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airliners.de

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Geschrieben
Boeing scheint sich beim Projektmanagement wirklich nicht mit Ruhm zu bekleckern...

 

Als Projektleiter hätte ich an allen Schlüsselstellen ein verlässliches Kotrollorgan aus meinem Haus eingesetzt...

 

Die Zulieferer müssen sich ja in einem vorangegangenen Auswahlverfahren qualifiziert haben. Vielleicht hatten die Buchhalter da mehr Mitsprache als die Techniker?

Ich zitiere mich mal ganz ungeniert selbst weil es so schön passt. Die im Artikel häufig genannten Durchhalteparolen und Vertrauensbekundungen in das eigene Handeln gehören in den USA zur Kultur. Dieses Waffeenziehen kenne ich vom Job, wenn die Partner mit dem Rücken zur Wand stehen.

Geschrieben

Wenn man diesen Artikel gelesen hat, muss man Boeing eigentlich zu seinem Mut gratulieren. Man spart Entwicklungskosten, indem man die Aufgaben anderen überlässt und sie am Gewinn beteiligt. Geld wird für diese Leistungen erst gezahlt, wenn die erste Maschine ausgeliegert ist.

 

Nur dumm, dass man sich mit der "Und-Verknüpfung" ein ganz anderes Risiko ins Nest gelegt hat: Fällt nur ein einziger Partner aus der Reihe, steht jeder Dreamliner flügellahm in der Halle und jeder Supplier hat mit den finaziellen Folgen zu kämpfen.

 

Der geschickt anmutende Schachzug, die beteiligten Partner bei eifriger Entwicklerlaune zu halten, indem man erst bei Erstlieferung des Megapuzzels zahlt, scheint nach hinten loszugehen. Nicht umsonst spricht Boeing von Rücklagen, um in finanzielle Schieflage geratene Zulieferer flüssig zu halten. Hier beisst sich die Katze gleich mehrfach in den Schwanz. Zum einen hat man eine Art Terminplanselbstzerstörungsfunktion implementiert, zum anderen geht die schöne Rechnug das finazielle Risiko gleich mit auszulagern nicht auf. Was nützt mir ein insolventer Zulieferer?

 

Es scheint gewaltig zu knirschen im 787-Getriebe und man kann nur hoffen, dass Boeing den gewaltigen Aufgabenberg stemmen kann. Ich möchte jetzt nicht einer der Projektverantwortlichen sein, wenn sich der Dreamliner Nacht für Nacht in meine Träume schleicht...

Geschrieben

Nur macht es im Endeffekt keinen Unterschied wo meine supply chain kollabiert und ob ich intern oder mit externen Zulieferen Probleme habe, was immens interessant ist, ist der Fakt, dass sowohl Airbus als auch Boeing ihre Probleme relativ lange verschlossen halten konnten, die ersten 787 Probleme kamen ja etwa im Sommer 2006 ans Licht der Oeffentlichkeit, bei Airbus war es aehnlich. Wenn man sich vor Augen haelt, dass die Problembetriebe mehr oder weniger von Beginn an hinter ihren zeitlichen Vorlagen waren, ist das bemerkenswert...

 

Nicht nur im Flugzeugbau werden die product life cycles immer kuerzer, das erhoeht nicht nur den Druck auf die R&D Kosten, diese muessen halt in kuerzerer Zeit verdient werden, sondern auch der Druck der Abnehmer steigt konstant, wer wollte nicht schon eine 787-10 als noch nicht einmal der Termin des Rollouts der ersten 787 bekannt war...

 

In jedem Fall sollte man die Leute in Mojave oder Victorville bitten alles an wide bodies flugtauglich zu halten was auf dem Hof steht...unter dem Motto, lieber ne fliegende Diesel 10 aus 7/87 als ne 787 aus der aktuellen Produktion...zumindest fuer die laufende und zwei-drei folgenden IATA seasons...

Geschrieben
zum anderen geht die schöne Rechnug das finazielle Risiko gleich mit auszulagern nicht auf. Was nützt mir ein insolventer Zulieferer?

 

Auch das Dollarkurs-Risiko, mit dem Airbus ja so stark zu kämpfen hat, wurde auf die Zulieferer abgewälzt. Die werden in Dollar bezahlt, doch die Löhne und Materialkosten sind in Euro und Yen...

 

Ich würde mich nicht wundern, wenn demnächst noch "Finanzspritzen" erforderlich sind, um Zulieferer zu retten.

Geschrieben

Lesen sich die letzten Meldungen nur teils beunruhigend ?

