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Aschewolke: warum fliegen keine Turboprops?


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Geschrieben
Also wenn man sich die Karten anguckt sieht man, dass die Asche vom Boden bis hoch auf 20.000 Fuss gehen soll.

Das scheint so nicht zu stimmen. Die ganzen ferry-Flüge sind doch in niedriger (teilweise aber auch großer) Höhe durchgeführt worden, ohne daß Schäden festgestellt wurden.

Aber wir spekulieren da wohl alle etwas mehr oder weniger. Hoffen wir, daß die morgigen Meßflüge mehr Aufschluß geben.

 

Das ist vollkommen absurd. Schon allein deshalb, weil es sich um einen anderen Staat handelt, über den wir gar nicht entscheiden können. Was würdest Du eigentlich sagen, wenn jemand eine Atombombe auf Deutschland werfen wollte?

Ganz davon abgesehen, dass der Vulkan dann Radioaktivität über ganz Europa blasen würde.

Also, daß das natürlich nur mit dem Einverständnis der Isländer stattfinden könnte, versteht sich von selbst. Deshalb habe ich es erst gar nicht erwähnt. Weiter: ich bin kein Experte in nuklearer Wehrtechnik, meine mich aber zu erinnern, daß die Amerikaner kleine taktische Atomwaffen haben, deren Wirkung eng begrenzt ist, auch was die Radioaktivität betrifft. Aber, wie gesagt, ich bin da nicht der Fachmann. Wahrscheinlich hast Du recht, wenn Du den Gedanken absurd findest. Hast Du denn eine Alternative, wie man den Gletscher knacken könnte?

 

Geschrieben

Alternativvorschlag aus dem „Planetopia Wissenschaftsmagazin“ (Sat 1):

 

Einige hundert Kilometer vor der isländischen Küste wird unter Wasser das letzte verbliebene Exemplar der russischen „Zar-Bombe“ (50 bis 60 Megatonnen TNT-Äquivalent) gezündet. Dadurch werden ca. 85 Millionen Tonnen Meerwasser in die Stratosphäre geschleudert und waschen die Staubpartikel auf tausenden von Quadratkilometern aus der Luft. Die Schockwelle läuft dreimal um die Erde und pustet die Aschewolken selbst in den Gebieten weg, die von der reinigenden Wasserfontäne nicht erreicht werden. Da es sich um eine thermonukleare Bombe handelt, ist sie recht „sauber“ und produziert im Verhältnis zur Sprengkraft nur relativ wenig Fallout. Die radioaktive Belastung für Durchschnittseuropäer würde weniger als 20 Röntgenuntersuchungen pro Jahr entsprechen. Man dürfte zwar einige Jahre lang keine Pilze mehr sammeln und kein selbstgezogenes Obst mehr essen. Aber das kann ja auch wieder aus Neuseeland eingeflogen werden, wenn erst mal die Aschewolke weg ist. :)

Geschrieben
Befremdlich ist doch, daß es in Deutschland offenbar keine Behörde für notwendig hält, zeitnah mit entsprechedem Fluggerät Messflüge über Deutschland durchzuführen. Das Dilemma war bereits am Donnerstag vergangener Woche absehbar und bislang ist rein gar nichts passiert. Erst jetzt (nach massiver öffentlicher Kritik an BMVBS, DFS und DWD) hat sich die DLR (die entsprechendes Fluggerät besitzt) dazu bewegen lassen, endlich einen entsprechenden Meßflug durchzuführen, um die bisherigen Vermutungen über die ominöse Aschewolke zu überprüfen. Diese Schwerfälligkeit der verantwortlichen Behörden und deren offenkundiges Desinteresse werden von den Fluggesellschaften mit Recht kritisiert. Aufgrund von bloßer Spekulation den Luftraum über Deutschland koplett zu sperren, erscheint mir überaus abenteuerlich.

 

Also mir kommt diese Haltung doch reichlich naiv vor. Blinder Aktionismus hilft doch überhaupt nicht weiter, es nutzt doch nicht das geringste einfach mal blind ein paar Flugzeuge (welcher Art auch immer) da hoch zu jagen.

