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Schutzschirmverfahren weiter "realistische Option" für Lufthansa


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Geschrieben
vor einer Stunde schrieb jubo14:

Und irgendwie kann ich mich nicht daran erinnern, dass LH überhaupt bei einer Bank offiziell nach einem Kredit angefragt hätte.

Wenn Du die Meldung noch irgendwo hast, werde ich meine Ansicht ggf. noch einmal ändern müssen.

Ich glaube auch nicht, dass wir das erfahren hätten. Es ist aber normalerweise die Voraussetzung von Staatshilfen, z.B. KfW-Hilfen bzw. Staats-Bürgschaften. Und angesichts von eben nicht "banküblichen" 9 % Zinsen würde ich auch von der LH erwarten, dass sie erst mit ihren Banken spricht. Die letzte Anleihe hat die Lufthansa auf jeden Fall zu wesentlich geringen Zinsen am Markt platziert. 

 

vor einer Stunde schrieb jubo14:

Vielmehr hat die LH direkt beim Staat angefragt, mit der Absicht so billiger an Geld zu kommen und ggf. auch noch "kostenlose" Beihilfen zu kassieren. Kann man verwerflich finden, ist aus unternehmerischer Sicht aber nachvollziehbar.

Kann schon sein, dass da im Moment nicht so genau geprüft wird. Adidas hat auch den Kredit mitgenommen, aber will denn nun schnell wieder loswerden, weil eine Finanzierung über den Markt (wieder) günstiger ist.

 

vor einer Stunde schrieb jubo14:

Das der Staat dann die "banküblichen" 9% Zinsen haben wollte, hat dem Vorstand natürlich nicht so gefallen. Und das der Staat nun auch noch mitreden will, gefällt ihm natürlich noch viel weniger.

 

Vor dem Hintergrund halte ich die Aussage nach einer Überschuldung aber für "ein wenig" überzogen.

Übrigens wäre Voraussetzung für das Schutzschirmverfahren, dass die Airline weder überschuldet, noch akut zahlungsunfähig ist.

(Aber das nur mal so am Rande!)

Da kann man sicher jetzt länger drüber diskutieren, wann man überschuldet bzw. akut zahlungsunfähig ist. Wenn ein Unternehmen aber seiner gesetzlichen Pflicht nicht nachkommen will/kann, Entschädigungszahlungen zu leisten und Ticketpreise zurückzuzahlen, dann ich man da nicht weit von entfernt. 

 

vor einer Stunde schrieb jubo14:

 

Aber ich kann im Moment die ganze Diskussion sowieso nur noch mit einem Kopfschütteln verfolgen.

10 Mrd € für die LH, verbunden mit einer staatlichen Beteiligung, incl. Aufsichtsrat sind ein Weltuntergang.

7 Mrd € aus Frankreich und 4 Mrd € aus den Niederlanden, bei bereits bestehender staatlicher Beteiligung, auch hier incl. Aufsichtsrat, für Air France / KLM stört irgendwie niemanden. Und die Airline ist mal gerade halb so groß!

Wieso stört der Kredit an Air France / KLM niemand!? Das Unternehmen hat dafür dicke Kröten schlucken müssen (z.B. Verzicht auf Inlandsflüge) und zeigt nur wie viel schlechter es diesem Konzern geht. Zudem wird es nicht helfen, die notwendigen Restrukturierungen durchzuführen. Daran krankt dieses Unternehmen mit Staatsbeteiligung ja schon vor Corona. Und deswegen ist es auch nur noch halb so groß.

Geschrieben
6 hours ago, jubo14 said:

 

Mal davon abgesehen, würde der Start übrigens nicht halb so schlank ausfallen, wie es sich viele hier offensichtlich vorstellen.

Wenn nämlich die "Neue LH" durch die Nutzung von ehemaligen LH-Flugzeugen, mit ehemaligem LH-Personal an den Start geht, würde es hier arbeitsrechtlich zu einem Betriebsübergang kommen. Damit würde alle heute geltenden Tarifverträge zu 100% ihre Gültigkeit behalten. Übrigens incl. der Ansprüche auf eine Betriebsrente, bzw. der Anspruch aus dieser.

 

Das hat bei vielen anderen Unternehmen auch schon geklappt. Jetzt ist die beste Gelegenheit dafür. :)

Und auch wenn viele den Schuss noch nicht gehört haben, so kommt die Lufthansa gar nicht drum herum, wenn sie weiter existieren will. Es wird kein Weiter so mehr geben.

 

Soweit es da rechtliche Hindernisse gibt, wird man eben die Gesetze ändern müssen. Das war ja mit dem Infektionsschutzgesetz auch möglich, diverse grundgesetzlich garantierte Grundrechte mal eben außer Kraft zu setzen. Dann wird ja sowas hier gesetzgeberisch ein Leichtes sein.

