Paule22 Geschrieben 5. Februar 2009 Melden Geschrieben 5. Februar 2009 Ich werde mich zwar nicht mehr an alles haargenau erinnern können, doch angeregt durch das Airport-Quiz und auch, weil ich selber damit spielte, werde ich versuchen, ein paar Eindrücke aus einer etwas ruhigeren Ecke Europas rüberzubringen: Die Shetland-Inseln Wie kommt man nach Shetland? Alles begann damit, dass ich überlegte, was ich im Januar zwischen Neujahr und meinem Umzug nach Dänemark noch so anstellen könnte. In langen Nächten durchforstete ich das Netz um mal wieder einer britischen Insel(ja ich weiss, so richtig britisch sind diese Inseln alle nicht) einen Besuch abzustatten. Jersey Ende 2007 hatte mir sehr gefallen, auch wenn das nur ein 2tägiger Abstecher gewesen war. Eines Nachts und mal wieder viel zu lang wach für die Arbeit am nächsten Tag, fand ich bei Highland Airways den Flug LSI(Sumburgh, Shetlands) nach Inverness für 23,99 Pfund und buchte prompt. Die nächsten Tage wurde also drumherum geplant und bald stand die Reise. Auf ging es an einem völlig verschneiten Montagmorgen von Duisburg mit dem Regionalexpress über Krefeld nach Weeze. Mit dabei hatte ich nur eine, zwar nur 7.5kg schwere, aber sehr große Tasche, bei der ich immer Angst hatte, dass das als Handgepäck nicht mehr durchgeht. Da man diese aber auch auf dem Rücken balancieren kann, hat niemand etwas gesagt. 05.01.2009 (10:05 – 10:35) FR2184 NRN-BHX EI-DYE (738) 16C Aufgrund des Schnees gab es drei Stunden Verspätung, weil die Maschine nicht ankam. Ich war aber froh, dass es überhaupt noch klappte und Ryanair den Flug nicht komplett strich, was an diesem Morgen an vielen Flughäfen passierte. So landeten wir gegen 13:00/13:30 Uhr in Birmingham, wo nicht mehr viel vom Schnee zu sehen war. Der Flug war eher schwach ausgelastet und wie eigentlich bei Ryanair üblich, konnte man noch als fast Letzter reingehen und sich an den Notausgang setzen. Nach der Landung in Birmingham ein schrottiges Handyfoto: Ich hatte mir vorgenommen ein bisschen in Birmingham rumzulaufen, wo ich im letzten Jahr schon einmal ein paar Tage gewesen war und was mich sehr überrascht hatte. In der Fußgängerzone sieht man kaum noch englische Gesichter, sondern eher einen bunten Mix aus Indern/Pakistanis und vielen anderen Nationalitäten. Diese Mischung ist aber keineswegs explosiv sondern ziemlich angenehm. Fast alle sind relativ freundlich und verstehen sich gut. Diese Vielfalt führt auch dazu, dass es in Birmingham einen tollen Markt gleich unterhalb der Stadt gibt, wo man zu absoluten Schnäppchenpreisen jedwedes Obst oder Gemüse kaufen kann und ganzjährig es zwei große Markthallen gibt, eine eher als Teppichlager und Krimmskrammsladen anzusehen und eine mit vielen Fleisch- und Fischständen, wo es wirklich von Innereien bis Kuhfüße alles gibt, was die Tierwelt so zu bieten hat. Die Zeit war aber durch die Verspätung von Ryanair eher knapp, so dass es gut war, dass ich mich auskannte und nur eine kleine Runde drehte, bei M&S in Ruhe eine Suppe aß, bei Selfridges im Bullring-Einkaufscenter ein paar frische Donuts kaufte und nach einem Rundgang durch den Markt den Zug wieder zurück zum Flughafen nahm. 05.01.2009 (17:35 – 18:55) WW1343 BHX-ABZ G-OGBD (733) 20B Also auf zu meinem zweiten Flug mit Bmibaby. Nachdem zum Bording aufgerufen wurde, sammelte sich eine lange Schlange vorm Gate, die nach einer halben Stunde erstmal wieder zurück auf die Plätze geschickt wurde, nur um dann fünf Minuten