touchdown99 Geschrieben 11. Oktober 2010 Melden Geschrieben 11. Oktober 2010 24SEP10: Düsseldorf (DUS) – Manchester (MAN) Eurowings Canadair CRJ900 D-ACNI Flug LH 4880 - 19 Passagiere Der „Zubringer“ zum Inselhüpfen ist eine CRJ900 der Eurowings, die mich nach Manchester bringen wird. Für Vielflieger nichts Besonderes, deshalb auch keiner besonderen Erwähnung wert. Wenn allerdings 19 Paxe Standard auf einem Morgenflug sind, ist es doch etwas zweifelhaft, ob das Lufthansa-Konzept „50 Sitzer raus und 90 Sitzer rein“ aufgehen wird. Auffällig, dass die meisten Paxe Engländer sind. Flugzeit 70 Minuten. In Manchester ist der Flug um 07:15 Uhr Lokalzeit die zweite Linienankunft des Tages, geparkt wird direkt am Terminal. Mein Anschluß per Zug ist um 08:25 Uhr per Zug nach Blackpool. In gut 90 Minuten bringt mich ein TransPennineExpress nach Blackpool North. In England kann man auch für kurze Strecke Günstigtickets mit zugbindung erwerben, der ganze Spaß inkl. Tagesticket für den ÖPNV kostet mich unter 10 EUR, die vor Monaten gekauften Fahrkarten werden aus dem Automaten gezogen. Gegen 10 Uhr bin ich im legendären, wenn auch sehr in die Jahre gekommenen Seebad. Der Rest des Tages gilt der Erkundung von Blackpool. Zur Zeit des Besuchs ist gerade die Jubiläumswoche der legendären Blackpool Trams und die Stadt voller Straßenbahnenthusiasten. Ab September ist eine Hauptattraktion von Blackpool die „Illumination“ nach Sonnenuntergang, bei der die gesamte Promenade nebst Straßenbahnen kitschig illuminiert wird – wer es mag. Ein paar Impressionen. 25SEP10: Blackpool (BLK) – Isle Of Man (IOM) Vanair Let 410 UVP OK-UBA Flug NM103 – 9 Passagiere Tag 2 – Frühmorgens geht es zum Flughafen. Entsprechend dem morbiden Charme der Stadt führt der Flughafen Blackpool im Konzert der englischen Airports ein Schattendasein, der Airport lebt seit vielen Jahren von Flügen über die Irische See nach Belfast, Dublin und die Isle Of Man. Fünf der neun Flüge, die für diesen Samstag vorgesehen sind, fallen in diese Kategorie: Drei mit Manx2 auf die Isle Of Man, Jet2 und Aer Arran fliegen je einmal nach Belfast und Dublin. Den Rest machen Flüge in den Süden aus, ganz überwiegend mit Jet2. Zwei Boeing 737-300 der Jet2 heben gerade ab, als ich mich dem Flughafen per pedes nähere. Terminal Flughafen Blackpool Als ich das Terminal betrete, bereitet man sich bereits auf eine Art Betriebspause vor, da, von der Handvoll Passagiere der Manx2.com einmal abgesehen, bis zum Nachmittag nichts Größeres ansteht. Check-In ist schnell erledigt. Etwa ängstlich fragt die Dame, ob mir die Airport Development Fee bekannt sei, offensichtlich gibt es deshalb öfters einmal aufgebrachte Passagiere. Dass man in BLK vor dem Betreten des Abflugbereichs 10 GBP „Entwicklungsgebühr“ an den Flughafen zahlen muss, ist mir freilich bekannt. Man zieht ein Ticket an einem Automaten, das dann vor dem Betreten des Sicherheitsbereichs nach einem Scan eine Barriere öffnet. Mautstation im Flughafen Die Formalitäten sind schnell abgewickelt, und die Abfluglounge präsentiert sich gottverlassen – die Handvoll Passagiere entspricht in etwa der Zahl der Bediensteten. Abfluglounge in Blackpool Es gibt einen Shop, eine Bar und ein Café und einen Zeitungsladen, geöffnet hat aber nur noch der Airportshop. Dessen Personal hat offensichtlich die wesentliche Aufgabe, den Manx2.com-Passagieren die Executive Lounge zu öffnen, die man als Manx2.com-Kunde kostenlos benutzen darf. Eine sehr lustige