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Tecko747

[TRIP REPORT] MUC-MXP-IAD-BWI-MIA-MCO-ATL-MSY-ATL-YYZ-YOW...

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Über ein Jahr war meine letzte große USA-Reise her. Damals lief trotz der vielen Flüge und des vollen Programms alles bestens ab und hinterlies wunderbare Erinnerungen. Dieses Jahr war nun die Fortsetzung geplant.

 

Natürlich sollte die Reise alles bisher von mir erlebte toppen. Noch mehr neue Flughäfen, noch mehr neue, aber auch rare alte Flugzeugtypen wie die 737-200, DC-9, und natürlich auch einige neue Airlines für meine Flugstatistik. Nach vielen Hin- und Herplanungen entstand nach und nach eine sehr komplexe Reise mit vielen Risiken. Abenteuer und zahlreiche neue Erfahrungen waren somit garantiert. Doch lehnt euch einfach zurück und lasst euch entführen – ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

 

Mitten in der Nacht vor dem Abflug klingelte mein Wecker. Normalerweise verfluche ich das frühe Aufstehen, doch diesmal war ich plötzlich hellwach. Der große Tag war gekommen. Amerika ich komme!

 

Ich stieg ins Auto und fuhr zum Flughafen München. Nach längerer Zeit Pause sollte mein Flug diesmal von Terminal 1 abgehen. Für die Transatlantikverbindung hatte ich wegen der günstigsten Preise Alitalia ausgewählt. Nach einer langen Wartezeit am AirFrance/Skyteam-Schalter konnte ich endlich nach 35 Minuten Wartezeit einchecken. Eine besonders nette Stehübung um morgens wach zu werden. Ich erhielt meine Bordkarten bis Washington machte es mir auf einer Sitzbank gemütlich. Da fiel mir auf, dass ich auf meinem Zubringerflug nach Mailand den Sitzplatz 12J bekommen hatte. J - eine etwas hohe Buchstabenangabe für einen Embraer, der eine 1-2 Bestuhlung hat. Also machte ich mich auf zum Skyteam Infoschalter und dort sagte man mir, dass man mir leider nicht weiterhelfen kann, da man keinen Zugriff auf Alitalia Daten habe. Also gut – was solls auch…

 

Ich ging in den Sicherheitsbereich und mit dem Bus wurden wir zum brasilianischen Urwaldjet gefahren, der einsam und allein bei einem wunderschönen Sonnenaufgang in der letzten Reihe der Vorfeldfläche des Terminal 1 stand.

 

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Ein nettes Flugzeug. Im Vergleich zum kanadischen Haarfön deutlich bequemer. Meinen hohen J-Sitzplatz gab es übrigens tatsächlich. Eine Frage blieb jedoch: Warum bezeichnet die Alitalia die 2er-Sitz-Seite in den Embraers hohen Buchstaben?

 

München (MUC) – Mailand (MXP)

AZ0439

ERJ 145

I-EXML „Ernesto Teodoro Moneta”

 

Meine Alitalia-Premiere nach Malpensa wurde mit wunderschönem Flugwetter und traumhaftem Blick auf die quer überflogene, im Morgenlicht glänzende Alpenkette belohnt. Bei klarem Wetter ist diese Flugverbindung sicher eine der Flugverbindungen in Europa, bei denen sicher der Fensterplatz allemal lohnt.

 

Ankunft in Mailand-Malpensa. Auch dies war eine Premiere für mich. Ich trieb mich zwar schon auf einem dutzend italienischen Flughäfen herum. Die Größten, Mailand-MXP und Rom-FCO waren bisher vor mir sicher. Was gibt es zu MXP zu sagen? Trotz des noch gar nicht so alten Baudatums, wirkt der Airside-Bereich alles andere als modern und zeitgemäß. Es gibt sicher weitaus schönere Airline-Drehkeuze in Europa. Ich versuchte mir vor dem langen Flug nach Washington ein wenig die Beine zu vertreten und marschierte auf und ab, bis ich als eine der letzen Passagiere durch den Finger in Richtung Flugzeug verschwand. Dieser war jedoch defekt, es ging die Treppe runter und dann wieder über eine mobile Treppe auf herkömmliche Art in die Leonardo da Vinci, einer 767 der 300er-Reihe, zu steigen.

 

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Gemächlich hoben wir ab und steuerten nach der Überquerung von Frankreich auf den offenen Atlantik zu.

 

Mailand (MXP) -

AZ622

EI-CRL

„Leonardo da Vinci“

 

Leider herrschte fast den ganzen Flug über weniger gutes Wetter, sodass Draußen nicht besonders viel geboten war. Das Essen war genießbar, der Getränkeservice von der Häufigkeit und auf von der Auswahl etwas mager. Die Stewards hatten die schlimme Angewohnheit Colaflaschen nicht zu schließen, sondern offen auf dem Wagen stehen zu lassen, sodass es abgestandene Cola ohne Kohlensäure gab. Wer’s mag! Die Zeit verging rasch und wir landeten pünktlich bei miesem Wetter in Washington-Dulles. Wenige Tage zuvor waren noch die Ausläufer eines Hurricanes über die Stadt gezogen

 

Ein Flughafen mit viel kultigem Flair, ganz nach meinem Geschmack. Unüblich für USA-Verhältnisse wurde uns eine Außenposition ohne Flugzeugfinger zugewiesen, von der wir mit den berühmten Mobile Lounges zum Terminal gebracht wurden. Wenn bald die neue People Mover in IAD in Betrieb geht, wird man dieses Vergnügen weitaus seltener haben.

 

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Nach der recht flotten Einreise ohne viel lästige Fragerei, schnappte ich mir mein Gepäck und fuhr mit der Buslinie 5A zum U-Bahnhof Rosslyn.

 

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Von dort ging es mit der U-Bahn zur Station New York Avenue, um dort nach einigen hundert Metern Fußmarsch an einer vielbefahrenen Straße das Super 8 Motel zu erreichen. Das Viertel, in dem das Hotel lag machte keinen besonderen guten Eindruck und ich war froh, dass ich nachts hier nicht herumlaufen musste.

 

Nach einer ausgiebigen Schlafrunde erkundete ich am nächsten Tag die amerikanische Hauptstadt. Strahlender Sonnenschein – ja ich bekam sogar einen leichten Sonnenbrand – was will man mehr!

 

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Kapitol – hier beginnt die National Mall.

 

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Am anderen Ende des 4 Kilometer langen Grünstreifens liegt das Lincoln Memorial

 

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Etwa in der Mitte der Mall steht ein weißer, knapp 170 Meter hoher Obelisk – das Washington Monument

 

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Nördlich davon wohnt Präsident Bush im Weißen Haus

 

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Potomac River mit Blick auf das Hochhausviertel Rosslyn

 

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Auf der anderen Seite des Flusses liegt der Nationalfriedhof von Arlington. Mit über 260.000 Beisetzungen seit seinem Bestehen ist die Ruhestädte nach dem Calverton Nationalfriedhof in New York der zweitgrößte Friedhof der USA. Auch John F. Kennedy und viele andere Berühmtheiten ist hier begraben.

 

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Gedenkstein an den 11.September 2001 am Pentagon. Hier schlug an jenem Tag American Airlines Flug 77 mit einer 757 ins Pentagon ein. Eine große Gedenkstätte ist derzeit im Bau.

 

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Washington Air & Space Museum – der Eintritt ist kostenlos!

 

Nach einer erneuten Nacht im Motel 8 an den New York Avenue fuhr ich frühmorgens mit der U-Bahn zur Union Station, um von dort aus mit dem Zug nach Baltimore zum Flughafen zu kommen. Für eine Fahrzeit von etwa 30 Minuten war der Spaß nicht gerade billig. Aber Bahnfahren ist in den USA nun mal eine teure Angelegenheit. Für USA-Verhältnisse sehr ungewöhnlich: Der Flughafen verfügt sogar einen eigenen Bahnhof, oder sagen wir lieber Haltepunkt - doch ähnlich wie in Friedrichshafen ist liegt der Flughafen zufällig an der Zugstrecke - es wurde also bis auf die Bahnsteige nichts Neues gebaut. Ein kostenloser Zubringerbus pendelt zwischen Bahnhof und Terminal. Während der zentrale Ronald Reagan Airport für Washington als zentraler Inlandsflughafen dient, in Dulles sich United und die Internationalen Airlines tummeln, hat Baltimore seine Nische im Low-Cost-Bereich gefunden. Besonders Southwest ist hier stark vertreten.

