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Tripreport: Kosovo + Montenegro


Paule22

Empfohlene Beiträge

Geschrieben

Kosovo + Montenegro März 2010

 

Ich habe mich entschlossen einen kleinen Tripreport über 2 Länder zu schreiben, die hier nicht so oft beleuchtet werden. Wie kommt man also in den Kosovo? Pauschal fallen mir dazu drei Gründe ein: Erstmal fliege ich gern in Länder wo der gemeine Tourist normalerweise nicht aufschlägt. Zudem hat der Kosovo für mich den Reiz, dass man hier noch "live" erleben kann, wie ein Land nach so einem bescheuerten Krieg aussieht. Mag makaber klingen. Dann ergab sich bei Malev bezahlbar die Möglichkeit mit der Embraer 120 zu fliegen und ich wollte Statuskilometer bei Finnair Plus sammeln um eventuell mal aus Jux in Verbindung mit dem Royal Jordanian Business Tarif nach HKG ab VIE(ab 1600 EUR) den AY Silver zu machen.

 

Ich buchte also im November: FRA-BUD-PRN / TGD-BUD-TXL

 

Die beiden letzten Gründe haben sich bis Reiseantritt zerschlagen: die Embraer wurde gegen eine Dash8 getauscht(grummel) und AY Plus ist total abgewertet worden, zudem habe ich mich jetzt für die US Meilengeschichte entschieden.

 

Nichtsdestotrotz ging es dann am 10.03. auf nach Frankfurt. Ich habe jetzt schon über 200 Flüge auf dem Buckel, habe es aber komischerweise nie an den Frankfurter Flughafen geschafft. Mit einem übergebliebenen Lidl-Ticket war sogar der Morgenzug bezahlbar von Duisburg und so ging es ratzfatz mit vielen schwarzen Karteninhabern zum Flughafen.

 

Hier folgte dann die erste Aufregung, ich hatte online eingecheckt um mir einen Platz in den ersten 4 Reihen der Malev 737 zu sichern, denn diese sind in Businessbestuhlung(2-3) und meist kann man als Economy-Passagier dann einen Platz in Reihe 3 oder 4 ergattern, wenn die Business nicht voll ist. Damit fehlte mir aber noch die Bordkarte von Budapest nach Pristina und weil am Schalter eine relativ lange Schlange war, wollte ich mal am Malev-Ticketschalter vorbeischauen, ob man mir da noch die fehlende Bordkarte ausdrucken könnte. Als ich dem Herren mein Anliegen schilderte, erwiderte der nur, dass der Flug von Frankfurt nach Budapest heute Verspätung hätte und er mich jetzt umbuchen würde, da die Umsteigezeit mit 40 Minuten in Budapest zu knapp sei. Er bot mir den Weg über Ljubljana an, der auch die JAT beinhalten sollte oder die Austrian über Wien. Irgendwie war mein erster Gedanke -> JAT, dat gibt bestimmt wieder Stress, also sagte ich Austrian. 5 Sekunden später ärgerte ich mich natürlich über die Aussage, weil über Wien kann man ja immer mal fliegen und mit Austrian sowieso. Dies relativierte sich später aber, der Flug nach Ljubljana war verspätet, so dass es wohl doch die bessere Wahl gewesen ist. Da ich nur die E-Ticketnummer hatte und es in Frankfurt ja keine Economy-Checkin Schalter mehr gibt, musste ich zum Lufthansa Ticketschalter, erhielt dort aber problemlos meine neuen Bordkarten und lies die M/M Karte eintragen :).

 

10.03.2010 (11:10 - 12:40)

OS122 FRA-VIE

OE-LBT (A320) "Wörthersee"

28F

 

Das Boarding begann pünktlich, die Maschine stand aber irgendwo im Nirgendwo, so dass wir nach einer kleinen Bustour den Flieger erreichten und dann aber doch relativ pünktlich sogar wegkamen, was die Flugbegleiterinnen sehr zu überraschen schien. Im Flieger hatte ich die letzte Reihe für mich, es war also sehr bequem. Serviert wurde ein Pausenbrot.