Mini-Version einer Executive Lounge mit einer durchaus größeren Auswahl an Alkoholika und sonstigen Getränken, selbst zu zapfendem Bier (wenn man den Aufschriften glauben darf, Warsteiner…) und sogar ein Schreibtisch mit Computer. Neun Passagiere warten auf die Ankunft des Fluges von der Isle Of Man. Um kurz vor Acht rollt die OK-UBA (c/n 892319) vor das Terminal. Bei Manx2.com weiß man nie so genau, welches Flugzeug auf einem bestimmten Flug eingesetzt wird, zur Auswahl stehen langfristig geleaste Dornier 228, Let 410 und Metroliner sowie gelegentlich angeheuerte Jetstream 31. Blackpool wird aber recht verlässlich mit einer Let 410 bedient, so auch heute, so dass sich das Glückspiel gelohnt hat. Für 19,95 GBP ein neuer Exot im Flightlog. Um 8.10 Uhr sammelt eine Bodenhostess die Passagiere in der Lounge ein und im Gänsemarsch geht es über das verwaiste Vorfeld zum kleinen tschechischen Turboprop. Handgepäck wird vom F/O zanglos in der letzen Reihe gestapelt, sein eigenes Equipment lagert ungesichert in Reihe 1. Ich sichere mir den Einzelplatz in Reihe 1, allerdings sieht man nicht allzu viel Cockpit-Aktion, da das Cockpit, ähnlich wie in den Shorts 360, erhöht ist. Der F/O Kulka scheint schon länger im Isle Of Man-Geschäft zu sein, sein Englisch hat deutlich lokalen Einschlag. Er übernimmt mangels F/A das Briefing und kündigt eine Flugzeit von 30 Minuten an –sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass An- und Abflug jeweils Richtung Osten erfolgen müssen. Nach kurzem Startlauf hebt die Let 410 um 8:18 Uhr von der Piste 10 ab und dreht recht bald Richtung Nordwesten. Alle Sehenswürdigkeiten von Blackpool werden noch einmal zum Abschied überflogen, so der Vergnügungspark Pleasure Beach und der South Shore. Blick auf den Flughafen Blackpool Der Flug selbst ist ereignislos, dank geringer Bewölkung hat man perfekte Sicht bis zur walisischen Nordküste. Der Anflug auf die Isle Of Man ist besonders nett, da unser Flug die von größeren Maschinen nicht angeflogene Piste 03 nutzt. So geht es nach einer scharfen Rechtskurve nahe der Südspitze der Insel an Port St. Mary und Castletown vorbei Richtung Ronaldsway. Unser Flug rollt zügig Richtung Vorfeld, wo Manx2.com bevorzugt das Gate 2 nutzt. Zwei Passagiere bleiben an Bord für den Weiterflug nach Belfast, sieben klettern auf der Let 410. Zurück auf der Isle Of Man - ich bin nicht das erste Mal dort, habe es aber bislang nicht geschafft, mit genug Zeit im Gepäck – oder zu einer Jahreszeit – anzureisen, um die diversen transporthistorischen Schätzchen der Insel zu nutzen. Nach der Ankunft erst einmal schnell einen Explorer Pass gekauft, der zur Benutzung aller Verkehrsmittel auf der Insel berechtigt, und den Koffer im Flughafenhotel abgegeben, das es erst seit 2007 als Ableger der traditionsreichen Sefton Hotel gibt. Der Rest des Tages steht im Zeichen der Nutzung der diversen historischen Verkehrsmittel auf der Insel: Zuerst mit dem Dampfzug von Castletown nach Douglas. Dort Stadtbesichtigung nebst gemütlicher Wanderung zur Manx Electric Railway am anderen Ende der malerischen Bucht von Douglas. Von dort in 75 Minuten in der rumpelnden historischen Überland-Straßenbahn nach Ramsey, von dort zurück nach Laxey, ein anderthalbstündiger Abstecher mit der Snaefell Mountain Railway auf den höchsten Berg der Insel und schließlich mit dem Bus via Douglas zurück zum Flughafen. Alte Inselhauptstadt Castletown: Am Bahnhof von Douglas: Promenade von Douglas: Manx Electric