 

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Doch bei mir Stand ganz klassisch ein American-Airlines-Flug nach Miami auf dem Programm.

 

Baltimore (BWI) – Miami (MIA)

AA2443

B737-800

N965AN

 

Bis kurz vor der Landung ein ruhiger Flug, beim Landeanflug zuckten über den Everglades schon erste Blitze und schon kurz nach dem Aufsetzen ging es richtig los. Es regnete was das Zeug hält. Teile des Flughafens sind derzeit eine große Baustelle. American Airlines baut gerade ein neues Terminal um ihr Drehkreuz in MIA aufzuwerten.

 

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Welcome to Miami

 

Als ich das Terminal verließ kam mir erstmal eine schwüle Hitze entgegen. Die Luftfeuchtigkeit erreichte Regenwaldniveau.

 

Mit dem Bus ging es zum „Hotel 8“ an der Biscayne Avenue, wo ich pitschnass ankam. Aufgrund eines Namenswechsels zu Downtown Inn waren alle Reservierungen gelöscht worden und der nette Mann konnte mit meinen Namen nicht anfangen. Trotzdem hatte er glücklicherweise noch Zimmer frei und gab es dieses auch zum reservierten Preis. Die Mühe das Motel 8-Logo abzuhängen, hatte man sich allerdings noch nicht gemacht.

 

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Als ich am nächsten Morgen aus dem Fenster schaute, regnete es immer noch in Strömen. Ich hatte wohl die falsche Reisezeit zur Florida gewählt. Trotzdem wollte ich natürlich Miami erkunden und machte mich mit dicker Regenjacke auf zur Bushaltestelle. Bei der ersten Light-Rail-Station stieg ich aus, wechsele in den Zug und eine Runde um Downtown zu drehen.

 

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Miami boomt.

 

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Da der Himmel immer noch seine Schleusen geöffnet hatte, setzte ich mich in den nicht regentauglichen Bus nach Miami Beach. Es regnete an allen Ecken herein, einige Sitzschalen im Bus standen sogar unter Wasser. Auf den Straßen bildeten sich große Plützen durch die die Autos durchschossen. Kein besonders sicherer Ort für Fussgänger. Es war schon eine besondere Herausforderung keine Wasserdusche aus den Straßenpützen abzugekommen. Ich marschierte ein wenig durch das berühmte Art-Deko-Viertel….

 

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…ging für ein paar Sekunden am Stand entlang…

 

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…und nahm mir vor, bei McDo auf besseres Wetter zu waren. Doch drinnen konnte man es fast nicht aushalten. Die Klimaanlage kühlte auf 18 C° herunter und mit nasser Kleidung fühlte man sich wie im Eisschrank. Ich lief noch ein wenig im Regen herum, doch irgendwann hatte ich bei meinen nassen Füssen Angst krank zu werden und fuhr mit dem Bus wieder zurück zum Hotel. Schade. Miami hätte sicher zu einer besseren Reisezeit einige schöne Ecken zu bieten gehabt.

 

Am Abend verfolgte ich Aufmerksam die Nachrichten, da es übernächsten Tag zum Raumfahrtzentrum nach Cape Canaveral gehen sollte. Ursprünglich sollte der Start der Atlantis schon eine Woche zuvor über die Bühne gehen, da jedoch ein Hurrikan über Florida fegte, wurde das Shuttle von der Startrampe zurück in die sichere Wartungshalle gebracht. Ein erneuter Start war nun für den morgigen Tag geplant und ich spekulierte darauf, da ich zu dieser Zeit im Flugzeug nach Orlando sitzen sollte, mit viel Glück den Start vielleicht sogar vom Flugzeug mitverfolgen zu können. Doch die Nachrichten meldeten, dass der Start wegen technischer Probleme einen weiteren Tag verschoben würde und ich somit am Starttag direkt am Cape war. Welch Zufall - einen Shuttle-Start erlebt man ja nicht so oft in seinem Leben.

 

Doch zunächst eine etwas andere, spätabendliche Erfahrung. Bekanntlich haben die Toiletten in den USA eine etwas andere Funktionsweise als in Europa. Die Schüssel voll mit Wasser gefüllt und mit einer Art Unterdruck wird beim Drücken des Tasters die kleine Hinterlassenschaft abgesaugt und die Schüssel wieder im Wasser gefüllt.

 

Ist nun die Toilette verstopft – hat man maximal 2 Versuche bis das Unheil über einen kommt, die Toilette überläuft und das ganze Bad überschwemmt. Welch oberpeinliche Erfahrung. Ich dichtete mit Handtüchern den Schlitz zwischen Badtür und Teppichboden ab und nutze am nächsten Morgen das gegenüberliegende DcMo für den Toilettengang. Bei der Abreise schließlich war Beichte an der Rezeption angesagt…

 

Ich fuhr dem Bus wieder zurück Flughafen nach Miami. Heute war ein besonderer Tag. Ich freute mich sehr auf meinen Beech 1900-Flug nach Miami. Jenem Fluggerät, dass besonders durch seines etwas merkwürdigen Aussehens immer wieder auffällt.

 

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Der Flug wurde im Auftrag von Continental von Gulfstream International Airways durchgeführt. Noch wie war ich in einem kleineren Flugzeug gesessen. Jeder Platz ein Fensterplatz, Stewardess gab es keine, der Pilot schloss selbst die Tür.

 

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Eine Türe zwischen Cockpit und Passagierkabine gibt es ebenso nicht – so hatte man einen tollen Ausblick nach Vorne. Sicherheitsansagen oder gar Bordservice gab es natürlich auch nicht.

 

Miami (MIA) – Orlando (MCO)

Continental Express operated by Gulfstream Airlines

Beech 1900

N82539

 

Das Wetter war wieder mal schlecht und es regnete wieder auf allen Toren. Kurz nach dem Start flogen wir direkt auf eine große, dunkelgraue Wolke zu und ich ahnte schon was kommen musste: Kaum waren wir in der Wolke, wurden wir in unserer kleinen Kiste kräftig nach unten gedrückt, bevor es wieder ruckartig nach oben ging, wir wieder heftigst durchsackten, um erneut noch oben zu schießen. Zum Glück waren alle Fluggäste angeschnallt und da es keine Getränke und Mahlzeiten gab, konnte auch nichts herumfliegen – sonst hätte es wohl etwas anders in der Kabine ausgesehen. . Soetwas hatte ich bisher bei meinen knapp 200 Flügen noch nicht erlebt. Doch schon nach vielleicht 30 Sekunden hatten wir die Wolke passiert und der Flug normalisierte sich wieder.

 

Nach rund einer Stunde Flugzeit erreichten wir Orlando. Besonders die Landung ist natürlich bei freiem Blick aus der Cockpitscheibe ein ganz besonders Erlebnis. Während man in einem Widebody den Rollvorgang fast nicht bemerkt, hüpfte die kleine Beech herzhaft über die Betonplatten der Taxiway.

 

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Am Flughafen stieg ich in den Hetz-Shuttle-Bus, der mich zum etwas entfernten, außerhalb des Flughafens liegenden Hertz-Mietwagenzentrum brachte. Dort nahm ich meinen kleinen Mietwagen in empfang. Und siehe da – ich bekam tatsächlich einen Kleinwagen. Einen Aveo. Es ist schon ein etwas komisches Gefühl mit einem Kleinwagen zwischen den ganzen amerikanische Panzerautos zu fahren. Aber gut – er hat sicher und zuverlässig durchgehalten.

 

Um am nächsten Morgen keinen weiten Weg zum Kennedy-Space-Center zu haben, entschied ich mich noch an diesem Tag an die Atlantikküste zu fahren und mir dort ein Quartier zu suchen.