 

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Da ich mich immer für den Service der Linien interessiere in Tripreports, werde ich auch Bilder dieser posten, auch wenn die nicht allzu toll sind:

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Nach einem kurzweiligen Flug landeten wir in Wien, wo der Transfer völlig problemlos und innerhalb von 10 Minuten erledigt war.

 

10.03.2010 (13:40 - 15:40)

OS777 VIE-PRN

OE-LDA (A319) "Sofia"

16C

 

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An Bord ging es sehr gesittet zu, war nicht sicher was da zu erwarten war, nachdem was man hier manchmal von den Flügen nach Pristina hört. Die Flugroute war etwas sonderbar, wir flogen die ganze Adria ab, drehten ein paar Runden über Montenegro und landeten dann planmäßig im Kosovo, hatten aber die vollen 2 Stunden Blockzeit damit ausgenutzt. Vielleicht lag es am Erdbeben, dass den Kosovo um 14 Uhr erschüttert hatte. An Bord gab es zwei kleine Stückchen Kuchen:

 

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Angekommen in Pristina am Flughafen war die Einreise problemlos, ich war nur nicht darauf vorbereitet auf Deutsch angesprochen zu werden vom Grenzpolizist und verstand die eigene Sprache nicht mehr. Um in die Stadt zu kommen gibt es laut dem sehr guten In Your Pocket Guide für Pristina einen Bus, der etwa stündlich fahren soll. Vor dem Flughafen erwartete mich sogleich die Taxifahrer-Bande, die mir 20 Euro anbot. Die Reiseführer sind nicht ganz eindeutig, was ein vernünftiger Preis ist, 25 scheinen wohl die obere Grenze zu sein, es soll aber auch runter auf 5 Euro gehandelt werden können. Da dort aber erstmal ein Bus stand, bin ich zu diesem, der Busfahrer machte wohl deutlich, dass dieser nur für Mitarbeiter sei, es keinen anderen Bus gäbe und erklärte sich dann bereit mich für 5 Euro "in die eigene Tasche" in über einer Stunde mitzunehmen. Die Taxifahrer waren mittlerweile in heller Aufregung am sich gegenseitig Runterbieten und so nahm ich ein Angebot zu 10 Euro an, da ich wusste, dass es zum Guesthouse Velania vom Busbahnhof auch nochmal 3-4 Euro mit dem Taxi sind. Im Taxi, ein alter Benz machte ich mit dem Taxifahrer dann noch eine Bonusregelung aus, sollte er mich ruhig fahren und mich auch sofort zu meinem Ziel bringen, versprach ich ihm ein kleines Trinkgeld. Er setzte beides sehr schön in die Tat um, im Gästehaus bekam ich für 15 Euro die Nacht ein schönes Doppelzimmer für mich. Alle anderen Hotels in Pristina sind ziemlich teuer, geradezu unbezahlbar für die Kosovaren.

 

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Abend lief ich noch ein bisschen ängstlich in die Stadt hinunter, viel sehen konnte man aber nicht - es gibt kaum Bürgersteige abseits der Boulevare, Straßenbeleuchtung ist kaum vorhanden, es ist einfach ziemlich duster abends. Trotzdem sind die Straßen voller jungen Leute. Hier die Nationalbibliothek von Pristina:

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Zum Abendessen gab es Börek mit Schafskäse, für nen Euro (Immer diese Hauptstadtwucherpreise...).

