sk Geschrieben 25. November 2002 Melden Geschrieben 25. November 2002 Die Financial Times Deutschland berichtet heute folgendes: Die zweitgrößte US-Fluggesellschaft United Airlines ist womöglich nur noch Tage von einer Pleite entfernt. Der Konzern bereitet sich derzeit intensiv auf einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter II des amerikanischen Konkursrechtes vor, hofft aber, den Schritt in letzter Minute noch über eine staatliche Kreditbürgschaft und Hilfen der Star-Alliance-Mitglieder verhindern zu können. United-Chef Glenn Tilton sagte bei seiner ersten Pressekonferenz seit seinem Amtsantritt vor zehn Wochen in Rio de Janeiro, insgesamt brauche die Fluglinie 2 Mrd. $ in Form von frischen Krediten.Laut Tilton könnte United, vorausgesetzt die Finanzierung steht, bereits im Jahr 2004 einen operativen Gewinn machen und ein Jahr später endgültig schwarze Zahlen schreiben. Für das laufende Jahr 2002 rechnet er hingegen mit einem Verlust zwischen 2,5 und 2,7 Mrd $. Diese Zahlen sind Teil des Geschäftsplans, den Tilton auch dem Air ftansportation Stabilization Board (ATSB) vorgelegt hat und der Kürzungen bei den Personalkosten in Milliardenhöhe enthält. Insgesamt will United die Kosten ab 2004 pro Jahr um 2,5 Mrd. $ senken. Das ATSB muss darüber befinden, ob United die Voraussetzungen für eine staatliche Kreditbürgschaft erfüllt. Ohne die Bürgschaft gilt eine Pleite als sicher. Am 2. Dezember werden Verbindlichkeiten von 375 Mio. $ fällig. Zwar sei dieser Tag keine Deadline, so Tilton. Aber: ”Die erste Dezember-Woche ist eine wichtige Periode." Laut Tilton hat United derzeit noch deutlich mehr als 1 Mrd. $ an flüssigen Mitteln. Weil der Geschäftsreiseverkehr in einigen Märkten leicht anziehe und sich das Aufkommen vor allem im Mittleren Westen, in dem United stark vertreten ist, recht gut entwickle, verbrauche United deutlich weniger Reserven als prognostiziert. Laut Tilton schwinden pro Tag zwischen 5 und 7 Mio. $ an Mitteln. Analysten waren von bis zu 10 Mio. ausgegangen. Der United-Chef bestätigte, dass er einen Chapter- 11-Antrag erwäge, sobald die Cash-Reserven unter eine bestimmte Grenze falle. Er sagte aber nicht, wo diese Grenze liege. ”Wir wollen in Chapter 11 mit so viel Cash wie möglich gehen", wenn dies denn unausweichlich sei. United werde den Flugbetrieb schon am nächsten Morgen fortführen und verhandele mit bis zu fünf Institutionen über eine Zwischenfinanzierung.
BU662 Geschrieben 25. November 2002 Melden Geschrieben 25. November 2002 Da versucht UA mit allen Mitteln, die zuständigen in Washington davon zu überzeugen, das man die 1.8 Mill. US$ rausrückt. Habe aber gehört, das AA sehr großen Einfluß in Washington hat. Trotzdem besteht Hoffnung, denn eine Großpleite als direktes Resultat des 11. September wird sich die Regierung Bush nicht leisten wollen. Das wird sicher eine Rettung in letzer Sekunde werden, damit da keiner sein Gesicht verliert.
huschi Geschrieben 29. November 2002 Melden Geschrieben 29. November 2002 Noch ein aktueller Bericht zum Thema von SPIEGEL ONLINE: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,225024,00.html Bin gespannt, was sich in den nächsten drei Wochen da noch tut. Ich werde es aus nächster Nähe anlässlich meines USA-Urlaubs beobachten, zu dem ich morgen früh aufbrechen werde.
viasa Geschrieben 29. November 2002 Melden Geschrieben 29. November 2002 Stellt euch mal vor was wäre, wenn United Airlines und auch US Airways den Flugbetrieb total einstellen müssen! Auf einmal wäre Airbus Industries in den Staaten "weg vom Fenster"... denn UA/US haben momentan zusammen in ihren Flotten: 121 Airbus A319-100 122 Airbus A320-200 28 Airbus A321-200 9 Airbus A330-300 (total 280 Jets)
NG-SNL7 Geschrieben 29. November 2002 Melden Geschrieben 29. November 2002 ich find das total arg, hätte mir nie gedacht dass es soweit kommen würde. stellt euch mal die star ohne ual vor? die negativen schlagzeilen im moment sprechen nicht gerade dafür, dass viele leute zur zeit einen ua flug buchen bzw. buchen werden - also kann ich mir kaum vorstellen dass sich die einnahmen großartig ändern werden, im gegenteil! ich hoffe auf jeden fall dass kreditgeber der ual doch noch eine chance geben...
