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Inyourface1909

Ausbildung Fluggerätmechaniker Jobchancen?

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Hallo liebe Leute. Ich möchte gern über dieses Thema mit euch reden. Erstmal zu mir ich bin gelernter Gas-Wasser Installateur und 25 Jahre alt. Ich wollte schon immer Fluggerätmechaniker werden doch hab nach meiner Schullaufbahn nicht die Möglichkeit bekommen. So bin ich erst bei der Bundeswehr (Wehrdienst) und danach bei der Caritas (Jobben) gewesen mit 21 Jahren hab ich die Ausbildung wie oben erwähnt absolviert. Ich habe mich vorher auch um Plätze als Flggm bemüht aber nie eine Chance bekommen.

Dieses Jahr wurde ich nach einer positiven Bewerbung zur Bundeswehr (Zivilberuflich) zum Einstellungstest und Vorstellungsgespräch eingeladen. Test ergebnisse waren gut dann kam ich ins Gespräch. Sie wollten meine Vorkenntnisse bzgl Fluggeräten wissen und ich erzählte ihnen was sie wissen wollten. Jetzt bildet die BW (Zivil) meißt Berufseinsteiger aus 16-18 Jahre erst.

Da schlug das Gespräch aus meiner Sicht um. Ich wurde gefragt wie ich mir das denn vorstelle mit so vielen, ich sag jetzt mal (Kindern) und ich sagte halt das aus meiner Sicht das Alter für mich keine Rolle spielt solange ich meinen Traumberuf erlernen dürfte. Dann fragte man mich auch noch was ich machen wollte wenn ich ausgelernt (29) mit zweiten Gesellenbrief in der Tasche, und dann nicht mehr (altersbedingt) für eine karriere in der BW bin. Ich sagte denen das ich Flexibel und bereit wäre mir dann einen Zivilen arbeitgeber zu suchen wenn auch über Zeitarbeit.

Dann kamen Argumente von den Herrschaften ,,die würden eher leute einstellen die noch jung (20-22) und einiges mehr an berufserfahrung haben"

ich war echt sprachlos DIE laden mich ein und dann kommt sowas, die wussten doch wie alt ich bin... ich fuhr mit gemischten Gefühlen heim.

Jetzt bekam ich einen Ausbildungsvertrag zugeschickt und bin ganz perplex

dieser artikel http://www.airliners.de/qualifikation-und-mobilitaet-sind-die-schluessel-zum-erfolg/30916 mit seinen statistiken weckt hoffnungen in mir das ich dann am Ende doch nicht zu alt seien würde und Fachkräfte gebraucht werden...

 

wie. seht ihr meine chancen ?!

 

danke schonmal fürs durchlesen

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Hallo,

 

lasse dich bitte nicht von großen Parolen einiger Anbieter (gerade die, die mit Umschulung Geld verdienen) Honig ums Maul schmieren. Was bei Informationsveranstaltungen und Co. dort gesagt wird, ist teilweise erstaunlich. Fluggerätmechaniker ist ein Beruf, wo man sein Geld von links nach rechts umschichten muss... soviel verdient man. Oder Aussagen, das man nie Probleme hätte einen Job zu finden.

 

In der Wirklichkeit siehts doch anders aus.

 

Die Luftfahrt ist in jedem Bereich stehts spezialisiert. Du musst dich früher oder später für einen dieser zig Berufswege entscheiden und diesen dann konsequent gehen, und dich dann auch mit Nachdruck beim AG dafür aus-/weiterbilden lassen. Anders gesagt, gute Leute die was auf dem Kasten haben, auch wichtige Lizenzen haben, die werdens leichter haben als andere Mechaniker die 3 - 4 Jahre den falschen Weg gefahren sind. Leider erfährt man erst durchs aktive Berufsleben, was ist wichtig und was macht Sinn und was bringt mir später garnichts.

 

Ansonsten mach die Ausbildung, wir hatten bei uns auch Azubis die 10 Jahre Älter waren als der Jüngste (das ist für die ganze Gruppe nur förderlich, weil "Reife" hinzukommt) und seh dann weiter. In 3 Jahren sieht die Lage in der Luftfahrt vllt. ganz anders aus. Derzeit ist es zumindest nicht leicht, vernünftige Stellen zu einem vernünftigem Lohn (als Cat A) zu finden. Wobei Leiharbeit für mich keine Alternative ist.

 

Solltest du nichts finden, so kann ich dir aber versichern, das Fluggerätmechaniker in anderen Branchen gern gesehene Fachkräft sind. (ca. 75% meiner ehemaligen Mitazubis arbeiten jetzt in luftfahrtfremden Branchen).

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Also vorneweg: Bringe dich selber erstmal aus der Opferrolle, es mag ja sein, dass es bisher nicht geklappt hat, aber da sind in den seltensten Fällen wirklich andere schuld.

 

Zudem: Es gehört zu einem normalen Vorstellungsgespräch auch, dass mein seine Position verteidigen kann, vor allem wenn man ein wenig aus dem Norm-Schema läuft. Sie wollten wohl einfach mal deine Reaktion testen, dass solltest du nicht als persönlichen Angriff werten, eher als Gefallen, dass mal jemand "tacheles" mit dir redet, denn die Einwände sind ja offensichtlich gerechtfertigt.