Railway in Douglas: …und am anderen Ende der Strecke in Ramsey: Snaefell Mountain Railway in Laxey: Laxey selbst: Blick von der höchsten Erhebung der Ise Of Man, dem Snaefell Mountain: Am nächsten Morgen dann Besuch des kleinen Eisenbahnmuseums in Port Erin, nochmalige Dampfzugreise nach Castletown, Besichtigung des kleinen Luftfahrtmuseums am Flughafen, bevor es zu Selbigem zwecks Fortsetzung der Reise geht – es hat mir wieder gut gefallen auf der Isle Of Man. Bahnhof Castletown Terminal Flughafen Ronaldsway 26SEP10: Isle Of Man (IOM) – Gloucester (GLO) FLM Aviation Dornier 228-202 D-CMNX Flug NM 608 – 12 Passagiere Sonntagmittags ist nicht gerade Hochbetrieb am Flughafen, auch wenn Flybe den einen oder anderen Flug abwickelt. Angesichts der kleinen Flieger sind lange Schlangen bei Manx2 ohnehin nicht zu befürchten. Check-In Hall Flughafen Ronaldsway Mein Trolley wird liebevoll als „Delivery On Aircraft“-Transfer-Gepäck gelabelt – ich bin der einzige Passagier, der von Gloucester weiter nach Jersey fliegen wird (unter der Woche fliegt Blue Islands die Strecke nonstop). Abflug-Lounge Flughafen Ronaldsway Boarding beginnt 20 Minuten vor dem Abflug, auf dem Vorfeld wartet die Dornier 228-202 D-CNMX der FLM Aviation auf den ersten Einsatz des Tages. Ich hatte statt ihrer auf die von FLM für Manx2 ebenfalls betriebene Dornier 228-100 D-ILKA gehofft, die ich als Subtyp noch nicht im Log habe. Aber sie bei meiner Ankunft am Flughafen im Wartungsbereich abgestellt, so dass es nichts wird mit der -100er. An der Treppe zum Flieger begrüßt ein aufgeräumter Flugsenior mit vier Streifen die Passagiere und verlädt eigenhändig übergroßes Handgepäck. Er stellt sich den 12 Passagieren kurz darauf als Alan vor und übernimmt das Briefing – FLM beschäftigt also auch einheimisches Personal. Zweiter Pilot, ebenfalls mit vier Streifen, ist ein jüngerer Deutscher, der als Thomas vorgestellt wird. Bereits zehn Minuten vor der Zeit drehen sich die Propeller und die Dornier rollt zum Startbahnkopf der Piste 08. Ich habe es mir auf Sitz 2B gemütlich gemacht mit gutem Blick ins Cockpit. Nach dem Start geht es sofort in eine Rechtskurve und dann immer geradeaus Richtung Liverpool Auf dem Weg Richtung Festland überholen wir das Steam Packet-Schiff, das die Insel mit Liverpool verbindet. Rechtsab an Anglesey vorbei geht es weiter Richtung auf die Mündung des Mersey. Die Nordküste von Wales hinter uns lassend, dreht die Dornier in der Nähe von Chester auf 9000 Meter Reiseflughöhe Richtung Süden. Es geht schnurgerade über das östliche Wales Richtung Gloucestershire, einer ländlich geprägten Region Westenglands. 70nm vom Ziel entfernt beginnt der Sinkflug, alle 5 bis 6nm baut die Dornier 1000 Fuß Flughöhe ab. Noch sieben Meilen vom Ziel entfernt, die Stadt Gloucester vor uns, dreht der Captain in 1000 Fuß Höhe Richtung Osten und steuert auf das benachbarte Cheltenham zu. Gloucester Airport ist bereits an Steuerbord zum Greifen nahe, so dass der Endanflug eine sportliche Angelegenheit zu werden verspricht. Blick auf den FLughafen Gloucester Der Endanflug ist dann tatsächlich wie in besten Onkel Walter Zeiten – Gegenanflug und dann scharfes Eindrehen genau über dem futuristischen GCHQ (Government Communication Headquarters) am Standtrand von Cheltenham auf die Piste 27 – etwas zu spät, so dass noch einmal heftig eingekreuzt werden muss. Bereits beim Anflug, der über die Autobahn M5 führt, ist zu sehen, dass auf dem Flughafen mächtig was los ist – offensichtlich eine Art Flughafenfest. An gut gelaunten Flughafenbesuchern rollt unsere Maschine auf das Vorfeld vor einen Hangar, der zugleich in einem Seitengebäude die Passagierabfertigung beinhaltet. Bis auf mich verabschieden sich alle Passagiere. Ich werde direkt in die Abfluglounge gelotst, ein kleines Räumchen von vielleicht 30qm. Transferpassagiere sind anscheinend eine echte Ausnahme – wie überhaupt Passagierflüge in Gloucester rar sind: Nur Manx2 fliegt den Flughafen linienmäßig an. 26SEP10: Gloucester (GLO) – Jersey (JER) FLM Aviation Dornier 228-202 D-CMNX Flug NM 608 – 12 Passagiere Nur fünf weitere Paxe haben den Flug nach Jersey gebucht, der zugleich eine Besonderheit ist: Es ist der letzte Flug auf der Route Gloucester – Jersey, die heute eingestellt wird. Offiziell nur über den Winter - wie man hört, aber wohl dauerhaft. Eigentlich sollte in Gloucester die Dornier 228 getauscht werden, während wir boarden, landet auch bereits eine weitere Dornier 228 der FLM Aviation, es muss wohl die D-IFLM sein. Es wird allerdings entschieden, erst auf dem Rückflug von Jersey durchzutauschen, so dass ich keine weitere Dornier 228 ins Log bekomme. Alles sehr familiär in Gloucester – die zwei zu verladenden Gepäckstücke werden vom Gatemitarbeiter persönlich über das kleine Vorfeld gerollt. Captain Alan kündigt die Flugzeit mit 60 bis 70 Minuten an und gibt eine Vorschau auf das Routing. Diesmal habe ich mich auf Sitz 4B installiert. Um 1550 Uhr drehen sich nach knapp 20 Minuten Bodenzeit die Propeller, drei Minuten später heben wir von der Piste 27 Richtung Westen ab und drehen sofort ab, offenbar, um die Stadt Gloucester nicht direkt zu überfliegen. Gloucester von oben Am Horizont sind die imposanten Severn Bridges gut zu erkennen. Zwei Minuten später verschwinden wir für einige Zeit in den Wolken, in denen die Maschine Richtung Süden dreht. Es geht über Bristol Richtung englische Südküste, die wir, wenn ich nicht irre, bei Weymouth überfliegen. Auf direktem Südkurs geht es Richtung Kanalinseln. Einige Meilen nordwestlich von Gunersey drehen wir Richtung Südost ein, um 1643 Uhr überfliegen wir im Sinkflug den Flughafen von Guernsey. Vorbei an den kleinen Kanalinseln Herm und Sark geht es zur Nordküste von Jersey – um 1650 Uhr setzen wir auf der Piste 27 auf und rollen 25 Minuten vor der planmäßigen Zeit neben eine Boeing 737-400 der British Airways ans Terminal. Rasch in den Bus nach St. Helier, der Inselhauptstadt, wo ich im Best Western absteige. Jersey ist durchaus passabel, auch wenn mir die kleineren Inseln Alderney und Guernsey besser gefallen. Auffällig sind die relativ vielen Deutschen, die einem in Jersey über den Weg laufen – ein etwas merkwürdiges Aufeinandertreffen der Nationalitäten, wird auf den Kanalinseln thematisch doch alles von der Nazi-Besetzung der Inseln im Zweiten Weltkrieg überlagert. Wie Basil Fawlty sagen würde – „don’t mention the war“. 27SEP10: Jersey (JER) – Guernsey (GCI) Blue Islands Aviation - British Aerospace Jetstream 31 G-ISLD Flug BI 309 – 14 Passagiere Von Jersey aus habe ich einen Roundtrip nach Guernsey eingeplant. Das erste Leg wird mit Blue Islands sein, die seit einigen Jahren der alteingesessenen Aurigny Konkurrenz macht und auf der Rennstrecke zwischen Guernsey und Jersey Jetstream 31 einsetzt. Dem nicht genug, 2010 hat Blue Islands versucht, die im Staatsbesitz von Guernsey befindliche Aurigny zu kaufen, was allerdings aus Sorge vor einem Verlust der wertvollen