 

Am nächsten Morgen machte ich mich dann auf, Pristina bei Tageslicht zu erkunden, das ganze Bild ist ziemlich erschreckend: Überall liegt Müll herum, fast alle Häuser sind kaputt und man sieht viele UN/EU-Fahrzeuge herumfahren. Es gibt viele Moscheen, wo auch regelmäßig die Gebete über die Stadt erschallen, eine fand ich sehr schön neu bemalt:

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Anfangs war ich noch ein bisschen ängstlich meine Kamera offen zu tragen, das legte sicher aber immer mehr im Laufe der Reise. Sicherlich schauen die Leute etwas komisch wenn so ein Blondschopf mit Rucksack da durch die Straßen marschiert, aber das jemand mich angequatscht hat, habe ich nur einmal erlebt und bin dann einfach weitergelaufen. So habe ich auf dem Markt auch noch keine Bilder geschossen gehabt, nur als ich schon draußen war:

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"Photos of the Missing" - Also Bilder von Vermissten aus dem Kosovokrieg: 15303_377932168613_800533613_3513852_3209515_n.jpg

 

Vorbei am runtergekommenen Stadion lief ich zum Sportspalast, der jetzt nur noch eine Turnhalle beherbergt, die große Halle ist zu einem Parkhaus umfunktioniert worden:

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von Außen:

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Auf dem letzten Bild ist übrigens rechts das Regierungsgebäude zu sehen, eines von 2-3 modernen Gebäuden in der ganzen Stadt.

 

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Zwischendurch lies ich mich in einem der zahllosen Straßenkaffees nieder, wo es einen leckeren Döner gab und dann danach einen noch besseren Kaffee - solltet ihr jemals in den Kosovo fahren, trinkt den Kaffee, die wissen was sie tun dort.

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Am Bill Clinton-Boulevard(kein Scherz), einer der drei großen Boulevare in Pristina gibt es doch tatsächlich eine Statur von Onkel Bill und auch ein Riesenplakat mit eben diesem. Clinton hat im Kosovo so ein bisschen was von Volksheld.

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Sehr zu empfehlen sind auch die Bäckereien im Kosovo, absolut tolle Dinge, so günstig, dass man sich fast schämt, so genoss ich vor der Bibliothek ein absolut fantastisches Stück Strudel, der im Kosovo "Struddle" heißt.

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Neben der Bibliothek, die so ein wenig der Treffpunkt der jungen Leute(=alle) tagsüber ist, da sie sie auf dem Universitätsgelände steht und einen Lesesaal hat, gibt es auch noch eine Kirche, die schon lange niemand mehr beachtet:

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Das Energie und Bergbauministerium (es fehlt den Kosovaren ganz offensichtlich an geeigneten Gebäuden für soviel Ministerien, die ein Staat erfordert):

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Später lief ich dann wieder hoch nach Velania zur Unterkunft, Velania ist soetwas der noble Bezirk, wenn man im Kosovo davon sprechen kann, hier wohnte auch der ehemalige Präsident Rugova, neben Clinton der andere Volksheld der Kosovaren.

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Am nächsten Tag ging es nach Prizren, der Bus kostet 4 Euro und es gibt ein Schokolädchen als Bordservice. Im Vergleich zu Pristina fand ich Prizren eher langweilig, es gibt den Fluß, viele Moscheen, eine alte, völlig kaputte serbische Festung und das ist es dann gewesen. Trotzdem konnte man dort gut 3-4 Stunden verbringen, danach war es das aber dann auch gewesen.

 

Fleischer in Prizren:

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Der "saubere Fluß":

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OSCE-Gebäude:

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Es gibt im Kosovo vier Arten, wie die Häuser in Schuss sind. In Prizren konnte man die miserable Situation leider sehr gut erkennen.

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1. Sind da Häuser wie dieses. Total kaputt und unbewohnbar.

2. Häuser wo man die Grundmauern gebaut hat und ein Dach raufgesetzt hat, dann aber aufgehört hat zu bauen. Also auch unbewohnbar und so langsam macht sich die Witterung an diesen Gebäuden bemerkbar.

3. Häuser wo man dann doch noch die Fenster eingesetzt hat, hier wohnen also Leute drin, die Häuser sind aber nicht verputzt und wenn man auf den Balkon gehen würde, würde man runterfallen.

4. Häuser die irgendwann mal fertiggebaut worden sind, aber so runtergekommen sind, dass man sie am Besten abreißt und neu baut oder wirklich grundsaniert.