 

Was man braucht sind belastbare Daten, die geeignet sind die Entscheidung zu treffen, Millionen von Flugpassagieren unter den momentanen Bedingungen zu befördern. Dass dies eine gewisse Vorbereitungszeit braucht, ist doch völlig logsich. Den entsprechenden Leuten zuhause vom Sofa bei Popcorn und Chips vorzuhalten, dass sie untätig seien, halte ich für extrem schlechten stil, sorry.

 

EDIT: Die DFS hat heute morgen im TV Stellung genommen und betont, dass sie Messgeräte beschaffen und in ein entsprechendes Flugzeug einbauen mussten, was nicht schneller machbar ist. Von Desinteresse kann absolut keine Rede sein.

Geschrieben
Also, daß das natürlich nur mit dem Einverständnis der Isländer stattfinden könnte, versteht sich von selbst. Deshalb habe ich es erst gar nicht erwähnt. Weiter: ich bin kein Experte in nuklearer Wehrtechnik, meine mich aber zu erinnern, daß die Amerikaner kleine taktische Atomwaffen haben, deren Wirkung eng begrenzt ist, auch was die Radioaktivität betrifft. Aber, wie gesagt, ich bin da nicht der Fachmann. Wahrscheinlich hast Du recht, wenn Du den Gedanken absurd findest. Hast Du denn eine Alternative, wie man den Gletscher knacken könnte?

 

Du hast wohl den Schuß auch gar nicht mehr gehört oder? Taktische Atombombe auf Island, ja ne is klar. Der Vulkan ist eben aktiv, da muss man eben Wege finden, wie man trotzdem mit ihm leben und fliegen kann. Man muss dazu keinen Gletscher "knacken".

 

Absolut daneben.

 

 

Geschrieben
Also mir kommt diese Haltung doch reichlich naiv vor. Blinder Aktionismus hilft doch überhaupt nicht weiter, es nutzt doch nicht das geringste einfach mal blind ein paar Flugzeuge (welcher Art auch immer) da hoch zu jagen.

 

Was man braucht sind belastbare Daten, die geeignet sind die Entscheidung zu treffen, Millionen von Flugpassagieren unter den momentanen Bedingungen zu befördern. Dass dies eine gewisse Vorbereitungszeit braucht, ist doch völlig logsich. Den entsprechenden Leuten zuhause vom Sofa bei Popcorn und Chips vorzuhalten, dass sie untätig seien, halte ich für extrem schlechten stil, sorry.

 

EDIT: Die DFS hat heute morgen im TV Stellung genommen und betont, dass sie Messgeräte beschaffen und in ein entsprechendes Flugzeug einbauen mussten, was nicht schneller machbar ist. Von Desinteresse kann absolut keine Rede sein.

 

Hat jemand etnsthaft eine andere Aussage aus dem Hause DFS erwartet? Ich vermute den Herren Beamten war das freie Wochende wieder einmal heilig...

 

Blindlings nenne ich übrigens eher die Sperrung des Luftraums ohne verläßliche (sprich: gemessene) Daten. Diese Art von hektischem Aktionismus (à la Schweinegrippe-Hysterie) braucht kein Mensch.

 

P.S. Ich esse weder Chips noch Popcorn

 

 

Geschrieben
Du hast wohl den Schuß auch gar nicht mehr gehört oder? Taktische Atombombe auf Island, ja ne is klar. Der Vulkan ist eben aktiv, da muss man eben Wege finden, wie man trotzdem mit ihm leben und fliegen kann. Man muss dazu keinen Gletscher "knacken".

 

Absolut daneben.

Lieber Freund, wir diskutieren hier in sehr manierlicher Form. Und deshalb ist auch nichts "absolut daneben".