 

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In Titusville wurde ich dann fündig und wählte das Motel Riverside, mit einem schönen Blick Blick auf die Startrampen, die man ganz schwach am Horizont erkennen konnte. Leider roch es im Gang sehr modrig und ungepflegt, das Licht im Badezimmer leuchtete nur äußerst schwach. Aber der traumhafte Ausblick entschädigte erstmal für alles.

 

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Am Abend schaute ich noch ein wenig Fernsehen und erfuhr, dass der Start der Atlantis noch einmal um einen weiteren Tag verschoben wurde und ich ihn somit nicht mehr erleben konnte. Schade, Schade.

 

Kurze Zeit später sah ich wie hinter dem Fernseher eine Echse die Wand hochschlich. Es ist gar nicht so einfach diese flinken Tierchen zu erwischen – sie können verdammt schnell sein. Kaum hatte ich den Gecko in den siebten Himmel geschickt, krabbelte auch schon der Nächste die Wand neben meinem Bett hoch und ich musste wieder auf die Jagd gehen.

 

Ich fühlte mich nicht mehr sehr wohl in meinem Zimmer und war froh, als ich bald einschlafen konnte um diesen Tierpark im Zimmer nicht noch weiter betrachten zu müssen.

 

Am Morgen danach schnappte ich wieder meinen kleinen Aveo und fuhr Richtung Süden. Kurz vor Öffnung es Besucherzentrums erreichte ich das Besucherzentrum des Kennedy- Space-Centers. Ich kaufte mir das nicht ganz billige, aber sehr lohnenswerte Gesamttagesticket. Irgendwie war ich dann doch froh, dass der Start der Raumfähre erst am nächsten Tag war, denn dann an den Starttagen finden keine Touren statt und ich hätte somit keinen Einblick in dieses wirklich sehr interessante Gelände gehabt.

 

Erstmal wir mit dem Bus durch das weitläufige Gelände gefahren und mit vielen sehr interessanten Informationen über die Raumfahrt und das Kennedy-Space-Center informiert.

 

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Das Vehicle Assembly Building, ursprünglich für die Apollo-Missionen erbaut. Hier werden die Raumfähren für den Start vorbereit und aufgestellt. Riesige Transportfahrzeuge, die zweigrößten Fahrzeuge, die überhaupt je gebaut wurden, bringen dann die Raumfähren zu den beiden Startrampen. Insgesamt gab es 6 flugtüchtige Space Shuttles. Das Erprobungsshuttle Enterprise, das heute in Washington im Museum steht, die Challenger, die 1986 beim Start explodierte, die Columbia die 2003 beim Wiedereintritt verglühte und die 3 noch aktiven Raumfähren Atlantis, Discovery und Endeavour.

 

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Eine der beiden Startrampen für Raumfähren. Von diesem Startplatz aus starteten auch die Jungs von Apollo 11 zum Mond.

 

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Die Raumfähre Atlantis an der Startrampe. Am nächsten Tag machte sie sich sicher auf dem Weg zur internationalen Raumstation ISS.

 

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Rocket Garden am Besucherzentrum

 

Außerdem wurden uns das ISS-Montagezentrum, der Spotterbereich für Abflugtage, das Apollo-Center mit einer gigantischen Apollo-Rakete gezeigt. Selbst ein Space-Shuttle wirkt im Vergleich zu dieser Rakete wie ein Kleinwagen. Außerdem wurden uns die Landeeinrichtungen der Raumfähren gezeigt. Landet ein Shuttle wegen schlechten Wetters in Kalifornien, wird Sie Huckepack auf einer 747 hierher gebracht.

 

Zum Schluss schaute ich mir noch im IMAX den Film – Man on Moon ein. Absolut erstaunlich, welche Filme man heutzutage vom Computer erstellen kann. Man merkt keinen Unterschied mehr zwischen echter und virtueller Welt. Ein sehr interessanter Rundgang ging zu Ende.

 

Gegen Abend fuhr ich wieder zurück nach Orlando und suchte mir ein Quartier im kleinen Ort Kissimee, in dem der Weltkonzern Tupperware seinen Sitz hat. Diesmal hatte ich endlich ein schönes, empfehlenswertes Motel gefunden. Ganz ohne Lage in einem kritischen Viertel, ohne überlaufende Toilette und ohne Tierpark im Zimmer.

 

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Am nächsten Morgen ging es mit dem Mietwagen wieder zurück beim Flughafen Orlando. Ein Shuttlebus brachte mich vom Hertz-Mietwagengelände wieder zurück zum Terminal. Der Flughafen in Orlando ist sehr sauber und übersichtlich. Über dem Terminalkomplex befindet sich ein großes Hotel, die Flugsteige erreicht man sternförmig mit Verbindungsbahnen.

 

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Reiseziel heute: New Orleans mit Delta über Atlanta.

 

Zunächst sollte eine weitere Flugzeugpremiere anstehen. Ein Flug mit einer Delta 767-400, dem längsten und seltensten Mitglied der 767-Familie von Boeing. Zudem war es mit einer Flugzeit von etwa 1 Stunde mein bisher kürzester Widebody-Flug.

 

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Orlando (MCO) – Atlanta (ATL)

Delta Airlines DL266

B767-400

N836MH

 

In Atlanta landeten wir auf der neuen Südbahn. Kurz nachdem wir von der Bahn abgerollt waren, ging dann erstmal für 15 Minuten überhaupt nichts mehr.

 

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Kein Durchkommen auf den zwei parallelen Start- und Landebahnen, die ohne Pause abwechselnd für Starts und Landungen genutzt wurden. Erst als sich hinter uns rund 10 Flugzeuge stauten bekamen wir die Querungsfreigabe, rollten für über eine Hauptbahn und dann zwischen den genau Bahnen erneut zu stoppen. Ein sehr faszinierendes Spektakel, wenn bei minimalstem Abstand Jets im Sekundentakt auf beiden Seiten an einem vorbeirauschen, wie man es in Europa äußerst selten erlebt. Nach weiteren 10 Minuten Wartezeit rollten war dann endlich zum Terminal. Pier T Süd. Trotz der enormen Größe des Flughafens ist Atlanta extrem übersichtlich. Das Anfang der 80er Jahre entworfene System dient auch heute noch als Vorbild für viele große Flughäfen. Die 6 Satellitenriegel sind durch eine automatische Verbindungsbahn sowie mit einem dazwischenlegenden unterirdischen Fußweg miteinander verbunden.

 

An unserem Gate für den Weiterflug wartete schon die McDouglas auf unseren Weiterflug nach New Orleans. Das erste Mal seit über 10 Jahren, dass ich wieder in einem MD-Jet sitzen sollte. Damals noch eine MD-83 der AeroLloyd, heute eine MD-88 vom Delta Airlines.

 

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Start von der äußeren Nordahn. Die Innere wird gerade komplett erneuert und ist gesperrt. Ein Grund warum es derzeit auf der Südseite oft zu massiven Flugzeugstaus kommt.

 

Atlanta (ATL) – New Orleans (MSY)

Delta Airlines DL1122

MD-88

N915DL

 

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Längster Fluss der USA – der Mississippi kurz vor New Orleans.

 

Ankunft in New Orleans. Die Stadt des Jazz und großen einer Naturkatastrophe, die die Stadt auch heute noch stark erschütterte: Hurricane Cathrina wütete vor einem Jahr und zerstörte weite Teile der Stadt. Ich war gespannt, in wieweit die Stadt wiederauferstanden ist.

 

Die Suche nach dem Flughafenbus entpuppte sich als nicht leicht. Er fährt alle 30 Minuten von der Abflugebene ab. Kein Busstop-Schild, kein Fahrplan weißt auf eine Bushaltestelle hin. Doch ein Polizist versicherte mir, dass genau dort der Bus hält. Amerika, Amerika – dein Nahverkehr. Als der Bus endlich ankam, waren wir die einzigen Passagiere. Zu meinem erstaunen war der Bus komplett kostenlos – wohl eine Maßnahme der Regierung um den Einwohnern der Stadt zu helfen.

