martin.stahl Geschrieben 22. Juni 2011 Melden Geschrieben 22. Juni 2011 Zürich ist spottermäßig einer der freundlichsten und interessantesten Flughäfen. So teuer auch die Schweiz generell ist, kommt man doch für nur 2 Franken auf die Besucherterrasse im Fingerdock E (derzeit täglich geöffnet, da die Terrasse auf dem Flugsteig B geschlossen ist) mit einem hervorragenden Blick auf die Startbahnen 28 und 16, und die Landungen auf der 14 bekommt man auch mit. Da mein letzter Besuch in Zürich bereits 5 Jahre zurück liegt (damals verkaufte Air Berlin FRA-ZRH für nur 19 Euro und gab die Strecke recht schnell wieder auf), war es wieder einmal an der Zeit. 18.06.11 LH 1186 FRA-ZRH B737-300 D-ABEP „Naumburg (Saale)“, Gate A17, Sitz 22 F Startbahn 18, Landebahn 14 geplant: 8:45 – 9:35, tatsächlich: 9:47 – 10:44 Ich schlief lieber etwas länger und fuhr dafür knapp zum Flughafen, kam aber ohne Probleme und pünktlich an. Am Gate A17 stand noch kein Flugzeug und daher rechnete ich schon mit einer Verspätung. Die Maschine kam dann etwas verspätet aus Lyon, aber selbst dann dauerte es noch einmal länger als erwartet, bis wir an Bord gehen durften. Die Erklärung kam dann auch von der Besatzung. Durch den Umzug in den neuen Tower war die Kapazität des Flughafens seit einigen Tagen herabgesetzt und in Verbindungen mit dem stürmischen und wolkenreichen Wetter führte dies zu mehreren Flugausfällen und zahlreichen Verspätungen. Die Besatzung unseres Flugs war daher auch verspätet aus Hannover gekommen. Mit einstündiger Verspätung ging es dann in der voll besetzten Maschine los und um 10:02 Uhr hoben wir auf der Startbahn West ab. Es ging praktisch geradeaus nach Süden bis kurz vor Zürich: Mannheim, Karlsruhe, Villingen, Donaueschingen, und nach einer leichten Linkskurve überquerten wir den Rhein und landeten um 10:35 in Zürich-Kloten. Rüsselsheim mit dem Opel-Werk Groß-Gerau Der Rhein unter dichten Wolken Neerach kurz vor dem Flughafen Als wir auf der Bahn abbremsten, blieben die Regentropfen auf der Scheibe liegen und trister Dauerregen empfing uns. Das perfekte Wetter für einen Besuch auf der Zuschauerterrasse. Die nächsten drei Stunden verbrachte ich meistens hinter der Glasscheibe, da der Westwind auch so stark wehte, dass sämtliche Regentropfen gegen das Kameraobjektiv gedrückt wurden und man kaum eine Chance auf brauchbare Bilder hatte. Erst am frühen Nachmittag klarte es einigermaßen auf, aber der starke Wind blieb und machte den Aufenthalt auf der Terrasse ganz schön anstrengend. Gestartet wurde in der Regel auf den Bahnen 28 in westliche Richtung und 16 Richtung Süden (vor allem Langstreckenflüge). Landungen fanden auf der 14 statt. Helvetic Fokker 100 fliegt für Swiss Inter Sky Dash DH8 Air Berlin A319 (Schweizer Registrierung, die Air Berlin die Schweizer Belair übernommen hat) Air Berlin A333 Air Berlin DH8 Dieser A319 von British Airways rollte beim Start los und brach ihn kurz darauf mit einer Vollbremsung ab. Die Maschine rollte dann zurück zum Gate und nach knapp 2 Stunden stiegen die Passagiere aus und das Gepäck wurde auch ausgeladen. Sie verbrachte den Rest des Tages auf dieser Position und ich sah die Besatzung später auch auf der Besucherterrasse. Am nächsten Morgen war sie dann aber abgeflogen. British Midland Embraer 145 Contact Air Fokker 100 Delta B767 Edelweiss A320 Edelweiss A330 Farnair ATR42 Die chinesische Hainan Airlines mit A330 Air Bosna ATR72 Blue 1 B717 Hello A320 Lufthansa B733 Platzhirsch war natürlich Swiss, vor allem mit der Airbus Flotte: A320 auf der 28 A320 auf der 16 Besonders beeindruckend waren die Starts der A330 und A340 auf der 16 Richtung Süden mit abschließender Kurve über dem Flughafen, bis sie Richtung Westen (USA) flogen. Daher hier zwei Fotoserien. A330 A340 Aber auch die kleinen Jumbolinos waren fleißig im Einsatz. El Al B738 Montenegro Airlines Fokker 100 Croatia Airlines Dash DH8 Ukraine International B733 Blue Islands ATR42 Swiss Jet Dornier 328 Der Star, der stets die meisten Besucher auf der Terrasse anzog, war der A380 von Singapore Airlines. Fast in die gleiche Richtung flog Thai. Am Samstag mit dem A346. Sonntags mit der B747. A310-Frachter