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martin.stahl

[TR] Zur Gartenausstellung nach Berlin (FRA-TXL-FRA mit Lufthansa)

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1983 hatte ich als Kind die Internationale Gartenausstellung in München besucht und die hatte mir damals sehr gut gefallen. Als ich mitbekam, dass dieses Jahr die Ausstellung in Berlin stattfinden sollte, kam mir nach 34 Jahren die Idee, wieder einmal eine IGA zu besuchen. Bei der Gelegenheit könnte man sich eigentlich auch Berlin wieder einmal anschauen. Als ich zuletzt in Berlin die Stadt wirklich gesehen hatte, war das 1986, also noch im geteilten Berlin bei einer Klassenfahrt. Zwischendurch war ich zwar einige Male in Berlin, aber bei den jeweiligen Unternehmungen hatte ich nie Gelegenheit gehabt, wirklich etwas von der Stadt zu sehen. Insofern war das jetzige Berlin als deutsche Hauptstadt wirklich neu für mich.

Ich entschied mich beim Flug für die Lufthansa, weil die einerseits zu für mich bequemeren Zeiten flog und ich angesichts der Turbulenzen um Air Berlin und der Abfertigung in Tegel keine Flugstreichung riskieren wollte. Preislich war der Unterschied minimal, wenn man berücksichtigt, dass ich bei Air Berlin für die gewünschten Fensterplätze wahrscheinlich noch einmal bezahlen müsste. Außerdem wollte ich auch gerne mal wieder im Terminal 1 abfliegen.

 

11.08.17

LH 176 FRA-TXL

A321 D-AIRH „Garmisch-Partenkirchen“

Gate A13, Sitz 22 A, Startbahn 25 C, Landebahn 08 L

Flugzeit geplant: 8:45 – 9:55, tatsächlich 8:45 – 9:45

 

„Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ dachte ich mir, als ich bei trübstem Mistwetter zum Flughafen fuhr. Irgendwie scheint auf meinen Flügen ein Fluch zu liegen, denn meine Starts in Frankfurt finden gefühlt immer häufiger bei dichten Wolken statt. Als ich knapp eine Stunde vor Abflug im Terminal 1 ankam, war ich ganz überrascht, denn an der Sicherheitskontrolle gab es keinerlei Wartezeit. Nicht ein Mensch stand vor mir am Band und prompt vergaß ich, meinen Flüssigkeits-Beutel aus dem Rucksack zu ziehen. Das fiel mir aber erst auf, als der Rucksack aus dem Röntgengerät wieder herauskam, und vom Sicherheitspersonal hatte es niemand beanstandet. Wenn man nach der Sicherheitskontrolle das Shoppingparadies durchquert hat, kommt man direkt beim Gate A13 heraus; es war also für mich der kürzeste Weg.

 

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Das Flugzeug war fast voll und trotz des miesen Wetters mit noch schlechterer Sicht verließen wir auf die Minute pünktlich die Parkposition und rollten zur Startbahn 25 C, wo wir ohne weitere Wartezeit auch um 8:55 Uhr abhoben und nur Sekunden später in den Wolken verschwanden. Daher gibt es auch keine weiteren Bilder vom Flug, denn in Berlin-Tegel war es ähnlich, nur trockener. 20 Sekunden vor dem Aufsetzen um 9:41 Uhr kamen wir erst aus den Wolken heraus. Die kurzen Wege in Tegel sind schon nicht schlecht – keine fünf Minuten nach der Ankunft war ich bereits aus dem Terminal und saß im Bus, der mich zur nächsten U-Bahn-Haltestelle brachte.

Das Vorfeld mit der startbereiten Blue Air.

 

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Das Touristenprogramm begann mit einer einstündigen Rundfahrt auf der Spree durch ein Viertel, das ich bisher überhaupt nicht kannte.

 

Das Bode-Museum auf der Museumsinsel

 

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Das Reichstagsgebäude mit der Glaskuppel

 

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Der Jakob-Mierscheid-Steg über die Spree verbindet die beiden Stadtteile, die früher durch die Spree getrennt waren.

 

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Das Bundeskanzleramt

 

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Wenn man die Moltkebrücke unterquert, wird man vom Porträt Moltkes, dem Chef des Preußischen Generalstabs, böse angeschaut.

