ATN340 Geschrieben 14. März 2005 Melden Geschrieben 14. März 2005 Hallo Gemeinde, für meine Dipl-Arbeit "Strategische Flottenplanung" bin ich gerade dabei, einen Fragebogen mit ca. 40-50 Fragen zu erstellen, der an alle namhaften dt. Airlines geschickt wird und aufgrund von Vorgesprächen kann ich auch garantieren, dass einige Firmen auch antworten werden Der Fragebogen soll dabei helfen, einen "Hierachy-Pattern" bei der Flugzeugbestellung herauszufiltern. Daher möchte ich Fragen zu allen Dingen stellen, sowohl Pax-Needs wie auch technische Details und/oder Dinge für die sich in erster Linie die BWLer der Airline interessieren. Die Unternehmen werden gebeten, die Punkte auf einer Skala von 1-10 zu evaluieren. Now it is your turn, was muss ein Flugzeug eurer Meinung als Paxe, Crew-Member, Ground-Staff oder Admin bei Airlines haben, damit ihr es als "gut" bezeichnet? Vielen Dank für eure Hilfe ATN
LXBSL Geschrieben 14. März 2005 Melden Geschrieben 14. März 2005 Hallo, hab leider nicht viel Zeit, also kurz. Schau mal auf der LH Seite unter "der Konzern", nach da gibt es so eine Unterrubrik Komfort. Sowas ähnliches gibt es auch auf der Condor und LTU Seite. Da lassen sich gut ein paar Fragen zusammenstellen. Was stduierst du denn? BWL? Hab mir so ein ähnliches Thema auch schon mal als Diplomarbeit überlegt. kannst mir auch ne Private Mail schicken.
Noatak Geschrieben 14. März 2005 Melden Geschrieben 14. März 2005 Nachfolgend meine Ideen bzgl. deiner Frage, die mir so spontan als Pilot einfallen: - Möglichkeit eines papierreduzierten Cockpit- Environment, d.h. alle Publikationen für den Flieger selber und für die Operation (Ops. Manual) sollten in elektronischer Form verfügbar sein. Es bleiben dann nur die eigentlichen Checklisten bzw. ein QRH (Quick Reference Handbook) übrig. Das ist mir als Pilot lieb da ich weniger Arbeit mir dem revidieren der Handbücher habe und reduziert die laufenden Kosten der Operation. Auch Navigationskarten in elektronischer Form währen begrüßenswert. - Ein möglichst leises Cockpit, denn Lärm ist ein nicht zu unterschätzender Streßfaktor. - Ein ergonomiches Cockpit mit einem einheitlichen durchdachten Konzept (vgl. Airbus FBW). Dies macht mir das arbeiten v.a. bei vier und mehr Sektoren am Tag zu verkehrsreichen Plätzen wie LHR einfacher da es die unmittelbare Arbeitsbelastung reduziert. Dadurch wird auch die Sicherheit erhöht, da beide Piloten sich mehr dem Monitoring widmen können. - Ausreichende Performance für den gewünschten Einsatzbereich. D.h. Strecken sollten zu dem jeweiligen Muster passen und es sollte nicht dazu kommen das man Langstrecken mit einem nicht unbedingt geeigneten Flugzeug fliegt, zwar mag die Reichweite auch unter Berücksichtigung der erforderlichen Reserven für den nächst möglichen Alternate vorhanden sein, doch schränkt dies meine Möglichkeiten hinsichtlich Kraftstoffplanung ein. U.u. kommt es dann zu diversions, die evtl. vermeidbar gewesen wären. - Die Möglichkeit Performancedaten für den take off mittels PC Software zu berechnen, gleiches gilt dann auch für die Möglichkeit Weight und Balance ebenfalls am Laptop selber zu machen. Dies spart Geld da zum einen bei der Performance z.B. bei Airbus bessere Resultate erzielt werden können wie min Performancedaten in Tabellenform und bei Weight und Balance habe ich als Pilot die Kontrolle über die Erstellung des Loadsheets, was gerade in „unsicheren“ Gegenden von Interesse ist. Mal abgesehen davon das dies auch Geld beim Handling spart. - Von der Trainingsseite her wäre interessant das ich für das erforderliche Training in einem Simulator nicht um die halbe Welt fliegen muß. Dies nervt und kostet viel Geld. - Bei einem LR Flieger mit entsprechenden sehr langen Strecken, ausreichende und gute Crewrest Möglichkeiten.