 

Welche Erwartungen lassen sich nach dem nun unlängst laut dem Vizepräsidenten Boeing`s,

Pat Shanahan, bezeichneten aggressiven Zeitplan u.a. bei künftiger Sicherheit, Zuverlässigkeit, Qualität usw. der B787 verbinden ?

Geschrieben

Mal wieder Rolls Royce:

Es gibt Gerüchte, dass die Trent 1000 die zugesicherten Verbrauchswerte noch nicht einhalten können. Auf Nachfrage wichen die Engländer eher aus, während General Electric die Einhaltung der zugesagten Daten bei den GEnx betätigte.

Flight

Geschrieben

Das wäre in der Tat nicht gut für das ganze B787-Program.

 

Erst ist die B787 verspätet, dann trotz CFK zu schwer und nun halten eventuell die Engines nicht die Verbrauchswerte.

 

Zusammen mit dem monentanen Mehrgewicht von 4-6 Tonnen könnte der versprochene Verbrauchsvorteil deutlich schwinden.

 

Mich würde jetzt interessieren, WARUM RR den spezifischen Verbrauch nicht einhält. Liegt es vielleicht daran, daß die Bleedless-Technology doch nicht den erwarteten Vorteil bietet?

 

Ich bin sehr gespannt, wann man mehr Details bekannt gibt.

 

:-)

Geschrieben
Mich würde jetzt interessieren, WARUM RR den spezifischen Verbrauch nicht einhält. Liegt es vielleicht daran, daß die Bleedless-Technology doch nicht den erwarteten Vorteil bietet?

a) ist diese Frage im Hause RR bestimmt auch aktuell,

B) wird man das wohl niemandem auf die Nase binden,

c) klappt es bei GE ja auch bleedless,

d) lass die Leute doch erstmal ihren Job machen.

Geschrieben

bueno vista schrieb:

 

"a) ist diese Frage im Hause RR bestimmt auch aktuell,"

 

-Auch bei GE ist diese Frage aktuell.

 

"b) wird man das wohl niemandem auf die Nase binden,"

 

-Weshalb? Eine Begründung wird man den Kunden liefern müssen. Warum also nicht diese, wenn sie stimmen sollte.

 

"c) klappt es bei GE ja auch bleedless,"

 

-Ach ja? So weit ich weiss, ist RR den Kollegen von GE bei der B787 voraus. Es könnte also durchaus bei GE zu ähnlichen Problemen kommen.

 

"d) lass die Leute doch erstmal ihren Job machen."

 

-Etwas anderes habe ich nicht vor. Aber laut vor sich hingrübeln darf man jawohl, dafür sind hier in einem FORUM.

Geschrieben
So weit ich weiss, ist RR den Kollegen von GE bei der B787 voraus. Es könnte also durchaus bei GE zu ähnlichen Problemen kommen.

 

Woher weisst Du das? Wenn man dem Artikel glauben darf ist GeNx was den Verbrauch angeht voll im Soll und GE kann die Zeit der Verzögerungen nutzen um das Triebwerk in einigen Feinheiten weiterzuentwickeln. Der einzig offensichtliche Vorsprung des RR Trent liegt darin dass dieser im Gegensatz zum GeNx die Zertifizierung inzwischen bekommen hat.

Geschrieben

@ Ronaldhino

 

Du hast Dir doch die Antwort auf Deine Frage an mich, weshalb RR den Leuten von GE etwas voraus ist, gerade selber in Deinem letzten Satz gegeben.

 

Ganz genau, das RR-Triebwerk ist bereits zugelassen.

 

:-)

  • 2 Wochen später...
Geschrieben
US-Flugaufsicht kritisiert Netzsicherheit im 787

 

Die US-Flugaufsicht Federal Aviation Administration (FAA) hat Boeing aufgefordert, bei den Netzwerksicherheit im neuen Modell 787-8 (Dreamliner) nachzubessern. Nach Ansicht der FAA sind in der 787 das Netzwerk, das Passagieren während des Fluges Internetzugang gewährt (Inflight Entertainment System, IFE), und das Bordnetzwerk nicht ausreichend voneinander getrennt. .....

 

weiter: http://www.heise.de/newsticker/meldung/101320

 

Ich hätte eigentlich erwartet zwei physikalisch getrennte Netzwerke vorzufinden....

 

Gruß, Thomas

Geschrieben

....da hat wohl jemand ein Patch-Kabel von einem auf den anderen Switch gepöppelt.

