum Ende der Saison ;) - ansonsten ein netter Bericht - warum heißt Aarhus denn jetzt Aarhus und nicht mehr Århus?
Paule22 Geschrieben 19. November 2010 Melden Geschrieben 19. November 2010 Vielen Dank für deinen Tripreport, nach Århus habe ich es noch nie geschafft, obwohl ich schon mit der Dänischsprachschule in Gamle By und auf dem Bazar war, mal mit dem Zug umgestiegen bin dort und sogar schonmal dort gelandet bin(könnte man ja auch als Ebeltoft International bezeichen). Mehr zur Aarhus-Århus-Geschichte gibts unter: http://www.visitdenmark.com/tyskland/de-de...arhus-namen.htm Am 1. Januar ists offiziell.
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