 

Dabei sind betriebsbedingte Kündigungen doch das normalste von der Welt, selbst ohne Krise. Im aktuellen Fall fällt es ja auch leicht darzustellen, dass man künftig eben Löhne und Arbeitsbedingungen etwas den neuen Bedingungen anpassen muss. Bei anderen globalen Fluglinien sind für Flugbegleiter bis zu 200 Stunden pro Monat üblich. Da hat es bei Lufthansa noch Luft nach oben, was? Das macht krisensicher.

Geschrieben
vor 11 Minuten schrieb Ancer1988:

Das hat bei vielen anderen Unternehmen auch schon geklappt. Jetzt ist die beste Gelegenheit dafür. :)

Und auch wenn viele den Schuss noch nicht gehört haben, so kommt die Lufthansa gar nicht drum herum, wenn sie weiter existieren will. Es wird kein Weiter so mehr geben.

 

Soweit es da rechtliche Hindernisse gibt, wird man eben die Gesetze ändern müssen. Das war ja mit dem Infektionsschutzgesetz auch möglich, diverse grundgesetzlich garantierte Grundrechte mal eben außer Kraft zu setzen. Dann wird ja sowas hier gesetzgeberisch ein Leichtes sein.

 

Dabei sind betriebsbedingte Kündigungen doch das normalste von der Welt, selbst ohne Krise. Im aktuellen Fall fällt es ja auch leicht darzustellen, dass man künftig eben Löhne und Arbeitsbedingungen etwas den neuen Bedingungen anpassen muss. In USA sind für Flugbegleiter bis zu 200 Stunden pro Monat üblich. Wenn jeder mehr arbeitet, braucht man auch weniger Köpfe. Das macht krisensicher.

Du hast wohl noch nichts von den FTL der EASA gehört. Das wären ja 2.400 Stunden. Das geht schonmal nicht, wenn nur 900 Stunden gesetzlich erlaubt sind.
Und jede Airline, die nach Europa fliegt, muss die EASA FTL akzeptieren. Es werden maximal 900 Stunden jährlich geflogen. Die zusätzliche Zeit kommt noch hinzu.


Ach übrigens, es wird nur die Zeit bezahlt, in der die Triebwerke laufen. Vor-und Nachbereitung wird nicht bezahlt.

Am besten gleich in Kasernen einkasanieren, wie die Lohnsklaven im Fleischgewerbe, damit Hinz und Kunz wie du billiges Fleisch essen kannst.
Ryanair bzw. Crewlink macht das ja schon so ähnlich.

Geschrieben
vor 26 Minuten schrieb chris_flyer:

Du hast wohl noch nichts von den FTL der EASA gehört. Das wären ja 2.400 Stunden. Das geht schonmal nicht, wenn nur 900 Stunden gesetzlich erlaubt sind.
Und jede Airline, die nach Europa fliegt, muss die EASA FTL akzeptieren. Es werden maximal 900 Stunden jährlich geflogen. Die zusätzliche Zeit kommt noch hinzu.

Ach übrigens, es wird nur die Zeit bezahlt, in der die Triebwerke laufen. Vor-und Nachbereitung wird nicht bezahlt.

Die Vor- und Nachbereitung werden natürlich auch bezahlt, sie zählen nur nicht zu den 900 Stunden.

 

Zählte diese Zeit dazu wären es ja bei 220 Arbeitstagen gerade mal (maximal) 4 Stunden pro Arbeitstag und somit ein Halbtagsjob.

Geschrieben
vor 53 Minuten schrieb Ancer1988:

Das hat bei vielen anderen Unternehmen auch schon geklappt. Jetzt ist die beste Gelegenheit dafür. :)

Könnte wir dafür mal ein paar Beispiele haben?

 

Condor?

Karstadt / Kaufhof?

 

Echt jetzt? Erfolgreich?

 

 

vor einer Stunde schrieb Der Duesentrieb:

Da kann man sicher jetzt länger drüber diskutieren, wann man überschuldet bzw. akut zahlungsunfähig ist.

Nein, kann man nicht!

Wichtig ist aber zu wissen, dass überschuldeten und zahlungsunfähigen Airlines zwingend das AOC zu entziehen ist.

Wann und wo hat bitte das schon mal im Raum gestanden?

 

Und wenn ein Unternehmen den Antrag auf Insolvenz in Eigenverantwortung stellt, (§ 270b Abs. 1 Insolvenzordnung) dann ist binnen 3 Monaten eine Insolvenzplan vorzulegen. Auf dieser Basis entscheidet das Gericht, ob und wie das Insolvenzverfahren dann eröffnet wird.