später mit dem Bording zu beginnen. Ich hatte mich Tags zuvor online eingecheckt und 20B zugewiesen bekommen, was mir schon sehr missfiel, aber so ist das wohl, wenn man nicht für den Sitz extra bezahlt. In der wirklich sehr betagten 737-300 stellte sich dann folgendes Bild dar: Alle Passagiere saßen auf einem Haufen, immer 6 in einer Reihe, in den Reihen 1-10 und 16-22. Dazwischen herrschte gähnende Leere. Nach dem Start und dem Service wo ich auf Grund des eher makaberen Sitzabstands mit 1,91m mich schon etwas eingeengt fühlte, verzog ich mich dann in die komplett leeren Reihen 23-27(?) und verschlief den Rest des kurzen Fluges. Die Crew kam auch nicht mehr durch die Kabine, sondern hatte kurz hinter mir eine sehr angeregte Diskussion über weitesgehend weibliche Themengebiete. Wir landeten planmäßig in Aberdeen und der Bus brachte mich dann mit Hilfe des freundlichen Busfahrers an eine Bushaltestelle, von der es nur noch 10 Minuten Fußweg zur Jugendherberge waren, die in Aberdeen etwas außerhalb liegt. Die Jugendherberge in Aberdeen ist ein Stützpunkt von vielen verschiedenen Gruppen von Menschen, so erzählte mir am nächsten Morgen ein etwas älterer Plattformarbeiter von seinen Schwierigkeiten, einen Job zu bekommen und überhaupt zur Plattform hinzukommen, weil die Züge in Großbritannien so beschissen wären. Es waren natürlich auch jüngere Leute da und in der großen Küche fand man eigentlich immer jemanden zum Reden. Ein älterer Herr erzählte mir noch aufgeregt von den Kurschwankungen des Pfundes gegenüber des Euros. Das Zimmer war eher dreckig, was aber auch daran lag, dass ein Bett wieder so aussah, als würde jemand länger dort leben und hätte seine dreckige Wäsche überall auf dem Boden verteilt. Aber für zwei Nächte konnte man es gut aushalten, auch der Mann an der Rezeption war sehr freundlich, half und erzählte mir von seiner Heimat, den Orkneys. Am Dienstag schaute ich mir Aberdeen an und die Stadt wird ihrem Namen „Granitstadt“ oder auch Silver City sehr gerecht. Alles ist in markantem grau gehalten: „Beautiful Aberdeen“ Nach einem Besuch beim örtlichen M&S ging ich ins Maritimmuseum in Aberdeen, was mir in der Touristeninformation wärmstens ans Herz gelegt wurde. Es ist kostenlos, meines Erachtens aber nicht sonderlich interessant bis auf 2 Dinge: Man hat 1. einen ganz guten Blick auf den Hafen und 2. gibt es eine interessante Ausstellung zum Leben auf einer Ölplattform, vieles ist nachgebaut und es gibt ein Video über die Heliflüge zu den Plattformen. Ich versuchte mich danach zum Fischmarkt durchzuschlagen, der sich aber nur als Großmarkt herausstellte und mir keinen Zugang ermöglichte. Also strich ich durch den Bahnhof und die Einkaufscenter und genehmigte mir eine Portion Haddock&Chips. Danach ging es ins „Provost Skene House“, welches ein Gebäude aus dem 16./17. Jahrhundert ist, wo man tolle Einblicke in die wie damals eingerichteten Räume bekommt. Provost Skene House Auch war ich am Strand: Und habe mit Hilfe eines Faltblatts eine kleine Tour über das Universitätsgelände gemacht, wo sich sehr schön alt mit sehr britisch hässlich abwechselt: Aberdeen University (die Krone scheint wohl selten zu sein) Abends hieß es früh ins Bett zu gehen, denn am nächsten Morgen um 06:30 ging es endlich auf die Shetlands. Ich hatte den frühen Flug mit Loganair/Flybe nur aus Preisgründen gewählt, aber im Endeffekt gab er mir auch mehr Zeit auf den Inseln. Am Mittwochmorgen stapfte ich also die zwei Kilometer in die Stadt zur Bushaltestelle und nahm den 05:00 Uhr Bus zum Flughafen. 