Research Geschrieben 15. März 2005 Melden Geschrieben 15. März 2005 Ich würde mir überlegen, ob nicht eine Skala von 1-10 etwas zuviel des guten ist. Für eine Bewertung durch Befragte hat sich das nicht unbedingt bewährt, vor allem dann nicht, wenn Du kein Leitfadengespräch führst. Außerdem ist es sinnvoll, eine ungerade Skala zu verwenden, damit die Kollegen die Möglichkeit haben "die Mitte" zu wählen... Ich rate Dir zu einer Skala von 1-5. Der Aussagegehalt wird sicherlich nicht geschmälert.
nabla Geschrieben 15. März 2005 Melden Geschrieben 15. März 2005 @ATN340: Was ist das Ziel Deiner Diplomarbeit? Meinst Du das Du damit wirklich interessantes herausfinden kannst? De Facto ist es in der Praxis doch einfach so: Es gibt eine Abteilung "Flugzeugbewertung" (o.ä.) die für die Airline die entsprechende gesamtwirtschaftliche Analyse durchführt. Und es gibt eine Abteilung, die die Flugzeuge einkauft. Die aber unterstehen dem jeweiligen Vorstand / Geschäftsführung / etc. und was dann tatsächlich bestellt wird ist sehr oft eine rein politische Frage, die nur noch sehr wenig mit den Rahmenparametern zu tun hat. Die Interessen der Piloten, Maintenance, Stationen, Cargo etc. werden also alle berücksichtigt, nur sind in der Wichtigkeit noch deutlich unter den finanziellen Faktoren angesiedelt und selbst diese stehen hinter den "politischen" Dingen zurück. Es läuft also eher darauf hinaus, daß ein neues Flugzeug auf den Hof gestellt wird und sich alle damit arrangieren. Das es früher auch mal andere Zeiten gab, weiß ich auch... Gruß, Nabla
Gast Geschrieben 15. März 2005 Melden Geschrieben 15. März 2005 Das ist höchstens noch in Disneyland so. Wenn ein Blutsauger vom Schlage Bischoff oder ähnlich eine ranzige Fokker 100 für lau bekommt dann nimmt er die und fertig! Alle anderen Belange sind sekundär oder völlig egal, genau wie die Belegschaft. Sonst treffen die von nabla erwähnten Überlegungen natürlich zu. Nur sind das Dinge die man euch an einer ach so schlauen Uni scheinbar nicht beibringt. Deutschland ich hab Angst um dich!