Slots der Aurigny in Gatwick aus Gründen der Staatsräson gescheitert ist. Allgemeine Überzeugung ist, dass der interinsulare Verkehr zwei Regiocarrier nicht dauerhaft tragen kann, auch wenn beide Airlines mit Flügen nach Großbritannien oder – wie bei Blue Islands – in die Schweiz ihr Geschäft diversifiziert haben. Einstweilen kämpft insbesondere Blue Islands mit gutem Service um die Kunden – zudem ist man stets ein paar Pfund billiger als der Wettbewerb. Ein Flug nach Guernsey hat mich 25 GBP gekostet, auf Schikanen wie Gepäckgebühr oder Kreditkartengebühr verzichtet Blue Islands. Check-In Hall Flughafen Jersey Besonderes Highlight: Die Flüge in Jersey gehen von Gate 7 ab, das in eine Art Executive Lounge umgebaut worden ist. Dort gibt es für die Wartenden heiße und kalte Getränke, Snacks, Zeitungen, WiFi etc. Morgens und spätnachmittags sind alle 15 Minuten Abflüge zur Nachbarinsel, so dass die Lounge gut gefüllt ist. Zwei Jetstream 31 stehen auf dem Vorfeld, während die G-ISLC den ersten Abflug übernimmt, werde ich mit der G-ISLD reisen. Mit 14 Passagieren ist die Maschine ganz gut gebucht – wie man hört, bevorzugen die örtlichen Geschäftsreisenden, die auch auf meinem Flug den Großteil der Passagiere ausmachen, Blue Islands wegen des Services und des Flugzeugtyps. Die Blockzeit der Flüge ist mit 20 Minuten ausgewiesen, die tatsächliche Flugzeit wird aber nur zehn Minuten betragen, da man von Piste 27 in Jersey auf Piste 27 in Guernsey fliegen kann. Das Briefing macht der Captain, der sich als „Leyton“ vorstellt, bevor er dann mittendrin an seinen aufkreuzenden F/O Shayne übergibt. Das Ganze nimmt etwas klamaukartige Züge, da er diesem langatmig erklärt, was er bereits alles angesprochen hat und sodann nur noch die Bedienung der Schwimmwesten zu erklären bleibt. Sportlicher Start um 0805 Uhr und fixer Climb auf die Reiseflughöhe von 2000 Fuß. Ein echter Bonus der Jetstream sind deren extrem große Fenster, die allerdings so merkwürdig getönt sind, dass sie keine vernünftigen Bilder zulassen. Die Kabine strahlt 70er-Jahre Furnierholzcharme aus, auch wenn die G-ISLD erst 1990 gebaut wurde. Sie flog zunächst bei diversen American Eagle-Ablegern in den USA und dann bei Aerocaribe. Nach nur 5 Minuten beginnt bereits wieder auf halber Strecke zwischen den beiden Inseln der Sinkflug. Angesichts des Anflugs vermute ich zunächst eine Landung auf der Runway 09, doch der Captain dreht dann recht scharf ein und geht in den Endanflug auf die 27. In Guernsey werden die Passagiere mit einem kleinen Bus eingesammelt und zum Terminal gefahren: Guernsey ist zwar deutlich kleiner als Jersey, das Layout des Vorfeld lässt aber nicht immer terminalnahes Parken zu. Auf dem Vorfeld die übliche Kundschaft: ATRs und Trislander von Aurigny und Blue Islands sowie eine Q400 der Flybe, ferner im Cargobereich ATPs, die allmorgendlich die Post und Zeitungen vom Festland nach Guernsey bringen. 27SEP10: Guernsey (GCI) - Jersey (JER) Aurigny Air Servies – Britten Norman Trislander G-RLON Flug GR 822 – 3 Passagiere Da ich schon zwiemal länger auf Guernsey war und auf Sightseeing verzichten kann, ist mein Rückflug nach Jersey bereits für 0930 Uhr geplant, diesmal der Abwechslung halber mit Aurigny in einem Trislander. Dieser Flug war mit 32 GBP teurer als bei der Konkurrenz. Check-In im schicken neuen Terminal, das allerdings etwas überdimensioniert erscheint. Terminal Flughafen Guernsey Check-In Hall Flughafen Guernsey Bei meinem letzen Inselbesuch