 

Was ich jedoch dann sah, ist unglaublich für eine der reichsten Nationen der Welt. In den Vorstädten fuhren wird durch reihenweise verlassene, zerstörte Straßenzüge. Schutt und Unrat auf den Straßen, als sei das Unwetter vor ein paar Wochen gewesen. Entgegen meinen Verwartungen brachte uns jedoch der Bus nicht nach Downtown, sondern hielt plötzlich an einer Straßenkreuzung: Endstation. Rundherum nur verfallene und verlassene Häuser, Obdachlose und ein Jungendlicher der an seiner Waffe herumbastelte. In der Ferne konnte ich die Hochhäuser von Downtown erkennen und machte mich auf, die Schätzungsweise etwa 4 km zu laufen. Manchmal kam ich mir vor wie im Krieg. Soetwas hatte ich bis dahin noch nicht erlebt. Einfach nur Traurig.

 

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Heute leben nur noch etwa die Hälfte der ursprünglichen Bevölkerung in New Orleans. Der Rest ist geflüchtet und nie mehr wiedergekommen. Mit der Bevölkerung gingen dann auch die Geschäfte, die keinen Umsatz mehr machten. Das verarmte New Orleans hat inzwischen die höchste Kriminalitätsrate der USA.

 

Nach einer Stunde Fußmarsch erreichte ich mein Hotel, das Comfort Inn. Ein äußerst schönes ***-Haus, das herrlich in ein altes Gebäude integriert wurde. Mit Dumpingpreisen wird derzeit versucht, wieder Touristen nach New Orleans zu locken. Die Touristenattraktionen der Stadt sind natürlich langst renoviert und wieder hergerichtet.

 

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French Quarter mit seinen typischen Häusern. Rechts das berühmte Café du monde

 

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Louisiana Superdome – je nach Veranstaltung passen bis zu 100.000 Leute ins innere der gigantischen Halle. Auch ein Jahr nach dem Hurrikan, bei dem die damalige Notunterkunft schwer beschädigt wurde, war er bei meinem Besuch nicht immer nicht wieder geöffnet.

 

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Historische Straßenbahn in der Canal Street

 

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Statt an einer teuren Missisippi-Rundfahrt mit den Raddampfer, kann man auch mit der kostenlosen Fähre auf die andere Flussseite fahren.

 

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Jazz-Legende Louis Armstrong

 

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Jackson Square - das Zentrum des French Quarter

 

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Bourbon Street – die Partymeile in New Orleans schlechthin.

 

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Downtown New Orleans

 

Am frühen Morgen ging es am wieder zum Flughafen. Es war Sonntag und der erste Flughafenbus wäre erst zu einer Zeit gefahren – ich glaube etwa um 08.00 Uhr!, zu der ich bereits in der Luft sein sollte. Also blieb mir nichts anderes übrig, also ein teures Taxi zum Flughafen zu nehmen. Ich checkte ein – und wartete auf die MD-88 von Delta, die mich zurück nach Atlanta bringen sollte.

 

Atlanta (ATL) – New Orleans (MSY)

Delta Airlines DL1422

MD-88

N903DE

 

Ruhiger Flug – schöne MD-Kiste – keine besonderen Vorkommnisse. In Atlanta wieder das gleiche Spiel: Landung auf der neuen Landebahn, dann ewiges Warten vor den 2 Südbahnen, bis wir diese kreuzen konnten.

 

Das Umsteigen in Atlanta klappte wieder Problemlos. Raus aus dem Flugzeug – zum Verbindungsgang – rein in den Zug und am relativ neuen, internationalen Terminalriegel E ausgestiegen. Dieser wurde anlässlich der Olympischen Spiele 1996 in der Coca-Cola-Stadt eröffnet.

 

Eigentlich sollte nun ein weiterer fliegerischer Höhepunkt auf dem Programm stehen. Vielleicht sogar mein letzter 737-200-Flug überhaupt. Deswegen buchte ich genau diese Flugverbindung mit Delta über Atlanta nach Toronto. Doch leider bekam ich einige Wochen vor Abflug elektronische Post und es wurde mir mitgeteilt, dass der Flug auf einen Comair-Haarfön umgestellt wurde. Schade, Schade. Weiß jemand hab derzeit überhaupt noch 737-200 für Delta fliegen?

 

Atlanta (ATL) – Toronto (YYZ)

Delta Airlines operated by Comair DL4950

CRJ 200

N518CA

 

Endlich wieder mal schönes Flugwetter. Fast durchgehend klare Sicht auf dem rund 2-Stunden dauernden Flug, inklusive traumhaftem Skyline-Blick beim Anflug auf Toronto.

Landung auf der negativ-berühmten Bach-Bahn in Toronto, auf der 1970 und 2003 zwei Flugzeuge verunglückten.

 

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Von Flughafen fuhr ich mit dem Bus zur U-Bahnstation Kipling und wechselte dort in die grüne U-Bahnlinie nach Spadina, wo ich mein kleines Hotel hatte. Noch am selben Nachmittag fuhr ich nach Downtown, um die tolle Sicht für einen Besuch des CN-Towers zu nutzten. Mit einer Höhe von 553 Meter immer noch das höchste freistehende Gebäude der Welt. Doch den Rekord wird der Fernsehturm schon bald abgeben müssen – Dubai ruft.

 

Zwar nicht ganz Billig, aber trotzdem lohnswert war die Fahrt fur Aussichtsplattform des Towers. Spektakulär: Anders als bei vielen Hochhäusern, bieten hier die gläsernen Aufzüge eine tolle Sicht bei der Auffahrt. Oben angekommen, konnte man sogar die Gischt der Niagarafälle erkennen. Lustig war auch so manch ängstliche Tourist, der Scheu bei dem Betreten des Glasbodens hatte, auf dem man senkrecht nach unten in die Tiefe schauen konnte.

 

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Dabei macht des doch gerade hier mächtig Spaß herumzuhüpfen .

 

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Blick auf Toronto Downtown

 

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Toronto City Airport

 

Am nächsten Tag spazierte ich ein wenig durch die kanadische Großstadt und erkundete die weiteren bekannten Sehenswürdigkeiten.

 

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Das neue Rathhaus

 

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Das weltbekannte Eton-Center mit den berühmten Wildgänsen

 

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Und auch die umgestaltete und schon hergerichtete Hafengegend am Lake Ontario.

 

Am nächsten Morgen, hieß es früh aufsehen – für einen sehr anstrengenden, aber auch interessanten Reiseweg nach Detroid. Im Nachhinein betrachtet wurde es sicher der wahrscheinlich erlebnisreichste Tag in meinem bisherigen Reiseleben. Aber lest selbst:

 

Natürlich hätte es wohl auf direkte Fluge für den kleinen Hüpfer von Toronto nach Detroid gegeben. Doch warum sollte man einen langweiligen Flug buchen, wenn man für das gleiche Geld 3 Flüge, 1 Flugzeugpremiere, und auch noch den nicht ganz gewöhnlichen City-Airport in Toronto dazubekommt? Also fiel die Entscheidung bei der Buchung leicht und ich entschied mich für den interessanten Weg. Doch es war ein Weg mit Tücken: Einige Tage nach der Buchung erfuhr ich zufälligerweise von der zeitweisen Einstellung der Air Canada-Flüge vom kleinen Stadtflughafen. Da ich noch keine Mitteilung von Air Canada erhielt, überprüfte ich meine Buchung auf der Internetseite von AC und siehe da – es hatte eine Veränderung gegeben. Allerdings keine Streichung des Fluges vom Stadtflughafen, sondern eine Flugzeitenänderung, die mir das erreichen eines Anschlussfluges unmöglich machte, da dieser bereits 1 Stunde vor meiner Ankunft in der Luft war. Trotzdem hatte mich Air Canada zu diesem Zeitpunkt unsinnigerweise auf nicht durchführbare Flugverbindung umgebucht. Also rief ich bei Air Canada an und es wurde mir gesagt: „Man werde sich um das Problem kümmern“. Einige Tage später prüfte ich noch mal meine Buchung. Aber diesmal wurde ich auf den eher langweiligen Nonstop von Toronto Pearson nach Detroid umgebucht. Also wieder Flugverbindungen bei Amadeus gecheckt und die Vorschläge per Brief zu Air Canada geschickt. Und siehe da – einige Tage später hatte ich wieder meinen ursprünglichen Flugverbindungen von Toronto City über Ottawa und Chicago nach Detroid, mit dem Vorteil, dass ich in Ottawa noch Zeit zur einen Stadtbummel hatte. Soweit so gut.