viasa Geschrieben 29. November 2002 Melden Geschrieben 29. November 2002 Hart gesagt... Star ist doch ein Flop!!! Ansett Australia - pleite United Airlines - nahe am Abgrund Varig Brasil - auch nahe am Abgrund
sk Geschrieben 30. November 2002 Autor Melden Geschrieben 30. November 2002 Star ist ein Flop? Naja, ganz so hart würde ich es nicht ausdrücken. Star ist sicherlich keine Wundermaschine, die eine noch so marode Airline zur besten der Welt macht. Das Problem dieser drei Fluggeselschaften ist hausgemacht. Ansett hat schlicht und ergreifend einen Preiskrieg in Australien geführt, den sie nicht gewinnen konnten. Bei Ansett hat man vergessen, dass der große Konkurrent QF über ein gutes Interkontnetz verfügt und damit einen Teil des Inlandsstreckennetzes subventionieren konnte. Nach 11.9. war neben der katastrophalen Finanzlage auch ein enorm hohe ausbleibende Passagierzahl (übrigens auch bei QF) der Stein, der die Insolvenz ins Rollen brachte. QF steht nur deshalb jetzt so gut da, weil AN Pleite gegangen ist. Bei UA sieht das anders aus. UA hat durch die hohe Mitbestimmungsquote und mitarbeiterfreundlichen Management (wird durch Mitarbeiter gewählt) den Folus viel zu wenig auf die Kosten, insbesondere Personalkosten gelegt. Man muss sich mal vorstellen, dass UA die 320 wesentlich teurer einkauft, als über LH. UA lässt das LH aber nicht machen, weil sonst 3 Mitarbeiter keinen Job mehr hätten. Das ist zwar jetzt schon einige Jahre her, zeigt aber mit welchen verschwenderischen Mitteln bei UA umgegangen wurde. Der Grund, warum UA jetzt Chapter 11 umgehen will liegt darin, dass dan das Management ausgetauscht wird und die Mitarbeiter keine Einfluss mehr auf das Unternehmen haben. Übrigens will LH das auch nicht, weil ein neues Management pro Star (siehe z.B. US) oder auch gegen Star sein könnte. Ja, und dann haben wir noch Sorgenkind Nr. 3 die Varig. Die leidet an der enormen Konkurrenz in einem großen, aber armen Land. Und die Abwertung der Landeswährung tut ihr übriges. Also wenn man schon die Star Fluggesellschaften, die Pleite sind oder kurz davor stehen, aufzählt, sollte man die Gründe dafür nicht unbeachtet lassen. Wenn wir jetzt anfangen wollten alle Airlines aufzuzählen, die ausserhalb der Star Pleite gegangen sind oder kurz davor stehen, dann müsste David noch ein paar hundert Euro Traffic Gebühren nachlegen Nur mal so als Tipp: Schaut mal bei justplanes.com in der Liste der "Defunct Airlines": http://www.justplanes.com/AirlineHist.html
viasa Geschrieben 30. November 2002 Melden Geschrieben 30. November 2002 Was haltet ihr davon??? http://www.star-pr.com/global/show_picture...dqnj&csok=1 Varig Airbus A340-600
ATmstein Geschrieben 30. November 2002 Melden Geschrieben 30. November 2002 Mag sich jetzt vielleicht ziemlich sarkastisch anhören, aber der Star würde ich es gönnen. Das AC mit Canadian die letzte kanadische Konkurrenz wegkaufte, hat mir den Laden ziemlich unsympatisch gemacht! Ausserdem hat LH genug Geld. Und vielleicht würde der Zusammenbruch zu mehreren kleineren neuen Airlines in den USA führen. Wünschen möchte ich es den UA Angestellten aber nicht. Ich sehe aber keine Bedrohung der Existenz der UA an, denn die Amis werden den Laden notfalls schon unterstützen.
PADflyer Geschrieben 30. November 2002 Melden Geschrieben 30. November 2002 @ATmstein: Die Übernahme von CP durch AC ging doch nicht von AC und Star aus! CP und AA haben doch zuerst eine feindliche Übernahme der AC angestrebt, woraufhin Star verständlicherweise einfach den Spieß umgedreht und ein Angebot für CP vorgelegt hat. Selbstverteidigung ist ja wohl noch erlaubt. Also unter diesem Gesichtspunkt kann ich deine Abneigung gegen Star nicht nachvollziehen!