 

Nochmal Kategorie 1:

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Kategorie 2:

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Irgendwie ist das total bescheuert und ich habe irgendwie das Gefühl, dass wenn man die Sache ordentlich angehen würde, da mit relativ wenig Aufwand auch relativ viel verändern könnte. Wofür sind denn die ganzen Soldaten im Kosovo und schaukeln sich die Eier...

 

Blick über Prizren von der kaputten serbischen Festung aus:

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Die Sinan-Pasha-Moschee in Prizren:

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Lecker Kuchen:

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Am Samstag wollte ich es dann im Verlaufe des Tages von Pristina nach Podgorica, der Hauptstadt von Montenegro schaffen. Es gibt wohl einen täglichen Nachtbus, der direkt fährt, ich wollte mich aber versuchen erstmal nach Peja nahe der Grenze und dem einzigen Grenzübergang zwischen dem Kosovo und Montenegro vorzukämpfen und dort zu sehen, ob es nicht noch mehr Busse gab. Also ging es morgens mit einer französischen Journalistin, die ich im Gästehaus kennengelernt hatte im Taxi zur Busstation und dann nach Peja. In Peja selbst sieht es eigentlich noch schlimmer aus als in Prizren und Pristina zusammen, es gibt einen großen Boulevard mit zwei Platten an beiden Enden und sonst eigentlich gar nichts.

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Nach einigen Verständigungsproblemen in der Busstation fand ich heraus, dass es vier tägliche Busse über die Grenze nach Rozaje gibt, einer sollte um 14 Uhr gehen, ich hatte also 2-3 Stunden in Peja, die ich größtenteils bei einem Gulasch und Kaffeegenuss im Busbahnhofsimbiss verbrachte.

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In Peja tummelten sich auch wieder viele deutsche Busse:

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Nachdem der Busfahrer um 13 Uhr den Bus auf die Parkposition stellte alle Passnummern aufgeschrieben hatte und die 4 Euro über die Grenze kassiert hatte, ging es also hoch auf fast 2000m Höhe und 2 Stunden und einen Stempel später landete ich in diesem gottverlassenen Rozaje:

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In Rozaje tauchte dann wie aus dem Nichts mit halber Stunde Verspätung der "Nis-Express" auf und so ging es in 3 1/2 Stunden für 9 Euro nach Podgorica. Dort hatte ich, weil ich nicht sicher war wann ich ankommen würde, wider erwarten war es jetzt erst 21 Uhr, das Hotel Evropa direkt am Busbahnhof gebucht. Hier gab es ein schönes Zimmer für 55 Euro und so streunerte ich durch das Samstagabendtreiben in Podgorica und war ziemlich schockiert, was für ein Unterschied Montenegro dann war. Alles war so sauber, dass man sprichwörtlich vom Fußboden essen könnte und Podgorica ist größtenteils in der Innenstadt fantastisch rausgeputzt. Hier die Millenium-Brücke bei Nacht:

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Am nächsten Tag überlegte ich nach Ostrog zum Kloster zu fahren, verwarf dies aber, da es keinen direkten Bus gab und somit teure Taxis herhalten hätten müssen. Ausserdem bin ich einmal in Bulgarien nach Rila gegondelt, das war ne endlose Tour und Rila ist auch ganz nett, aber für solche Eskapaden war die ganze Reise dann doch zu kurz. Also habe ich mir in Ruhe Podgorica bei Tageslicht angeschaut. Der Türkische Uhrenturm:

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Die Dame in der Mitte hat nen Chevy gewonnen, yay:

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Die Kathedrale der Wiederauferstehung Christis, schon 16-17 Jahre im Bau und immernoch nicht komplett(wollen wohl den Katalanen Konkurrenz machen):

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Downtown Podgorica:

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Nachmittags fuhr ich dann nach Kotor, meinem nächsten Nachtquartier. Die Busfahrt selbst war ein Erlebnis, der Busfahrer hielt an jeder Laterne und traf seine Bekannten um Lebensmittel und den neuesten Tratsch auszutauschen. Kotor selbst liegt an einem Fjordartigen-Gebilde, hat eine UNESCO Weltkulturerbe geschützte Altstadt und eine Festung über der Stadt liegend, die tolle Ausblicke bot:

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Das Hostel war auch toll(mal ganz abgesehen von der sehr üppig und zeigewillig ausgestatteten jungen Dame an der Rezeption), kostete 11 Euro die Nacht und außer einer Kanadierin war niemand sonst daran interessiert eine Nacht in Kotor zu verbringen. Am nächsten Morgen machte mich auf, nocheinmal die Festung zu erklimmen:

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Oben traf ich auch noch einen Deutschen, der im Winter immer die Welt bereist und der mich bei vielen Geschichten dann zu einem Kaffee einlud. Danach ging es durch die engen Gassen von Kotor auch schonwieder zur Busstation, wo ich nach Sveti Stefan wollte.

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Sveti Stefan ist eine Halbinsel in der Nähe von Budva, DEM FERIENORT Montenegros an der Adria, die sehr pikturesk ist, auf allen Reiseführer abgebildet ist und so weiter. Jetzt hat aber irgendein Russe die Insel gekauft, baut da das Hotel abermals um und man hat keinerlei Chance, überhaupt in die Nähe der Insel zu kommen. Zudem stand die Sonne auch noch voll gegen mich, so dass ich nur ein Bild von der 10km langen Wanderung entlang der Küste zurück nach Budva schiessen konnte:

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Das Wetter war übrigens nach anfänglich noch Schnee im Kosovo mit 15 Grad sehr angenehm und die Adria zeigte sich von ihrer goldenen Seite:

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Budva selbst ist ein relatives Drecksloch, alle Hotels sind ganz schön runtergekommen, man baut fleißig neue Hotels und das Preisniveau ist ganz schön gesalzen. Das Hostel war abermals in der Altstadt, die Budva-Version finde ich aber nichtmal halb so schön wie in Kotor.

 

So war ich relativ froh am nächsten Tag wieder dort wegzukommen und es ging mit dem Bus nach Podgorica um dort ein Taxi zum Flughafen zu nehmen. Ein fairer Preis hierfür scheinen so 8-15 Euro zu sein, ein Taxifahrer erklärte sich dann bereit mich für 8 Euro zu eben diesem zu befördern. In Montenegro nimmt man am Besten ein Taxi was eine fünfstellige Telefonnummer auf der Seite des Autos stehen hat, alles andere sind wohl Verbrecher.

 

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Nun war ich schon um kurz nach 12 am Flughafen und Podgorica ist so ungefähr einer der langweiligsten Flughäfen der Welt. Es gibt gar nichts zu tun, nur ein Costas Kaffee-Abzock-Etablissement, mein Malev Flug war der einzige in 4 Stunden und so harrte ich der Dinge, checke irgendwann ein, bekam zweimal 5F auf der Dash und lief aus Langweile kreuz und quer vorm Flughafen hinundher, Dabei fand ich folgendes "Schätzchen":

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Irgendwann war dann die Zeit auch rum, es ging los:

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16.03.2010 (14:50 - 16:20)

MA495 TGD-BUD

HA-LQA (Dash8-400)

5F

 

Nachdem mich die Dame beim Boarding mit Vornamen begrüßte(ich war der letzte Passagier), wartete draußen dieses EX-SAS-Maschinchen:

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und zwei Montenegro-Airlines-Bomber, sowie ein paar andere Bomber:

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Der Start erfolgte pünktlich und so landeten wir nach einem angenehmen Flug mit Schoko oder Peanuts sogar etwas verfrüht in Budapest. Nach dem Start gab es noch einen schönen Blick auf Podgorica:

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In Budapest parkten wir dann neben einem meiner Beweggründe für diese Reise, der Embraer 120 von BASe(nochmal schnuff). Die Auslastung war mit 25 Paxen denkbar schlecht, schade dass es trotzdem auf dem Leg nicht gereicht hatte.

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Nach einem Gulasch und einem Kakao im überfüllten Budapester-Schengen-Terminal ging es dann mit, zum Glück, einer anderen der vier Malev-Dash nach Berlin zu Mama.