07.01.2009 (06:30 – 07:30) BE6770 ABZ-LSI G-LGNK (Saab 340) 11A Der Flug startete pünktlich und wir gingen nach der BA Richtung LHR auf die Reise. Meine Rucksack-Tasche hatte ich diesmal abgegeben, so war es ein entspannter Flug ohne jegwedes Handgepäck, auf dem von der gut gelaunten Stewardess Kaffee oder Tee sowie eine Apfeltasche serviert wurden. Das Wetter war miserabel, man sah gar nichts, nur den peitschenden Regen, wenn die Lichter aufblitzten. Die Maschine war auch nur zu einem Drittel ausgelastet. Mitten aus der Dunkelheit setzten wir dann in Sumburgh auf, wo ich meine Tasche mit DSLR intakt wieder in Empfang nehmen konnte, sowie von einer Schwedin, die ein Jahr auf den Shetlands verbringt, meinen Mietwagen empfangen habe. Ich hatte per E-Mail die kleinste Klasse reserviert und bekam dann auch einen Renault Clio Campus Sport mit 2 Türen. Man gewöhnt sich dran :) Ich hatte den großartigen Plan vielleicht den Sonnenaufgang am südlichen Ende des Mainlands zu sehen, dies erledigte sich aber im Schneetreiben. Trotzdem war der erste kleine Aufstieg doch sehr imposant, man hat einen guten Blick auf dem Flughafen, sieht die ersten steilen Klippen und viele viele Schafe. Auch der Leuchtturm ist einen Aufstieg wert, man hat einen guten Ausblick auf die wilde See und wie überall auf den Shetlands sind auch Informationstafeln aufgestellt, die ganz interessant zu lesen sind. Willkommensschnee Mein Plan für den Tag war, sich das südliche Mainland nach Lerwick hochzuarbeiten, wo ich für 3 Nächte das Fort Charlotte Guesthose B&B gebucht hatte. Ich fuhr also kurz hinterm Flughafen von der Hauptstraße ab und wollte zum Jarlshof, eine prähistorische Ausgrabungsstätte, welche aber gesperrt war. Also weiter, vorbei am Loch Spiggie, Spiggie Beach hin zu St. Ninian's Isle. Spiggie Beach St. Ninian's Isle hat die Besonderheit, dass es mit Festland über ein sogenanntes Tombolo verbunden ist, welches ein Dünenstreifen ist, der die Insel zur Halbinsel macht. Ich parkte das Auto und lief über den Strand hin zu Insel und traf dort wieder viele verschreckte Schafe und sah mir die Reste einer alten Kapelle an, wo ein junger Shetlander in den 50er Jahren einen Riesensilberschatz fand. Allein der Weg hin zur Insel ist beeindruckend, Strand zu beiden Seiten mit unterschiedlichem Wellengang und dazu der Schnee, fantastisch. St. Ninians Isle und Tombolo Weiter fuhr ich auf den Single-Track-Strassen nach Scalloway, die einspurigen Straßen sind zu dieser Jahreszeit aber kein Problem, man sieht alle 20,30 Minuten mal ein anderes Auto. Scalloway ist die alte Hauptstadt der Shetlands, viel los ist hier im Winter aber nicht. Es gibt eine Burg, wofür man sich den Schlüssel im Scalloway Hotel abholen kann, reges Treiben am Hafen und ein chinesisches Schnellrestaurant, was aussieht wie eine englische Fischbude. Dort kauften die Einheimischen auch fleißig Fish&Chips, ich entschied mich dann bei 4 Chinesen in der Küche doch für ein chinesisches Gericht, was eine gute Wahl war. In Lerwick angekommen, meldete sich auf Klingeln am Guesthouse niemand, der Zettel an der Türe verwies aber auf die Fish&Chips-Bude 50m weiter. Wie sich herausstellte, wird diese von Ehemann der Unterkunft geführt, so dass ich dort meinen Schlüssel in Empfang nehmen konnte. Ich hatte nur ein Einzelzimmer per E-Mail reserviert, was mich erwartete, war ein wundervoll eingerichtetes Zimmer