 

Toronto, frühmorgens. Ich setzte mich in der Tunnelstation Spadina in die Straßenbahn, fuhr zum Lake Ontorio und lief ein paar 100 Meter zur Fährablegestelle beim City-Flughafen, der auf einer kleinen, vorgelagerten Insel vor der Stadt liegt. Am kleinen Fährableger war noch nichts los. Lediglich ein paar Piloten und Flugzeugmechaniker warteten auf die Fähre. Vom Stadtflughafen gibt es derzeit nur 5 tägliche Ottawa-Flüge mit einer DH8 der Air Canada-Tochter Jazz. Der höchste Anteil des Flugverkehrs ab YTZ fällt auf Kleinkram der Allgemeinen Luftfahrt.

 

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Die derzeit kostenlose Fähre fuhr los und lege schon noch vielleicht 1 Minute Fahrzeit wieder am anderen Ufer an. Eine Brücke ist derzeit allerdings im Bau und so wird die umständliche Schiffahrt bald ein Ende finden. Ich ging als letzter von Bord, kramte noch ein wenig im meinem Gepäck und plötzlich war ich allein auf weiter Flur. Wo ist denn nun das Terminal? Ich lief ein wenig umher und nahm Kurs auch ein terminalähnliches Gebäude, das jedoch verschlossen war. Also ging ich in die kleine Flughafenkneipe, wo ein alter Pilot seinen Vormittag verbrachte. Als ich ihn fragte, wo den der Air Canada Check-In sei, schaute er mich ganz verdutzt an und sagte: „Es gehen keine Flüge von hier. Du bist wohl am falschen Flughafen gelandet.“ Als ich ihm jedoch meine Buchungsbestätigung zeigte, war er etwas verwirrt – und natürlich ich umso mehr. Er schickte mich in ins kleine General Avation-Terminal – ich sollte mich dort noch mal erkundigen. Dort sage mir ein Mitarbeiter, dass Air Canada die Flüge nach Ottawa schon seit langer Zeit eingestellt hat und Sie vor zwei Wochen wieder aufnehmen wollte, dies aber nicht getan hat. „Vielen Dank Air Canada, dass ich so Vorbildlich darüber informiert wurde“, dachte ich mir. Ich kam mir ein wenig so vor, wie ein Passagier, der mit Ryanair von Frankfurt fliegen wollte und dann auch wirklich nach Frankfurt gefahren ist. Ich spürte ein wenig Wut auf Air Canada, dass sie mir nicht bescheid gaben, gleichzeitig aber auch Erleichterung, da ich wusste, dass ich bei einer klassischen Airline gebucht hatte, die mich sicher nicht sitzen lassen würde.

 

Also packte ich meine 7 Sachen, nahm die Fähre zurück ans Festland, lief zur Straßenbahnstation, fuhr wiederum im engen Berufsverkehr mit der U-Bahn, stieg wieder in den Bus zum Flughafen und kam dort etwas zornig, erschöpft und mit einem Hauch Abenteuerlust und Gelassenheit an. Es ist gar nicht so einfach bei den ganzen Check-In Automaten in Amerika mal einen Ansprechpartner zu finden. Die Sache lief dann aber doch relativ entspannt ab – in gut 40 Minuten ging der nächste Flug nach Ottawa und ich konnte meine Reise eigentlich normal Fortsetzen, mit dem kleinen Haken, dass mein Aufenthalt in der Innenstadt auf nur 2 Stunden verkürzt wurde – sonst würde ich wohl meinen Anschlussflug verpassten. Leider konnte auch mein Gepäck entgegen meiner Planung nicht nach Detroid durchgecheckt werden, sondern ich müsse es in Ottawa neu einchecken.

 

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Um keine Zeit zu verlieren, ging ich zügig dort die Sicherheitskontrollen im neuen, blitzblanken Terminal 1, das bisher nur zu einem ganz kleinen Teil eröffnetet ist.

 

Am Gate wartete auch schon unser betagter A-320– ja auch diese Flugzeuge kommen langsam ins hohe Alter. Ich hatte meinen Sitzplatz in der letzen Reihe am Fenster, lehnte mich zurück und war froh, dass ich wenigstens trotz des ganzen Stresses auf dem Weg in die kanadische Hauptstadt war. Doch nur wenige Augenblicke später stoch mir ein ekelhafter Geruch in die Nase. Ich schaute in den Zwischenraum zwischen die Armlehne und Fenster und musste feststellen, dass mein Vorgänger auf diesem Platz alles vollgereiert hatte.

 

So schnell habe ich noch nie einen Sitzplatz verlassen. Da die Maschine glücklicherweise nur schwach ausgelastet war, fand ich ohne Probleme einen neuen Platz.

 

Toronto (YYZ) – Ottawa (YOW)

Air Canada AC448

A-320

C-FKPO

 

Unter uns konnte man entzwischen die endlose Weite Kanadas mit seinen Wäldern erkennen. Einfach wunderschön, dieses Land.

 

Nach der Landung auf dem kleinen, aber feinen Flughafen Ottawa, nahm ich mein Gepäck entgegen und wollte es gleich wieder für meinen von United durchgeführten Anschlussflug nach Chicago einchecken. Aber natürlich hatte dieser noch nicht geöffnet und ihn musste das Gepäck wohl oder übel mit mir mitschleppen.

 

Ottawa hat ein sehr interessantes Nahverkehrssystem. Busse fahren auf komplett eigenen, kreuzungsfreien Straßen der Stadt entgegen. Die Stationen wirken wie normale Stadtbahnstationen, nur eben mit Busbetrieb.

 

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Ottawa ist eine sehr schöne, europäisch geprägte Stadt.

 

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Es gibt sogar eine Fussgänerzone, was in Amerika wohl eher eine Seltenheit ist.

 

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Parlamentsgebäude

 

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Rideau-Kanal mit seiner berühmten Schleusentreppe.

 

Dann musste ich auch schon wieder zurück zum Flughafen. Schade, ich wäre gerne noch ein wenig länger in dieser Stadt geblieben.

 

Endlich wurde ich mein Gepäck wieder los. Interessant ist, dass man unmittelbar nach dem Einchecken durch die Einreisekontrolle der USA geschleust wird und abgeschirmt auf den Flieger wartet.

 

Nun standen wieder zwei Premieren auf dem Plan. Mein erster Shuttle Amerika/United Express-Flug und zugleich die Premiere auf einer Embraer 170. Ein sehr schöner, angenehmer Flieger mit kleinem einem Schönheitsfehler. Durch den großen Fensterabstand, haben manche Reihen nur sehr wenig Blickmöglichkeiten nach außen.

 

Ottawa (YOW) – Chicago (ORD)

United, operated by Shuttle America AC4611

ERJ-170

N645RW

 

Nach dem Start bei strahlendem Himmel, wurde es zunehmend bedeckter und wir flogen durch tiefgraue Wolkenschichten, die einen sehr ruppigen Flug zufolge hatten.

 

Nach der Landung in Chicago wurde das ganze Ausmaß des schlechten Wetters sichtbar. Endlose viele Flugzeuge stauten sich vor den Runways und warteten auf den Abflug. Auch für merkwürdige Rollvorgänge war gesorgt. Wir umfuhren einmal komplett den United- Satelliten, um dann wieder an der Ausgangsposition zu stehen, um nach 5 Minuten in eine spezielle Wartebucht zu rollen, da unser Gate noch mit einem anderen Flugzeug belegt war. war.

 

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Ich sah langsam meinen Umsteigepuffer dahinschmelzen und war froh, als es nach 15 Minuten endlich weiterging, sodass ich gerade noch so meinen Flieger nach Detroid erwischen konnte. Doch als ich auf den Montitoren im Terminal nach dem entsprechenden Gate schauen wollte, fiel mir das unglaubliche Verspätungschaos auf. Es gab kaum einen Abflug der nicht 1, 2 oder 3, 4 oder sogar 5 Stunden Verspätung hatte. Aus einigen Maschinen kamen die Passagiere wieder heraus, sie hatten schon 90 Minuten im Flugzeug auf den Abflug gewartet, um dann zu erfahren, dass es noch mal 2 Stunden dauern sollte. An den Transferschaltern von United bildeten sich endlose Schlangen und das ganze Terminal war maßlos überfüllt. Es ist schon sehr interessant zu beobachten, wenn so ein Megahub wie Chicago mal ins Schleudern kommt.