ATN340 Geschrieben 15. März 2005 Autor Melden Geschrieben 15. März 2005 Nabla, Staupe dass ist genau dass was ich rausfinden will Wird bei Orders auf die Praxis Rücksicht genommen oder werden wirklich nur noch BWLer gefragt, die alle billigen Optionen aus dem Katalog zusammensuchen und der GF zeigen, die zückt den Kugelschreiber und alle haben die Entscheidung "von oben" zu akzeptieren - auch wenn es für Crews, Maintenance etc. der letzte B***SH** ist Dass gehört auch zur strategischen Planung, dass Flugzeug zu bestellen, dass den Anforderungen aller gerecht wird, Crews (Weil sie damit arbeiten), Paxen (Weil sie dafür bezahlen, qualitativ gut und sicher zu fliegen) und Management (Weil es deren Aufgabe ist, ein praktikables und wirtschaftliches Gerät zu besorgen). Letzendlich will ich etwas über die Order-Practices herausfinden und dann an einem "lebenden Beispiel" gucken, wie es sich praktisch Auswirkt, wenn sich das Management wirklich für das finanziell lukrativere Angebot entscheidet auch wenn die "Vorherigen Parameter" eine andere Entscheidung geradezu provozieren Mehr kann ich hier nicht sagen, da die Daten vertraulich sind Wer tippen will um welches Bsp es geht - jede PM willkommen, es handelt sich aber nicht um LH! ATN
Focus Geschrieben 15. März 2005 Melden Geschrieben 15. März 2005 Meiner Meinung nach gibt es unzählige Punkte auf die Fluggesellschaften bei der Bestellung Ihrer Flugzeuge achten. Nach Einzelpunkten zu Fragen könnte eine endlos lange Liste geben. Die Fragen müssen also Sinnvoll zusammengefasst werden, z.B. wie vorhin beim Cockpitbeispiel: Ergonomie des Cockpit. Eine wichtige Kernfrage ist die nach dem strategischen Ziel. Zunächst mal ist interessant: Wo will die Airline langfristig überhaupt hin? In welchen Märkten will sie sich tummeln? Eine Low-Cost-Airline z.B. wird andere Prioritäten setzen als eine Business-Airline. --> Offene Frage oder Zielmärkte definieren
ATN340 Geschrieben 15. März 2005 Autor Melden Geschrieben 15. März 2005 Danke Focus, du bringst es auf den Punkt! Die Fragen möchte ich so stellen, um herauszufinden, ob es -egal von welchem Biz-Modell wir reden- einen "Leitfaden" gibt, dem alle Airlines bei ihren flottenpolitischen Entscheidungen folgen und in nächster Instanz wie weit der Einfluss der Nicht-BWLer dabei (noch) ist, vgl. obere Beiträge oder -um Nabla und Staupe sinngemäss wiederzugeben- ob dem Kostendruck mittlerweile alles untergeordnet ist, selbst wenn die Alltagsarbeit dadurch erschwert wird. ATN PS: Research, danke ich habe in deinen Statistik-Kursen aufgepasst, die Skalierung wird verändert
topper Geschrieben 15. März 2005 Melden Geschrieben 15. März 2005 Einen Punkt hast Du bei Nabla nicht rausgelesen: Es sind sehr oft "politische" oder wenn Du so willst Golfplatz- Entscheidungen. Das wird Dir aber wohl kaum jemand erzählen, eher werden die Zahlen so hingebogen, dass es halt für das präferierte Modell passt. Frei nach dem Motto: Was nicht passt wird passend gemacht. Das Thema gab es ja auch schon unzählige Male bei den Boeing vs Airbus Diskussionen. In dem Ryanair-Buch wurden auch einige Punkte genannt wie, wann und warum bestimmte Maschinen bestellt wurden. Das reicht natürlich nicht für ne DiplArbeit aber gibt Dir vielleicht noch ein paar Denkanstösse. Ansonsten ist es ein interessantes Thema und ich wünsche Dir viel Erfolg! Gruss topper (der selber auf der Suche nach nem DiplArbeitsthema ist)
Birger Geschrieben 15. März 2005 Melden Geschrieben 15. März 2005 Auf jeden Fall gehört die Frage der Lärmimmission (am Boden, nicht im Cockpit) zu den Punkten, die bei der strategischen Flottenplanung zu berücksichtigen sind. Hierbei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass z.B. in der 250-to-Klasse (A330, A340, B 777) drastische Unterschiede zwischen Zwei- und Vierstrahlern bestehen (in 20 km Entfernung nach AzB ca. 13 dB(A) in der Spitze beim direkten Überflug). Birger [ Diese Nachricht wurde geändert von: Birger am 2005-03-15 23:43 ]
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