mit großem Doppelbett, Flachbildschirm, neuem Bad im obersten Stockwerk des Hauses mit Blick auf die vor Lerwick liegende Insel Bressay und direkt über der Fußgängerzone. Für 25Pfund pro Nacht kann man da nicht meckern und das Frühstück, was entweder Full English(Scottish) oder aus einer Variation von Shetland-Lachs und Rührei bestand, gab auch keinen Grund zur Klage. Es war ehrlich gesagt vorzüglich, besonders der Lachs. In Lerwick folgte dann an diesem Abend noch ein Besuch der Touristeninformation, wo mich das Schottisch/Polnische-Team ausgiebig beriet, was eine gute Ausgangslage für den nächsten Tag war. Zudem gibt es in Lerwick auch einen großen Tesco sowie einen Coop, so dass man sich um Verpflegung keine großen Gedanken machen muss. Es sei denn, das Schiff kommt nicht in Lerwick an, dann sind die Regale leer und es kommt teilweise auch zu Hamsterkäufen. Das letzte Mal war dies an Weihnachten der Fall, wie mir die Schwedin am Flughafen erzählte, so dass es 2 Tage vor Weihnachten nichts im Supermarkt gab. Man stelle sich das mal hierzulande vor, keine Last-Minute Geschenke! Lerwick selbst ist ein ganz nettes kleines Städtchen, eine Mischung aus Island und schottischer Kleinstadt, die Häuser sehen relativ gleich aus, es gibt ein paar der normalen englischen Highstreet-Läden und auch ein paar ältere Gebäude wie Fort Charlotte, wo die Kanonen auf die See gerichtet sind. Am nächsten Tag ging es dann auf, weiter das Mainland zu erkunden, ich fuhr nach Hillswick, was im westlichen Teil der Insel liegt, wo es merklich weniger Menschen gibt, wo der Atlantik aber gegen die Insel prallt. Bei Mavis Grind gibt es einen kleinen Übergang, wo man, vorausgesetzt man ist ein guter Werfer, einen Stein von der Nordsee in den Atlantik werfen kann. Früher wurde diese Stelle dafür benutzt, um Wege mit dem Boot abzukürzen, so wurde das Boot kurz über Land getragen und dann wieder zu Wasser gelassen. In Hillswick selber ist auch ziemlich der Hund begraben, es gibt ein Hotel, eine Toilette, einen kleinen Supermarkt und etwa zwanzig Häuser. Weiter ging es nach Stenness, wo vor über hundert Jahren noch regelmäßig Fisch gefangen wurde, jetzt steht nur noch eine umzäunte Ruine. Weiter ging es nach Eshaness, was mir in Lerwick als „the most dramatic costline ever“ beschrieben wurde. Man kann sein Auto am Eshaness Lighthouse abstellen und wandern dann den Klippenwanderweg Richtung Norden. Der Wind peitschte wie wild, dazu die Feuchtigkeit, ungefähr wie an den Niagarafällen, meine Kamera gab auf. Gleich hinter den Klippen gibt es einige kleine Seen, die „Lochs“. Bei schönem Wetter ein bestimmt sehr schöner Rundgang, so eher nur was für komplett Verrückte wie mich. Stenness Eshaness Cliffs + Lochs Wenn man vor Hillswick nicht nach Hillswick einbiegt und weiter nach Norden fährt gibt es auch noch 2 Attraktionen, klare Sicht vorausgesetzt: In Ollaberry kann man die Öltanker den, so sagt man, größten Ölhafen in der Nordsee, Sullom Voe verlassen sehen, in Isbister bietet sich eine Tour über die Berge zu alten Fischerhütten an, beides habe ich wegen steifem Dauerregen nicht vollziehen können. Dafür gibt es in Isbister aber noch einen Herren, der etwas kurioses neben seinem Haus stehen hat: Ein Flugzeug. Ich könnte meine Kamera treten, dass sie so beschlagen und vor Regen nicht mehr wollte, das Bild ist erbärmlich geworden: Single Track Roads Die letzte Station des Tages war Sullom Voe selber, dabei fährt man am Flughafen Scatsta