 

Auch mein Flug hatte erst 2, dann 3 und schließlich 3,5 Stunden Verspätung. Doch Wartezeiten sind in Chicago weniger ein Problem. Die inneren Terminals sind alle miteinander verbunden und man kann Kilometerweit laufen ohne durch die Sicherheitszone zu verlassen müssen. Langeweile kommt da garantiert nicht auf.

 

Als es dann endlich spätabends losging. Das nächste Highlight: Ich hatte gerade mit einem Bein die 737-300 betreten, ging plötzlich das Licht in der Kabine aus und es war stockdunkel. Ich erwartete eigentlich, dass es gleich wieder anging aber es tat sich nichts. Das Kabinenpersonal verhielt sich sehr professionell, packte Taschenlampen aus leuchteten den Passagieren, die Sich trotzdem ins Flugzeug trauten, den Weg zu ihren Sitzplätzen. Und da saßen wir nun in der Dunkelheit und warteten und warteten. Nach 10 Minuten ging endlich das Licht wieder an und es konnte endlich losgehen.

 

Chicago (ORD) – Detroid (DTW)

United - UA248

B737-300

N318UA

Nach einem wiederum turbolenten Flug landeten wir gegen 0.30 Uhr in Detroid. Gottseidank hatte ich ein Flughafenhotel gebucht und ich freute mich schon auf mein schönes Bett nach diesem sehr anstrengenden abenteuerlichen Tag. Im Ankunftsbereich des alten Smith Terminal war bereits nichts mehr los, da wir die vorletzte Maschine dieses Tages waren, die auf dem Flughafen eintraf. Vergeblich suchte ich jedoch an der Tafel in Ankunftsbereich nach einer Info für den Shuttlebus zu meinem Hotel. Egal, es war spät und ich ging raus und frage einen Taxifahrer ob er mich nicht zu meinem Hotel fahren könnte. Die Taxi-Inder verwiesen mich jedoch wieder auf den Shuttlebus. Ich schaute noch mal ins Terminal und fand wieder keine Info über mein Hotel. Also beschloss ich mit meinem Handy die Nummer auf meiner Hotel.de Reservierungsbestätigung anzurufen. Doch welche Vorwahl / Ortsvorwahl musste ich wählen? Ich versuchte mehrere Varianten, doch ich erhielt keine Verbindung. Auch der Versuch an einer Telefonzelle blieb erfolglos. Erneuter Versuch bei den 2 Taxi-Indern: „Shuttle Bus, Shuttle Bus“…bla bla bla… Langsam wurde ich sauer – heute sollte auch alles schief laufen. Also was solls. Es kann nicht weit zum Hotel sein – vielleicht 3 Kilometer, ich hatte eine kleine Karte dabei und trotz der verherenden Kriminalstatistik von Detroid wird mir im Flughafenviertel schon nichts passieren. Doch schon nach etwa der Hälfte der Strecke endete der Gehweg an einer Autobahnauffahrt. Nachts über die Autobahn? Nein, das war mir dann doch zu gefährlich. Es fing zu regnen an und stampfte Stocksauer über Gott und die Welt zurück zum verlassenen Terminal und drohte einem Taxifahrer, wenn er mich jetzt nicht zu meinem Hotel fährt, dann würde ich richtig sauer werden. Natürlich war er sich meiner vorteilhaften Situation bewusst und verlangte einen richtig dicken Fahrpreis. Doch dies war mir egal. Ich brauchte den Schlaf. Am nächsten Morgen hatte ich eine anstrengende Autofahrt mit dem Mietwagen vor mir.

 

Als wir nach kurzer Fahrt erreichten wir die Hotelzone am Flughafen. Als wir jedoch die in der Adresse angegebene Straße erreichten, war jedoch kein Hotel Detroit Inn & Plaza Hotel zu sehen. Crown Plaza, Rodeway Inn, Best Western…, nur mein Hotel war nicht dabei. Der indische Taxifahrer machte mir in schlechtem englisch klar, ich sollte mal im Hotel anrufen. Doch ich erklärte ihm, dass ich mit meinem deutschen Handy wohl nicht durchkomme. Er verschuchte es mit seinem Handy und hatte ebenfalls keinen Erfolg – die Nummer existierte wohl nicht mehr. Auf eine Funkanfrage, bei den Taxikollegen ob jemand das Hotel kenne, blieb unbeantwortet.

Es war entzwischen 2 Uhr nachts. Ich sage dem Taxifahrer er sollte mich am Rodeway Inn herauslassen, ich nahm dort ein Zimmer und schlief hundemüde ein. Ich verfluchte meinen Wecker als er mich schon um 07.30 aus dem Bett klingelte.

Ich machte mich frisch, lief immer noch vollkommen Müde zum Getränkeautomat und was tauchte plötzlich auf dem Nachbargrundstück auf? Mein Hotel, dass wir gestern gesucht hatten. Doch der Parkplatz war leer, die Türen verschlossen. Ich fragte in der Hotel-Rezeption nach, was mit dem Hotel nebenan los sein: „Schon seit längerer Zeit geschlossen“.

 

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Bisher hatte ich mit Hotel.de nur gute Erfahrungen gemacht, aber diesmal haben Sie mich wohl in Verkettung mit unglücklichen Umständen viel Nerven gekostet. Nach meiner Heimkehr nach Deutschland entdeckte ich in einem E-Mail-Postfach die Info, das mein Hotel geschlossen wurde – Eingangsdatum 2 Tage nach meinem Abflug in die USA.

Freundlicherweise fuhr mich ein Motelmitarbeiter zum Herz-Mietwagenzentrum, wo ich meinen Ford-Taurus in Empfang man. Gar nicht so klein die Kiste, für den Umstand, dass ich die kleinste Klasse gebucht hatte.

An diesem Tag fuhr ich über die Autobahn nach Lansing und besuchte dort ein paar Freunde.

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Am nächsten Tag ging es wieder zurück nach Detroit und es sollte erneut ein fliegerisches Highlight auf dem Programm sehen. Ein Flug mit einer alten DC-9 nach Washington-Dulles. Doch leider änderte Northwest einige Wochen vor Abflug den Flugzeugtyp auf einen A-320 ab und ich hatte so leider nicht den erwarteten DC-9-Flug. Ärgerlich, da ich einiges an teurem Geld für diesen Flug ausgeben hatte.

Das neue Northwest-Terminal in Detroid ist sehr schön. Interessant: Der People-Mover in Detriod verbindet nicht die einzelnen Concourses miteinander, sondern fährt innerhalb der Terminalhalle das 1,6 lange Bauwerk ab. Auch die Lichteffekte im unterirdischen Verbindungsgang zum Midfield-Pier sind sehr schön gemacht.

 

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Wie schon gewohnt kamen wir auch diesmal nicht pünktlich weg und handelten uns eine Verspätung von knapp 2 Stunden ein.

 

Detroit (DTW) – Washington (IAD)

Northwest - NW258

A-320

N329NW

 

Nach einem unspektakulären Flug erreichten wir wieder Washinton-Dulles. Dem Ausgangspunkt der meiner Reise in die USA. Da der unterirdische Verbindungsgang vom Concourse zum Terminal schon fertiggestellt ist (früher fuhren auch dort im Pedelverkehr die Mobile Lounges), entfiel diesmal die kultige Fahrt.

 

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Noch schnell eine Happen bei meinen Lieblings-Fast-Food-Schuppen Cinabon gegessen und dann wieder den altbekannten Weg mit dem Bus und der U-Bahn nach Washington gefahren.

Da diesmal das Motel 8 an der New York Avenue viel teurer war, entschied ich mich im Vorfeld der Reise diesmal das gegenüberliegende Motel Howard Johnson Express aufzuweichen. Wieder einmal hieß es also von der U-Bahnstation, durch das nicht so ganz vertrauenerweckende Viertel, an der vielbefahrenden New York Avenue zu laufen.