 

Zur Ausbildung und dem weiteren Werdegang:

 

Der Altersunterschied ist kein Problem, ich habe selbst diverse AZUBIs ausgebildet und da waren auch Studienabbrecher dabei, generell ist ein 25jähriger etwas Reifer und deswegen fällt viel von den erzieherischen Maßnahmen weg, letztendlich konnte ich aber nie sagen, dass die eine oder andere Gruppe "besser" sein. Die Jüngeren konnte man besser "formen" und ließen sich leichter in die richtige Richtung schieben, während man bei den Älteren da schon mal mehr "diskutieren" musste.

Aber diesbezüglich würde ich mir keine Sorgen machen, DIR muss halt klar sein, dass manche 10 Jahre jünger sind und ihr völlig andere Interessen habt ABER das ihr als AZUBIs alle gleichberechtigt seid, da musst du vielleicht auch mal gegen die "Kleinen" zurückstecken.

 

Ansonsten kann ich mich da den Worten von der Wartunsgfee anschließen. In der Luftfahrt arbeiten ist zuerst mal Prestigesache, leider wird nicht immer so gut bezahlt, wie so manch einer dieser Anbieter propagiert. Aber außerhalb der Luftfahrt "zieht" der gute Ruf nach wie vor.

Einen Job damit wirst du wahrscheinlich schon finden, aber ob das genau das ist, was du dir vorstellst kann dir keiner versprechen, auch nicht, dass du automatisch an Airliner arbeiten kannst, zwar gibt es viele technischen Berufe in der Luftfahrt, aber nur ein Teil der Fluggerätemechaniker arbeiten auch wirklich direkt als zertifizierte Techniker.

Die Schmieden der Lufthansa verlassen jährlich jede Menge frischgebackene Facharbeiter, die schon alles in der Hand haben um eine EASA CAT A zu beantragen, die hätten dir dann schon was vorraus, sofern ich nicht ganz falsch gewickelt bin, werden beim Bund zwar alle Module geschult und es wird auch ein Pflichteil an praktischer Erfahrung an operativem Gerät durchgeführt, aber das reicht nicht ganz um damit auch eine AML zu beantragen. Die meisten dieser LH-ex-AZUBIs gehen direkt zu Zeitarbeitsfirmen und/oder arbeiten in Nebenwerkstätten.

Und dann gehts wieder los mit der nicht vorhandenen praktischen Erfahrung die als Nachweis zur Vorlage beim LBA vonnöten ist und ohne die keine Lizenz bzw. Lizenzerweiterung und ohne Lizenz gehts nicht an die Flieger usw usw.

 

Dazu kommt, dass der eine oder andere Betrieb momentan auch "strauchelt" und schauen muss, dass sie erstmal ihr eigenes Personal beschäftigt hält. Schau dir mal Augsburg Airways Technik an.

 

Also wenn Flugzeuge dein Ziel sind, dann mach die Ausbildung, glaube aber keinem, der behauptet, dass dies ein Selbstläufer ist, oder dass man pauschal soundsoviel verdient, oder dass man überall mit Kusshand genommen wird. Informier dich frühzeitig und intensiv, was es mit den EASA Part 66 Lizenzen auf sich hat!

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Moin,

 

erstmal Daumen hoch, wenn Du dich für den Beruf FGM begeistern kannst ist das die halbe Miete. Zur Luftfahrt gehört Interesse und Können, Du must einfach Lust darauf haben. Willst Du FGM werden, weil Du schnell viel Kohle bekommen willst - no way. Es ist und bleibt ein handwerklicher Beruf mit dem Du nicht reich wirst, aber mit Sicherheit auch nicht am Hungertuch nagst. Ich kann den Vorrednern nur zustimmen, Informatioen sind das A und O in dem Job. Ein IHK Abschluss ist schön, mehr auch nicht. Du solltest Dich unbedingt in die Materie Lizenzen einlesen, Stichwörter: EASA AML Cat A, Cat B1, VO EG 2042/2003 Anhang III (II und IV). Das LBA hat eine Infoschrift zum Thema Teil 66 Lizenzen veröffentlicht - durchlesen, verstehen und Ziele abstecken. Mit Beginn der Ausbildung muss Dir klar sein, dass der IHK Abschluss und die EASA AML Deine Ziele sind. Kläre ab, ob z.B. Module für die Cat A (B1) bereits Inhalt Deiner Ausbildung sind oder eben nicht.

Ich bin selbst FGM und es ist für mich der Beruf. Ich schraube noch immer gern, auch wenn mein heutiger Arbeitstag eher duch Büroarbeit und Dozententätigkeiten geprägt ist.

Wichtig ist erstmal in die Branche einzusteigen, es werden sich immer links und rechts Möglichkeiten für gute Leute ergeben.

Hier im Forum gibt es genug erfahrene Kollegen, bleib und Ball und forder uns :)

Frohes Fest & guten Rutsch!

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