gab es noch einen besseren Bungalow als Terminal – die Zeiten ändern sich. Im Abflugbereich zeitigt der Konkurrenzkampf zwischen Blue Islands und Aurigny merkwürdige Blüten – da es anders als in Jersey keine regelrechten Gates gibt, hat Blue Islands einen Teil der Abfluglounge für seine Passagiere abgetrennt und in eine Executive Lounge verwandelt. Durch gelegentliche Lücken im Milchglas können die Aurigny-Passagiere erspähen, wie man es sich als Kunde der Konkurrenz gut gehen lassen kann – und wer es nicht begreift, dem erklären es aufgehängte Schilder. Aurigny hält einstweilen mit einem Kaffeeautomaten dagegen, den man mit kostenlos ausgegebenen Tokens füttern kann…. Executive Lounge der BLue Islands Ob dies der Grund ist, dass sich außer mir beim Aufruf nur noch zwei weitere Passagiere für den Flug nach Jersey einfinden? Im Trislander, auf dem ich in der Vergangenheit bereits einige Male mit Aurigny reisen konnte, bekommt man zwecks Gewichtsverteilung Sitzplätze zugewiesen - ich erhalte die Reihe 3. Die 16sitzigen Trislander dürfen mit nur einem Piloten betrieben werden und sind angesichts ihrer Kolbentriebwerke auch pflegeleichter als etwa 19sitzige Turboprops – weshalb Aurginy an diesem Flugzeugtyp nach einem wenig erfolgreichen Einsatz der Twin Otter seit mehr als 25 Jahren festhält. Der Flug ostwärts nach Jersey verspricht mit 15 Minuten länger zu werden als der Hinflug, da Take-Off und Landung jeweils Richtung Westen erfolgen müssen. Raketenstart mit der Trislander Blick zurück auf Guernsey Quasi in einer großen Acht geht es nach Jersey, vorbei an Herm und Sark. Reiseflughöhe in diesem Fall 1000 Fuß. In Jersey fertigt Aurigny an Gate 14 ab, so dass die G-RLON neben einer Lockheed Electra zu parken kommt, die nachts Fracht nach Jersey transportiert und tagsüber am Passagierterminal abgestellt ist. Landeanflug auf Jersey Baggage Reclaim Jersey Altes Terminal Jersey (Ankunft) 27SEP10: Jersey (JER) – Guernsey (GCI) – Plymouth (PLH) Air Southwest – De Havilland DHC8-Q311 G-WOWA Flug SZ304 – 17 Passagiere Meine Abreise von den Kanalinseln ist für die Mittagszeit geplant, gebucht ist ein Flug mit Air Southwest nach Plymouth. Neues Terminal Jersey (Abflug) Wenige Tage vor meinem Flug ist Air Southwest an die Eastern Airways verkauft worden, so dass die Zukunft dieser Airline, die seit dem Rückzug der British Airways aus den Regionen seit einigen Jahren mit fünf DHC8-300 Cornwall mit England und Schottland verbindet, aller Beteuerungen zum Trotz ungewiss ist. Jersey wird täglich, zumeist im Dreiecksflug mit Guernsey, von Plymouth aus angeflogen. Den Check-In in Jersey übernimmt British Airways. Wie in vielen englischen Airports wird man in Jersey bis kurz vor Boarding in der Abfluglounge gehalten, auf dass man ordentlich konsumieren möge. 20 Minuten vor Abflug, als die DHC8-Q300 G-WOWA (c/n 296) gerade zum Stehen kommt, finden sich gut ein Dutzend Paxe am Gate ein – der ankommende Flug spuckt allerdings mehr als 30 Passagiere aus. Beim Boarding treffen wir dann auf die Passagiere, die aus Plymouth kommend erst in Guernsey von Bord gehen werden – was dazu führt, dass mein Platz 11A am Notausgang noch von einem anderen Passagier belegt ist.. Ich installiere mich deshalb auf 11D. Der Captain und die beiden F/As beschränken sich kommunikativ auf das Nötigste, alles Weitere werde man in Guernsey mitteilen. Pünktlicher Start um 1215 Uhr. Nach einem Hüpfer von neun Minuten lande ich zum zweiten Mal an diesem Tag in