fv154 Geschrieben 6. Februar 2003 Melden Geschrieben 6. Februar 2003 Grounding der Air Lib mit ungewissem Schicksal für Personal PARIS - Die vor der Pleite stehende zweitgrösste französische Fluggesellschaft Air Lib hat in der Nacht zum Donnerstag den Flugbetrieb eingestellt. Das Schicksal von 2500 Beschäftigten ist ungewiss. Nachdem der niederländische Investor IMCA vom europäischen Flugzeugbauer Airbus keinen Vorzugstarif für neue Passagiermaschinen erhielt, verweigerte er jede weitere Unterstützung für das angeschlagene Unternehmen. Air Lib war in Frankreich die ernsthafteste Konkurrenz für das nach und nach privatisierte Staatsunternehmen Air France. Der französische Verkehrsminister Gil de Robien sagte in der Nacht, über das weitere Vorgehen müssten die Handelsgerichte entscheiden. Die Regierung wolle sich um Auffanglösungen für die rund 2500 Beschäftigten von Air Lib bemühen. Die für Donnerstag angesetzten Air-Lib-Flüge - etwa nach Mailand, Algerien und zu den französischen Antillen - wurden abgesagt. Unterdessen erklärte sich Marktführer Air France bereit, die Passagiere mit Air-Lib-Tickets im Rahmen der Möglichkeiten auf ihre Flüge zu übernehmen. Auf dem Flughafen Orly im Süden von Paris sollte am Morgen eine Belegschaftsversammlung von Air Lib mit Unternehmenschef Jean-Charles Corbet stattfinden. Nachts hatten die Schalter der Gesellschaft bis auf weiteres geschlossen. Air Lib schuldet dem französischen Staat Steuern, Arbeitgeber-Abgaben und Flughafen-Gebühren in Höhe von mindestens 80 Mio. Euro. Die Gesellschaft war 2001 aus den zusammengebrochenen Vorgängerinnen Air Outre-Mer (AOM) und Air Liberté geschmiedet worden, die von der SAirGroup kontrolliert worden waren. (sda) (www.tagesanzeiger.ch) Jaja...Der Markt ist momentan sehr hart...
sk Geschrieben 6. Februar 2003 Melden Geschrieben 6. Februar 2003 War ja fast schon klar, obwohl das Rollenspiel von IMCA in letzter Zeit immer schlechter zu durchschauen war. Damit dürfte m.M. nach das Kapitel Air Lib abgeschlossen sein. Spätestens durch den Imageschaden des Groundings, dürfte man unter diesem Namen so schnell kein Kundenvertrauen bekommen. Es wird in Europa noch mit bis zu 10 Pleiten mittlerer Fluggesellschaften bis Ende März gerechnet.
fv154 Geschrieben 6. Februar 2003 Autor Melden Geschrieben 6. Februar 2003 Was meint ihr, welche dazu gehören? Ich denke, diese 3 werden dabei sein, der Wahrscheinlichkeitsgrösse nach geordnet: - Aer Lingus (für mich faktisch schon am Boden) - Olympic Airways - SN Brussels Für alle Pessimisten, die hier die Swiss auflisten werden: Ich denke, dass auf Beginn des neuen Sommerflugplans die Flotte und Streckennetz drastisch gekürzt werden, vor allem was den Regionalverkehr betrifft. Auch wird man m.E. Basel so gut wie einmotten müssen, um sich auf den Hub ZRH zu konzentrieren. Somit wi man das Überleben für eine weitere Zeit sichern können.
