Offshore Geschrieben 9. November 2012 Melden Geschrieben 9. November 2012 Habe gerade einen One-Way-Flug von Köln nach Thessaloniki gebucht. Es wird meine erste Griechenland-Reise sein. Ich habe noch keinen Rückflug gebucht, weil ich meine Reiseroute zur Erkundung von Griechenland noch nicht kenne. Könnt Ihr mir bitte aus Eurer Erfahrung eine Reiseroute ausgehend von Thessaloniki vorschlagen? Ich werde kein Auto mieten, sondern nur auf Busfahrten setzen. Ich will ungern eine Route zurückfahren, z.B. um vom Flughafen Thessaloniki zurückzufliegen. Gerne kann ich auch über mehrere Flüge nach anderen Ländern zurück nach Deutschland fliegen. Die Hauptsache ist, dass die Rückreise nach Deutschland insgesamt billig sein sollte. Athen will ich wegen der Unruhen nicht besuchen. Von Bari / Italien gibt es günstige Flüge nach Hahn. Aber um von Griechenland nach Bari zu gelangen, muss man die Fähre nehmen, weil Flüge aus Griechenland seltsamerweise sehr teuer sind. Welche Fähre von wo empfiehlt Ihr zu welchem Preis und muss man vorab buchen oder kann auch direkt am Schalter einen Platz kaufen, weil ich nicht weiß, wann ich genau Griechenland verlassen werde. Wenn Ihr andere Vorschläge habt, nur zu, ich bin ganz offen! Vielen Dank!
alex2 Geschrieben 13. November 2012 Melden Geschrieben 13. November 2012 Interessant wäre es zu wissen, wann dein Flug nach Thessaloniki geht und wie lange du in Griechenalnd bleiben möchtest. Ich hätte da eine andere Idee.... Warum schaust du nicht, was es für Schifffähren ab Thessaloniki gibt. Die Inseln sind um einiges schöner als das Festland. Ich bin vor einigen Jahren von Thessaloniki nach Rhodos mit dem Schiff gefahren: Das Schiff hat insgesamt 3-4 Inseln angefahren. Ich befürchte aber, dass diese Schiffsroute eingestellt wurde. Zumindest glaube ich das mal gelesen zu haben. Zu der Sache mit Bari: Fähren gibt es Igoumenitsa und Patras. Früher gab es auch ab Athen/Piräus, heute weiss ich nicht ob es die Fähre noch gibt. Da du ja kein Auto hast, solltest du keine Probleme einen Platz bei den Fähren vor Ort zu bekommen: Einen Sitzplatz oder eine Platz auf Deck bekommt man eigentlich immer.
L49 Geschrieben 14. November 2012 Melden Geschrieben 14. November 2012 Wie wäre es mit den im Norden Griechenlands gelegenen Highlights, dem Berg Athos und den Meteora-Klöstern (vgl. James Bond: In tödlicher Mission)? Und um wenigstens eine griechische Insel mitzunehmen (immer eine gute Idee), eine Fähre nach Bari zu nehmen, die in Korfu einen Zwischenstopp macht?
Offshore Geschrieben 15. November 2012 Autor Melden Geschrieben 15. November 2012 Ich fliege mit Germanwings am kommenden Samstag, 17.11.2012, von Köln nach Thessaloniki. Inzwischen habe ich einen Flug mit Ryanair von Bari nach Rom und einen Flug mit Ryanair von Rom nach Düsseldorf-Weeze gebucht. So kann ich doch noch eine längere Schiffsfahrt machen, die längste in meinem bisherigen Leben, wenn ich mit der Fähre von Patras nach Bari fahre. Bari schaue ich mir nur einen ganzen Tag an, denn ich komme mit der Fähre übermüdet am frühen morgen an und ich verbringe dort eine Nacht, bevor ich am nächsten morgen früh den Flug nach Rom nehme. Ich hoffe, die Temperaturen in Griechenland sind so gut wie in Rom. Ich nehme nur einen kleinen Rucksack (8kg Gewicht, Handgepäck) mit. Großer Kleiderwechsel ist also nicht möglich. Die Flüge habe ich erst auf den letzten Drücker gebucht. 139,- für Germanwings und 2x 43,- für Ryanair und 61,- für die Fähre. Sicher kann man viel billiger nach Griechenland, innerhalb Italiens und von Italien nach Deutschland fliegen, wenn man frühzeitig bucht. Aber dafür spare ich bei den Übernachtungen, z.B. eine Übernachtung fällt weg, weil ich die Fähre nehme und ansonsten verbringe ich die Nächte im Hostel, denn zu dieser Zeit dürften die Hostels nicht ausgebucht sein. Zu meiner Überraschung kostet eine Übernachtung in Santorini satte 4000,- Euro. Ich dachte zunächst, es wurde ein Komma nach 40 vergessen, aber nein... :-(
aaspere Geschrieben 15. November 2012 Melden Geschrieben 15. November 2012 Das ist zwar jetzt nicht ganz ernst gemeint, aber heute ist der deutsche Konsul in Thessaloniki angegriffen worden. Ich würde deshalb vielleicht im Moment nicht unbedingt nach Griechenland reisen; die Stimmung gegen Deutschland ist ziemlich geladen.