Zu Deiner Wissensanreicherung kopiere ich hier mal den Teil eines Focus-Online-Artikels von heute hinein:

 

„Die für Flugzeuge so gefährliche Asche entsteht, weil über dem Vulkan ein Gletscher liegt“, erklärt Rainer Glawion, Professor am Institut für physische Geografie an der Uni Freiburg, der selbst jahrelang die Vulkane Islands beobachtet hat. „Die Lava, die in Island an die Oberfläche gelangt, ist dünnflüssig. Wäre der Vulkan ein normaler Berg, würde sie abfließen. Nachdem aber eine oft Hunderte Meter dicke Eisschicht darüberliegt, erstarrt die Lava schockartig – gleichzeitig kommt es durch das schmelzende Eis zu Dampfexplosionen, die die Lava zertrümmern. Die winzigen Splitter werden in die Atmosphäre geschleudert.“

 

Wenn Du den ganzen Artikel lesen möchtest, bitte hier:

http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/na...aid_499351.html

 

Wie Du also erkennen kannst, ist tatsächlich der Gletscher das eigentliche Problem. Alle klar?

 

 

Geschrieben
Hat jemand etnsthaft eine andere Aussage aus dem Hause DFS erwartet? Ich vermute den Herren Beamten war das freie Wochende wieder einmal heilig...

 

Wenn Du Beweise dafür hast, dann poste sie bitte. Ansonsten sind solcherlei Aussagen haltlos.

 

 

Blindlings nenne ich übrigens eher die Sperrung des Luftraums ohne verläßliche (sprich: gemessene) Daten. Diese Art von hektischem Aktionismus (à la Schweinegrippe-Hysterie) braucht kein Mensch.

 

Warum weiß ich nur, dass Du derjenige gewesen wärst, der hier als erstes von einem Skandal gesprochen hätte, wenn der Luftraum nicht gesperrt geworden und es zu einem Unfall gekommen wäre.

 

Es ist sehr leicht bequem auf der Couch zu sitzen, anderen beim Lösen von Problemen zuzuschauen und ihnen DANACH zu sagen, was sie falsch gemacht haben. SOWAS braucht kein Mensch.

 

Geschrieben
Wie Du also erkennen kannst, ist tatsächlich der Gletscher das eigentliche Problem. Alle klar?

 

Und du denkst ernsthaft, dass mir das nicht bewusst ist? Und es ändert auch nichts daran, dass dein Atomposting völliger Kokolores ist. Man kann die Probleme dieser Welt nicht mit Atombomben lösen, wäre ja auch zu schön. Schonmal in Nagasaki und Hiroshima gewesen oder davon gehört? Oder wie ist es mit den französischen Testspielchen im Pazifik? Aber in deinem taktischen Posting hast du ja auch schon zugegeben, dass die Idee doch nicht so ganz toll ist.

 

Sorry an die anderen hier, dass das nicht zum Thema gehört.

Geschrieben

wieder mal zurück zum Thema..

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Geschrieben

Anschuldigungen gegen einzelne Berufsgruppen sind genauso schlecht wie reißerische Zeitungsartikel.

 

Diese Geschichte zeigt aber eines: Wir haben uns viel stärker vom Luftverkehr abhängig gemacht, als es den meisten im Alltag bewusst ist. Die mit Luftverkehr zusammenhängenden Prozessketten tangieren Wirtschaft und Gesellschaft weit über die unmittelbare persönliche Mobilität der einzelnen Bürger hinaus. Wer weiß schon, welche Vorprodukte in seinem Mittagessen oder in seinen Herztabletten eingeflogen wurden? Wer macht sich schon klar, in welchem Umfang der für die meisten selbstverständliche Wohlstand heute im Luftverkehrskontext erarbeitet wird?

 

Und dieser Abhängigkeit ist sich die Politik bislang nicht gebührend bewusst. Deshalb erwischt diese Situation nun alle Beteiligten ziemlich kalt und aus der Überraschung über das Ausmaß der Folgeprobleme entstehen schnell schrille Töne und wechselseitige Anschuldigungen.