ATmstein Geschrieben 6. Februar 2003 Melden Geschrieben 6. Februar 2003 Aer Lingus sehe ich nicht so sehr als Wackelkandidaten an, auch wenn die Lage dennoch sehr mies ist. Wer meiner Meinung auch ein starker Kandidat in dieser Hinsicht ist, ist British Midland. Nach dem 11.9. war der Laden extrem knapp am Ende vorbeigeschliddert. OA und SN werden auch über den Jordan gehen, allerdings wird es zumindest bei SN noch ein wenig dauern, schätze ich. ST wird auch irgendwann das zeitliche segnen, auch wenn totgesagte länger leben. DI gebe auch nicht mehr lange. Der gesamte MYT Konzern wird ebenfalls gegen die Wand fahren, was gleich drei Airlines weniger bedeuten würde. Soweit meine Pessimistischen Thesen.
huschi Geschrieben 17. Februar 2003 Melden Geschrieben 17. Februar 2003 17. Februar 2003, 17:10, NZZ Online http://www.nzz.ch/2003/02/17/wi/page-newzzDCAMEUKX-12.html Air Lib vor der Auflösung Seit über einer Woche stehen die Flugzeuge am Boden Die Air Lib, die Nachfolgefirma der ehemaligen Fluggesellschaft AOM/Air Liberté soll aufgelöst werden. Dies hat am Montag der Staatsanwalt gefordert. Die Air Lib hatte letzte Woche Konkurs angemeldet. (ap) Die Staatsanwaltschaft hat beim Handelsgericht in Créteil bei Paris die Auflösung der zweitgrössten französischen Fluggesellschaft Air Lib beantragt. Der Anwalt des Betriebsrats sagte am Montag, in der Verhandlung habe die Unternehmensführung von zwei möglichen Investoren gesprochen und eine Bankbürgschaft in Aussicht gestellt. Das Gericht wollte seine Entscheidung am Abend bekannt geben. Air Lib hatte letzte Woche Konkurs angemeldet. Die 30 Flugzeuge der Air Lib dürfen bereits seit über einer Woche nicht mehr starten, weil die französische Regierung die Zulassung für den Flugbetrieb nicht verlängerte. Zuvor war die niederländische IMCA-Gruppe nach monatelangen Verhandlungen abgesprungen. Die Airline hat bei staatlichen Institutionen wie der Sozialkasse oder den Pariser Flughäfen 120 Millionen Euro Schulden. Die ehemalige Fluggesellschaft AOM/Air Liberté war vor allem nach der Pleite ihres einstigen Hauptaktionärs Swissair ins Trudeln gekommen. Air Lib fliegt vom Pariser Flughafen Orly aus 17 Städte in Frankreich, die französischen Überseegebiete, Kuba und Algerien an. Von August 2001 bis August 2002 transportierte die Airline 3,8 Millionen Passagiere im Linien- und Charterverkehr.
Gast Swissfighter Geschrieben 17. Februar 2003 Melden Geschrieben 17. Februar 2003 Die ehemalige Fluggesellschaft AOM/Air Liberté war vor allem nach der Pleite ihres einstigen Hauptaktionärs Swissair ins Trudeln gekommen. Dem kann ich nicht zustimmen. Die Airline trudelt schon viel viel länger, nur war die SAir Group zu dumm, das zu merken und ist trotzdem eingestiegen. Edit: Ich wage mich mal etwas heraus und sage, dass Alitalia auch in absehbarer Zeit das weite segnen wird. Andere Kandidaten wären für mich: Aer Lingus bmi British Midland Olympic SN Brussels Airlines Austrian Airlines Volare TAP Air Portugal Auf anderen Kontinenten: United Airlines BWIA West Indies Airways Varig [ Diese Nachricht wurde geändert von: Swissfighter am 2003-02-17 18:26 ]
fv154 Geschrieben 18. Februar 2003 Autor Melden Geschrieben 18. Februar 2003 Ähem...kleine Korrektur. Nicht die Swissair hat die AOM/Air Liberté ins Trudeln gebracht. Bei AOM war es eigenes Verschulden, die waren tiefrot, als sie die SAirGroup in den Qualiflyer aufnahm und zu sanieren versuchte. Air Liberté war eine gesunde Airline, bis sie von British Airways zuerst aufgekauft, dann ausgeplündert und schliesslich fallen gelassen wurde.
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