Und bei Euromicron hat man dann Ende des letzten Jahres gesehen, dass der Plan des Unternehmens sich sehr schnell in Luft auflöst, wenn das Unternehmen z.B. überschuldet ist und das Gericht keine Zukunftsfähigkeit erkennt oder aber die Gläubiger ihre Zustimmung verweigern. Da wurde genau deswegen das Schutzschirmverfahren aufgehoben und das Gericht hat das Unternehmen in die Regelinsolvenz, sprich Liquidation geschickt.

Geschrieben

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Die Lufthansa wird gerettet.

Kurzfassung ist, dass Altmaier mit ein paar Dutzend Würstchen to go auf dem Weg nach Frankfurt ist, um die Frohe Botschaft zu verkünden: Die Lufthansa kann weitermachen wie bisher und ihre Mitarbeiter haben es weiter kuschelig warm. Der deutsche Arbeiter am Hochofen darf es zahlen.

 

Im Artikel hier auf airliners.de heißt es:

 

"Die SPD-Fraktion, aber auch Finanzminister Scholz, drängten zuletzt auf eine größere Mitbestimmung, etwa in

Personalfragen oder auch ökologischen Maßgaben für den Konzern."

 

Muss sich jeder, der so Feuer und Flamme für diese "Rettung" war dann mal in einem ruhigen Moment überlegen, ob das der Lufthansa so schmecken wird. Und das ist nur der Gipfel des Eisbergs.

 

Die Lufthansa ist jetzt wieder ein Staatsunternehmen. Die geben die 25% + 1 Aktie nie wieder her. Die Commertbankbeteiligung von 15% hält der Bund auch nach wie vor.

Geschrieben

Und erneut hast Du wieder nur die Überschrift gelesen!

 

Die Regierung hat sich nun endlich geeinigt, mit welcher Verhandlungsposition man in die Verhandlungen mit dem LH-Vorstand gehen will.

Aber selbst wenn der dann dem Plan zustimmt, ist immer noch nichts beschlossen.

Es muss sich dann erst auf einer Hauptversammlung eine Mehrheit der Aktionäre finden, die bereit sind 25% ihres Vermögens dauerhaft in den Wind zu schießen. Denn die jetzigen 100% der Aktien, sollen danach ja nur noch 75% der Aktien sein.

 

Mein Tip, der Vorstand wird den Regierungsvorschlag zu Kenntnis nehmen und eine ausserordentliche HV einberufen.

Und dann schauen wir mal.

 

 

Ach und für 

vor 15 Minuten schrieb Ancer1988:

Der deutsche Arbeiter am Hochofen darf es zahlen.

verleihe ich Dir einen Kreativitäts-Punkt!

Geschrieben

Das halte ich nur für eine Formalie. Für die Aktionäre ist diese Entscheidung doch sehr vorteilhaft. Immerhin bekommt der Staat 25% Beteiligung und zahlt dafür (deutlich mehr als) das dreifache der Marktkapitalisierung, also sie bekommt 25% "stille Beteiligung" und zahlt dafür 300% Das nenne ich mal einen Deal. So eine Planinsolvenz wäre zwar gut für Unternehmen und Volkswirtschaft. Und ich denke auch fairer für die Steuerzahler. Aber für die Aktionäre ist es wünschenswert, wenn die Bevölkerung die Zeche zahlt und sie sich weiter aufs Geld zählen konzentrieren können.

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb YankeeZulu1:

unabhängig davon, wie die Verhandlungen jetzt ausgehen, mir graut davor, daß "rote Socken" im AR sitzen und Einfluss nehmen, das stärkt dann wieder die Gewerkschaften, und deren "Stärke" war leider f+r das Unternehmen lange Zeit wenig Vorteilhaft. Ich meine nicht nur die Fordxerungen, ich meine insbesondere die Streiks, welche Kunden nachhaltig vergraulen.

Und hzum Punkt "WLufthansa kann seine Schulden nicht bezahlen": auf jeden fall zahlen sie Kunden für nicht dürchgeführte Flüge bislang m W nichts zurück. Gleiches tut m WE auch Ryanair, aber ich lese heir nie, daß die pleite seien...

Ist Scheuer besser ?

 

Bisschen Anstand tut dir gut. „Rote Socken“. Gehört sich das in einem zivilisierten Land ?
 

In Frankreich bei AF sitzt auch kein direktes Mitglied der Regierung im AR. Der Staat darf nur selbst welche bestimmen und da sind Experten und keine Berufspolitiker.

 

Warte doch einmal mal ab.
 

Die HV muss auch zustimmen.

 

Wenn am Ende Luftfahrt-Experten, von der Regierung geschickt, kann das was werden. Und sie haben am Ende auch nur eine Stimme.

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