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AeroSpott

Operated-by Beschriftungen

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Moin zusammen,

ich frage mich seit einiger Zeit, ob Flugzeuge, die von anderen Airlines betrieben werden (z.B. AB für EW, X3 für AB, ST für AB/X3 usw.), Operated-By Beschriftungen tragen müssen (weil vorgeschrieben) oder ob diese Beschriftung freiwillig ist.

Gibt es dazu internationale Vorschriften, oder regelt das jedes Land selber, oder gibt es dafür überhaupt irgendwelche Vorschriften? In anderen Ländern sind mir solche Beschriftungen zum Teil nicht aufgefallen, wie z.B. in Griechenland bei Ellinair (die regelmäßig GetJet/Grand Cru einsetzen).

Ich freue mich auf eure Antworten :-) 

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@AeroSpott

Auch wenn dein Beitrag nun schon zeitlich etwas her ist, vielleicht interessiert es dich ja nachwievor.

Für die EU ist in der EU-Verordnung Nr. 2111/2005 festgelegt, wie Passagiere über den tatsächlichen "Operating Carrier" informiert werden müssen. In Artikel 11 "Informationen über die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens" heißt es hierzu:

Zitat

(1) Bei der Buchung unterrichtet der Vertragspartner für die Beförderung im Luftverkehr unabhängig vom genutzten Buchungsweg die Fluggäste bei der Buchung über die Identität der/des ausführenden Luftfahrtunternehmen(s).

(2) Ist die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens bei der Buchung noch nicht bekannt, so stellt der Vertragspartner für die Beförderung im Luftverkehr sicher, dass der Fluggast über den Namen der bzw. des Luftfahrtunternehmen(s) unterrichtet wird, die bzw. das wahrscheinlich als ausführende(s) Luftfahrtunternehmen der betreffenden Flüge tätig werden bzw. wird. In diesem Fall sorgt der Vertragspartner für die Beförderung im Luftverkehr dafür, dass der Fluggast über die Identität der bzw. des ausführenden Luftfahrtunternehmen(s) unterrichtet wird, sobald diese Identität feststeht.

(3) Wird das bzw. die ausführenden Luftfahrtunternehmen nach der Buchung gewechselt, so leitet der Vertragspartner für die Beförderung im Luftverkehr unabhängig vom Grund des Wechsels unverzüglich alle angemessenen Schritte ein, um sicherzustellen, dass der Fluggast so rasch wie möglich über den Wechsel unterrichtet wird. In jedem Fall werden die Fluggäste bei der Abfertigung oder, wenn keine Abfertigung bei einem Anschlussflug erforderlich ist, beim Einstieg unterrichtet.

(4) Das Luftfahrtunternehmen oder gegebenenfalls der Reiseveranstalter sorgen dafür, dass der betreffende Vertragspartner für die Beförderung im Luftverkehr über die Identität der oder des Luftfahrtunternehmen(s) unterrichtet wird, sobald diese Identität feststeht, insbesondere im Falle eines Wechsels des Luftfahrtunternehmens.

(5) Wurde ein Verkäufer von Flugscheinen nicht über die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens unterrichtet, so ist er für die Nichteinhaltung der Vorschriften dieses Artikels nicht verantwortlich.

(6) Die Verpflichtung des Vertragspartners für die Beförderung im Luftverkehr zur Unterrichtung des Fluggasts über die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens ist in den für den Beförderungsvertrag geltenden allgemeinen Geschäftsbedingungen aufzuführen.

Den für deine Frage relevanten Satz habe ich mal fett geschrieben. Die Airlines sind verpflichtet die Passagiere "bei der Abfertigung" und "beim Einsteig" zu informieren. Das ganze ist (leider) nicht wirklich präzise festgelegt, besonders was unter "beim Einstieg" zu verstehen ist. Die englische Version "In all cases, passengers shall be informed at check-in, or on boarding where no check-in is required for a connecting flight." gibt hierüber auch keine Aufklärung. Ich vermute daher, dass die Airlines diesen Operated by- Schriftzug einfach anbringen, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Wie klein oder groß der Schriftzug ist und wo dieser platziert wird, ist ganz der Kreativität der Airlines überlassen. Bestes Beispiel ist wohl der "operated by LGW"-Sticker auf den EW-Dash 8, den man unmöglich sehen kann, wenn die Tür offen ist..

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Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob das bei operated-by-Konstellationen zutrifft bzw. ob man beim Wetlease auch von operated-by sprechen kann, aber mich würde mal interessieren wie es in dem Zusammenhang mit dem Gesetz der Arbeitnehmerüberlassung aussieht. 

Gerade im Wetlease dürfte nach meinem Verständnis ja eine Arbeitnehmerüberlassung vorliegen. Nun sagt das Gesetz ja seit April 2017, dass die "Leiharbeit" auf maximal 18 Monate begrenzt sein darf. Danach muss der Entleiher die Leiharbeiter fest einstellen oder der Verleiher darf sein Personal erst nach frühestens 3 Monaten wieder an den selben Entleiher verleihen. 

Wie sieht die rechtliche Lage dazu in der Luftfahrt aus?

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Eigentlich dürfte doch keine Arbeitnehmerüberlassung vorliegen, da das Personal ja beim Auftragnehmer verbleibt. Dieser hat eine Flugleistung (evtl. langfristig) verkauft und muss sein Fluggerät hierfür selbstständig bereedern. Er muss das Personal ja auch nicht dediziert für den Auftrag abstellen, sondern kann es auch anderweitig wie für eigene Flüge oder weitere Wetleases einsetzen. So wurde m.W.n. das Personal von X3 bspw. sowohl für AB als auch eigene Flüge eingesetzt.

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