 

16.03.2010 (18:25 - 20:00)

MA672 BUD-TXL

HA-LQD (Dash8-400)

5F

 

Die LQD ist die zuletzt übernommene Dash von SAS und hat noch rote Restspuren, welche mir bei der Landung in Berlin mal wieder gezeigt haben, warum ich Fliegen so mag, das flackernde Licht, der brummende Propeller, einfach toll - weiß nicht ganz wie ichs beschreiben soll. In der LQD ist auch noch ein bisschen mehr Sitzabstand vorhanden als in der LQA, der Nebensitz blieb aber abermals leer. Die Maschine war halb voll nach Tegel, nach Stuttgart wollten an diesem Abend von Budapest sogar nur ungefähr 10-15 Leute, so ganz läuft das nicht.

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In Berlin endete dann dieser Trip, in eine tolle Ecke Europas, die doch so ganz anders ist, besonders im Kosovo. Ein Land, was mir so ein bisschen vergessen vorkommt und wo es auch genauso aussieht. Was mich fasziniert hat, war die Tatsache, dass trotz der augenscheinlich hohen Arbeitslosigkeit, alle so friedlich und freundlich auftreten. Ein leichtes Leben ist es nämlich sicherlich nicht. Irgendwie eine Schande, das ein Land so verwahrlost ist, so nah an uns dran.

 

Montenegro war dann das krasse Gegenbeispiel in manchen Teilen, dort gibt es auch extrem viel Reichtum an manchen Ecken, vieles ist sehr gepflegt, manches aber auch hier total runtergekommen.

 

Austrian und Malev haben mir sehr gut gefallen, würde ich jederzeit wieder buchen. Schade das es mit der Embraer nicht geklappt hat - hoffentlich ein anderes Mal.

Geschrieben

Wow, ordentliche Route, die du da abgearbeitet hast - Danke für die Schreibmühe.

Ich ärgere mich ein bisschen, die aktuellen Malev-Angebote nicht mehr wahrgenommen zu haben. Im Moment sind sie ja nicht so toll.

Das AY-Programm kann man demnächst ja wirklich in die Tonne treten, da hat man ja beinahe mehr davon, seine Pünktchen bei BA zu sammeln.

 

Geschrieben

Vielen Dank für Deinen sehr interessanten Tripreport über eine noch unbekannte Ecke.

Insbesondere Kotor sieht wirklich schön aus.

 

Auch Malev hat sein Bordservice abgewertet. Wenn ich micht recht erinnere, kriegte ich vor ein paar Jahren auf FRA-BUD noch ein warmes Panini.

 

Nochmals vielen Dank für die Mühe.

 

Geschrieben

Vielen Dank euch zwei für die lieben Worte, motiviert mich, bald mal wieder etwas zu schreiben.

 

Hoffe bei AY auch noch einen Return nach HEL mal günstig einbuchen zu können und dann meine Meilen einfach auf zwei C Upgrades zu verschwenden.

 

Anscheinend gibt es bei Malev auf längeren Routen wie z.B. nach Lanarca auch noch das Panini, aber sonst geht man eben mit dem Trend.

 

Eins hatte ich noch vergessen, falls jemand damit spielt auch mal in den Kosovo zu fahren, vergesst nicht genug 5 Euro Scheine mitzunehmen. Alles andere nimmt fast nur die Bank an und die Kosovaren freuen sich, mal nicht gelbe 5 Euro Scheine zu haben - die werden einfach nicht genug ausgewechselt.

Geschrieben
Anscheinend gibt es bei Malev auf längeren Routen wie z.B. nach Lanarca auch noch das Panini, aber sonst geht man eben mit dem Trend.

 

Das gibt es auch auf den deutschen Routen bzw auch auf den Rumänien-Umläufen ex-Budapest. Kommt immer drauf an, wie Malev das Catering bestellt...

(es schmeckt aber nicht - da ist mir die Schokolade oder die Nüsse von MA lieber...)

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