 

Auch hier bot die Hotelrezeption wieder einen wenig vertrauenserweckenden Eindruck. Dicke Glasschieben, verstärkt durch Drahtgitter und vielen Kameramonitoren zur Überwachung des Geländes. Hier hatte wohl schon einige Überfälle gegeben. Die Zimmer hingegen waren in Ordnung und sauber.

 

Tags daruf machte ich mich wieder auf den mühevollen Weg zur U-Bahnstation an der New York Avenue und fuhr zum National Airport, der praktischerweise einen U-Bahnanschluss hat. Anders als Tempelhof in Deutschland wurde der Stadtflughafen von Washington in den letzten Jahren kontinuierlich aufpoliert. Er verfügt mit einem Terminal von Cesar Pelli, der auch die Petronas Towers entwarf, über eines der architektonisch schönsten Flughafenterminals weltweit.

 

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Ich checkte bei Delta für meinen Flug Washington-Boston-Rom-München ein, und verabschiedete mich von meinem Gepäck, das ich noch zweimaligem Umlagen erst wieder in München sehen sollte.

 

Anders als in Europa stehen in den USA meist auch Regionaljets direkt am Finger. Ist der Finger groß für den kleinen Flieger, hilft meist eine fahrbare Treppe die an das Ende des Fingers gestellt wurde, um aufs Vorfeld zu gelangen und von dort über die flugzeugeigene Treppe in den Flieger zu kommen.

 

Pünktlich rollte unser kleiner Comair Haarfön Richtung Startbahn. Eine Reihe vor uns, unterhielten sich Passagiere über den Lexington-Unfall vor einigen Wochen, der sich mit einer Schwestermaschine dieses Typs von Comair ereignete.

 

Doch bevor wir überhaupt die richtige – oder auch falsche Startbahn erreichen konnten, ging es am Anfang der Startbahn erstmal in die Wartebox und die Triebwerke wurden abgeschaltet. Über New York herrschte schlechtes Wetter und deshalb musste der dichte Flugverkehr an diesem Nachmittag deutlich reduziert werden. Nach 35 Minuten Wartezeit konnte es endlich losgehen.

 

Washington National (DCA) – Boston (BOS)

Delta Airlines, operated by Comair AZ3183

CRJ-200

N458CA

 

Wegen der Flugverbotszone über dem Weißen Haus drehen in DCA alle Flugzeuge nach sofort nach dem Start auf der Bahn 01 eine Linkskurve und steigen über dem Potomac-River auf. Air Florida Flight 90 schaffte dies im 1982 wegen Vereisung nicht und stürzte auf die vielbefahrene 14th Street Bridge und versank anschießend im Eis des Potomac.

 

Ich saß in der letzen Reihe und nahm einen zunehmend sehr, sehr unangenehmen Toilettengeruch war. Anscheinend war die Toilette defekt und nach jedem Spülvorgang breite sich immer wieder dieser widerliche Gestank in den letzten Reihen des Flugzeuges aus. Freundlicherweise vergasen viele Passagiere die Toilettentür nach dem verlassen zu schließen, was die Situation natürlich nicht angenehmer machte.

 

Kurz nach dem erreichen der Reiseflughöhe wurde das Wetter zunehmend unruhiger und wir schaukelten mit unserem kanadischen Spielzeugflieger durch die Lüfte. Ich öffnete die Lüftung auf maximale Stärke – doch bei gedrosselter Triebwerksleistung im CRJ bereicherte die Schei*luft höchstens ein kleiner Luftstrahl. Die Turbolenzen wurden immer stärker. Ein Passagier musste natürlich trotz Durchsage der Flugbebleiterin, so dringend aufs Töpfchen, dass er sich bei einem Rumpler ordentlich den Kopf anschlug und natürlich wieder die Schiebtür der Toilette zu schließen vergas, sodass wir eine neue Gestankladung abbekamen. Nun wurde es mir zu bunt und ich schrie in regelrecht an diese Schei*türe zu schließen.

 

Ich war so froh als, dass als wir endlich in Boston landeten. Ein paar Wackler bei der schlechten Luft mehr, und der Erste in den hinteren Reihen hätte wohl seine Spücktüte gebraucht. Die Anderen Passagiere neben mir wohl ein paar Sekunden später…

 

Da ich noch etwas Zeit bis zum Anschlussflug hatte, versuchte ich mich ein wenig im neuen Delta-Terminal in Boston zu entspannen. Mit den überall im Terminal stehenden weißen Schaukelstühlen fällt dies nicht allzu schwer. Meinem Magen ging es glücklicherweise auch wieder besser.

 

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Als rund 60 Minuten vor Abflug auf den Moitoren noch kein Abfluggate angegeben war, erkundigte ich mich am Serviceschalter. Dort erklärte man mir, dass es in Boston in internationales Terminal gäbe und ich dorthin müsse. Gut zu wissen! Also raus aus dem Sicherheitsbereich, durch die langen Verbindungswege, vorbei an Parkhäusern zum internationalen Terminal. Dort herrschte gerade die abendliche Rushhour für die zahlreichen Europaflüge die von Boston starten, sodass sich bei den Sicherheitskontrollen lange Schlangen bildeten. Als ich den Flugsteig für meinen Alitalia-Flug nach Rom erreichte, hatte gerade das Einsteigen begonnen und ich ging direkt ins Flugzeug, wo es kurze Zeit später auch schon losging.

 

Boston (BOS) – Rom (FCO)

Alitalia AZ615

B767-300

I-DEIB

 

dscf8335in1.jpg

 

America Goodbye – ein traumhafter Sonnenuntergang machte die Rückkehr nach Europa nicht gerade leicht.

 

Während des Fluges versuchte ich die meiste Zeit zu schlafen. Eine Stunde vor der Landung wurde uns ein Frühstück serviert und wir über die schlechte Wettersituation ins Rom informiert. Auf knapp 200 Flügen erlebt man 3 Jahre lang nahezu keine Turbolenzen, und in den vergangenen Tagen auf nahezu jedem Flug. Doch trotz des strömenden Regens und der überall zuckenden Blitze blieb die 767 trotzdem erstaunlich ruhig bei der Landung.

 

Leider erhielten wir in Rom keine Fluggastbrücke, sodass wir bei ströhmendem Gewitterregen die Treppe herab in die Busse laufen mussten. Im Fiumicino waren im ganzen Terminal immer wieder Eimer zu sehen, die das Regenwasser auffingen. Solche Wetterlagen sind in Rom wohl eher von Seltenheit.

 

Langsam machte mir meine Müdigkeit zu schaffen und ich fühlte mich enorm ausgepowert. Wegen des Gewitters wurde der Flughafen geschlossen, alle Flüge verspäteten sich und dementsprechend voll war es in den Terminals. Bei solchen Ausnahmesituationen ist das Lautstärkelevel der Italiener gewöhnlich noch deutlich höher als in Deutschland und dementsprechend groß war der Lärmpegel im Terminal. Mein Flug nach München verspätete sich erst um 1 Stunde, dann um eine weitere halbe Stunde. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wann es kann endgültig losging - so sehr müde war ich zwischenzeitlich. Ich weiß nur noch, dass wir noch eine ewige Zeit im Bus warten mussten und sich schon einige italienische Jugendliche aufs Oktoberfest einstimmten und laut durch den ganzen Bus grölten.

 

Rom (FCO) – München (MUC)

Alitalia Express AZ432

ERJ 145

I-EXMN

Vittorio De Sica

 

Der Flug in der kleinen Urwaldmaschine von Altialia Express war extrem unruhig. Im Halbschlaf merkte ich nur, dass wir permanent durchgeschüttelt wurden. Erst im Landeanflug auf München wurde ich wieder wach. Und siehe da: strahlender Sonnenschein über Deutschland – normalerweise ist es meist umgekehrt.

 

Und natürlich sollte es nicht genug gewesen sein. Schließlich sollte mich noch einmal treffen. Schon am Gepäckband in München wartete nächste Überraschung: Es hielt an – natürlich ohne meine Reisetasche. Also ging ich erstmal zur Gepäckermittlung. Ich füllte ein Formular aus und man versprach mir, dass mein Gepäck mir schnellstmöglich zugestellt würde. Einerseits war ich ein wenig verärgert, andererseits war ich aber auch leichtert, dass der Gepäckverlust erst beim letzten Glied meiner Reisekette eintrat. Ich hätte nicht gewusst, welche Adresse ich bei der Rundreise hätte angeben sollen.