vorbei, wo in nur kurzer Zeit eine Eastern Saab 2000 sich erhob, eine andere landete und ein Helikopter startete. Sullum Voe ist kleiner als ich mir die Anlage vorgestellt habe, natürlich darf man das Gelände nicht betreten, hat aber von vielen Punkten eine gute Sicht auf Ölterminal und Flughafen. Von Aberdeen starteten am Morgen, wo es mich nach Sumburgh verschlug, fast im Halbstundentakt Maschinen nach Scatsta. Scatsta Airport Am Freitag kam dann das nächste Highlight: Es sollte vom Tingwall-Airport, dem kleinen Regionalflughafen in der Nähe von Lerwick nach Fair Isle gehen. Eigentlich hatte ich durch einen Guardian-Artikel vom Februar Foula ins Auge gefasst, doch erstens war der Flug voll und zweitens bestand bei Foula das große Risiko, nicht mehr am gleichen Tag zurück nach Tingwall zu kommen. Gleichbedeutend ist dies mit einem Festsitzen auf der Insel für mehrere Tage, besonders weil sich das Wetter zum Wochenende auch nur noch verschlimmern sollte. Es war aber ein wundervoller Tag auf dem Mainland und nach Rücksprache mit dem Pilot, der mir versprach, alles zu tun um mich am Nachmittag wieder von Fair Isle abzuholen, konnte es losgehen. 09.01.2009 (09:00 – 09:25) DFL001 LWK-FIE G-SICB (BN2) 2F Die Flüge werden für den Shetland Islands Council von Directflight durchgeführt, man hat zwei Islander, wovon der eine gerade kaputt gegangen war, was der Pilot mir auch noch zu denken gab. An Bord waren 4 Passagiere, 2 Klempner, 1 Telefontechniker und ich selbst. Zudem führten wir auch noch reichlich Fracht mit, so bekam ein Fair-Islander auch eine neue Toilette, die Platz im hinteren Teil des Flugzeuges fand. Der Flug nach Foula war auch nur voll, weil soviel Fracht befördert wurde. Die Flugzeuge sind für die Menschen im Winter lebensnotwendig, die Schiffe fahren oft nur einmal die Woche, wie nach Fair Isle immer am Dienstag. Die Überfahrt selbst soll auch nicht sonderlich angenehm sein. Es war ein fantastischer Flug auf 900ft bei strahlendem Sonnenschein überflogen wir St. Ninian's Isle und die gesamte Westküste des Mainlands, bis am Horizont Fair Isle auftauchte, wo wir sicher auf der Geröllpiste aufsetzten. Gelandet auf Fair Isle Nun hatte ich also 3,4 Stunden Zeit, Fair Isle zu erkunden, da ich mit dem Pilot vereinbarte, schon etwas früher zurück zu sein, falls sich das Wetter verschlechtern sollte. Auf Fair Isle gibt es eine Vogelstation, in der man im Sommer auch übernachten kann, 2 Kirchen, 2 Leuchttürme und um die 70 Einwohner. Irgendwie muss man schon dafür geboren sein, soweit ab von der Zivilisation zu wohnen, von der Natur her ist es ein wundervoller Platz mit all den Vögeln, Klippen und teilweise verrückten Schafen, die sich wie Wachhunde verhalten. Es gibt auch einen Laden, der im Winter immer bis 12:30 Uhr geöffnet ist und meiner Ansicht nach ausgezeichnet ausgestattet war, dafür das die Waren nur einmal die Woche eintreffen. Ich kaufte zwei Postkarten, wanderte, besichtigte die Kirchen, bei denen der Schlüssel steckt und genoss einfach den Blick von den Klippen. Die Fair Islander sind auch berühmt für ihre Wolle, da ich aber wohl laut Gästebuch in der Kirche einer der wenigen Besucher seit Anfang November war, gab es keine Möglichkeit, diese auch nur in Augenschein zu nehmen. Jeder der aber mit einem verrosteten Auto an einem vorbeifuhr, winkte freundlich und hielt an um sich nett zu unterhalten. Auf Fair Isle gibt es zwei Windkrafträder, mit der die Bewohner ihren Strom erzeugen. Ein paar Impressionen von Fair Isle: Es ging zurück zur Landebahn und da die Maschine aus Tingwall noch nicht eingetroffen war, lief ich noch die andere Seite der Insel hoch, wo sich früher eine Militärbasis befand, von der der Wind aber alle Spuren verwischt hat und wo sich jetzt nur noch ein Funkturm befindet. 