 

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Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus erinnert an eine Waschmaschine.

 

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Unter der Weidenhammer Brücke passte unser Schiff gerade so durch.

 

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Nun bin ich zum ersten Mal durch das Brandenburger Tor durchgegangen. Als ich es zuletzt sah, war es nur von westlicher Seite möglich.

 

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Das Holocaust-Mahnmal. Als ich zum ersten Mal davon hörte, wusste ich mit den Stelen nichts anzufangen, aber es ist doch sehr eindringlich und auch bedrückend, durch sie hindurchzugehen, da man sich immer tiefer darin gefangen fühlt.

 

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Nach dem ersten Gang durch die Stadtmitte checkte ich in meinem Hotel ein, das günstig am Weg Richtung IGA lag. Die Zimmer waren im fünften Stock im Hinterblock eines Wohnhauses, aber das Zimmer war groß und sauber und ich war sehr zufrieden damit.

 

Die zweite Runde führte mich zum Alexanderplatz und dem Fernsehturm, dem „Telespargel“. An der Kasse war eine lange Warteschlange für die Tickets, am Ticketautomaten stand kein Mensch. Also holte ich mir dort das Ticket und war bereits in den nächsten fünf Minuten in der Gruppe, die zum Aufzug durfte. Vorher noch die Sicherheitskontrolle. Drei Schlangen mit drei Schleusen. Bei jedem, der durchging, piepste die Schleuse, aber es passierte weiter nichts. In den anderen beiden Schlangen wurde auch das Gepäck kontrolliert, in meiner Schlange nicht. Verstanden haben wir dieses System nicht und fuhren dann nach oben auf die Beobachtungsplattform. Dank der Fensterschräge konnte man auch dank des mittlerweile eingesetzten Regens gut nach unten blicken.

 

Karl-Marx-Allee

 

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Prenzlauer Allee

 

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Air Berlin im Landeanflug auf Tegel

 

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Der große, dunkle Block ist das internationale Handelszentrum. Dahinter das Reichstagsgebäude und das Brandenburger Tor.

 

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Berliner Dom

 

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Rotes Rathaus

 

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Die Decke der Liftkabine ist gläsern, so dass man während der Fahrt auch den Aufzugschacht sieht und sich je nach Lust und Laune dabei einen Horrorfilm vorstellen kann.

 

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Es blieb noch Zeit für einen Ausflug in das ehemalige West-Berlin, das ich von der Klassenfahrt von 1986 her kannte.

 

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

 

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Der Weltkugelbrunnen vor dem Europa-Center – 31 Jahre später.

 

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Der Zoo-Palast. Hier hatte ich 1992 auf der Berlinale eine besondere Deutschland-Premiere erlebt (Star Trek VI – Das unentdeckte Land). Mir war nicht bewusst, dass der Zoo-Palast gleich neben dem Kurfürstendamm steht.

 

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Nach dem langen touristischen Programm und dem Abendessen an diesem Tag fiel ich so müde ins Bett, dass ich nicht einmal mehr die Seite zu Ende lesen konnte.

Am nächsten Morgen ging es dann mit der U-Bahn in den Stadtteil Marzahn-Hellersdorf. Im Erholungspark Marzahn findet die IGA 2017 statt. Frühs und bei ständigem Regen war noch wenig los. Immerhin klarte es im Lauf des Tages auf.

 

Die Seilbahn über das Parkgelände im Regen

 

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In den Gartenkabinetten zeigen Architekten aus allen Kontinenten ihre Ideen für ein Stück Garten. Hier der amerikanische Entwurf „Los Angeles“, der ein kleines Stück Alibi-Garten inmitten der zugepflasterten Parkplatzfläche zeigt.

 

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Der chinesische Entwurf.

 

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Eine andere Ausstellung zeigte Grabstätten und Grabmale. Dieses Grab erhielt die große Goldmedaille der Friedhofsgärtner-Vereinigung.

 

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Die Parkanlage „Gärten der Welt“ umfasst mehrere Gartenanlagen aus verschiedenen Ländern, deutlich größer als in den Gartenkabinetten.

 

Koreanisch

 

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Einem britischen Cottage nachempfunden.

 

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Im Rhododendronwald sind Märchenfiguren und man kann noch einmal eine Kurzfassung des jeweiligen Märchens nachlesen.

