HAJ98 Geschrieben 24. September 2016 Melden Geschrieben 24. September 2016 Guten Tag :-) Als kleine Info vorab: Bei meinem letzten Trip Report (CS100) werde ich den letzten Teil nicht mehr veröffentlichen, da ich kaum Fotos habe und auch nichts interessantes dazu schreiben kann. Stattdessen habe ich schon vor einigen Wochen einen anderen Report vorbereitet und nun die Zeit gefunden, ihn hier zu veröffentlichen. Wie immer wünsche ich viel Spaß beim lesen! Eigentlich wollte ich über den Flug in den Sommerurlaub gar nicht schreiben, doch ich habe mich dann spontan umentscheiden, da wir wegen technischer Probleme zwei Anläufe gebraucht haben, in den Urlaub zu kommen. Am 20 Juli war es so weit, 2 Wochen Urlaub auf der kanarischen Insel La Palma. Mittags um 12:50 sollte es mit Condor in Hannover los gehen. Am Tag zuvor konnte ich schon in Erfahrung bringen, dass wir mit der D-AICD fliegen würden. Das Flugzeug war für den Flug von Frankfurt nach Corfu eingeplant und sollte im Anschluss aus Griechenland nach Hannover kommen. Allerdings flog diesen Umlauf (deutlich verspätet) stattdessen eine Boeing 757. Über Nacht kam die D-AICD nach Hannover und startete am Morgen des 20.07 schon verspätet nach Mallorca. Ein verspäteter Abflug nach La Palma war somit bereits sicher. Letztendlich hatten wir eine Stunde Verspätung. Geplant: HAJ-SPC, tatsächlich HAJ-SXF: DE1494 20.07.2016 Geplant: 12:50-16:50; tatsächliche Flugzeit: 14:01-17:36 (3:35H) Flugzeug: Airbus A320-212; D-AICD, 18 Jahre alt Sitz: 18A (Economy) Um 14.01 erhob sich der Airbus in den strahlend blauen Himmel. Das geschulte Auge erkennt Bielefeld. Ich beschäftigte mich mittlerweile mit dem Unterhaltungsprogramm und blickte immer wieder mal aus dem Fenster. Pünktlich über Paris schaute ich wieder heraus und konnte die Metropole zwischen den Wolken erspähen Die Crew war mit ihrem Service schon durch. Bei Condor erhält man bis zum 31.10 noch kostenlos Wasser, Tee und Kaffee, danach muss man für alles bezahlen. Ein bisschen später meldete sich der Kapitän. Er sagte, dass wir jetzt bei Paris seien. Ich war etwas verwundert, da ich Paris doch schon vor einiger Zeit von oben gesehen hatte. Seine Durchsage ging allerdings noch weiter. Es sei ein kleines technisches Problem aufgetreten, welches jedoch keine Auswirkungen auf einen sicheren Flugverlauf habe. Der Weiterflug nach La Palma sei eigentlich möglich, doch gäbe es dort keine Möglichkeit den Flieger zu reparieren, er wäre dort AOG. Deshalb würden wir jetzt zurück nach Deutschland fliegen, genauer gesagt nach Berlin Schönefeld. Dort müssten wir, um leichter zu werden, erst einmal kreisen. Weitere Informationen würde es dann auch geben. Von der Kehrtwende über Le Mans zuvor habe ich gar nichts mitbekommen, ich wahr wohl zu vertieft in den Film . Keiner des Passagiere war wirklich begeistert von der Rückkehr nach Deutschland, doch wenigstens hielten sich alle an die Bitte des Kapitäns, den Frust nicht am Kabinenpersonal auszulassen. Wir erreichten bald schon Düsseldorf. Kurze Zeit später kam Hannover wieder ich Sicht. Dort waren wir 2 Stunden und 15 Minuten zuvor gestartet. 2245 Meilen in 18 Minuten- ziemlich sportlich :D Das Entertainment System war mit der Situation wohl überfordert. :D Nordöstlich von Berlin erreichten wir dann unser erstes Holding. Der Pilot kündigte an, dass dazu auch das Fahrwerk ausgefahren würde, um den Luftwiderstand zu erhöhen und mehr Kerosin zu verbrauchen. Der Pilot schlug vor, bei dem tollen Wetter einfach die Aussicht zu genießen. :) Gesagt getan, es wurde laut unter unseren Füßen, als das Fahrwerk ausfuhr. Bis zur Landung blieben die Räder permanent draußen. Nach zwei Kreisen in 10000 Fuß Höhe zwischen Berlin und Schwerin verließen wir das erste Holding und flogen weiter Richtung Osten. Nord-nordöstlich von Berlin ging das Gekreise wieder los, diesmal aber nur eine Runde, ebenfalls in 10000 Fuß Höhe. Aus diesem Holding heraus flogen wir nun in südliche