09.01.2009 (14:15 – 14:40) DFL012 FIE-LWK G-SICB (BN2) 2A Rückflug Pünktlich traf das Flugzeug wieder ein und es ging in gleicher Besetzung aber ohne Fracht wieder zurück aufs Mainland. Abends ging ich zum Abschluss noch bei der hauseigenen Fish&Chips Bude essen, was man nur empfehlen kann. Es gibt nur eine Fischsorte, die ist dafür aber frisch. Auch noch ein paar Bilder aus der Inselhauptstadt Lerwick und Umgebung: Am nächsten Morgen hieß es schon wieder Abschied nehmen und so brachte ich das Auto wieder nach Sumburgh zum Flughafen, der Wind an diesem Morgen war einfach von einer anderen Welt und dann setzte zudem auch noch Regen ein, den Fair Isle Trip hätte man sich an dem Tag wohl abschminken können. Ich hatte ein bisschen Schiss, dass der ganze Aufhänger dieses Trips, die Highland Airways Maschine nicht kommen würde, es stellte sich zudem heraus, dass ich wohl der einzige Passagier war, was mir schon zu denken gab. Auch hat Highland Airways in LSI kein eigenes Personal, erscheint nicht auf den Anzeigetafeln, man wartet einfach im Ankunftsbereich. Die Jetstream 31 traf dann aber doch ein, es dauerte dann aber eine halbe Stunde bis Tonnen von Post ausgeladen waren, Passagiere waren nicht an Bord gewesen und der Co-Pilot kam und mich abholte. 10.01.2009 (10:45 – 11:45) 8H152 LSI-INV G-JURA (J31) 6C In-Flight und am Flughafen Inverness Wir gingen durch die Sicherheit zusammen, dann übernahm der Co-Pilot meine Tasche, die damit als eingechecktes Gepäckstück galt und neben mir in einem der Postsäcke Platz fand. Ich sollte mich in die letzte Reihe setzen, der Pilot begrüßte mich und schon ging es los nach Inverness. Der Co-Pilot hatte einen unruhigen Flug durch das Unwetter vorausgesagt, es wurde aber ein sehr ruhiger Flug und in Inverness nahm mich ein Mitarbeiter von Highland Airways in Empfang und begleite mich in das linieneigene Terminal. Dort gibt es sehr bequeme Sessel, aber ich machte mich auf und fuhr mit dem Bus in die Stadt. Inverness Castle am Sonntagmorgen In Inverness hatte ich ein klaustrophobisch kleines Zimmer im Bed&Breakfast, die Stadt ist erdrückend langweilig, das Schloss nicht für die Öffentlichkeit geöffnet. Außerdem schüttete es den ganzen Tag aus Eimern, was die graue Invernesswelt auch nicht schöner machte. Abends versackte ich dann mit take-away Essen auf dem Zimmer. Am Sonntagmorgen ging es dann mit dem Megabus nach Glasgow, ich war mit Megabus vorher nur in den USA von Philadelphia nach New York für läppische 1,50$ gefahren, aber auch diese dreistündige Fahrt für 7 Euro erwies sich als äußerst komfortabel. In Glasgow regnete es wieder aus Eimern, im Bahnhof kaufte ich mir schon die reduzierte Fahrkarte nach Prestwick für den nächsten Tag und lief weiter zum Mariott, was ich über Priceline „geschossen“ hatte. Ein schönes großes Zimmer, trotz verkehrsreicher Lage durch doppelte Fenster sehr ruhig erwartete mich. Was mir etwas missfällt ist, dass man in vielen dieser Hotels für alles etwas drauflegen muss: Internet 6Pfund die Stunde, Frühstück 18Pfund etc. etc. Aufgrund des andauernden Regens verbrachte ich den Abend nur in der Innenstadt und wanderte ein bisschen durch die