 

Ziel müsste eine „robustere“, krisentolerantere Struktur sein. Dazu würde vor allem gehören, dass in solchen Situationen binnen wesentlich kürzerer Frist europaweite Konsultationen eingeleitet und nationale Krisenstäbe einberufen werden können. Meine persönliche Meinung ist auch – das mögen andere anders sehen – dass ein Bundesverkehrsminister mehr von Luftverkehr verstehen müsste.

Geschrieben
Diese Geschichte zeigt aber eines: Wir haben uns viel stärker vom Luftverkehr abhängig gemacht, als es den meisten im Alltag bewusst ist..

 

Also ehrlich gesagt, merk ich bis jetzt nicht viel davon. Und wenn im Supermarkt jetzt die Erdbeeren aus Chile ausgehen, dann interessiert mich das genauso wenig, weil ich die um diese Jahreszeit nicht kaufe.

Europäische Waren werden doch eh vornehmlich auf dem Landweg transportiert.

Und mein Brot/Wurst/Butter/Käse/Milch/Kartoffeln kommen von max. 50km entfernt, also nix mit Flugzeug.

 

Und diejenigen, die hier anderen unterstellen, ihnen wäre das Wochenende heilig, sie würden nix machen, sind doch genau diejenigen, die sich dann beschweren, wenn sie mal zwei Stunden ohne volle Bezahlung(selbstverständlich mit 100% Arschleck-Zuschlag) arbeiten sollen.

 

So ein Messflugzeug steht ja mal einfach so vollgewartet, vollgetankt, mit M€-Messtechnik und speziell ausgebildeter Crew sowie Wissenschaftlern beim DLR in Oberpfaffenhofen rum. Versuchsvorbereitung brauchen die ja auch nicht, sammeln wir lieber erstmal nen Arsch voll Daten und merken dann, dass wichtige Vorbetrachtungen/Berechnungen fehlen.

 

Es ist nicht immer alles in beliebiger Menge beliebig schnell verfügbar(auch wenn die Wirtschaftsheinis uns das dauernd glauben machen wollen)

 

Leute, gewöhnt euch einfach mal dran, dass die Natur im Zweifelsfalle uns alle in der Hand hat und uns um Längen überlegen ist...

Geschrieben

@homer:

 

Ich glaube, man unterschätzt die Interdependenzen leicht, wenn man das auf die Milch-Kartoffel-Malle-Perspektive reduziert. :rolleyes:

 

Nach einiger Zeit würdest du es auch an völlig unerwarteten Punkten merken und da tut es am meisten weh. Vor allem wird es für alle teuer - schon jetzt diskutiert man staatliche Finanzspritzen an notleidende Fluglinien wie nach Nine-Eleven.

 

In SPON wird gerade ausgebreitet, wie hoch der wertmäßige Anteil am Außenhandel ist:

 

"Auch viele Medikamente werden per Luftfracht geliefert. "Dringliche, verderbliche oder höherwertige Ware" könne, so Treier, nicht einfach per Lkw oder Schiff statt mit dem Flugzeug zum Kunden gebracht werden.

 

Wertmäßig 35 bis 40 Prozent des internationalen Handels würden per Luftfracht abgewickelt. Auf den stark exportabhängigen deutschen Handel bezogen, der 1000 Milliarden Euro im Jahr ausmache, bedeute dies 350 Milliarden Euro - pro Tag also rund eine Milliarde Euro. Zwar gebe es auch "kompensierende Faktoren", und viele Geschäfte könnten nachgeholt werden, "aber nicht zu hundert Prozent". Die Auswirkungen des Flugverbotes würden, je länger es andauere, "desto schlimmer"."

 

 

Geschrieben

Man muß eben einfach nur mal über den Tellerrand der selbst gemachten Kartoffelsuppe blicken und ein wenig über die vielen Interdependenzen von Volkswirtschaften nachdenken, dann weiß man auch, daß die internationalen Waren- und Personenströme unerläßlich für unseren Wohlstand sind. Das sehen sogar inzwischen die Ökos ein, die uns ja früher zurück auf die Bäume schicken wollten.