Richtung weiter und überquerten die Hauptstadt. Unser Pilot wies darauf hin, dass es die Fluglotsen gut mit uns meinten und und wir die tolle Aussicht genießen sollten. :D Der Tegeler See Flughafen Berlin Tegel Die Innenstadt und Tiergarten oberhalb der Tragfläche. Das Olympiastadion Die Innenstadt und der ehemalige Flughafen Tempelhof links von der Tragfläche. Der BER und Schönnefeld Der Pilot meldete sich erneut und informierte uns, dass wir in ca. 30 Minuten landen würden. Ein Stück südlich von Berlin flogen wir schließlich in das 3. Holding ein. Während des Überfluges von Berlin sind wir auf 6000 Fuß gesunken. Für das Holding ging es zurück auf 10000 Fuß und wir kreisten noch 3 1/2 Runden, bevor wir mit dem Anflug auf den Flughafen Schönefeld beginnen konnten. Fast geschafft: Kurz vor der Landung in SXF Nach 3 Stunden und 35 Minuten setzten wir in Schönefeld auf- ganz schön lange für einen Flug von Hannover nach Berlin. :D Ein Blick auf unsere Flugroute zeigt, wieso wir so lange gebraucht haben. Die Crew konnte uns leider nicht sagen, wie es nun weiter gehen würde. Wir wurden ins Terminal gebracht, wo zwei Mitarbeiter von ahs auf uns warteten. Unser kränkelnder Airbus wurde nach der Landung der Technik übergeben, die ihn wieder gesund kriegen sollte. Im Terminal war es dann etwas chaotisch. Die beiden Mitarbeiter von ahs wollten die Passagierliste durchgehen und haben alle Passagiere/ Familien aufgerufen. Allerdings hatten sie kein Megafon, weshalb die meisten Passagiere gar nichts hören konnten. Parallel dazu bekamen wir auch schon unser Gepäck zurück. Irgendwann waren die Formalitäten dann endlich erledigt und wir wurden nach draußen geführt. Man schickte uns in das InterCity Hotel in der Nähe des Flughafens , also marschierten wir alle los. Das Einchecken dauerte für so viele Leute auf einmal (immerhin ein fast komplett ausgebuchter A320) natürlich entsprechend lange. Die Organisation im Hotel war aber alles in allem sehr gut. Um die Wartezeit zu entzerren gab es zeitgleich auch schon Abendessen. An der Rezeption stand außerdem ein Flipchart, wo alle wichtigen Infos für die "Gäste vom Flug DE1494" angeschrieben waren. Das von Condor spendierte Abendessen war gar nicht schlecht. Es gab Gulasch und Spätzle, zu trinken gab es Orangensaft und Wasser. Allgemein herrschte aber noch immer Unklarheit, wann es aber nächsten Tag wieder los gehen sollte. Vom Hotel bekamen wir die Info, dass der Check In um 03.30 öffnen würde. Der Abflug wurde irgendwann auf der Abflugtafel vom Flughafen im Internet angezeigt. Geplant war 06:30, allerdings verspätet auf 15:20. Die Verspätung verschwand noch, also stand fest: 06:30 Abflug. Es wäre wünschenswert gewesen, dass Condor uns bezüglich diesen Punktes noch besser informiert hätte. Nach einer kurzen Nacht fanden wir uns wieder am Flughafen ein. Beim Check In erhielt jeder Passagier eine Broschüre zu den Fluggastrechten und einen Gutschein über 7,50€ für ein Frühstück am Flughafen. Im Flugzeug sollte es später außerdem noch ein Frühstück geben. SXF-SPC: DE1494 21.07.2016 Geplant: 06:30-???; tatsächliche Flugzeit: 06:31-10:33 (5:02H) Flugzeug: Airbus A320-212; D-AICL, ca. 15,5 Jahre alt Sitz: 18A (Economy) Das Boarding begann pünktlich, lief aber ziemlich schleppend. Lustigerweise wurden wir von der gleichen Crew an Bord begrüßt, wie am Tag zuvor. Der Flug hatte was von einem Déjà-vu: Gleiche Besatzung, gleiche Passagiere auf den gleichen Sitzplätzen, nur das Flugzeug war ein anderes. Die D-AICD war laut Pilot noch in der Werft. Wir rollten zu Startbahn 07L und starteten das zweite Mal in den Urlaub. Als kleine Entschädigung für die Unannehmlichkeiten wollte Condor auf unserem Flug folgendes bieten. Kostenlose Kopfhörer (allerdings schlechtere als die normalerweise käuflich erwerbbaren an Bord), ein kostenloses Frühstück und freie Getränkeauswahl. Als kleine Einschränkung gab es auf diesem Flug keinen Bordshop, aber das war mir ziemlich egal. Das