Offshore Geschrieben 27. November 2012 Autor Melden Geschrieben 27. November 2012 Ich bin am 17.11. in Thessaloniki gelandet. Ich wollte absichtlich nicht in Athen landen, weil es dort Streiks, Demonstrationen und Ausschreitungen gibt, die unberechenbar sind. Aber was passiert? An diesem 17.11. ist wie jedes Jahr an dem Datum in Griechenland der Opfer im Widerstand gegen die Diktatur (1967-1974) gedacht worden. Im November 1973 kam es zu Studentenprotesten, die über eine Woche andauerten. Das Militär marschierte in die Universitäten ein, es gab viele Tote. Diese Krawalle trugen letztendlich mit zum Sturz der Militärregierung bei. Die Folge war, dass nur schwer mit dem Bus bis in die Altstadt Thessalonikis gelangt werden konnte und von dort fuhren nicht alle Busse weiter zu anderen Zielen. Nach Stunden der Warterei nahm mich dann eine freundliche Griechin mit, die von ihrer Tochter abgeholt wurde und zufällig in derselben Gegend wohnte, wo mein Hostel war. Von Thessaloniki nahm ich um 15 Uhr einen Bus für € 35,- nach Delphi. Die Fahrt dauerte 6,5h. Leider wurde in Griechenland schon um 17 Uhr stockdunkel, so dass ich auf der Busfahrt kaum etwas von der Landschaft sehen konnte. Delphi kann man gut an einem einzigen Tag erkundschaften, d.h. eine Nacht in einem Hotel (nur € 20,-) reichte aus. Der Eintritt zu den antiken Stätten kostete € 6,-, der Museeumsbesuch (überflüssig für mich, wie ich gelangweilt feststellen musste) € 3,-. Von Delphi ging es um 13:30 Uhr mit dem Bus nach Patras. Die Busfahrt kostete € 14,- und dauerte 3h. Man musste ein Mal, nämlich in Itea, den Bus wechseln. Patras ist eine leicht hektische Stadt, ungewöhnlich für griechische Verhältnisse, wohl weil sie eine Hafenstadt ist. Mit der Fähre ging es um 18 Uhr los für € 61,- nach Bari/Italien. Die ziemlich ruhige Schiffsfahrt dauerte 16h. Man merkt gar nicht, dass man auf dem Meer fährt. Bari wird als der Mailand des Südens von Italien bezeichnet. Just am Tag meiner Ankunft war eine Konferenzveranstaltung aller Richter Italiens, so dass die Hotels ausgebucht waren. Ich hatte Glück, dass ich ein Zimmer für € 35,- für eine Nacht bekam. Von Bari ging es mit Ryanair weiter nach Rom für € 43,-, der Flug dauerte 1h. Von Rom Ciampino Flughafen kommt man mit dem Bus für € 4 innerhalb von 1h in die Innenstadt zum Hauptbahnhof Termini. Ankunft war ganz früh um 8 Uhr, so dass der ganze Tag und die Nacht zur Erkundschaftung Roms frei war. Am nächsten morgen ging es mit Ryanair nach Weeze in den Niederrhein für € 43,-, der Flug dauerte 2h. Deutschland heißte einem Willkommen mit Wind und Regen. Nächstes Mal will ich das Festland Griechenlands kreuz und quer bereisen, indem ich meine Flüge nach und von Griechenland wähle und nicht wie diesmal den Rückflug aus Italien. Schiffsfahrten will ich vermeiden, weil sie viel Zeit und Geld kosten. D.h. die Inseln will ich bei anderen Reisen erkundschaften, indem ich von Deutschland direkt zu der gewünschten Insel fliege und mich nur dort dann aufhalte. Das sind die Erfahrungen und Lehren, die ich aus meiner ersten Griechenland-Reise gezogen habe. Griechenland empfand ich teurer als Italien. Die Preise überraschten mich. Fremdsprachenkenntnisse scheinen die Griechen, auch nicht die Schüler und Studenten, gar keine zu haben. Das fand ich arm. Hier die nicht attraktiven SPON-Nachrichten über den Zeitraum meiner Reise: Seit zehn Tagen stapelt sich der Müll in den Straßen von Thessaloniki, weil die Arbeiter der Entsorgungsbetriebe wegen der Sparpolitik und drohender Entlassungen streikten. Zwar haben die Müllarbeiter ihre Arbeit mittlerweile wieder aufgenommen, es wird aber dauern, bis die 3000 Tonnen Abfall von den Straßen verschwunden ist. Noch schlimmer sieht es bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben aus: Das Fernbusunternehmen von Thessaloniki hat den Dienst auf allen Routen für unbestimmte Zeit eingestellt. Der Grund: Die Regierung hat ihre Schulden schon so lange nicht mehr bezahlt, dass die Firma sich jetzt nicht einmal mehr die Tankfüllungen für ihre Busse leisten kann. Nicht besser geht es dem Nahverkehr in der zweitgrößten Stadt des Landes: Die zuständige Firma will den Dienst in der kommenden Woche auf allen Strecken einstellen - es sei denn, Athen zahlt wenigstens die Schulden zurück.