Geschäfte. Montag kaufte ich mir ein Tagesticket für die kleine U-Bahn von Glasgow, welches inflationär im Preis von 2Pfund auf 3 Pfund erhöht wurde. Die Glasgower U-Bahn hat immer nur 3 kleine Wagen, absolut winzige Bahnsteige und fährt auf einem inneren und einem äußeren Ring andauernd im Kreis. Zuerst ging es ins Transportmuseum, was aber verglichen zur Londoner Version in Covent Garden nicht besonders gut abschneidet, einen Trabant hatten sie trotzdem im Repertoire. Gleich gegenüber vom Transportmuseum befindet sich die Kelvingrove Art Gallery und Museum welche über das Gebäude bis zum Ausgestellten sehr gut ist. Es gibt so viele verschiedene Dinge, von Kunst zum Anfassen, Skeletten bis zum Orgelspiel ist für jeden etwas dabei. Sogar für die unter 5-jährigen gibt es ein kleines Museum. Kelvingrove Buchanan Street, Glasgow Nach weiteren U-Bahnfahrten und einem Besuch bei den Glasgow Rangers holte ich meine Tasche wieder beim Hotel ab, vor dem gerade Kriegsgegner für die Palästinenser demonstrierten, was den Herrschaften vom Hotel nicht sonderlich gefiel. Der Zug brachte mich dann komfortabel nach Prestwick, was auch ein relativ spärlich eingerichteter Flughafen ist und es ging planmäßig mit Ryanair wieder zurück nach Weeze. 12.01.2009 (21:05 – 23:40) FR7832 PIK - NRN EI-DYI (738) 22F Die Auslastung auf diesem Flug war mit ca. 30 Passagieren sehr makaber, aber so landeten wir gegen 23:15 in Weeze, wo mir der Airport-Shuttle nach Duisburg um 23:30 natürlich vor der Nase wegfuhr. Aber nach einer Stunde am um diese Uhrzeit sehr aufregenden Flughafen, ging es dann direkt nach Hause. Ich bin ein Fan von Inseln, besonders wenn sie so eine Ruhe ausstrahlen aber doch wieder sehr wild durch das Meer und die Landschaft sind. Gut man sieht auf Shetland keinen einzigen Baum, mal abgesehen vom Shetland Forest(abgezählte 350 Bäume ungefähr), aber es ist schon ein beeindruckendes Stück Land. Außer im Sommer ist es natürlich an den meisten Stellen auch verdammt verlassen, wenn da etwas passiert, dann kann man nur hoffen, dass am gleichen Tag mal noch jemand vorbeikommt. Abschließend muss ich sagen, dass die Reise noch einmal nach Shetland gehen wird, das Guesthouse ist fantastisch, die Menschen sind ein überaus freundlicher Menschenschlag und Foula und noch einige andere Inseln schreien nur danach, erkundet zu werden.
taco Geschrieben 5. Februar 2009 Melden Geschrieben 5. Februar 2009 Danke, dass du meinen Wunsch nach einem Shetland-Tripreport so schnell erfüllt hast. Ich weiß, dass für einen solchen Bericht schnell einige Stunden Zeit drauf gehen, aber es hat sich gelohnt: Ein interessanter Bericht mit schönen Bildern von einem nicht alltäglichen Ziel. Am besten gefallen mir die Fotos von Fair Isle. An dem Tag hattest du anscheinend Glück mit dem Wetter.
IFL Geschrieben 6. Februar 2009 Melden Geschrieben 6. Februar 2009 für den tollen und interessanten Bericht. Schöne Bilder, viel Natur, und wieder einmal zeigt sich, das der Winter bei Strum, Regen und Schnee auch seine nicht abstreitbaren Reize hat. Und natürlich sind die Flieger sehr spannend, ich merke langsam wieder nach meinem ZestAir-Unfall wie der Spass am Hobby zurückkehrt. Also noch einmal vielen Dank für das Mitnehmen in eine sehr schöne Ecke Europa's. Gruss IFL
Q-STO Geschrieben 8. Februar 2009 Melden Geschrieben 8. Februar 2009 Vielen Dank für die schönen Bilder und einen sehr interessanten Bericht!
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