Südbahn LEJ Geschrieben 10. August 2016 Melden Geschrieben 10. August 2016 Klar, Triebwerke mit kleinerem Durchmesser sind agiler da das Trägheitsmoment geringer ist. Qua Theorie sollte ein Dreiweller auch agiler sein als ein Zweiweller gleichen Durchmessers. Ob man davon im realen Betrieb signifikant etwas merkt, weiß ich nicht. Allerdings gibt es ja konkrete Zertifizierungsvorschriften für das Beschleunigungsverhalten (z.B. EASA CS-E 745). Der Behörde wiederum ist es egal ob ein großes oder ein kleines Triebwerk, oder ein Zwei- oder Dreiweller zertifiziert wird; die Regeln sind für alle gleich. Ein Triebwerkshersteller wird sicherlich nicht mehr Ressourcen als notwendig investieren, um das Type Certificate zu bekommen. Ich würde daher tippen, dass sich das Beschleunigungsverhalten der gängigen Turbofans stark ähnelt - natürlich nur, sofern keine darüber hinaus gehenden Anforderungen des Flugzeugherstellers vorliegen.
abdul099 Geschrieben 12. August 2016 Melden Geschrieben 12. August 2016 Deine F-35 muss sicher keine Sicherheitsanforderung einer 777 erfüllen. Wenn die F-35 wieder heim kommt ist das super, wenn nicht isses schade, aber keine Katastrophe. Wenn du es schaffst 400 Leute aus der 777 zu bekommen, bevor sie aufschlägt, reicht auch ein Triebwerk. Nicht nur die geforderte Zuverlässigkeit ist in der militärischen Fliegerei anders. Da spielen auch Faktoren wie "Bauraum", "Höchstgeschwindigkeit" (und damit zusammenhängende Aerodynamik), "Einsatzprofil", "Startgewicht" usw. eine Rolle. Für trägergestützte Flugzeuge hatte man bisher meist zwei Triebwerke favourisiert, aufgrund der Probleme wenn man es nicht bis zum Träger zurückschafft. Heute sind die Triebwerke etwas besser und die F-35 soll ja der Allrounder sein, der nicht nur bei der Navy, sondern auch bei der Air Force zum Einsatz kommt. Plus, manche einstrahligen Kisten (z.B. die F-16) können über den JFS auch das Triebwerk drehen und damit zumindest das Fluggerät in der Luft halten. Somit hat die Kiste sagen wir mal 1,5 Triebwerke und man kann sich dann über geringere Anforderungen (sprich: Ein Ofen reicht) mal Gedanken machen... Auch die geforderte Wirtschaftlichkeit ist oft niedriger - ein Überschall-Kampflugzeug ist meist sowieso nicht besonders sparsam. Dann wird militärisches Fluggerät auch meist häufiger gewartet als Ziviles, solange wir nicht über die Bundeswehr reden. Dadurch kann dann das (Total)Ausfallrisiko wieder etwas gedrückt werden, treibt aber natürlich auch die Kosten für die Betriebsstunde massiv in die Höhe. Und schlussendlich fliegen die wenigsten Kampflugzeuge 10 Jahre lang 16h am Tag. Also kann man auch an die Grenze gehen und aus einem Triebwerk etwas mehr rausquetschen, wo man wo anders (relativ zum Gewicht usw.) schon zwei Triebwerke bräuchte.
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