 

Woll`n doch nicht hoffen, dass jemand von Afghanistan oder ähnlichen Staaten Root-Zugriff per Telnet erhält ;)

 

Ich bin /root ich darf das ;)))

Geschrieben

Aus dem Original-Artikel, auf den sich heise bezieht:

 

Gunter wouldn't go into detail about how Boeing is tackling the issue but says it is employing a combination of solutions that involves some physical separation of the networks, known as "air gaps," and software firewalls. Gunter also mentioned other technical solutions, which she said are proprietary and didn't want to discuss in public.

 

"There are places where the networks are not touching, and there are places where they are," she said.

 

Autsch. Zumindest in bestimmten Bereichen nur eine Software-Firewall zwischen Pax- und Bordnetz? Na denn viel Spaß, falls mal ein Pax z.B. eine DOS-Atacke loslässt... Dazu muss man bedenken, wieviele Jahre so ein System unverändert fliegen wird. Und falls mal eine Sicherheitslücke in der Firewall bekannt wird, alle Systeme patchen?

Man kann nur hoffen, dass diese "Absicherung" nur zu den unkritischeren Systemen herrscht.

Geschrieben

Wenn ich das hier so lese, sehne ich mich echt wieder nach der guten alten Zeit zurück, als das einzige Bordunterhaltungsystem die Durchsage des Piloten und Tageszeitung war.

Geschrieben
Wenn ich das hier so lese, sehne ich mich echt wieder nach der guten alten Zeit zurück, als das einzige Bordunterhaltungsystem die Durchsage des Piloten und Tageszeitung war.

 

Flieg Lufthansa, da hast Du es noch heute. ;)

Geschrieben
Flieg Lufthansa, da hast Du es noch heute. ;)
Wer halt nicht richtig lesen gelernt hat ... ;-)

 

Zum Thema:

Jan Ostrowen hat mal wieder ein Update zum Status der 787 gegeben:

Obwohl man "zwischen den Jahren" im 787-Prigramm durchgearbeitet hat, hängt man wohl immer noch drei Wochen hinter dem revidierten Zeitplan.

 

Mit der Montage der zweiten 787, die auch fliegen soll (zwei andere Rümpfe sind für Strukturtest am Boden bereits im Bau) soll Ende Januar - dem geplanten "Power On"-Termin der ersten Maschine, falls man die Verzögerung aufholen kann - begonnen werden.

Geschrieben

Dass Boeing mit der 787 viele Probleme hat und vermutlich noch welche hinzukommen ist nicht abzustreiten. Probleme habe ich allerdings mit den beiden letzten genannten Meldungen, die mit Vorsicht genossen werden sollten.

 

Der Artikel von der Sueddeutschen ist sehr sehr flach, der Titel ist bereits B**D-Nivau, der Rest gibt nicht das her was man von der Sueddeutschen erwarten kann. Als ob die Terroristen vor Gebäude 40-26 in Everett lauern würden. Diese Sache ist sehr peinlich für Boeing, es zu lösen sollte aber verglichen mit anderen Dingen kein Problem sein.

 

Der Kommentar von Morgan Stanley soll eher von den eigenen Problemen (im Zuge der US-Kreditkrise) ablenken. Da wird die Steilvorlage von Flightblogger genutzt, die drei Wochen zu (bis zu) zwei Monaten ausgedehnt und schon schickt man eine selbsternannte Luftfahrtexpertin vor. Vorallem gefällt mir das:

 

"Die Bodentests nach der ersten Inbetriebnahme der Bordsysteme werden mehrere Wochen in Anspruch nehmen", kommentierte Woods.

 

Das wird keiner besser wissen als Boeing. Dass der geplante Power-On für Ende Januar bereits im Dezember im aktuellen Zeitplan ausgerufen wurde wird von Morgan Stanley jetzt als Aufhänger für eine erneute Verspätung genutzt.

 

Ich schätze Flightblogger als Infoquelle aber seine Macht ist schon bedenklich. Da wird seine Meldung als Erklärung für den Kursverlust der Boeing-Aktie angeführt und seine Meldung (meiner Meinung nach) von der Wall Street beliebig ausgedehnt. Als Anleger würde mir das absolut nicht gefallen ....

Geschrieben
Ich schätze Flightblogger als Infoquelle aber seine Macht ist schon bedenklich. Da wird seine Meldung als Erklärung für den Kursverlust der Boeing-Aktie angeführt ...
Nur woher kommt diese Macht? Doch wohl daher, dass er oftmals gerade bei Boeing gute Quellen hat und die insbesondere zur 787 seine Meldungen später nach vorherigen Dementis oft bestätigt haben. Auch scheinen andere seine Meldungen schon vorher in der Glaskugel erraten zu haben.

 

Wie sonst läst sich der Kursverlauf erklären? ;-)

http://www.finanzen.net/chart/The_Boeing

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