coolAIR Geschrieben 30. November 2002 Melden Geschrieben 30. November 2002 Bei der AC/CP-Geschichte in Kanada muss man aber auch erwähnen, dass vor der Übernahme von CP durch AC mit Hilfe von einigen Star-Partner, eine Investmentgesellschaft (oder ähnliches) AC unter Führung von CP fusionieren wollte, womit die Star dann AC verloren hätte. AC hat mit finanzieller Hilfe der Star Alliance einfach den Spieß umgedreht. Die Initiative ging also nicht von AC bzw. Star aus um z.B. den Wettbewerb in Kanada zu eliminieren, weshalb auch solche Vorwürfe gegen AC, Star und LH unzutreffend sind. Außer Frage steht, dass es dem gesunden Wettbewerb natürlich nicht gerade zuträglich ist, wenn die zwei größten Airlines eines doch recht großen Landes wie Kanada zu einer Megaairline fusionieren. Die herausragend vorteilhafte Stellung in vielen Märkten hat AC bislang nicht in einen beeindruckenden Unternehmenserfolg ummützen können. Zur Bewertung der Vorgänge bei einigen der Star Alliance-Mitglieder kann ich mich sk vollständig anschließen. Der Verlust von Ansett in Australien ist für die *Alliance als Ganzes verschmerzbar, für SQ aber doch recht hart, weshalb sie auch nach Alternativen in diesem Markt sucht. Ich denke, da wird man sicher irgendwann eine Lösung präsentieren können (Stichwort Virgin Blue). Wie sich der Deal QF-NZ weitereintwickeln wird, muß man abwarten. Zunächst mal stehen zumindest vordergründig keine Veränderungen in der Allianzfrage von NZ und QF an. Brasilien befindet sich zusammen mit weiten Teilen Lateinamerikas in einer außerordentlich schwierigen Situation, weshalb der schlechte wirtschaftliche Zustand der RG sehr nachvollziehbar ist. Die Situation bei UA wurde schon ausführlich erläutert. Auch ich denke, dass UA selbst mit einem Chapter11-Antrag nicht untergehen wird. Auf keinen Fall wird der Trend hin zur Aufspaltung in mehrere kleinere Airlines gehen, eher im Gegenteil läuft es mehr auf eine Annäherung von UA und US hinaus. Dennoch birgt eine UA in Chapter11 auch für Star einige Risiken, das kann man nicht verhehlen, z.B. Imagefrage für Kunden /Gefahr der Abwanderung zur Konkurrenz oder Einschränkungen beim Netzwerk der UA (sowohl international als auch - für LH bedeutender - inneramerikanisch [Hubzubringer und strategisch wichtige Strecken]). Insgesamt steckt Star zwar in einer nicht einfachen Situation. Sie ist aber dennoch in vielen Märkten die führende Allianz und weltweit betrachtet die, die am besten aufgestellt ist. Skyteam hat unter Führung der Air France mächtig und eindrucksvoll aufgeholt und sich zu einem starken Gegenspieler entwickelt. Dagegen hat sich Oneworld leider, das muss man einfach so sagen, nur sehr mäßig entwickelt. Es sind zwar viele gute Airlines dabei, der weltumspannende Allianzgedanke ist aber oft nicht richtig vorhanden. Am meisten bremsen die Querelen um die Open-Sky-Abkommen zwischen den US und GB. Desweiteren agiert(e) BA auf dem europäischen Markt äußerst seltsam und bisweilen richtgungslos (Go, DtBA, TAT, LGW-LHR, usw. usf.). Gestern so, heute umgekehrt und morgen wieder ganz anders - das scheint das Motto von British Airways (gewesen) zu sein. Schade für oneworld, weil die in ihrer Entwicklung nun doch um einiges zurückliegt. Im Sinne des gesunden Wettbewerbdrucks sind mehrere in etwa gleichstarke Allianzgruppen sehr wichtig. Hoffentlich entwickelt sich nach dem Aufstieg des SkyTeams auch oneworld wieder einigermaßen vernünftig weiter (selbstverständlich ohne die *Alliance zu überholen, das muss nun nicht gleich sein ).
ATmstein Geschrieben 30. November 2002 Melden Geschrieben 30. November 2002 "Kleine Airlines haben es in den USA sehr schwer" Das ist überall so. Sicher besteht gerade in den USA die Gefahr durch eine Übernahme eines anderen grossen Carriers, der noch grösser wird. Wo die Skyteam allerdings den Vorteil gegenüber OneWorld haben soll, weiss ich nicht so ganz. Sicher hat sich die OneWorld nicht megagut weiterentwickelt in der letzten Zeit, aber das Streckennetz bei OW wird besser sein und die Airlines die bei Skyteam sind, sind echt nicht verlockend. (Franzosen Streiken andauernd, Alitalia gehts schlecht, schlechter Service bei fast allen in der Eco, Korean hat in den letzten Jahren ne miese Absturzserie gehabt, kein grosser Südamerikapartner, nur Aeromexiko)
sk Geschrieben 30. November 2002 Autor Melden Geschrieben 30. November 2002 Oneworld leidet unter dem Debakel BA/AA. Die bekommen auf absehbare Zeit keine Erlaubnis für eine Kooperation. Von daher leidet die Oneworld gerade darunter. Und einige spielen mit dem Gedanken zu wechseln. Aber das hatten wir schon mal!
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