Guernsey. Dort bleiben die Passagiere aus Jersey an Bord, während eine Handvoll Paxe zusteigt. Zwischen touchdown und take-off vergehen gerade einmal 20 Minuten, dann ist die G-WOWA auf dem Weg Richtung England. Zahlreiche deutsche Beschriftungen verraten, dass die Maschine eine deutsche Vergangenheit haben muss – in der Tat zeigt ein Blick in die Produktionsliste, dass die fast 20 Jahre alte Maschine mit der Baunummer 296 früher einmal bei Contactair als D-BKIS geflogen ist. Die Flugzeit nach Plymouth wird mit lediglich 25 Minuten durchgegeben, so dass der Flug ein kurzes Vergnügen ist. Aus diesem Grund gibt es auch keinen Bordservice, der bei Air Southwest grundsätzlich kostenpflichtig ist – wobei die Preise durchaus zivil sind. Ein besonderer Service wird allerdings gleichwohl angeboten: Ein Taxi aus der Luft vorzubestellen – der Flughafen Plymouth ist nicht so lebhaft, dass dort permanent Taxis vorgehalten werden. Ich bin der einzige Fluggast, der von dem Service Gebrauch macht. Um 1310 Uhr setzt die G-WOWA auf der Piste 31 in Plymouth auf – der Captain geht angesichts einer Runwaylänge von weniger als 1.200m zügig in die Eisen. Bei Ryanair würde es jetzt eine besonders laute Fanfare geben, da wir 25 Minuten vor der planmäßigen Zeit vor Ort sind. Der Captain manövriert auf das äußert kleine Vorfeld, auf dem maximal drei Turboprops, wenn überhaupt, Platz haben dürften. Ein Gepäckband gibt es nicht, die Koffer werden durch eine Luke direkt auf einen Ausgabetisch mit Rollen gehievt. Noch ein kurzer Blick durch das kleine Terminal, bevor mich das bestellte Taxi zum Bahnhof bringt. Von dort sollte es eigentlich per Bahn weiter nach Newquay gehen, da aber Flybe meinen von dort für drei Tage später gebuchten Flug nach Edinburgh gestrichen und mich nach Exeter umgebucht hat, muss ich jetzt erst einmal eine kleine Odyssee hinter mich bringen: Mit dem Regionalzug nach Newton Abbott, von dort mit dem Schnellzug nach Exeter und von dort mit dem sehr unregelmäßig verkehrenden Flughafenbus (3 Passagiere) zum Flughafen Exeter zwecks Mietwagenübernahme. Auch wenn die zeitliche Planung eng ist, klappen alle Anschlüsse. Exeter kenne ich bereits gut, so dass ich mich vom Flughafen direkt Richtung Newquay aufmache, immer schön am nördlichen Rand des berühmten Dartmoors vorbei. Noch ein kurzer Abstecher zum Flughafen Newquay, um dort den Schalter der Skybus für eine Last-Minute-Buchung aufzusuchen… … den es allerdings nicht gibt, so dass ich zum Telefon greifen muss. Die Reservierungszentrale ist allerdings nur bis 17 Uhr erreichbar – wohl einer Fluggesellschaft, die mit solch magerem Kundenservice existieren kann. 28SEP10 Für den folgenden Tag hatte ich einen Flug entweder von Land’s End oder Newquay nach St. Mary’s auf die Scilly Islands vorgesehen. Skybus bietet Last Minute Tickets für 75 GBP (Twin Otter ab Newquay) bzw. 65 GBP (Islander ab Land’s End) an. Als ich am morgen aus dem Fenster blicke, ahne ich allerdings schon Ungemach: Regnerisches, nebliges Wetter. Ein Anruf bei Skybus bestätigt die Befürchtungen: Keine Flüge ab Land’s End, und für Newquay sind auch keine Buchungen möglich – ein typisches Problem, da die Flüge auf die Scilly Islands generell sehr wetteranfällig sind. Schon mancher Passagier hat sich unverhofft auf der – dann noch mehr als sonst – schaukelnden Fähre wieder gefunden, weil Flüge nicht möglich waren. Allgemeine Überzeugung vor Ort ist, dass hierbei die Skybus-Flüge wesentlich wetteranfälliger sind