 

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Ich brauchte lange, um im Irrgarten die Mitte zu finden, kam aber überraschend schnell wieder heraus.

 

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Die Aussichtsplattform „Wolkenhain“ ermöglicht einen Blick weit über Berlin und nach Brandenburg.

 

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Wie hier über das IGA-Gelände nach Marzahn. Alleine der Stadtteil Marzahn-Hellersdorf hat 260000 Einwohner – so viel wie manch andere Großstadt.

 

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Blick bis in die Stadtmitte

 

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Das IGA-Gelände

 

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Ein Highlight war noch die Natur-Bobbahn. Es geht 500 m weit in die Tiefe, dann wird man durch ein Förderband wieder nach oben gezogen. Dafür steht man gerne eine halbe Stunde an.

 

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12.08.17

LH 199 TXL-FRA

A321 D-AIDV (Retro Jet)

Gate A08, Sitz 6 F, Startbahn 26 L, Landebahn 25 R

Flugzeit geplant: 18:45 – 19:55, tatsächlich 18:51 – 19:51

 

Gut zwei Stunden vor dem Abflug war es Zeit, sich wieder auf den Weg Richtung Flughafen zu machen, da ich einmal quer durch die ganze Stadt musste. U-Bahn, S-Bahn und der Bus brachten mich zum Flughafen Tegel, wo ich gerade pünktlich ankam, um die Landung meines Flugzeugs zu verfolgen: Es war der Retro-Jet.

 

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So schön die kurzen Wege in Tegel auch sind, sie bringen den Nachteil des geringen Platzangebots mit sich. Entsprechend eng und gedrängt war es im Gate und ich mag mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn ein Großraumflugzeug abgefertigt wird. Das Einsteigen zog sich ewig hin, weil es im Gang nicht weiter ging. Das Einsteigen nach Zonen bzw. Sitzreihen wurde wieder abgeschafft, dafür hing in der Fluggastbrücke ein Schild, man möge doch bitte schon vor dem Einsteigen seinen Mantel ausziehen, um die Gänge im Flugzeug frei zu halten. Als wir schon starten sollten, stand ich immer noch in der Fluggastbrücke im Stau, doch als wir dann alle im Flugzeug waren, ging es ganz schnell und wir rollten schon zur Startbahn, als einige Passagiere noch ihr Handgepäck verstauten.

 

Ich hatte Glück, noch die rumänische Cobrex Trans zu erwischen. Bis vor kurzem hatte ich von dieser Gesellschaft noch nie etwas gehört.

 

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Um 18.58 Uhr hoben wir ab.

 

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Tegeler See

 

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Gleich drei Wolkenschichten übereinander im Anflug auf Frankfurt.

 

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Mit derart miesem Wetter hatte ich bei der Landung um 18:41 auf der Nordwestbahn dennoch nicht gerechnet. Wie am Vortrag düster, grau, verregnet mit tief hängenden Wolken. Mehr als Kelsterbach gab es daher nicht zu sehen.

 

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Neben dem „Maus“-Flieger (der fehlt mir immer noch) kamen wir am Gate A18 zum stehen, und auch wenn in Frankfurt die Wege deutlich länger sind als in Tegel, war ich 10 Minuten später aus dem Terminal und machte mich auf den Heimweg.

 

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Bis zur nächste Reise nach Berlin soll es nicht wieder so lange dauern. Die Stadt hat Lust auf mehr gemacht und neben den touristischen Highlights fand ich es auch wieder interessant, durch die Straßen zu laufen und würde gerne mehr von den verschiedenen Stadtteilen erleben.

 

Copyright aller Fotos: Martin Stahl

Edited by martin.stahl
Tippfehler

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Toller Bericht; mir ergeht es genauso wie Dir: Zuletzt mit der damals üblichen Klassenfahrt dort gewesen, danach nie wieder so bewußt die Veränderungen mitbekommen.Da wird wohl auch bei mir mal ein Update fällig.:D Danke für den Bericht, jetzt kann ich sogar den Tegler See geografisch einordnen. Bilder sind anders als Karten und vermitteln besseren Einordnung,

 

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wie immer ein sehr schöner Bericht. Gerade weil die Ziele eben nicht immer exotisch sein müssen, damit man ein interessanter Bericht dabei heraus kommt.

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