scandic Geschrieben 21. Januar 2006 Melden Geschrieben 21. Januar 2006 Der Flughafen Rostock-Laage, den die Stadt betreibt, ist ein Minusgeschäft. 600 000 Euro kostet es Rostock dieses Jahr. Jetzt werden Überlegungen laut, dass sich die Kommune als Gesellschafterin ausklinkt. Stadtmitte Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) lässt die Katze aus dem Sack: Im Zuge des enormen Spardrucks der Stadt (Rostock droht die Zwangsverwaltung durch das FM MV, wenn nicht sofort gegengesteuert wird (Anm. von mir) gehöre das Engagement für den Flughafen Laage auf den Prüfstand. Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) will das nicht verstehen. „Das Land hat den Flughafen mit über 20 Millionen Euro gefördert.“ Deshalb müsse Rostock für lange Zeit den Flughafen betreiben. Die Stadt wird dieses Jahr aber 600 000 Euro für den Flughafen zahlen müssen. Mittelfristig werde die Summe sich wieder auf 300 000 Euro einpegeln, sagt Jochen Bruhn, Geschäftsführer der Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding (RVV). Die hält als Unternehmen der Stadt 54 Prozent Anteile am Flughafen. Die anderen Beteiligungen haben die Stadt Laage, der Landkreis Güstrow und das Dorf Weitendorf. Die Augen des Wirtschaftsministers leuchteten, als er den großen Flieger zur Eröffnung des neuen Terminals in Rostock Laage am 9. September 2005 einwinken durfte. Doch ein Flughafen rechnet sich erst ab einer halben Million Passagiere pro Jahr. Von Laage fliegen aber nur etwa 160 000 Menschen pro Jahr. Dass sich Mecklenburg-Vorpommern mit den weiteren Regionalflughäfen in Parchim, Trollenhagen, Heringsdorf und Barth verzetteln könnte, lässt Ebnet nicht gelten. „Das Urteil überlassen wir den Historikern“, sagt der Wirtschaftsminister. „Das Land sollte sich auf den Flughafen Laage konzentrieren“, rät CDU-Fraktions-Chef Kay-Uwe Nissen. „Rostock kann nicht einen Landesflughafen betreiben. Das ist ein Zuschussgeschäft.“ Rein flächenmäßig ist Laage der drittgrößte Flughafen Deutschlands. Der Standort verfügt über große Potenziale. Aber auch für Maxi Malzahn, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90 in der Bürgerschaft, ist das Betreiben eines Flughafens nicht Aufgabe einer Stadt. „Die Kosten sind zu hoch“, sagt sie. Das ist auch der Tenor der Linkspartei.PDS. „Ohne den Flughafen hätte Rostock weniger Probleme“, urteilt Geschäftsführerin Maren Haase. Der neue Terminal in Laage ist oft verwaist. Mit der Fluggesellschaft Dauair gibt es jetzt eine finanziell günstigere Verbindung nach München und Köln. „Das Unternehmen will irgendwann ohne Landeszuschüsse auskommen“, betont der Minister. Dauair sei ein junges Unternehmen, das mit attraktiven Preisen an den Markt gegangen sei. Studenten könnten schon ab 39 Euro fliegen. Momentan wird die Bahnstrecke, die über Lalendorf nach Berlin führt, ausgebaut. „Ich warne vor Illusionen, damit auf eine gute Zuganbindung zum Flughafen zu setzen“, sagt Ebnet. Dafür reiche das Passagieraufkommen nicht aus. „Die Stärke von Laage ist das kostenfreie Parken für Reisende.“ Es gebe auch Überlegungen für neue Verbindungen. Dauair fliegt ab Sommer Laage-Dortmund-Zürich. [c] Ostseezeitung, 21. Januar 2006 Immerhin sind die Lasten der Steuerzahler zu tragen hat, deutlich geringer als in anderen Städten. Bei einem Zuschuss von 600T EUR und einem Anteil von 54% beträgt der Gesamtverlust des Flughafens wohl knapp 1,1 Mio EUR jährlich. Sofern der Steuerzahler überhaupt in Anspruch genommen wird [1], ist das doch vergleichsweise günstig ;-) [1] Die Verrechnung der Verluste des Flughafens erfolgen in der Rostocker Verkehrs- und Versorgungsholding (RVV) mit den Gewinnen anderer kommunaler Unternehmen
JoFMO Geschrieben 21. Januar 2006 Melden Geschrieben 21. Januar 2006 Ich finde es ist ein bisschen viel verlangt, wenn die Stadt Rostock alleine den Flughafen tragen soll. MecPom sollte sich tatsächlich auf Rostock konzentrieren und die entsprechenden Kosten übernehmen. Rostock-Laage liegt sehr günstig in der Mitte von MecPom und ist für die allermeisten Landesteile gut erreichbar. Solche Mätzchen mit Parchim, Trollenhagen und Barth sollte man sich sparen, die sind absolut überflüssig. Vielleicht hat Parchim eine Chance als Frachtflughafen für die Region Mecklenburg-Hamburg. Heringsdorf hat vielleicht ebenfalls eine Chance den Tourismus auf Usedom zu stimulieren, sicherlich sollte man die Polen stärker mit einbinden. Swinemünde hat immerhin 50.000EW. Vielleicht wäre eine Umbenennung nicht schlecht: Usedom-Swinemünde (natürlich in polnishcer Schreibweise).
Pirx Geschrieben 21. Januar 2006 Melden Geschrieben 21. Januar 2006 Der Verlust von 1,1 Mio. bezieht sich wohl auf 2003. Für die Zukunft dürfte das mit den Folgelasten für das neue Terminal noch sehr viel teurer werden. Das konnte man sich aber vorher ausrechnen.
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