taco Geschrieben 29. November 2012 Melden Geschrieben 29. November 2012 Fremdsprachenkenntnisse scheinen die Griechen, auch nicht die Schüler und Studenten, gar keine zu haben. Das kann ich nicht bestätigen. Ich war in den letzten 25 Jahren mind. 20mal in Griechenland (zuletzt allerdings bereits vor 2 Jahren) und habe den Eindruck jeder Grieche zwischen 5 und 55 Jahren spricht mehr oder weniger gutes Englisch. Viele englischsprachige Spielfilme, die im griechischen Fernsehen gesendet werden, sind nicht synchronisiert, sondern laufen mit eingeblendeten Untertiteln. Das fördert die Fremdsprachenkompetenz schon deutlich. So bleibt mir die Vermutung, dass die Griechen mit dir wohl eher nicht reden wollten...
Offshore Geschrieben 29. November 2012 Autor Melden Geschrieben 29. November 2012 Damit Du mich nicht missverstehst, taco: Ich habe bei meiner ersten Griechenland-Reise die Griechinnen und Griechen sehr gemocht, das Land sowieso, die antike Kultur erst Recht, so dass ich gerne sogar für einige Jahre in Griechenland leben wollen würde. Aber ich bin jemand, der ohne Smartphone unterwegs ist und absichtlich auf die gute, alte Art die Leute fragend sein Ziel findet. So mache ich das in jedem Land, und zwar immer freundlich und respektvoll und dankend. Es hat also wirklich nicht an mir gelegen, die Leute, die ich gefragt habe, konnten wirklich kaum eine Fremdsprache beherrschen. Ich empfand das nicht schlecht, sondern traurig, weil Rückschlüsse auf die Bildung gezogen werden können. Im Bus oder am Bahnhof sitzen Leute und ich kann mich nicht mit ihnen verständigen, weil sie nur Griechisch sprechen. Dabei wollte ich so gerne die Griechen näher kennen lernen. Im Flieger von Köln nach Thessaloniki saßen zwei hübsche Griechinnen, sehr, sehr sympathisch. Sie wollten genauso wie ich eine Unterhaltung, aber es war sehr schwer, weil sie außer Griechisch keine andere Sprache beherrschten. So fühlte ich mich in Griechenland so wie in der Ukraine, wo auch kaum jemand etwas anderes außer Ukrainisch und Russisch sprach und die Schrift kyrillisch und somit schwer lesbar für mich war.
taco Geschrieben 29. November 2012 Melden Geschrieben 29. November 2012 @offshore: Ich meinte auch nicht, dass es an dir persönlich lag. Ich hatte eher die Vermutung, dass manche Griechen aufgrund der derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Situation nicht unbedingt mit Deutschen reden wollen. Da lassen sich fehlende Sprachkenntnisse ja immer leicht vorschieben. Da sich die von dir beobachteten fehlenden Fremdsprachenkenntnisse überhaupt nicht mit meinen persönlichen Erfahrungen decken. Ich hatte auf meinen Reisen immer den Eindruck, man kann sich mit jedem Griechen (unter 60) irgendwie auf Englisch verständigen - und zwar auch abseits der gängigen Touristenrouten. Selbst die meisten Straßenverkehrsschilder sind in Griechenland zweisprachig (z.B. "Road under construction", Keep right to the Ferry Boat" usw.)
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