von Turkish Airlines Air Europa mit der B738 Mein Flughafen-Hotel war in Glattbrugg, direkt in der Einflugschneise zur Bahn 34. Die Fenster waren so gut schallisoliert, dass ich nichts hörte. Und so war es auch mehr der Zufall, dass der A380 der Singapore Airlines am Morgen gerade zur Landung ansetzte, als ich nichts ahnend das Fenster öffnete. Für den Nachmittag hatte mich ein Bekannter, der ebenfalls von Zürich aus nach Hause flog, zu einem Besuch in die Senator/Business Lounge von Swiss eingeladen. Es war mein erster Besuch überhaupt in einer Flughafen-Lounge und ich war mächtig beeindruckt von dem Angebot an Getränken, Snacks, Süßigkeiten und vor allem der Eistruhe. Vor meinem Abflug zog es mich noch in den Supermarkt, wo ich mich mit einem Vorrat an Schweizer Schokolade eindeckte. Eingecheckt hatte ich bereits am Vorabend, so dass ich jetzt nur noch mein Abfluggate suchen musste. Gebucht war ich auf den Swiss-Flug vom 19.05 Uhr und suchte auf dem Monitor nach dem Gate. „Cancelled“. Premiere für mich – meine erste Flugstreichung. Also suchte ich den Ticketschalter, sagte mein „Mein Flug wurde gestrichen.“-Sprüchlein und legte die Bordkarte vor. Die Dame am Schalter tippte auf ihrer Tastatur herum, druckte eine neue Bordkarte aus und informierte mich, dass ich auf den Lufthansa-Flug eine Stunde später umgebucht worden sei. Die Streichung sei auf den immer noch eingeschränkten Flugbetrieb in Frankfurt zurückzuführen. 19.06.11 LH 1199 ZRH-FRA A319 D-AILS „Heide“, Gate A83, Sitz 25 A Startbahn 32, Landebahn 25 R geplant: 20:00 – 21:00, tatsächlich: 21:08 – 22:09 Am Gate war wenig los und ich vertrieb mir die Wartezeit mit Lesen und dem Blick auf das Vorfeld, um meine Maschine im Anflug zu erhaschen. Mit dem Ergebnis, dass ich jede Lufthansa-Maschine, die hereinkam, fotografierte, da ich nicht einmal den Maschinentyp wusste. Der A319 war dann meine Maschine. Ich rechnete aufgrund der Situation in Frankfurt schon mit einer Verspätung und tatsächlich war der Rückflug erst eine Stunde später als angekündigt, was für mich eine verspätete Ankunft gegenüber des ursprünglichen Flugs um gut zwei Stunden bedeutete. Die Flugstreichung dürfte Lufthansa/Swiss auch nicht so ungelegen gekommen sein. In den drei Stunden sollten drei Maschinen (eine B737 und zwei A319) nach Frankfurt fliegen. Ein A319 wurde gestrichen und die Passagiere auf die restlichen beiden Flüge umgebucht. Der erste Flug, die B737, war voll. Der zweite mit dem A319 hatte keine 40 Passagiere an Bord. Ich hatte daher die komplette letzte Reihe für mich. Als wir startbereit in der Maschine saßen, kam die Durchsage aus dem Cockpit, dass wir erst eine Starterlaubnis für eine halbe Stunde später hatten, und die Zeit saßen wir dann auch ab, bis es endlich losging. Die MD87 der schwedischen City Airline erwischte ich gerade noch aus dem verkratzten Flugzeugfenster kurz vor dem Heimflug. Die Route führte über Winterthur, St. Gallen, den Bodensee, Stuttgart, Ludwigsburg, Miltenberg und Aschaffenburg in den Anflug nach Frankfurt. Um 21:19 Uhr hoben wir auf der Startbahn 32 ab und machten sofort eine Rechtskurve, die uns über Schweizer Gebiet zum Bodensee führte. Der Rhein bis zum Bodensee Der Zeller See (Teil des Bodensees) mit der Halbinsel Reichenau Den Rest des Wegs legten wir über bzw. zwischen den Wolken zurück. Wir waren dicht über der Wolkendecke, und so wurde uns die Geschwindigkeit des Flugzeugs deutlich bewusst. Die heftigen Winde über Mitteleuropa taten ihr übriges und ich hatte meinen turbulentesten Flug und wunderte mich, weshalb die Anschnallzeichen nicht schon viel eher aufleuchteten. Gleichzeitig erlebte ich den schönsten Sonnenuntergang aus einem Flugzeug. Das rote Licht unter den Wolken ist kein Artefakt der Fotokamera, sondern war tatsächlich so vorhanden. Der Flughafen Stuttgart unter einer Wolkenlücke Das Kraftwerk Staudinger am Main im Anflug auf Frankfurt Je näher wir Frankfurt kamen, desto ruhiger wurde das Wetter und wir setzten um 22:07 Uhr auf der 25 R auf und waren recht schnell auf der Parkposition am Gate A38. Copyright aller Fotos: Martin Stahl
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