als die Helikopterflüge von Penzance aus. Einen solchen habe ich für den nächsten Tag nach Tresco gebucht – der nach St. Mary’s zweitbedeutendsten Insel der Scillies, die aber anders als St. Mary’s weder über eine direkte Fährverbindung noch über einen Flugplatz verfügt – lediglich ein Heliport stellt die Verbindung zum Festland her. Meine Verärgerung hält sich in Grenzen, da ich so einen Tag ganz dem Sightseeing widmen kann, anstatt in irgendwelchen knatternden Flugzeugen zu sitzen und von Land und Leuten wenig mitzubekommen. Über das nicht allzu attraktive, weil vor allem feierlustige Surfer bedienende Newquay, Strandimpressionen Newquay wo ich in einem sehr gepflegten, stylischen B&B übernachtet habe, geht es die Nordküste entlang bis nach Porthtowan… …und von dort ins Landesinnere zu einer Minentour durch die Poldark Mine, eine alte Zinnminne (die auf dem 17./18. Jahrhundert stammende Minenlandschaft in Cornwall ist UNESCO-Weltkulturerbe). Später besuche ich noch das sehr hübsche Falmouth und das dortige Royal Nautical Museum, bevor es nach Land’s End zur Westspitze Englands geht. Das ist, da Privatgrund, eine große Geldmaschine: Parken überall verboten außer auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz neben einer modernen Touristenfalle. Auf dem Weg nach St. Just, wo ich die Nacht verbringe, komme ich bei einbrechender Dunkelheit noch am Flugfeld Land’s End vorbei, das rund zwei Kilometer südlich von St. Just liegt. Vor Ort genehmige ich mir dann erst mal ein Pint auf die Tatsache, dass meine Kamera im Laufe des Tages ihren Geist aufgegeben hat – deshalb nachfolgend nur noch schlechte Handybilder. die restlichen Flüge des Trips folgen, falls ich Zeit finde: 29SEP10: Penzance (PZE) – Tresco (TSO) British International Helicopters – Sikorsky S61 G-BCEB 29SEP10: Tresco (TSO) - Penzance (PZE) British International Helicopters – Sikorsky S61 G-BCEB 30SEP10: Exeter (EXT) – Edinburgh (EDI) Flybe – DHC8-Q400 G-JECT 30SEP10: Edinburgh (EDI) – Düsseldorf (DUS) Lufthansa Cityline – Canadair CRJ700 D-ACGP
Hoize Geschrieben 12. Oktober 2010 Melden Geschrieben 12. Oktober 2010 Sehr schöner Report! Hatte heuer auch schon das Vergnügen JER-GCI-JER zu fliegen, zwar genau andersrum (Hin Aurigny - zurück Blue Island), aber mit exakt den gleichen Maschinen..:) Kleine Anmerkung hierzu, die G-ISLC ist eine Jetstream 32...;)
fly ham Geschrieben 12. Oktober 2010 Melden Geschrieben 12. Oktober 2010 Netter Report, gut gelungen ist dir der Ausgleich zwischen Aviation und Sightseeing
Manxxx Geschrieben 12. Oktober 2010 Melden Geschrieben 12. Oktober 2010 Da muß ich als Manxxx ja mal ein Wörtchen mitreden: Der Rest des Tages steht im Zeichen der Nutzung der diversen historischen Verkehrsmittel auf der Insel: Zuerst mit dem Dampfzug von Castletown nach Douglas. Dort Stadtbesichtigung nebst gemütlicher Wanderung zur Manx Electric Railway am anderen Ende der malerischen Bucht von Douglas. Von dort in 75 Minuten in der rumpelnden historischen Überland-Straßenbahn nach Ramsey, von dort zurück nach Laxey, ein anderthalbstündiger Abstecher mit der Snaefell Mountain Railway auf den höchsten Berg der Insel und schließlich mit dem Bus via Douglas zurück zum Flughafen. Bravo! Zwar ein wenig gerafft Dein Besuch, aber den Zauber diser wunderschönen Insel solltest Du ansatzweise mitbekommen haben. Im Übrigen: Danke für den wirklich schönen Bericht! Ich schreib auch mal wieder einen
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