 

4 Tage nach der Ankunft wurde es dann zu mir nach Hause per Packetdienst zugestellt. Es war in Boston versehentlich statt in der Rom-Maschine, in der Maschine nach Mailand eingeladen worden. Der Streik bei Alitalia gab wahrscheinlich dann noch das Restliche hinzu.

 

Ärgerlich war jedoch, dass ich bereits 3 Tage später zu meinem Europatrip aufbrach und ich somit zumindest mein Handyladegerät neu kaufen musste.

 

Fazit: Wie immer bei so einer Reise musste ich meine vielen vielen Eindrücke erstmal einige Wochen verarbeiten. Sicherlich ging nicht alles so glatt wie bei meiner ersten USA-Tour. Doch sind es nicht gerade diese Dinge, die das Reisen manchmal so interessant machen. Von denen man noch Jahrelang erzählt?

 

Es war jedenfalls ein tolles Erlebnis mit vielen, vielen Eindrücken und ich würde es jederzeit – wenn auch mit etwas weniger Pannen und einigen Erfahrungen reicher – wiedermachen.

 

Ich möchte mich auch wieder bei all denen bedanken, die mir im Vorfeld meiner Reise mit Ihren Ratschlägen weitergeholfen haben!

 

Ich hoffe es hat euch ein wenig gefallen!

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Wow. Ich war bestimmt 20 Minuten am Lesen für Deinen Tripreport. Aber bei Dir stimmte nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität. Danke für die Mühe, die Du Dir gegeben hast. Ich muss bei mir gerade feststellen, dass ich ein bißchen neidisch bin... So ein Trip wär schon mal wieder was. Und ein wenig Chaos gehört bei sowas auch dazu ;-).

Nur eine kleine Frage, nachdem ich die einzelnen Übernachtungen jetzt nicht zusammengezählt habe: Wie lange warst Du denn insgesamt unterwegs?

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Nur eine kleine Frage, nachdem ich die einzelnen Übernachtungen jetzt nicht zusammengezählt habe: Wie lange warst Du denn insgesamt unterwegs?

 

14 Tage kompaktes Intensivprogramm :-)

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Guest MUC-MD11

Super Bericht - hat Spass gemacht zu lesen, zumal ich bis auf MSY alle Städte die Du besucht hast auch schon bereist habe.

 

Der Flughafen in Orlando ist sehr sauber und übersichtlich. Über dem Terminalkomplex befindet sich ein großes Hotel, die Flugsteige erreicht man sternförmig mit Verbindungsbahnen.

 

Das ist das Hyatt Hotel, hatte dort mal eine Nacht gewohnt - sehr lohnenswert, am Pool bedienen lassen und nebenbei auf die Runways, Rollwege und Teile des Terminals zu schauen.

 

Ich hatte dort auch einen Balkon mit Blick auf den Delta-Satellit und zu einer Startbahn - grossartig! Ich bin dafür dass jeder Flughafen so ein Hotel aufmacht :)

 

Gruss aus MUC!

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Ich habe ihn auch eben mit großem Interesse gelesen.

Allerdings brauchst Du Dir wegen Geckos in den Hotelzimmern keine Sorgen machen. Sie sind völiig harmlos und fangen eine Menge Insekten weg. Wenn ich irgendwo im Süden Urlaub mache, freue ich mich immer, wenn ich im Bad einen Gecko finde.

 

Martin

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Wow, sehr umfangreicher Report.

 

Ich warte ja schon fast darauf, dass bei meinen Trips mal was schiefläuft aber bis jetzt hatte ich wohl Glück.

 

Willste du vielleicht noch grob was über die Kosten der Flüge schreiben?Find ich immer recht interessant.

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Super Report! Vielen lieben Dank! Auch wenn nicht alles immer so klappt wie man es plant/will macht ja auch gerade das den Reiz von solchen Reisen auch... Würde jedenfalls auch sehr gerne mal so eine "Rundreise" machen.

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Super interessanter Report! Die Bilder aus Florida haben mich vor allem an meine Floridareise im April erinnert.

 

Warst du in Kissimmee im Howard Johnson Resort? Das Bild mit dem Pool sieht mir danach aus...

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Warst du in Kissimmee im Howard Johnson Resort? Das Bild mit dem Pool sieht mir danach aus...

 

Ne, in Kissimmee (grausame Schreibweise!!) hatte ich ein Hotel Nr. 8.

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Mal so als Frage. ;-) Wie viel Tonnen Tickets hat dein Gepäck am Anfang der Reise ausgemacht? :-) *g*

 

Etwa 17 kg. Also alles noch im grünen Bereich!

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Willste du vielleicht noch grob was über die Kosten der Flüge schreiben?Find ich immer recht interessant.

 

Genau hab ich die Kosten garnicht zusammengerechnet. Aufgrund des etwas komplexeren Routings und einiger Wunschverbindungen und bestimmte Airlines oder Flugzeugtypen zu erleben, denke ich, dass ich schon etwas über 1000 Euro ausgegeben habe.

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Ganz dickes Lob für den tollen Bericht. Habe den von vorne bis hinten durchgelesen, was ich nicht so oft mache... ;). Sehr interessant, aber was du alles erlebt hast reicht dem normalen Mallorca Touristen ein Leben lang an Airport/Airline Unstimmigkeiten...

 

Gruß Sebastian

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Gratulation zu Deinem Reisebericht!!!

 

Interessant finde ich, daß Du sehr oft auf öffentlichen Nahverkehr zurückgreifst (gerade in den USA). Ich habe nämlich auch schon den amerikanischen Weg des ÖPNVs genossen. Oftmals sind die Systeme gar nicht so schlecht bzw. für die USA schon beeindruckend gut und günstig im Vergleich zu Europa.

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Gratulation zu Deinem Reisebericht!!!

 

Interessant finde ich, daß Du sehr oft auf öffentlichen Nahverkehr zurückgreifst (gerade in den USA). Ich habe nämlich auch schon den amerikanischen Weg des ÖPNVs genossen. Oftmals sind die Systeme gar nicht so schlecht bzw. für die USA schon beeindruckend gut und günstig im Vergleich zu Europa.

 

Gut, in vielen meisten Städten meiner erster Tour New York, Chicago, San Fransisco war es überhaupt kein Problem mit öffentlichen Verkehrsmitteln vorfährts zu kommen. Schwieriger wird es natürlich in Orten, die keinen oder fast keinen schienengebunden Nahverkehr haben. Mit Bus-Systemen tut man sich natürlich ein wenig schwerer.

 

In Toronto hat man garkeine Probleme. In New Orleans war dies ein wenig anders: Es gibt keine direkte Bus-Verbindung ins Zentrum! (Bei uns unvorstellbar - das gibt es selbst in Hof!)

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In New Orleans war dies ein wenig anders: Es gibt keine direkte Bus-Verbindung ins Zentrum! (Bei uns unvorstellbar - das gibt es selbst in Hof!)

 

Dennoch wird diese Busverbindug als "Airport-Downtown Express (E-2) " angepriesen.

DIe Kreuzung Tulane / Carrollton ist wirklich nicht downtown. Etwa so zentral wie Ohlsdorf (S) in Hamburg und der 110 wird dort auch nicht als Innenstadt-Zubringer beworben.

Du hättest Dich ab Tulane/Carrollton anstatt zu Fuß allerdings auch mit der 39 (alle 20', am WOE alle 30') näher ans Zentrum herantasten können oder einen Block nach Norden laufen um von dort per Canal-Streetcar direkt ins Zentrum zu rollen.

Sowas springt einem dort jedoch tatsächlich nicht ins Auge. Die vor-Ort-Infos über Busverkehr sind in den USA ober-bescheiden, auch ohne Sturmschäden.

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Hallo, Tecko747,

auch von meiner Seite, super Report.

Sehr interessant zu lesen.

Was wir nicht immer wieder alles auf uns nehmen!.

Gruß,

Markus (FLIEGER6)

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