Geschrieben

War sicher überspitzt ausgedrückt, aber ich wollte nur mal deutlich machen, dass die Natur sich nicht an unsere Wirtschaftsgesetze hält und dass sich manche mal fragen, ob sie nicht auf gewisse Dinge, die ressourcenintensiv per Flugzeug gebracht werden, auch mal verzichten können.

Geschrieben
[…]

 

Also, daß das natürlich nur mit dem Einverständnis der Isländer stattfinden könnte, versteht sich von selbst. Deshalb habe ich es erst gar nicht erwähnt. Weiter: ich bin kein Experte in nuklearer Wehrtechnik, meine mich aber zu erinnern, daß die Amerikaner kleine taktische Atomwaffen haben, deren Wirkung eng begrenzt ist, auch was die Radioaktivität betrifft. Aber, wie gesagt, ich bin da nicht der Fachmann. Wahrscheinlich hast Du recht, wenn Du den Gedanken absurd findest. Hast Du denn eine Alternative, wie man den Gletscher knacken könnte?

 

Man würde wohl kaum das Einverständnis der Isländer bekommen, auf ihrer Insel eine Atombombe zu zünden, denn auch taktische Waffen sind radioaktiv.

 

Anonsten kann ich nur auf eine Passage eines Kommentars aus der heutigen FR verweisen:

 

[…]

 

So schwer es allen Leidtragenden fällt: Passagiere und Fluggesellschaften müssen wohl oder übel akzeptieren, dass die Natur stärker ist als der Mensch. Das Wochenende ohne Flugzeuge am Himmel hat dies Europa sehr eindrücklich vor Augen geführt. Gegenüber der Macht eines Vulkans sind wir trotz all unserer Technik immer noch hilflos. Wir können nur darauf warten, dass der Wind sich dreht. Alles andere wäre unverantwortlich. Die Sicherheit der Passagiere muss nun mal an der ersten Stelle stehen.

 

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/pol...?em_cnt=2557486

Geschrieben

Naja, mit „einfacher“ Technik kann man vielleicht den Naturgewalten bis zu einem bestimmten Punkt trotzen. Mit der steigenden Komplexität der soziotechnischen Systeme / Infrastrukturen wird aber die Verwundbarkeit der Gesellschaft durch Naturgewalten heute ja generell eher wieder größer als kleiner.

 

Jeder kennt bspw. die Horrortrips, die einem die Bahn immer wieder zumutet, wenn irgendwo vergleichsweise läppische Wettereinflüsse aufgetreten sind. Mit den High-Tech-Zügen ist dieses Problem eher schlimmer als besser geworden. :angry:

 

Noch triumphieren Eisenbahnfreunde und Bahn-Lobby über die Folgen des Flugverbots. Ich stelle mir gerade als Gedankenexperiment vor, dass in irgendeiner Energie- oder Netzzentrale der DB der Betrieb zusammengebrochen ist und die halbe Republik muss darauf warten, dass ein Expertenteam des Herstellers mit Fährschiff und Auto oder gar ein Ersatzteil aus Korea oder den USA per Seefracht eintrifft. Die dann zu erwartenden Bahnhofsdurchsagen kann ich mir bildlich ausmalen.

 

Warum können sich solche Störungen so großräumig fortpflanzen? Weil das Bewusstsein für solche Interdependenzen unterentwickelt ist und die Vorsorge gegenüber Komplexitätsrisiken programmatisch nicht hoch im Kurs steht.

 

Die schlimmste Sünde ist diese Kombination aus Verschlankung und „Just-in-Time“-Ideologie einerseits und immer mehr Komplexität und Interdependenz andererseits. Der Nutzen durch Einsparungen an Zins- und Kapitalkosten wird durch den Schaden durch die immer öfter erforderliche kurzfristige Krisenbewältigung mehr als aufgefressen.

 

Robustere Designs müssten vor allem darauf abzielen, dass überall wieder mehr Pufferkapazitäten und Reserven (auch Reservezeiten!) vorgehalten werden, um unerwartete Störungen überbrücken und ihre Fortpflanzung in benachbarte Bereiche hinein begrenzen zu können.

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