Frühstück entpuppte isch als der typische Eurowings/ Germanwings Snackbeutel mit einem Sandwich, einer Flasche Wasser und einem Keks. Der Flug verlief sehr ruhig. Bei der zweiten Getränkerunde gab es dann sogar noch ein Snickers dazu. :D Im Anflug auf La Palma gab es wetterbedingt nicht mehr viel zu sehen, die Sicht war nicht besonders gut. Einen Tag später als geplant landeten wir auf La Palma. Die Crew entschuldigte sich nochmals für die Verspätung und wünschte uns einen schönen Urlaub. Blöderweise war der Urlaub um eine Nacht verkürzt, aber dennoch war es auf La Palma echt toll. Ich kann jedem einen Besuch auf dieser Insel empfehlen! Beim Aussteigen nach der Landung fragte der Passagier vor mir den Piloten, was denn das Problem war. Laut dem Kapitän war ein ein defekter Sensor. Alles in allem hat Condor einen sehr guten Job geleistet, uns so schnell und komfortabel in den Urlaub zu bringen. In Berlin hat alles mehr oder weniger Reibungslos funktioniert, was scheinbar nicht selbstverständlich ist, wenn man sich die Kommentare auf der Condor-Facebookseite anschaut. Zwei Wochen später haben wir, als wir wieder zu Hause waren, bei Condor auf der Website das Beschwerdeformular ausgefüllt. Zwölf Tage später kam eine Mail von Condor: Wir hatten die Wahl zwischen einem 1000€ Reisegutschein, oder 800€ Entschädigung (400€ pro Person). Auch beim Thema Entschädigung hatten wir also keine Probleme mit Condor. Die kleine Odyssee in den Urlaub hat uns Passagiere allerdings ein wenig mehr "zusammen geschweißt", als ein normaler Flug in der Urlaub. Immer wieder hat man Mitreisende irgendwo auf der Insel getroffen und kurz gesprochen. Auch beim Rückflug waren wieder viele Bekannte Gesichter dabei, und man konnte sich über den Urlaub austauschen. Vielen Dank für euer Interesse, ich hoffe mein kleiner Bericht der etwas anderen Art hat euch gefallen. :)
alxms Geschrieben 24. September 2016 Melden Geschrieben 24. September 2016 Hat er auf jeden Fall, man sieht ja eher selten Reiseberichte dieser Art. :) Finde auch, dass Condor mit der Situation insgesamt sehr gut umgegangen ist.
Burma Geschrieben 24. September 2016 Melden Geschrieben 24. September 2016 Ein sehr schöner Bericht, danke dafür. Ich denke Condor ist was solche Situationen betrifft geübter als die meisten anderen Gesellschaften. Das war euer Glück (oder auch Pech).
aaspere Geschrieben 25. September 2016 Melden Geschrieben 25. September 2016 Danke Burma. Man sollte doch wirklich auch die Reiseberichte hier aufrufen.
Burma Geschrieben 25. September 2016 Melden Geschrieben 25. September 2016 Sowieso. Die sind nämlich fast immer toll und es steckt viel Arbeit drin. Gruß an alle aus Bukarest wo ich gestern mein erstes Erdbeben erlebt habe
plocie Geschrieben 25. September 2016 Melden Geschrieben 25. September 2016 Vielen Dank für den Bericht und sachliche Beschreibung dieses besonderen "Vorfalls" Man muss ja nicht immer meckern! :-)
debonair Geschrieben 26. September 2016 Melden Geschrieben 26. September 2016 Schön das CONDOR so unkompliziert die Erstattung regelt... Aber Achtung, sollte der Flug im Rahmen einer Pauschalreise stattgefunden haben, so stehen Dir ZUSÄTZLICH gegen den Reiseveranstlter im Rahmen der Reisemängel nach § 561d BGB Ansprüche zu!Lt. Frankfurter Tabelle sollten ab der 5. Stunde 5% des anteiligen Tagesreisepreises pro Stunde der Verspätung angesetzt werden. http://europakonsument.at/sites/europakonsument.com/files/Frankfurter%20Liste_DE.pdf
HAJ98 Geschrieben 27. September 2016 Autor Melden Geschrieben 27. September 2016 Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen. @debonair: Danke für den Hinweis, war mir gar nicht so bewusst. Allerdings war das keine Pauschalreise.
Bizzel Geschrieben 21. Juni 2017 Melden Geschrieben 21. Juni 2017 das ist natürlich großes Pech wenn aus einer halben Stunde dann mal 3.5 Stunden werden. aber man hat immer was zu erzählen
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